Apple Watch 3 (Bild: Apple)

Neue Generation der Smartwatches: Jetzt geht’s erst richtig los

Smartwatches wie die Apple Watch 3 und die Fitbit Ionic funktionieren unabhängig von einem Smartphone. In ihrer neuen Generation wird die Smartwatch also endlich flügge – und damit erst für viele Menschen interessant.

Der Ersatz für ein Smartphone oder zumindest die Ergänzung in die Bereiche, in die das Smartphone schlecht vordringen kann: All das war eine Smartwatch in all den letzten Jahren nicht. Ohne ein gekoppeltes Smartphone in der Nähe waren viele Smartwatches schlicht unbrauchbar. Natürlich gab es trotzdem spezielle Anwendungen, die eine Smartwatch interessant machten. Aber für viele Verbraucher war das eben nicht genug, um die oft mehrere hundert Euro teuren modernen Armbanduhren zu kaufen.

Das könnte sich jetzt geändert haben. Die Hersteller haben ihre Modelle im Laufe der Jahre unter dem Radar immer weiter verbessert, viele Möglichkeiten hinzugefügt wie Gesundheitsapps, Barometer oder genauere Protokollierungen von Sportarten abseits des Laufens oder Radfahrens. Und mit der neuen Generation ist ein weiterer wichtiger Meilenstein genommen: Unabhängigkeit.

Die neueste Generation von Smartwatches braucht nun kein Smartphone mehr, um zu funktionieren – zumindest nicht dauerhaft. Beim Sport kann man sein iPhone oder Android-Gerät also endlich getrost in der Umkleidekabine lassen. Zumindest für ein Fitness-Armband ist eine Smartwatch dann ein vollwertiger Ersatz. Die Methoden, mit denen die Geräte das erreichen, sind unterschiedlich.

Apple Watch Series 3

Die dritte Generation der Apple Watch sieht äußerlich nahezu unverändert aus. Neu ist allerdings der integrierte Mobilfunkchip (UMTS und LTE) für die teurere Version, der zusammen mit einer eSIM des Providers funktioniert. (In Deutschland bislang nur in Zusammenarbeit mit der Telekom.)

Apple Watch Series 3

Apple Watch Series 3

Nicht alles lässt sich mit der Apple Watch 3 ohne Smartphone erledigen. Da ist auch der Speicher von 16 GB limitierend. Darauf immerhin soll man aber schon bald seine Lieblingssongs via Apple Music speichern und abspielen können – kabellos mit den Apple AirPods. Telefonanrufe lassen sich ganz ohne iPhone in der Nähe annehmen, Nachrichten empfangen und beantworten. Und wer will, kann auch Siri unabhängig vom iPhone nutzen. Bald könnte es möglich sein, noch viel mehr unabhängig von einem Smartphone zu machen. So viel Unabhängigkeit ist angenehm.

Fitbit Ionic

Auch Fitbits neue Smartwatch Ionic bietet Unabhängigkeit von einem Smartphone. Musik lässt sich hier im lokalen Speicher offline speichern und via Bluetooth etwa über die passenden Bluetooth-Kopfhörer Fitbit Flyer abspielen. Neben der Möglichkeit, per NFC zu bezahlen, punktet die Fitbit Ionic auch mit einer – im Vergleich zur Apple Watch – besonders langen Akkulaufzeit. Mindestens vier Tage soll die Ionic einer Steckdose fernbleiben können. (Außer wenn man GPS-Tracking aktiviert hat, dann sind es nur 10 Stunden.)

Fitbit Ionic

Fitbit Ionic

Dafür fehlt der Uhr ein Mobilfunkchip. Heißt: Ganz autark ohne Smartphone oder Rechner in der Nähe kann die Fitbit Ionic nicht funktionieren. Von Zeit zu Zeit muss man die Geräte synchronisieren. Und Telefongespräche annehmen oder Benachrichtigungen erhalten geht eben nur im WLAN oder in der Nähe eines gekoppelten Smartphones oder PCs/Macs. Etwas Unabhängigkeit bietet dafür der eigene App-Store, der es Anwendern leicht machen will, sogar eigene Apps zu programmieren.

Samsung Gear Sport und Gear S3

Auch Samsungs neue Smartwatches Gear Sport und Gear S3 kommen ein Stück unabhängiger daher. Zwar fehlt auch ihnen bis auf das Gear-S3-Modell mit LTE ein Mobilfunkchip, sie sollen dank eines integrierten Mikros und Lautsprechers via Bluetooth aber dazu in der Lage sein, Telefongespräche anzunehmen. Spannend ist die Möglichkeit, Spotify-Playlists auf einer der Uhren offline zu speichern und beim Training via Bluetooth-Kopfhörer zu hören. Immerhin 4 GB Speicher steht dafür zur Verfügung.

Samsung Gear Sport

Samsung Gear Sport

Die Gear S3 soll drei bis vier Tage mit einer Akkuladung auskommen, die Gear Sport etwas kürzer. Anders als bei Apple und Fitbit ist man bei den Gear-Watches auf wenige verfügbare Apps festgelegt. Die Uhren gefallen dafür mit Zifferblättern, die sich mit einem Dreh verändern lassen. Auch Samsung preist für die neuen Gear-Watches die Möglichkeit an, via NFC und Samsung Pay mobil zu bezahlen.

Smartwatches: Endlich werden sie flügge

Automatischer Start des Sportprogramms, zum Schwimmen geeignet, mit Trainings-Anleitungen, Herzfrequenzmesser, Barometer, GPS und Glonass zur genauen Streckenmessung, veränderbare Zifferblätter, eine Auswahl von Apps, immer mehr Sportarten abseits von Laufen und Cardio – und jetzt eben auch ein Stück weit Unabhängigkeit. Smartwatches der neuen Generation sind filigraner geworden, sie ersetzen Fitness-Armbänder und bereiten ihren Absprung aus dem vom Smartphone dominierten Elternhaus vor.

Hier haben alle oben genannten Smartwatch-Modelle das Abitur bestanden und schicken sich nun an, von zuhause auszuziehen. Wie weit, hängt vom Modell ab. Da geht noch mehr, aber sie sind jetzt so weit, dass sie für viele potenzielle Kunden interessant werden, die sich einen Kauf bisher nicht vorstellen konnten. Mich selbst eingeschlossen.

Die Abgesänge auf Smartwatches, von denen man in den vergangenen Jahren einige gelesen hat, kamen in meinen Augen jedenfalls zu früh. Für Smartwatches, so scheint mir, geht es jetzt erst richtig los.

Mehr über Smartwatches lest ihr hier in unserer Serie.

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