LG V60 ThinQ Dual Screen

LG V60 ThinQ 5G: Ein Dual Screen gegen das Samsung Fold

Weder so auffällig wie das Samsung Fold noch so anfällig: LG steckt beim V60 ThinQ ein zweites Display in das Cover. Zudem gibt es Highend-Multimedia und 5G.

Faltbare Displays gibt es bei Samsung und bei Huawei. Zugegeben: LGs Alternative sieht daneben etwas altbacken aus. Doch wahrscheinlich ist es (noch) die bessere Lösung: ein zweiter Bildschirm, der per 360-Grad-Scharnier in der Schutzhülle mit dem Highend-Smartphone verbunden ist.

Das LG V60 ThinQ 5G ist schon das zweite Smartphone des Unternehmens, das mit dem Zusatz Dual Screen zu einem Mini-Notebook wird. Oder für alle Älteren unter uns: zu einem modernen Nokia Communicator.

Der Nachteil gegenüber dem Samsung Galaxy Fold: Das Display ist nicht durchgängig. Fotos und Karten werden in der Mitte geteilt. Doch gleichzeitig ist das auch der Vorteil des LG V60 ThinQ 5G Dual Screen: Diese Konstruktion wird nicht so leicht Schaden nehmen wie beim Galaxy Fold.

Ein großes Smartphone für ein großes Display

Das LG V60 ThinQ 5G entstammt der größeren der beiden LG-Premium-Serien. Es misst 169,3 x 77,6 x 8,9 Millimeter und wiegt 214 Gramm. Die Maße des optionalen Dual Screen gibt LG mit 175,9 x 86 x 14,9 Millimeter an. Da ist der Rand, den das Cover aufträgt, schon eingerechnet. 134 Gramm kommen hinzu.

LG V60 ThinQ 5G Dual Screen

Trotz der Spalte in der Mitte bietet das LG V60 ThinQ 5G Dual Screen viel Display (Bild: LG)

Größe und Gewicht beulen die Tasche ganz schön aus, doch es gibt auch mehr Platz für die Inhalte. Beide Bildschirme bieten jeweils die FHD+-Auflösung von 2.460 x 1.080 Pixeln auf einem 6,8 Zoll großen P-OLED-Bildschirm im Verhältnis 20,5:9. Das entspricht 395 ppi. Bei passenden Videos könnt ihr auch HDR10+ nutzen.

Was zeichnet das LG V60 ThinQ 5G nun aus? LG nennt drei Eigenschaften: Neben der Möglichkeit, einen zweiten Bildschirm anzubauen, ist es die Fähigkeit, in 5G-Netzen zu funken, sowie die Multimedia-Kombo aus Kamera, mehreren Mikrofonen und künstlicher Intelligenz.

Zwei Kamera plus ToF-Sensor

Das LG V60 ThinQ 5G verfügt über zwei Kameras auf der Rückseite. Die Standard-Kamera mit 64 Megapixeln und f/1.8-Blende soll scharfe und helle Bilder liefern, auch wenn die Lichtverhältnisse gerade schlecht sind. Bei Nachtaufnahmen geht es per Pixel-Binning auf 16 Megapixel runter – was ebenfalls der Qualität der Bilder zugutekommt.

Die Ultraweitwinkelkamera mit 13 Megapixeln deckt einen Betrachtungswinkel von 117 Grad ab. Sie soll so lebhaftere Bilder mit mehr Details ermöglichen.

Kamera des LG V60 ThinQ 5G Dual Screen

Tolle Werte, aber auch schön flach eingebaut: die Kamera des LG V60 ThinQ 5G (Bild. LG)

Zusätzlich gibt es einen Time-of-Flight-Sensor (ToF), dessen Tiefenmessung hilft, einen Bokeh-Effekt bei Porträtaufnahmen zu erzeugen. Bei schlechten Lichtverhältnissen unterstützt er zudem den Autofokus.

Das V60 ThinQ 5G ist das erste LG-Smartphone, das Videos in 8K aufnehmen kann.

Bemerkenswert finde ich das Kamera-Set noch aus einem anderen Grund: Es ist relativ flach eingebaut. Den Buckel, der bei anderen Spitzen-Smartphones immer klobiger wird, halte ich ästhetisch, aber auch praktisch für unzumutbar. Wie gut, dass LG hier einen eigenen Weg geht.

Vier Mikrofone und ein Anschluss für den Kopfhörer

Die beiden Stereo-Lautsprecher sind in dieser Klasse Standard, nicht aber die vier High-Performance-Mikrofone. Die Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen sollen ein realistisches Klangbild ergeben – abhängig von der jeweiligen Umgebung.

Per künstlicher Intelligenz (KI, AI) kann das LG V60 ThinQ 5G auch einen Voice Bokeh errechnen. Die Sprechstimme sticht dann aus dem Klangteppich im Hintergrund deutlich hervor. Umgebungslärm ist noch da, er lenkt aber nicht mehr ab.

Zusätzlich hat LG die für OLED-Fernseher entwickelte Technik 3D Sound Engine auf das Smartphone übertragen. Das V60 analysiert die Audiosignale eine Films und optimiert die Wiedergabe für einen echten Kinosound.

LG V60 ThinQ 5G

Auch ohne Zweitbildschirm eine gute Wahl: das LG V60 ThinQ 5G (Bild: LG)

Ebenfalls ein Detail, bei dem sich LG löblicherweise vom Trend der Branche absetzt: Das V60 ThinQ 5G verfügt über eine ganz normale 3,5-mm-Kopfhörerbuchse. So gerne ich auch Bluethooth nutze, manchmal muss es eben doch ein Kopfhörer mit Kabel und Stecker sein.

Auf Augenhöhe mit anderen Spitzen-Smartphones

Soviel Leistung gibt es nur mit ordentlich Kraft. Dafür sorgt der schnelle Qualcomm-Prozessor Snapdragon 865, der mit dem Snapdragon X55 auch ein 5G-Modem integriert hat. Hinzu kommen noch 8 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie wahlweise 128 oder 256 Gigabyte Speicher. Letzteren könnt ihr noch über eine Micro-SD-Karte um bis zu 2 Terabyte erweitern.

Der Akku fällt mit einer Kapazität von 5.000 mAh ausgesprochen groß aus. In Verbindung mit dem Zweitdisplay wird diese allerdings auch gebraucht. Aufladen könnt ihr den Akku per Quick Charge 4+ recht schnell.

Android 10 ist vorinstalliert. Das LG V60 ThinQ 5G funkt außerhalb der Mobilfunknetze auch über WLAN ax (WiFi 6) und Bluetooth 5.1. Damit ist es auf der Höhe der Zeit. Ebenfalls erfreulich: Der Fingerabdrucksensor liegt unter dem Display.

Solider als das Samsung Fold

LG hadert schon lange mit dem ausbleibenden Erfolg seiner Spitzen-Smartphones. Diese erhalten gute Kritiken, verkaufen sich aber nicht so gut wie Samsung oder Apple. Von China ganz zu schweigen.

Falt-Displays? Dual-Screens sind die Lösung!

Das Samsung Galaxy Fold oder das neue Galaxy Z Flip sehen besser aus und wecken vielleicht den spontanen Wunsch, nach Jahren der Gleichförmigkeit mal wieder etwas zu kaufen, das komplett anders erscheint. Dennoch wird das LG V60 ThinQ 5G wohl die vernünftigere Wahl sein.

Zwei Bildschirme mit einem kleinen Abstand dazwischen halte ich für nicht schlimm, wenn die Konstruktion zuverlässig ist. Android wird gerade so angepasst, dass Apps beide Displays sinnvoll nutzen können.

Sogar bei Maps würde ich es bevorzugen, wenn die Karte auf einem Bildschirm erscheint und die Route oder die Öffnungszeiten eines Ladens auf dem anderen.

Guter Ansatz, vielleicht nicht gut genug

LGs Konkurrenz erwächst von ungewohnter Seite. Mit dem Surface Duo hat Microsoft bereits eine Smartphone gezeigt, dass LGs Idee noch filigraner umsetzt.

Microsoft Surface Duo: Soll ebenfalls zwei Bildschirme mitbringen, ist bisher aber noch nicht viel mehr als ein Konzept. Bild: Microsoft

Microsoft Surface Duo: Soll ebenfalls zwei Bildschirme mitbringen, ist bisher aber noch nicht viel mehr als ein Konzept. Bild: Microsoft

Noch ist es bloß ein Konzept, auch wenn schon erste Prototypen in der U-Bahn gesichtet wurden. Es bleibt abzuwarten, wie das Surface Duo tatsächlich aussehen wird, wenn es Ende 2020 erscheint. Wenn es dann tatsächlich so erscheint.

LG V60 ThinQ 5G Dual Screen

Per 360-Grad-Scharnier kann das LG V60 ThinQ 5G Dual Screen nach Belieben aufgestellt werden (Bild: LG)

Dennoch hätte nach dem LG V50 ThinQ 5G Dual Screen das V60 ThinQ 5G Dual Screen ein wenig schlanker aussehen dürfen – gerne auch als ein Variante, bei der beide Bildschirme wie beim Surface Duo fest miteinander verbunden sind und sich nicht trennen lassen.

Fazit: Ein solides Highend-Smartphone mit schönen Details

Und wer sich für das LG V60 ThinQ 5G ohne Dual Screen entscheidet, erhält ebenfalls ein Spitzen-Smartphone mit tollen Werten.

Kameraset und vier Hochleistungsmikrofone werden manchen Hobbyregisseur begeistern. Ich freue mich über eine flach eingebaute Kamera und einen Kopfhöreranschluss.

Das LG V60 ThinQ 5G soll im März erscheinen. Der Preis ist noch nicht bekannt.

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