Dual-Screen-Smartphones: Die nächste Generation?

Dual-Screen-Smartphones werden zum Trend. Wir schauen uns an, was sich die Hersteller davon eigentlich versprechen und was aktuelle Modelle können.

Dual-Screen-Smartphones sind neben Foldables so etwas wie ein aktueller Nebentrend. Einige große Hersteller haben bereits ein Handy mit zwei Bildschirmen auf dem Markt oder planen einen Release in naher Zukunft. Wir fragten uns daher, was ihr mit einem Smartphone mit zwei Bildschirmen überhaupt anstellen könnt und für wen sich so ein Gerät eignet.

Was können wir mit Dual-Screen-Smartphones machen?

Im ersten Moment scheint ein zweiter Bildschirm fast überflüssig, da die meisten von uns auch mit nur einem sehr gut klarkommen und wir sowieso nicht zwei Dinge gleichzeitig tun können. Die Nutzeroberfläche aktueller Smartphones hat sich bewährt. Was also versprechen sich die Hersteller von einem zweiten Bildschirm?

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Der zweite Bildschirm hat einige sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten. Quelle: Microsoft

Einige der beliebtesten Anwendungen für den zweiten Bildschirm liegen laut einer Umfrage im Auftrag von LG im Business-Bereich. So könnt ihr zum Beispiel auf dem einen Bildschirm eine E-Mail schreiben, während ihr auf dem anderen die passenden Informationen dazu recherchiert. Ein weiterer offensichtlicher Nutzen ist der zweite Bildschirm als Tastatur. Die nimmt dann keinen Platz auf dem Hauptbildschirm weg und ihr könnt die Buchstaben besser treffen. Das sollte auch die Anzahl an Tippfehlern minimieren.

Manchmal müsst ihr Dokumente auch unterwegs bearbeiten, vielleicht auch auf dem Weg nach Hause. Wenn ihr da euren Laptop nicht dabeihabt, kommt wieder der Extrascreen zum Einsatz. So könnt ihr auf dem einen das Dokument öffnen und bearbeiten, während ihr auf dem anderen Bildschirm nach der richtigen Übersetzung sucht.

Der Dual Screen kann bei der Arbeit oder Navigation helfen. Quelle: LG

Auch wenn ihr auf der Suche nach dem richtigen Weg seid, kann ein Dual-Screen-Smartphone euch dabei helfen. Dabei läuft auf einem Screen die App zur Navigation, während ihr mit Street View die Umgebung abgleichen könnt.

Natürlich können auch die Gamer unter euch vom extra Bildschirm profitieren. Einige Apps und Spiele nutzen den zweiten Bildschirm sinnvoll und bieten euch dadurch echten Mehrwert beim Zocken. Umso beliebter Dual-Screen-Smartphones werden, umso mehr werden sich auch Entwickler auf das Feature konzentrieren und mehr und mehr Apps werden es nutzen.

Bietet der Second Screen Mehrwert?

Auch wenn das Gimmick erst langsam in Fahrt kommt, kann der zweite Bildschirm jetzt schon echten Mehrwert bieten. Die Anwendungsbeispiele können im Alltag durchaus nützlich sein. Ich gehe davon aus, dass Dual-Screen-Handys mit der Zeit immer beliebter werden. Darum solltet ihr euch darauf einstellen, dass immer mehr Apps dieses Feature nutzen werden. Auch die Hersteller schlafen natürlich nicht. Sie werden ebenfalls den Second Screen in mehr Smartphones einbauen und von ihrer Seite aus mehr Nutzen schaffen.

Falt-Displays? Dual-Screens sind die Lösung!

Mittlerweile gibt es schon einige gute Smartphones mit mehr als einem Bildschirm auf dem Markt. Die momentan besten Modelle schauen wir uns abschließend etwas genauer an.

LG Wing

Das LG Wing ist eines der interessantesten Dual-Screen-Smartphones und noch sehr jung auf dem Markt. Hier könnt ihr den Hauptbildschirm um 90 Grad drehen, um so einen zweiten Bildschirm darunter zum Vorschein zu bringen. Die Bildschirme sind dann in einer T-Formation angeordnet, und ihr könnt beide nutzen. Einige Apps könnt ihr auf beiden nutzen, während ihr auch zwei Apps gleichzeitig öffnen könnt. So könnt ihr zum Beispiel auf einem Screen navigieren, während ihr mit dem zweiten die Musik steuert.

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Beim LG Wing sind die Bildschirme als T angeordnet. Quelle: LG

Das Wing verfügt über einen so genannten Gimbal. Der sorgt dafür, dass das Wackeln der Hand etwas ausgeglichen wird, wodurch eure Videos nicht so stark verwackeln. Außerdem könnt ihr mit der Front- und Rückkamera gleichzeitig aufnehmen, sodass ihr die Action von beiden Seiten bekommt. Mit dem zweiten Screen übernehmt ihr dann die Kontrollelemente der Aufnahmen.

Das LG Wing hat einen einzigartigen Ansatz. Mit der T-Formation der Bildschirme verbindet es ein Dual-Screen-Setup mit einem echten Hingucker.

Surface Duo

Auch Microsoft hat ein Mobilgerät mit zwei Bildschirmen am Start. Das Surface Duo arbeitet mit zwei 5,6-Zoll-Bildschirmen, die ihr, wie ein Buch, komplett aufklappen könnt. Dadurch wird das Smartphone fast schon zu einem kleinen Tablet.

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Das Surface Duo könnt ihr wie einen Laptop aufstellen. Quelle: Microsoft

Die simple Technik bringt einiges an Flexibilität mit sich. Ihr könnt das Smartphone wie einen Laptop aufklappen und auf den Tisch stellen, es wie ein Zelt aufstellen, die Bildschirme komplett öffnen für die ganze Bildbreite oder es einmal um 360 Grad aufklappen und wie ein normales Smartphone nutzen. Somit habt ihr also zwei Bildschirme mit voller Größe.

Diese könnt ihr entweder einzeln nutzen oder sie zu einem großen Bildschirm verschmelzen lassen. Natürlich habt ihr dabei immer eine kleine Unterbrechung in der Mitte, aber diese sollte nicht groß stören.

LG V60 ThinQ

Das LG V60 ThinQ ist an sich kein Dual-Screen-Smartphone. Aber ich habe es trotzdem in diese Liste aufgenommen, da ihr es per Hülle um einen zweiten Bildschirm erweitern könnt. Der zweite Bildschirm ist dabei direkt an der Hülle angebracht. Diese steckt ihr ganz normal an das Smartphone an, wodurch sich auch der zweite Bildschirm mit dem Handy verbindet.

Das Ergebnis ist dann sehr ähnlich wie der zweite Screen des Surface Duo. Denn auch die Hülle verfügt über ein 360-Grad-Scharnier. Damit könnt ihr wieder zwei Apps gleichzeitig laufen lassen oder beide Bildschirme für eine App nutzen. Mein Kollege Peter Giesecke hat sich das Smartphone etwas genauer angesehen und seine Eindrücke für euch zusammengefasst:

LG V60 ThinQ 5G: Ein Dual Screen gegen das Samsung Fold

Momentan ist die Auswahl an Dual-Screen-Smartphones noch überschaubar. Aber ich denke, sie werden eine echte Konkurrenz zu Foldables werden, die in der ersten Generation noch nicht ganz mit ihrer Technik überzeugen konnten. Darum gehe ich davon aus, dass auch andere Hersteller der Technik eine Chance geben werden. Und irgendwie kommt bei beiden Ansätzen schon das Old-School-Feeling eines alten Klapphandys auf.

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