Mobile Solaranlagen im Winter und Herbst: Das kannst du tun

Herbst und Winter haben deutlich weniger Sonnenstunden als der Sommer. Das heißt aber nicht, dass du deine mobile Solaranlage dann in den Keller stellen musst.

Mobile Solaranlagen im Winter und Herbst: Das kannst du tun

Die eine oder der andere mag überrascht sein, wenn ich das schreibe: Aber auch der graue, deutsche Winter hat noch den einen oder anderen Sonnentag im Aufgebot. Und selbst wenn die Ausbeute für mobile Solaranlagen dann bis zu fünfmal niedriger ist: es lohnt sich immer noch, auch im Winter mit mobilem Solarpanel und Powerstation Strom zu produzieren. Nur ein paar Tipps solltest du dabei beherzigen. Einige verstehen sich beinahe von selbst:

1. Lade punktuell – mehr bleibt dir auch gar nicht übrig

Die Sonne zeigt sich im Herbst und Winter nicht oft, aber wenn: dann verliere keine Zeit. Plane die Session, checke abends und morgens die Wettervorhersage. Und sobald die Sonne da ist: Raus mit der Anlage!

Gutes Winter-Sonnen-Wetter. Jetzt raus mit der mobilen Solaranlage!

Wie bei allen Solaroperationen gilt auch hier: Lieber die zwei Stunden blauen Himmel ausnutzen, die es in der Woche vielleicht mal gibt, als die mobile Solaranlage bei grauem Wetter den ganzen Tag draußen zu lassen. Selbst bei leistungsstarken mobilen Solarmodulen wie dem EcoFlow 220W-Panel ist der Ertrag bei grauem Wetter nahe null. Es lohnt sich schlicht nicht.

Typisches deutsches Herbst- und Winterwetter. An solchen Tagen kannst du die Solaranlage getrost drinnen lassen.

Etwas anders kann es aussehen mit einem Balkonkraftwerk oder einem fest installierten Solardach. Auch hier liegt die Leistung bei trübem Wetter nicht selten nur im einstelligen Prozentbereich des Möglichen. Aber die schiere Solarfläche kann ausreichen, dass immer noch ein klein wenig Leistung dabei herauskommt.

2. Stelle die Panels etwas aufrechter hin

Im Winter steht die Sonne deutlich tiefer als im Sommer. Fest installierte Solaranlagen müssen nehmen, was kommt. Die Hersteller richten sie deswegen in einem Winkel aus, der für das ganze Jahr gute Erträge erzielen kann. Mit mobilen Solarpanels bist du flexibler und kannst die Panels passend nach Sonnenstand und Jahreszeit ausrichten. Aber wie genau?

Solarpanels haben den höchsten Ertrag, wenn die Sonnenstrahlen im rechten Winkel auf das Modul fallen. Der daraus resultierende Aufstellwinkel des Panels verändert sich dadurch. In den Grafiken oben habe ich ihn für dich rot markiert. Im Frühling und Sommer (links) steht die Sonne höher. Das Panel kann dann etwas bequemer liegen – etwa in einem Winkel von 30 bis 40 Grad. Das haben wir für dich auch in unserem Beitrag optimaler Neigungswinkel/Aufstellwinkel für ein mobiles Solarmodul beschrieben.

Im Winter ist der Aufstellwinkel ungleich höher, weil die Sonne dann niedriger steht. Hier kannst du die Panels in unseren Breiten gut und gerne mit 55 Grad relativ zum Boden aufstellen. Dann sollte die Leistung am höchsten sein. Weichst du ein paar Grad davon ab, solltest du mit deiner mobilen Solaranlage allerdings immer noch eine nicht wesentlich niedrigere Leistung erzielen können.

3. Halte deine Powerstation warm

Im Titelbild habe ich eine Decke um die Powerstation geschlungen. Offiziell arbeitet der hier verwendete Jackery Explorer 1000 Pro auch bis -10 Grad Betriebstemperatur. Trotzdem verlieren Powergeneratoren bei niedrigen Temperaturen Energie – ähnlich, wie das mit den Batterien von Smartphones und Elektroautos der Fall ist. Die Powerstation draußen in eine Decke einzuhüllen, um sie gegen Wind und Kälte zu schützen, kann also nicht schaden.

Jackery Explorer 1000 Pro mit Decke
Die Powerstation bei Kälte warm halten – kann nicht schaden.

Lasse sie im Übrigen auch nicht länger draußen als nötig. Sobald du mit dem Laden fertig bist, hole Powerstation und Panel wieder rein in deine warme Wohnung.

4. Mittagszeit und gut

Wenn sich die Sonne dem Untergang neigt, lohnt sich der Ertrag einer mobilen Solaranlage meist kaum noch – es sei denn, du schaltest eine ganze Armada von Solarpanels dran und hast auch den Platz dafür.

Abendsonne schafft weniger Leistung. Selbst wenn der Sonnenuntergang noch eine Weile entfernt ist, packe ich die mobile Solaranlage dann meist schon ein. Und wenn es bewölkt ist und die Sonne sich am späten Nachmittag nur noch durchkämpft, lasse ich es meistens ganz.

Die beste Zeit ist mittags: Wenn dann blauer Himmel ist: raus mit den Panels! Und selbst wenn sich mal ein paar Wolken davor schieben: Mittags macht das nicht viel, ich lasse die Anlage dann trotzdem draußen. Ein paar Stunden laden, wenn die Sonne sich zeigt, und gut is‘! Viel mehr würde ich vom grauen deutschen Winter auch nicht erwarten.

Wie immer beim Thema Solarenergie wiederhole ich auch hier gerne das Mantra: Viel hilft viel. Weil wir an den kurzen Tagen im Winter nicht viel Zeit haben, muss also ein möglichst großes, leistungsfähiges Solarpanel her. Mit 200 Watt lädst du natürlich deutlich schneller als mit 50, brauchst aber auch erheblich mehr Platz dafür. (Die Leistung von Solarpanels wächst in etwa proportional mit der Fläche.)

Mobile Solarmodule wie das EcoFlow 160W-Panel oder 2x die Jackery SolarSaga 80 können bei gutem Wetter eine erstaunliche Leistung erzeugen. Sie liefern mir in Kombination mit den Powerstations Explorer 1000 Pro und Delta Mini schon den ganzen Herbst über genug Strom, um zumindest mein MacBook, mein iPhone 14 Pro und noch einige weitere kleine technische Geräte daran aufzuladen.

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