Alle 5 Jahre ein neuer Laptop? Diesmal nicht

Trendblogger Jürgen Vielmeier hat sich bislang alle fünf Jahre einen neuen PC oder Laptop gekauft. Diesmal nicht. Und das ist eher Lob als Schelte an die Industrie.

Neulich fiel mir eine alte Rechnung in die Hand, die von Juni 2013 datiert. Damals gekauft: Ein Apple MacBook Air 13 Zoll. Das ist nun also genau 5 Jahre her. Und wenn ich so in meinen Erinnerungen krame, liegt bei mir eigentlich immer die Spanne von vier, eher fünf Jahren zwischen zwei Laptop-Käufen. Nur diesmal irgendwie nicht…

  • 1999 mein erster eigener Desktop-PC kommt ins Haus. Zuvor habe ich am Familien-PC gearbeitet. Mein erster eigener Rechner hatte einen Intel Celeron mit 500 MHz (manche Daten vergisst man nie) und wurde mangels Geldes mehrfach aufgerüstet statt ausgetauscht.
  • 2003 wurde der PC endlich durch einen Laptop ersetzt. Es wurde ein BenQ Joybook 5000. Damals für mich der schönste Laptop weit und breit, was mir offenbar wichtiger war als der Laptop mit der besten Leistung…
  • 2008 kam mir nach ein wenig Frust und Tüftelei mit Windows-Vista-Rechnern am Ende mein erster Mac ins Haus: das weiße MacBook mit 13,3 Zoll.
  • 2013 schließlich wurde es das MacBook Air 13 Zoll.
  • Und 2018? Erst einmal nichts in Sicht…

Eigentlich wäre es jetzt also wieder an der Zeit, mir einen neuen Rechner zuzulegen. Dass ich es bisher nicht getan und auch erst einmal nicht geplant habe, hat natürlich ein paar Gründe.

MacBook Air: Apple hat ein Produkt für die Ewigkeit gebaut

Der wichtigste Grund: Das MBA funktioniert noch fast wie am ersten Tag. Ich kann darauf wunderbar tippen, es reagiert schnell. Allenfalls der Akku von einstmals bis zu 12 Stunden Laufzeit („All day battery life“) hat was nachgelassen, hält aber immer noch viele Stunden durch.

Das Apple MacBook Air bleibt ein Dauerbrenner.

Das Apple MacBook Air bleibt ein Dauerbrenner.

Sicher, es gibt noch schnellere Maschinen, und das Update auf das aktuelle Mac-Betriebssystem High Sierra bin ich aus der früher gemachten schlechten Erfahrung nicht mitgegangen, dass alte Maschinen unter neuen Systemen langsamer laufen. Ich hätte mir auch schon manchmal gewünscht, den Arbeitsspeicher von nur 4 GB RAM aufzurüsten, aber das ist leider nicht möglich.

Trotzdem: Hält man die Zahl der installierten Programme gering, bereinigt hin und wieder das System und lagert große Datensammlungen auf eine externe Festplatte aus (bei mir eine hübsche Seagate Expansion, die ihr auch bei uns im Shop findet), funktioniert das MacBook noch wunderbar und wird es voraussichtlich auch noch ein paar Jahre tun.

Und das ist ein großes Lob an Apple: Man hat hier wirklich einmal langlebige Qualität gebaut. Meine früheren Rechner gingen alle irgendwie an defekten Teilen zugrunde oder wurden untragbar langsam. Das kann ich von meinem 2013er MacBook Air nicht behaupten.

Man wechselt nicht mal eben auf ein anderes System

Dann gibt es aber natürlich auch noch andere Gründe, warum ich mir derzeit nichts Neues kaufe:

  • Beim aktuellen MacBook-Lineup ist einfach noch kein Schnäppchen dabei. Das MBA habe ich damals neu für 999 Euro geschossen. Ein ähnlich gutes Angebot habe ich bei den 12er MacBooks oder dem neuen MacBook Pro noch nicht gesehen.
  • Ich mag macOS lieber als Windows 10. Deswegen würde ich gerne bei Apple bleiben, auch wenn die Windows-Konkurrenz von Lenovo bis Asus mittlerweile wunderschöne Laptops baut.
  • Ich reise viel und arbeite unterwegs, manchmal im Auto. Da schwingt der Gedanke natürlich mit, dass auch mal etwas gestohlen werden könnte. Bei einem fünf Jahre alten MacBook mit einem Restwert von ein paar hundert Euro wäre ein Diebstahl weniger ärgerlich als bei einem brandneuen 2.000-Euro-Schlachtschiff. Man hängt also gedanklich nicht immer daran und lässt das MacBook auch schonmal im Auto liegen.
Das Asus ZenBook Pro 15 macht sich mit dem innovativen ScreenPad interessant.

Das Asus ZenBook Pro 15 macht sich mit dem innovativen ScreenPad interessant.

Der Laptop-Markt steckt noch voller Innovationen

Natürlich kann ich nicht für immer bei meinem MBA bleiben. In ein paar Jahren wird das Ding wahrscheinlich auch kapitulieren, zu langsam werden, oder irgendwas könnte kaputt gehen (was nach fünf Jahren auch einmal passieren darf). Dann werde ich mich noch einmal neu umschauen. Und drei Entwicklungen finde ich dabei spannend:

  • Wie geht es mit neuen Touchelementen in Laptops weiter? Apples TouchBar im MacBook Pro ist der ganz große Durchbruch – entgegen meiner Prognose – noch nicht gelungen. Asus hält jüngst dagegen mit dem ScreenPad im neuen ZenBook Pro 15. Der Notebook-Markt ist immer noch zu attraktiven Innovationen fähig!
  • Ebenfalls von Asus kommt das Zenbook 13, das unter 1 Kilogramm wiegt. Auch das Thema Gewicht könnte also vielleicht noch einmal ins Rutschen kommen. 1 Kilogramm ist eine magische Marke, die nur sehr, sehr selten mal von einem Hersteller unterschritten wird. Für echte mobile Freiheit wäre das aber wünschenswert.
  • Always-Connected Laptops. Endlich Laptops, die von Haus aus mit einem LTE-Chip ausgestattet und immer mit dem mobilen Web verbunden sind. Man fragt sich, warum das erst jetzt geht und (fast) nur mit der Laptop-Klasse, die einen Qualcomm-Snapdragon-Prozessor verwendet. Aber vielleicht schafft der Rest es ja auch, da nachzuziehen.
  • Huawei MateBooks. Klammheimlich hat sich Huawei zu einem der führenden Notebook-Anbieter aufgeschwungen. Die aktuellen MateBooks, gerade der X-Serie, finde ich sehr attraktiv. Und schaut man sich an, wie die Chinesen mittlerweile auf dem Smartphone-Markt wie beim P20 Pro mit Innovationen vorpreschen, könnte auch bei den MateBooks noch einiges an Musik drin sein.
  • Google Chromebooks. Von mir lange Zeit nicht für voll genommen wegen der erbärmlichen App-Auswahl. Deutlich attraktiver geworden, seit Android-Apps darauf laufen. Und mit der geplanten Integration von Linux-Apps besteht nun wirklich die Chance, dass die Serie zu einer vergleichbar starken Nummer 3 hinter Windows- und Mac-Rechnern wird.
Google Chromebooks (hier von Acer und Asus): Werden sie mit Linux-Apps endlich zu konkurrenzfähigen Nummer 3 hinter Windows und Mac?

Google Chromebooks (hier von Acer und Asus): Werden sie mit Linux-Apps endlich zu konkurrenzfähigen Nummer 3 hinter Windows und Mac?

Wie ist das bei euch? Wie oft kauft ihr euch einen neuen Laptop? Was habt ihr als nächstes im Auge? Oder seid ihr – ähnlich wie ich – mit eurem derzeitigen Notebook so zufrieden, dass kein neuer her muss? Diskutiert mit mir in den Kommentaren!

Update: Im November 2018 erschien neben einem neuen Macbook Air auch ein iPad Pro. Interessanterweise betrachtet Apple beide Geräte als Laptops. Vielleicht müssen wir beginnen umzudenken.

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*