Foto: Royole

Klapphandys 2019: Praktische Begleiter nicht nur für Nostalgiker

Ihr hättet gerne mal wieder ein schickes, modernes Klapphandy? Wie früher, sozusagen? Zwar bleiben die klassischen Telefone auch 2019 eine Randerscheinung, aber sie stehen vor einem Comeback.

Ältere Semester erinnern sich gerne noch an die guten, alten Klapphandys zurück. Zu den ersten kompakten und vor allem erfolgreichen Mobiltelefonen mit einer ausklappbaren Fläche, in der sich der Lautsprecher befand, gehörte das Motorola StarTAC Mitte der 1990er Jahre. Es war die konsequente Weiterentwicklung des ersten Klapphandys weltweit – dem MicroTAC 9800X von 1989.

Rückkehr der Klapphandys?

Ich persönlich besaß ein feines Nokia 7110 und wünschte mir immer einen Nokia 9000 Communicator, der schon fast ein Micro-Laptop war. Aber auch LG, Panasonic, Sony Ericcson und andere in den 1990er Jahren bekannten Hersteller hatten in der Hochzeit der Klapphandys passende Geräte parat. Als die Smartphones unsere Herzen eroberten, war dann langsam Schluss mit den früher einmal praktischen Telefonen. Niemand wollte noch sowas wie das Motorola Razr oder das Sony Ericsson W980i haben.

Erinnert ihr euch noch an das Aus-Klapphandy Nokia 7110? (Foto: Wikipedia)

Erinnert ihr euch noch an das Aus-Klapphandy Nokia 7110? (Foto: Wikipedia)

Doch Totgesagte leben länger. Immer! Das gilt auch für Klapphandys, die nie so recht vom Markt verschwanden und dank neuer Technologien 2019 womöglich sogar eine Rückkehr erleben könnten. Im Hier und Jetzt richten sich die „Klassiker“ vorrangig an Smartphone-Verweigerer und diejenigen, die nicht zwingend smarte Funktionen benötigen.

Klapphandys (mit WhatsApp und Co.) für Senioren

Doro, Emporia und Bea-fon haben sich auf Klapphandys für Senioren spezialisiert, wie beispielsweise die auch hier im Trendblog getesteten Bea-fon SL690, Doro 2424 und das Emporia Flipbasic verdeutlichen. In der Regel handelt es sich um sogenannte Feature Phones, also Geräte, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und dabei die Wünsche der älteren Nutzer berücksichtigen.

Auf WhatsApp müssen Senioren nicht verzichten, wenn sie zum Beispiel WhatsApp wünschen. (Foto: Swissone)

Auf WhatsApp müssen Senioren nicht verzichten, wenn sie zum Beispiel WhatsApp wünschen. (Foto: Swissone)

Zugleich sind wir längst in der Gegenwart angekommen: Das Emporia Select (Shoplink) beispielsweise verfügt über einen leuchtstarken OLED-Bildschirm, extragroße Tasten und eine 2 Megapixel-Kamera, die für Schnappschüsse ausreichet. Das Swisstone BBM 680 (Shoplink) bietet sogar Whatsapp und Facebook, obwohl es sich um ein Senioren- und Klapphandy handelt. So bleibt man mit den Kindern und Enkeln in Kontakt. Praktisch auch: Eine mühselige Tastensperre muss niemand aktivieren. Handy zuklappen, fertig.

Dennoch: Für jüngere Anwender mag ein Senioren-Telefon etwas abschreckend sein, denn zweckmäßige Designs, verhältnismäßig einfach ausgestattete Kameras und fehlendes 4G stellt viele heutzutage nicht zufrieden. Aber auch für die gibt’s (wieder) Klapphandys.

Minimalismus und Stil

Im Jahr 2019 sind Klapphandys nach wie vor kaum für Smartphone-Liebhaber geeignet. Doch gerade als Ersatztelefon und „für die Erreichbarkeit“ sind sie ideale Begleiter. Denn häufig sind die Akkulaufzeiten erstaunlich lang: 200 Stunden und mehr im Standby? Absolut keine Seltenheit. Das Telme X200 (Shoplink) sei hier als exemplarisches Beispiel genannt. Okay, das sieht auch noch schick und gar nicht nach Rentner-Image aus.

Das ist das Nokia 8110 4G. (Foto: Nokia)

Das ist das Nokia 8110 4G. (Foto: Nokia)

Das Comeback des berühmten Nokia 8110, besser als „Matrix“-Handy bekannt, gefiel 2018 womöglich nicht jedem. Aber das Slider- und Klapphandy ist das ideale Zweittelefon, sieht cool aus und besitzt mit KaiOS ein Betriebssystem, das über smarte Elemente verfügt. Facebook, Twitter, Google Maps, YouTube – auf kaum etwas müsst ihr verzichten. Das Nokia 8110 4G (Shoplink) kostet auch keine 100 Euro.

Klapphandys 2019? Was kommt auf uns zu?

Was vor 10 Jahren nicht vorstellbar war, wird jetzt zunehmend Realität. Die Rede ist von faltbaren Displays, die zu einer Rückkehr der Klapphandys führen könnten. Auf jeden Fall erwarten uns spannende Entwicklungen, mit denen wir vielleicht sogar schon 2019 rechnen können.

Lenovo bringt gemeinsam mit dem US-Mobilfunkprovider Verizon wahrscheinlich das Motorola Razr zurück. Der Klappmechanismus von damals wird durch ein faltbares Display ersetzt, wodurch das Telefon im Normalzustand über einen großen, zusammenhängenden Bildschirm verfügt. Gerüchten zufolge könnte die Razr-Neuauflage preislich bei rund 1500 US-Dollar liegen – das Klapphandy würde also zum Luxus-Gadget.

Falten statt Klappen!

In ähnliche Richtungen schielen auch andere Hersteller, darunter Samsung. Der koreanische Riese hat mit seinem Infinity Flex Display längst eine technische Lösung parat. Zwar ist bisher immer nur von „Falten“ die Rede, doch praktisch ist der Unterschied zum „Klappen“ eh marginal.

Ein Vorreiter ist gewiss das Unternehmen Royole mit dem FlexPai, das sogar schon vorbestellt werden kann. Faltet das Smartphone zu einem Tablet und umgekehrt. Im Inneren werkelt neueste Technologie mit einem aktuellen Android-Betriebssystem. Erste Tester sahen noch Mängel, gerade bei der Software. Sie attestierten dem Startup allerdings einen soliden Prototypen.

Ganz schön dick... (Foto: Royole)

Ganz schön dick… (Foto: Royole)

Huawei und Xiaomi kündigten bereits für 2019 Falt-Smartphones an, weitere Konzerne folgen. Ihr könnt euch sicher sein, dass uns Konzepte und fertige Produkte erwarten, die zwar an Klapphandys erinnern, sich aber (endlich) von antiquierter Hardware verabschieden. Das Beste aus der alten und der neuen Welt, vereint in zeitgemäße, praktische und ungewöhnliche Smartphones. Ich persönlich freue mehr sehr auf ein Comeback der Klapphandys, das 2019 beginnt.

(Foto vom Nokia 7110:  Quelle: Wikimedia | Datum: 01.09.2006 | Author: Original-Foto von Falense Gimpshopped von Opspin)

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