Samsung: Und ewig lockt das faltbare Smartphone

Samsung hat den Prototypen eines Smartphones mit dem faltbarem Infinity Flex Display vorgestellt. Ein konkretes Produkt ist allerdings noch nicht in Sicht, dafür eine deutschsprachige Bixby-Version und das hochinteressante neue Smartphone-Bedienkonzept One UI.

Diesmal sind wir ganz nah dran. Jahrelang haben wir nur Konzeptbilder gesehen, Gerüchte gehört, uns nachts am Lagerfeuer Geschichten vom sagenumwobenen faltbaren Smartphone erzählt. Auf dass es im nächsten Jahr kommen möge oder zumindest im übernächsten Jahr, dann aber bestimmt. Doch nun hat Samsung wirklich ein Smartphone mit faltbarem Display gezeigt. Das heißt: einen Prototypen davon.

Dabei war die Gerüchteküche in den vergangenen Tagen schon wieder heiß gelaufen. Samsungs Entwicklerkonferenz läuft im Moment. Und hier hätte Samsung ein faltbares Smartphone zeigen sollen.

Infinity Flex Display: Die Basis für faltbare Smartphones

Was Besucher der Keynote von Samsung-Produktmanager Justin Denison zu Gesicht bekamen, war die Präsentation eines recht klobigen Prototypen mit dem Infinity Flex Display. Ein Gerät mit einem Display auf der Außenseite, das sich aufklappen lässt und dann den Blick auf ein noch größeres, 7,3 Zoll großes Display freigibt. Smartphone und Tablet in einem also. Schon pfiffig. Aber ab wann zu haben? Samsung sagt „irgendwann 2019“. Das klingt nicht gut.

Samsungsm Prototyp mit dem Infinity Flex Display

Samsungsm Prototyp mit dem Infinity Flex Display

Vaporware nennt man Produkte, die immer wieder angekündigt und dann doch immer weiter verschoben werden. In vielen Fällen erscheinen sie nie. Gilt das auch für das faltbare Smartphone?

Zumindest einiges deutet darauf hin, dass es diesmal funktionieren könnte. Der Prototyp, den Samsung gestern zeigte, läuft. Das Konzept ist nicht mehr bloß eine Träumerei, sondern eins, das greifbar scheint. Einen ähnlichen ersten Prototypen des chinesischen Startups Royole hatte man bereits vor einigen Tagen gesehen. Die Technik scheint also so weit zu sein. Und sogar Google ist mit an Bord. Android solle faltbare Geräte künftig nativ unterstützen, hieß es vom Suchmaschinenriesen.

Neue Oberfläche One UI soll Einhandbedienung erleichtern

Bliebe noch die Frage, ob überhaupt ein Markt dafür da ist. Ich denke schon. Smartphones werden nicht ohne Grund immer größer. Die Menschen wollen immer größere Geräte, um darauf Bilder betrachten und bearbeiten zu können, Nachrichten zu lesen und immer öfter auch Videos darauf zu sehen. Will man mit einer Hand schnell eine Nachricht beantworten, erledigt man das lieber auf einem kleinen Display. Dahin deutet auch Samsungs neues Konzept One UI, das Nutzern dabei helfen soll, große Samsung-Smartphones mit einer Hand zu bedienen.

Samsung One UI: Live-Foto von Samsungs Entwicklerkonferenz

Samsung One UI: Live-Foto von Samsungs Entwicklerkonferenz

Die schicke neue Oberfläche One UI ist so konzipiert, dass man bei der Bedienung nicht umgreifen muss. Das beste aus beiden Welten also: ein großes Display und trotzdem die Möglichkeit, es mit einer Hand zu bedienen. Das würde auch für ein faltbares Smartphone sprechen: Erledige die Tipparbeit auf dem kleinen Screen und nutze den großen Screen, um Bilder und Videos in großer Darstellung zu sehen. One UI soll mit Samsungs Update auf Android 9.0 im Januar auf das Galaxy S9(+) und das Note 9 kommen.

Bixby auf deutsch, faltbares Smartphone irgendwann

Und dann hatte Samsung gestern noch eine gute Nachricht zu vermelden: Bixby soll in den kommenden Monaten auch endlich auf Deutsch erscheinen. Der Sprachassistent war bislang nur auf Englisch und Koreanisch verfügbar. Deutsche Nutzer konnten sich damit etwa ihre WhatsApp-Nachrichten auf Englisch vorlesen lassen. Dass Bixby nun in weiteren Sprachen kommt, auch Italienisch und Französisch, zeigt, dass Samsung die Konkurrenz gegen Alexa und Google Assistent noch nicht aufgegeben hat.

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Für Freunde eines faltbaren Smartphones heißt es jetzt: erst einmal warten. Die Chancen sind gestiegen und ich wünsche Samsung gutes Gelingen hierbei, aber auch jetzt sind wir immer noch nicht weiter als bei einem Prototypen. Glauben, dass ein faltbares Smartphone wirklich funktioniert, werde ich erst, wenn ich es in den Händen halten kann.

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