Smartphone oder Smart Speaker: Beides dank besserer Sprachsteuerung auch in Zukunft interessant.

Google I/O 2019: Pixel 3a für die Mittelklasse, Assistent wird rasend schnell

Google fasst die eigene Hardware künftig unter der Tochtermarke Nest zusammen. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2019 gibt es außerdem das neue Smartphone Pixel 3a zu sehen – gewollte Mittelklasse aufgebohrt mit leckeren Google-Features – und einen Assistenten, der nun simultan Sprache in Text umwandeln kann.

Am eigenen Stammsitz Mountain View im Silicon Valley hat Google heute zur neuen Entwicklerkonferenz Google I/O 2019 gerufen. Zu sehen wie jedes Jahr: viele neue Software-Features und neue Hardware, diesmal auch ein neues Smartphone: das Mittelklasse-Gerät Pixel 3a. Überraschendste Neuigkeit aber: Google Home soll jetzt Nest heißen.

Nest ist das neue Google Home

Na, wie heißen sie denn nun? Einige Home-Produkte hat Google bereits in "Nest" umbenannt, andere nicht.

Na, wie heißen sie denn nun? Einige Home-Produkte hat Google bereits in „Nest“ umbenannt, andere nicht.

Und das dürfte für allerhand Verwirrung sorgen. So heißt etwa die neue große Version des smarten Displays Nest Hub Max. Beim kleineren Vorgänger Google Hub, der nun auch nach Deutschland kommt, ändert Google den Namen nachträglich noch in Nest Hub – beziehungsweise in den USA: Google Nest Hub. Bei den smarten Lautsprechern Google Home oder Google-Cast-Produkten ist das allerdings bisher nicht der Fall, die behalten ihren alten Namen.

Kommt nach Deutschland: der kleine Google Nest Hub

Kommt nach Deutschland: der kleine Google Nest Hub

Unabhängig davon, wie sinnvoll die Namensänderung ist, soll der neue, größere Nest Hub Max mit einer besseren Kamera mit Ambient Light Sensor und einem 3“-Woofer auf der Rückseite für besseren Sound auftrumpfen. Der Bildschirm misst 10 Zoll gegenüber den 7 Zoll vom kleineren Nest Hub. Durch Gesichts- und Gestenerkennung sollen Nutzer etwa laute Musik auf einen Wink ausschalten können ohne reinrufen zu müssen.

Google Nest Hub Max

Google Nest Hub Max

Google Pixel 3a (XL)

Zum ersten Mal seit Jahren stellte Google auf der I/O 2019 auch ein neues Smartphone vor. Das Pixel 3a richtet sich dabei ausdrücklich an Nutzer mit gehobenen Ansprüchen, die alle neuen Google-Features möglichst schnell testen, aber nicht so viel wie für ein Highend-Smartphone dafür zahlen wollen.

Google Pixel 3a

Google Pixel 3a

Entsprechend kostet das 5,6 Zoll große Pixel 3a UVP 399 Euro. Es ist allerdings mit einem Snapdragon der 600er-Reihe (670), 4 GB RAM und 64 GB Speicher auch wirklich nicht besser ausgestattet als die obere Mittelklasse. Google hat ein OLED-Display, Stereolautsprecher, Bluetooth 5.0, LTE Cat. 11 (bis 600 Mbit/s) und Wi-Fi 5 verbaut. Das Active-Edge-Gehäuse erlaubt es, den Google Assistant über ein Drücken des Rahmens aufzurufen. Bis auf das mit 6,0 Zoll größere Display und den etwas höheren Preis von 479 Euro unterscheidet sich das größere Pixel 3a XL nicht vom kleineren Pixel 3a.

Mit Nachtsicht: Das Pixel 3a kann im Dunkeln sehen.

Mit Nachtsicht: Das Pixel 3a kann im Dunkeln sehen.

Google bewirbt die neuen Smartphones mit der gleichen Kamera, die auch schon im eigenen Highend-Modell Pixel 3 (XL) verbaut ist. Die Pixel-Smartphones lassen hier regelmäßig mit hervorragenden Bildern dank Software-Optimierung und künstlicher Intelligenz aufhorchen. Interessant ist auch vor allem die Nachtsicht. Künstliche Intelligenz baut hier mit Hilfe von Super HDR zahlreiche Bilder zu einem zusammen, die auch bei wenig Licht taghelle Bilder erzeugen. Vergangenen Herbst hatten wir Google Nachtsicht für euch getestet.

Google I/O 2019: Immer schlauerer Assistent

Im Fokus der überraschend kurzen Keynote zur Google I/O 2019 stand, wie schon in den Vorjahren, der Google Assistent. Googles Sprachassistent wird immer genauer und leistungsfähiger und soll in Kürze sogar lokal auf Android-Smartphones funktionieren – viele Funktionen davon sollen selbst ohne aktive Internerverbindung laufen und damit auch fernab von Googles neugierigen Servern arbeiten. Mehrmals wiesen Google-Chef Sundar Pichai und seine Kollegen auf der Keynote darauf hin, dass man auch die Privatsphäre der Nutzer ernst nähme. Das sind recht neue Töne.

Steht da wirklich, aber wie ernst ist das gemeint? Google will künftig mehr für die Privatsphäre der Nutzer tun.

Steht da wirklich, aber wie ernst ist das gemeint? Google will künftig mehr für die Privatsphäre der Nutzer tun.

Immer besser wird dabei die Spracherkennung. Google führte in einigen Videos etwa vor, wie im Display zu Videos und Videoanrufen simultan Untertitel erscheinen können. Wie selbst spracheingeschränkte Menschen fehlerfrei von der Software verstanden werden, wie der Assistent auch immer besser kontextorientiert arbeitet.

Für mich am beeindruckendsten deswegen die Demo des Multitaskings mit dem neuen, aufgebohrten Assistenten, der nun viel weniger Datenmengen benötigt und sich deswegen lokal ausführen lässt. Eine Google-Mitarbeiten öffnete hier in Sekundenbruchteilen Apps auf ihrem Android-Smartphone und erledigte Aufgaben über mehrere Apps hinweg, ohne jedes mal neu „Ok Google“ sagen zu müssen.

So konnte sie etwa per Sprache Google Fotos öffnen, sich dort Bilder eines Aufenthaltes im Nationalpark anzeigen lassen, auf dem Tiere sind, ein Bild auswählen und das über eine Messenger-App an einen Freund schicken. Alles innerhalb desselben Gesprächs mit dem Assistenten. Schaut euch die Demo (ab Minute 29:58) an:

Beeindruckend auch, dass Googles smarte Bilderkennung Google Lens künftig Texte vorlesen kann (eine große Hilfe für Analphabeten!) oder erst übersetzen und dann vorlesen. Googles künstliche Intelligenz Duplex kann künftig dabei helfen, mobile Online-Formulare nach den Wünschen der Nutzerin auszufüllen, etwa die Bestellung bei einer Autovermietung.

Einschätzung

Zwei am Rande erwähnte Details könnten noch echte Stars werden: Die Möglichkeit, immer mehr intelligente Funktionen wie Simultanübersetzung auch lokal auf einem Smartphone, also offline nutzen zu können. Und Instant Multitasking mit dem neuen Assistenten, was in der Demo fast wie ein neues Betriebssystem wirkte.

Die Entscheidung, Home-Produkte in Nest umzubenennen, erscheint mir zu diesem Zeitpunkt derweil unglücklich. Da Google dabei einige Produkte umbenennt, aber nicht alle, könnte das für Verwirrung beim Verbraucher sorgen. Schön immerhin, dass der nun Nest Hub genannte Smart Screen nach Deutschland kommt. Den großen Nest Hub Max hätte Google aber ruhig gleich mit über den Atlantik schicken können.

Sprachlautsprecher mit Bildschirm im Vergleich: Amazon, Facebook, Google

Auch das neue Smartphone Pixel 3a ist in der Preisklasse unterhalb der 400 Euro nicht unattraktiv, wenn es auch eher altmodisch designt ist. Einen Kampfpreis sehe ich hier außerdem nicht. Dafür gibt es selbst in dieser Preisklasse bereits namhafte Konkurrenz, als erstes wohl das Huawei P30 Lite, das ebenfalls mit einer Nachtsicht ausgestattet ist, aber nebenbei noch eine Triple-Kamera (mit Ultraweitwinkel und Zoom) mitbringt, worauf Google leider immer noch verzichtet. Oder auch: das nun etwa sechs Monate alte, mit einem schnelleren Prozessor ausgestattete Google Pixel 3. Dessen Straßenpreis liegt mittlerweile bei um die 500 Euro.

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