Lenovo Yoga 6 im Test: Design-Hingucker mit solider Technik

Todschickes Design, solide Technik und ein 180-Grad-Scharnier. Das Lenovo Yoga 6 ist ein Hingucker. Wir haben es getestet.

Lenovo Yoga 6 im Test: Design-Hingucker mit solider Technik

Ersteindruck: Ein Hingucker!

Aluminium? Plastik? Textil! Lenovo unterstreicht die Extravaganz seines Yoga 6 mit einem stoffüberzogenen Deckel. Die Jeansoptik mag nicht jedermanns Geschmack treffen, ist aber eine wohltuende Abwechslung zum Cover-Allerlei, das sich sonst am Markt tummelt.

Die Grundfläche ist etwa so groß wie ein DIN-A4-Blatt und damit kompakt genug, um das Lenovo Yoga 6 im Rucksack oder der Tasche mitzunehmen. Das Gewicht von 1,3 kg geht in Ordnung, vor allem, weil der bewährte 180-Grad-Klappmechanismus verbaut ist. Damit könnt ihr das Gerät wie ein klassisches Notebook nutzen. Das Notebook als Zelt aufgestellt, genießt ihr darauf Filme und Musik. Umgeklappt transformiert ihr das Yoga 6 zu einem Win-10-Tablet.

Im Inneren befinden sich das 13,3 Zoll große Full-HD-Display mit Touchfunktion, eine hintergrundbeleuchtete QWERTY-Tastatur ohne Nummernblock, Maus-Trackpad und die Stereo-Lautsprecher. Ein Fingerabdrucksensor komplettiert die Bedienelemente. Je zwei USB-A- und USB-C-Buchsen, Kensington-Lock und der Klinkenanschluss sind an den Seiten integriert. Ein An/Aus-Knopf ist obligatorisch, Lautstärkewippe und Cardreader fehlen dafür.

Auffällig und erwähnenswert am Design sind noch Materialwahl und Kühlkonzept. Um Gewicht einzusparen, setzt Lenovo auf der Unterseite auf eine Plastikverschalung. In das schmale Gehäuse integrierten die Ingenieure eine aktive Kühlung, deren Radiatoren aus zwei Lüftungsschlitzen auf der Rückseite Luft herausblasen. Die konzeptionell ähnlichen Lenovo IdeaPad Flex 3 und 5 setzen auf ein passives System. Dazu später mehr.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Notebook eine Kurzreferenz und das USB-C-Schnellladeteil.

Unter der Haube: Sparsame AMD-Mittelklasse

Die Prozessor-Wahl fiel auf einen AMD Ryzen 5 4500U mit 6 Kernen und einem Takt zwischen 2,3 GHz und 4,0 GHz. 8 GB Arbeitsspeicher und 477 GB SSD-Flashspeicher (bei nominell 512 GB) stehen Windows 10 zur Seite. Der RAM ist fest verlötet und nicht erweiterbar, die PCIe-SSD könnt ihr mit wenigen Handgriffen austauschen.

Zuständig für schöne 3D-Bilder und akkurate Medienwiedergabe ist die im Prozessor integrierte Grafikeinheit (6 Kerne, maximal 1,5 GHz). Der 60 Wh starke Akku hält im Normalbetrieb 6 Stunden durch. Bis zu zwei Stunden braucht das beigelegte 45-W-Netzteil, um es aufzuladen.

Lenovo Yoga 6 (Windows 10)
Maße und Gewicht308,1 x 206,5 x 18,3 mm / 1,32 kg
Prozessor und GrafikeinheitAMD Ryzen 5 4500 U (6 Kerne, 6 Threads, 2,3-4,0 GHz) / integrierte AMD Radeon Graphics
Arbeitsspeicher und Flashspeicher8 GB Arbeitsspeicher (verlötet) / 512 GB NvME-SSD (davon 477 GB nutzbar – austauschbar)
Display und Webcam13,3 Zoll IPS (1.920 mal 1.080 Pixel) / 720p-Webcam mit Schiebeblende
Akku und Laufzeit60 Wh / 6 Stunden im Mixed-Mode
Anschlüsse2 x USB-C 3.2 / 2 x USB-A 3.2 / 1 x 3,5-mm-Klinkenanschluss für Headset und Mikrofon
KonnektivitätWLAN 11 ax / Bluetooth 5.0
Software-Unterstützungbis 30. Oktober 2026

Lenovo Yoga 6 als Alltagsbegleiter

Diese Hardware-Zusammenstellung brilliert im Arbeitsalltag. Surfen, Schreiben, Fotos bearbeiten funktioniert ohne Schluckauf oder merkliche Leistungseinbrüche. Die Multimediawiedergabe mit 1080p-Material und Musikstreaming (YouTube Music) flutscht ebenfalls.

Besonders erfreulich ist die Tastatur-Qualität. Die Druckpunkte sind klar definiert, der Hub kurz und der Abstand zwischen den Buchstaben weit genug. Verglichen mit dem verwandten Lenovo IdeaPad Flex 5 empfinde ich das Yoga-Keyboard als einen Tick angenehmer, weil es noch leiser ist.

Die Privatsphäre ist mit einer Schiebeblende vor der 720p-Webcam gesichert. Auf Wunsch entsperrt ihr das Yoga 6 mit eurem Fingerabdruck statt der PIN. Kleine Extras, die zeigen, wie viele Gedanken ins Gerätedesign eingeflossen sind.

Ist das Lenovo Yoga 6 damit perfekt? Nicht ganz. Das hochauflösende Display ist hell, kontrastreich und blickwinkelstabil – und reflektiert stark. Eine Business-Version mit entspiegeltem Bildschirm bietet Lenovo nicht an. Wollt ihr dieses Manko beheben, klebt ihr eine mattierende Folie drüber.

Zwei Dinge fallen auf: Die simple, wie clevere Schiebeverblendung für die Webcam. Und das glänzende Display, das jeden Fingerabdruck aufnimmt und die Umgebung spiegelt.

Im Tabletmodus bremst Windows 10

Mit dem Yoga könnt ihr den Bildschirm umklappen. Als Zelt aufgestellt, ist es ideal für die Medienwiedergabe. Im Tabletmodus scheint es vor allem als Präsenter qualifiziert zu sein. Um beispielsweise eine Powerpoint im Meeting abzuspielen. Natürlich könnt ihr Windows 10 im Touchmodus vollwertig verwenden.

Das 1080p-Display ist prachtvoll. Die Schriftarten sind von Werk ab aber etwas zu groß eingestellt. Meckern auf hohem Niveau – schließlich können wir das mit wenigen Mausklicks korrigieren.

Auf dem Display zu schreiben, ist jedoch unangenehm und angesichts der fest verbauten Tastatur etwas überflüssig. Einige Gesten funktionierten nicht richtig und überhaupt setzt Windows 10 viel zu stark auf Desktop-Navigationsstrukturen, obwohl es doch auch für Touchgeräte wie das hauseigene Surface konzipiert ist.

Im Tabletmodus macht das Yoga 6 nichts falsch – dass hier Potenzial liegen bleibt, ist Microsoft zuzuschreiben.

Hatte ich dennoch Spaß damit? Allerdings, weil das Strategiespiel Civilization 6 einen speziellen Touch-Modus besitzt. Relaxter habe ich noch nie die Geschicke eines entstehenden Weltreichs gelenkt.

Spiele-Leistung: nicht zufriedenstellend – mit Ausnahmen

Wenngleich der Spieleklassiker flüssig läuft, ist das Lenovo Yoga 6 kein Notebook für aktuelle, rechenintensive Games. Im Benchmark-Programm 3D Mark (Testumgebung „Time Spy“) erzielte die AMD-Hardwarekombination einen enttäuschenden Punktewert von 951 (zusammengesetzt aus: 839 Graphics Score; 3.945 CPU Score) und liegt damit am unteren Ende der Skala.

Battlefield V, GTA V und ähnlich leistungshungrige Spiele laufen, wenn überhaupt, mit weniger als 20 Bildern pro Sekunde. Bei 1080p und in hohen Details. Etwas mehr Performance quetscht ihr raus, indem ihr Details und Effekt herunterschraubt.

Läuft der Titel zufriedenstellend, zieht die Leistungsaufnahme ordentlich am Akku und touren beide Lüfter hoch, um die Wärme nach hinten auszublasen. Das gilt leider auch für Civilization 6. Ohne Kopfhörer ist Zocken auf dem Yoga 6 eine Qual.

Eine Ausnahme stellt das Game-Streaming über Nvidia GeForce Now, Google Stadia und Co. dar. Da sie im Browser laufen und die Grafikberechnung auf dem Server stattfindet, muss das Yoga 6 nur noch das Bild ausgeben. Dank flottem WLAN 11 ax klappt das verzögerungsfrei und in sehr guter Qualität.

Fazit: Design-Primus mit Alltagsqualitäten

Als Arbeits- und Alltagsnotebook ist das Lenovo Yoga 6 eine exzellente Wahl. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Leistung zufriedenstellend und die Laufzeit für ein Win-10-Notebook außerordentlich gut. Die Tastatur gehört zum besten, was es auf dem Markt gibt und kommt Vielschreibern entgegen. Privacy- und Sicherheitsfeatures runden das Paket ab.

Abzüge in der B-Note gibt es wegen des stark spiegelnden Displays, für das Lenovo keine Alternative anbietet. Für PC-Spieler wird die Hardware-Ausstattung den Ansprüchen nicht genügen – sie haben mit »echten« Gaming-Laptops mehr Spielspaß.

Das Notebook bereitet denen eine Freude, die hochwertige Verarbeitung, exzellentes Design und Büroqualitäten in einem Gerät vereint sehen möchten.

Das Lenovo Yoga 6 ist ab sofort im Handel erhältlich und kostet zum Testzeitpunkt um die 800 Euro.

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