LG G7 ThinQ (Bild: LG)

LG G7 ThinQ: Heller, größer, lauter – aber auch schlauer?

Die Technik im LG G7 ThinQ ist top. Doch das Smartphone bietet noch einen Bildschirm, der mit 1.000 Nit andere Smartphones überstrahlt. Eine clevere Lösung wurde auch für den Lautsprecher gefunden. Aber ist das auch smart?

Lange haben wir gewartet, bis das LG G7 ThinQ endlich vorgestellt wurde. Offenbar sollte das neue Modell nicht zu sehr am Vorgänger dran sein. Entsprechend groß waren die Erwartungen. Der erste Blick auf Gerät und Werte rechtfertigt das Hinhalten. Jetzt muss es sich nur noch im Alltag bewähren.

Das LG G7 ThinQ ist größer geworden, der Bildschirm von 5,7 auf 6,1 Zoll gewachsen, das Gehäuse von 149,9 mm Länge auf 153,2 mm. Dafür ist der ohnehin schon schmale Rahmen des LG G6 noch schmaler geworden. Oben gibt es jetzt das neue Notch-Design, das Kollege Vielmeier so gerne mag. Aber auch das Kinn (neudeutsch für den unteren Displayrahmen) ist nur noch halb so hoch.

Großes Display, detailreich und hell

Sonst bleibt vieles beim Alten. Das LG G7 ThinQ ist immer noch 71,9 mm breit und 7,9 mm dick. Das Gewicht wurde sogar ganz leicht auf 162 Gramm reduziert. Auf der Vorder- wie auch auf der Rückseite befindet sich Gorilla Glass 5, das zu den Seiten hin abgerundet ist. Das Smartphone ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt und erfüllt zusätzlich noch den strengen Anforderungen des US-Militärs gemäß MIL-STD 810G.

Das IPS-Display des LG G7 ThinQ ist nicht nur groß, sondern auch detailreich und hell. Auf einem Seitenverhältnis von 19,5:9 wird die QHD+-Auflösung von 3.120 x 1.440 Bildpunkten gezeigt. Die Helligkeit kann bis zu 1.000 Nit betragen. Das ist sehr hell! Der DCI-P3-Farbraum wird zu 100 Prozent abgedeckt. Zudem werden hohe Kontraste nach dem HDR10-Standard unterstützt. Dieses Smartphone gehört auch zu den YouTube Signature Devices, die sich besonders gut fürs Video-Streamen eignen.

Snapdragon 845, LTE Kat. 16 und Bluetooth 5

Die Technik im LG G7 ThinQ bietet nur wenige Überraschungen. Vom Qualcomm-Prozessor Snapdragon 845 war auszugehen. 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicher für Daten und Anwendungen sind ausreichend. Zusätzlich gibt es einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 2 TB. Das Schwestermodell LG G7+ ThinQ bietet zwar mehr Speicher, wird hierzulande aber nicht erhältlich sein.

WLAN ac ist eine Selbstverständlichkeit, LTE der Kategorie 16 jedoch nicht. Doch Downloads mit 1.024 Mbit/s und Uploads mit 150 Mbit/s werden die deutschen Mobilfunknetz noch lange nicht bieten können – zumindest nicht flächendeckend. Bluetooth 5.0 BLE ist vorbildlich. Dann lassen sich nämlich zwei Funkkopfhörer parallel anschließen, aber separat steuern.

Wie lange reicht der 3.000-mAh-Akku?

Android 8.0 Oreo, NFC, USB C 2.0, ein guter erreichbarer Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, Freischalten per Gesichtserkennung, Schnelladung per Quick Charge 3.0, kabelloses Laden – das gehört alles zur zeitgemäßen Ausstattung eines Spitzenmodells.

LG G7 ThinQ mit Notch und Fingerabdrucksensor (Bild: LG)

LG G7 ThinQ mit Notch und Fingerabdrucksensor (Bild: LG)

Sogar die Akku-Kapazität von 3000 mAh hört sich erst einmal nach viel an. Doch angesichts des großen und vor allem hellen Bildschirms sowie der vielen Rechnerei, die die ThinQ-Technik erfordert, bleibt abzuwarten, ob das LG G7 ThinQ wirklich einen kompletten Arbeitstag durchhält, wenn es stark beansprucht wird. Was nutzt die ganze Intelligenz, wenn sie abgeschaltet wird, um Strom zu sparen?

Helle Bilder auch im Dunkeln

Dabei macht es LG einem gar nicht so leicht, die Finger vom G7 ThinQ zu lassen, denn das Smartphone ist auch eine Kamera: hoffentlich sogar eine gute. Auf der Rückseite befindet sich eine Dualkamera mit besserem Weitwinkel (f1.9, 107 Grad) sowie mit f1.6 und 71 Grad. Beide lösen mit 16 Megapixel auf. Vorne gibt es eine Selfie-Kamera mit 8 MP, f1.9 und 80 Grad.

Schöne Bilder sollen aber weniger die Linsen bringen, sondern die künstliche Intelligenz (KI, AI), die LG erstmals beim LG V30S ThinQ eingebaut hat. Die KI-Kamera bietet jetzt 19 verschiedene Aufnahmemodi, die automatisch gewählt werden und voraussetzen, dass die Situation richtig erkannt wurde. Gerade in dunklen Umgebungen soll dies zu helleren Ergebnissen führen – eine, wenn nicht sogar die Schwachstelle von Smartphone-Kameras bisher.

LG G7 ThinQ nur mit Dualkamera: Schöne Bilder soll aber auch die ThinQ-Technik bringen (Bild: LG)

LG G7 ThinQ nur mit Dualkamera: Schöne Bilder soll aber auch die ThinQ-Technik bringen (Bild: LG)

Die LG G7 ThinQ beherrscht auch den Bokeh-Effekt, der Porträts vor einem unscharfen Hintergrund erzeugt und diese damit betont. Im Live-Modus wird nicht mehr ein einzelnes Bild aufgezeichnet, sondern ein Bildfolge von wenigen Sekunden, so dass hinterher das beste Bild ausgewählt werden kann – zum Beispiel mitten in der Bewegung.

Eine Extra-Taste für Google Lens

Das LG G7 ThinQ wird auch die neuen Funktionen von Google Lens beherrschen. Über Google Assistant und Google Photos können dann Sehenswürdigkeiten, Pflanzen, Tiere und Bücher identifiziert werden. Dies ist sogar im Sperrmodus möglich. Das G7 ThinQ hat dafür eine neue Taste erhalten, die zweimal schnell gedrückt werden muss. Ein einmaliges Antippen startet den Google Assistant. Wird die Taste gedrückt gehalten, kann die Frage auch gesprochen werden.

LG hat dafür auch die Spracherkennung verbessert. Hochempfindliche Mikrofone sollen es ermöglichen, Sprachbefehle für den Google Assistant aus einer Entfernung von bis zu fünf Metern zu erfassen. Auch bei lauten Hintergrundgeräuschen soll das Textverständis jetzt besser sein.

Mehr Bass aus der Boombox

Die neuen Boombox-Lautsprecher nutzen den Innenraum des Smartphones als Resonanzkörper bzw. Tieftöner, wenn dieses auf einer festen Oberfläche liegt. Dadurch soll sich der Grundlautstärkepegel im Vergleich mit anderen Smartphones um mehr als 6 dB erhöhen – bei doppelter Basswiedergabe.

Laut LG ist das G7 ThinQ auch das erste Smartphone mit DTS:X. Ohne hochwertige, sprich: teure Kopfhörer, soll es dann einen virtuellen 3D-Sound geben – und zwar für alle Inhalte. Einen Steckplatz für einen klassischen Klinkestecker gibt es auch noch.

Doch auch bei Einsatz eines hochwertigen, sprich: hochohmigen Kopfhörers wird der Sound besser. Vier Digital-Analog-Wandler, die sich auf einem Soundchip befinden (HiFi Quad DAC), senken die gesamtharmonische Verzerrung auf 0,0002 Prozent. Zudem wird das Audioformat Master Quality Authenticated (MQA) unterstützt.

Wie smart ist das LG G7 ThinQ wirklich?

Ob das ThinQ im Namen gerechtfertigt ist? Ich bin mir da nicht so sicher. Das LG G7 ist zweifelsohne smart, doch zum Teil wird die Intelligenz von Google geborgt. Samsung geht da mit Bixby eigene Wege, ohne wirklich Erfolg damit zu haben. Davon einmal abgesehen erkennen Algorithmen, bei welchen Lichtverhältnissen welcher Aufnahmemodus zu wählen ist.

Aber auch wenn sich die Ankündigungen in der Praxis bewähren sollten, von künstlicher Intelligenz würde ich nicht wirklich sprechen. Mir wird dieser Ausdruck viel zu schnell gebraucht.

Das LG G7 ThinQ soll Anfang Juni 2018 erscheinen und in den Farben New Platinum Gray und New Aurora Black erhältlich sein.

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