Fairphone 5 im Test: Fair gewinnt

Ein nachhaltig produziertes Smartphone mit unheimlich langer Lebensdauer. Klar, dass wir das Fairphone 5 gut finden wollen. Der Hersteller macht es uns aber auch leicht.

Fairphone 5 im Test: Fair gewinnt
Fairphone 5 im Test (Bild: Jürgen Vielmeier)

Wir sind mal erschreckend ehrlich: Wenn ein nachhaltiges Produkt nicht gefällt, dann bleibt es am Ende doch im Regal liegen. Dass auch die Optik stimmen muss, haben die Produktingenieur:innen von Fairphone aber erkannt. Das Fairphone 5 ist nicht nur technisch auf Höhe der Zeit, es sieht auch richtig gut aus – und ist dabei nachhaltiger denn je. Also alles eitel Sonnenschein? Nein, aber fast!

Das Wichtigste vorab:

  • Das Fairphone 5 verwendet 70 Prozent fair gehandelte und recycelte Bauteile bei 14 wichtigen Materialien wie Kobalt oder Wolfram.
  • Android 13 ist installiert, danach sollen noch 5 große Android-Updates folgen; Sicherheitsupdates und Feature Drops gar bis ins Jahr 2031.
  • Das Design ist auf Höhe der Zeit mit Hole-Punch-Notch, Dualkamera mit ToF und Makro, Stereo-Lautsprechern, modernem Qualcomm-Prozessor, austauschbaren Bauteilen.
  • Wir entdecken im Test nur drei kleine Schwächen: beim Sound, dem Prozessor und der IP-Zertifizierung – denn so viel Reparierbarkeit hat tatsächlich auch einen kleinen Nachteil: das Fairphone 5 ist nicht wasserdicht.

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Fairphone 5: Design und Ausstattung

Als wir das Fairphone 5 auspacken, erleben wir ein Déjá-vu: Das sieht ja fast genauso aus wie das Samsung Galaxy A54, das wir neulich noch getestet haben! Ein edler schwarzer Rahmen, tiefe Schwarzwerte des OLED-Displays, Hole-Punch-Notch, vergleichsweise dünne Displayränder und ähnliche Maße. Verblüffend.

Das allerdings spricht für das Fairphone 5: Genau wie das Galaxy A54 sieht es wunderschön aus. Und einige Unterschiede zeigen sich dann doch: Der Fingerabdrucksensor ist im Einschaltknopf an der Seite untergebracht. Die Rückseite ist nicht aus Glas, sondern aus sehr griffigem Kunststoff. Das muss auch so sein, denn du kannst das Cover der Rückseite abnehmen.

Fairphone 5 Test Cover
Die Rückseite des Fairphone 5 kannst du ganz einfach abnehmen. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Fairphone setzt also nicht nur auf – laut eigenem Statement – fair gehandelten und recycelten Rohstoffen bei 14 wichtigen Materialien, sondern auch auf eine sehr gute Reparierbarkeit. Du kannst bis zu zehn Bauteile austauschen und ersetzen, darunter den Akku, die einzelnen Kameras oder das obere Drittel, das auch den Sim-Karten-Einschub enthält, Lautsprecher und USB-C-Modul. Auch eine Speichererweiterung befindet sich darin.

Fairphone 5: Innen und außen schön

Fairphone 5 Test oberes Modul
Einzelne Bauteile des Fairphone 5 lassen sich austauschen. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Übrigens sieht auch das sehr stylisch aus: Fairphones Agentur hat uns das Fairphone 5 mit transparenter Rückseite als Testgerät zur Verfügung gestellt. Dadurch kannst du direkt einen Blick auf die austauschbaren Teile werfen. Und das wäre ganz nebenbei auch für den Schulunterricht interessant: Schaut mal, so ist ein Smartphone aufgebaut, und aus diesen Komponenten besteht es:

Fairphone 5 Test offene Rueckseite
Fairphone 5: Das Innenleben ist auch noch chic. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Fairphone legt dem Gerät übrigens keinerlei Zubehör bei, keinen Ladeplug, keine Sim-Nadel (brauchst du hier aber auch nicht) und kein Ladekabel. Auch das dient der Nachhaltigkeit: nichts mitschicken, was nicht zwingend sein muss. Aber das praktizieren ja ohnehin die meisten Smartphone-Hersteller heute so.

Das dreieckige Kameramodul auf der Rückseite hat seinen ganz eigenen Charme, steht nur etwa drei Millimeter aus dem Gehäuse heraus und beherbergt die beiden Kameras (Weitwinkel und Ultraweitwinkel), den Time-of-Flight-Sensor (ToF) und den LED-Blitz:

Fairphone 5 Test Kamera
Ganz eigenes Design: Das dreieckige Kameramodul im Fairphone 5. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Die Optik gefällt also schon einmal: Anders als einige seiner Vorgänger ist das Fairphone 5 richtig schön designt.

Innere Werte: Größtenteils schnell

Fairphone belässt es im Fairphone 5 beim 880 Nits Spitzenhelligkeit im OLED-Display. Diese steuert es nur bei einigen HDR-Inhalten punktuell an, die „dynamische“ Displaytechnik regelt das entsprechend. Dass die Weltspitze mittlerweile bei über 2.000 Nits ist und die 3.000-Nits-Marke bald geknackt werden dürfte, tangiert uns hier nicht besonders: Das Display ist hell genug, auch im grellen Sonnenlicht können wir alles gut ablesen. Die Schwarzwerte sind toll (Kontrastverhältnis 1:1.000.000), die Farbgebung mit 1,07 Milliarden Farben üppig portioniert.

Herzstück ist ein – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung – zwei Jahre alter Qualcomm QCM 6490, der eine verbesserte Version des Mittelklasseprozessors Snapdragon 778 5G darstellt. Dass der nicht zur Weltspitze gehört, merken wir an der Reaktionsgeschwindigkeit, die auffällt, aber in den meisten Fällen nicht besonders stört. Hin und wieder sehen wir beim Starten von Apps für einen ganz kurzen Moment das Wartesymbol. Auch der verwendeten CPU (Adreno 643) merken wir leichte Verzögerungen an. Etwa, wenn beim Starten von Google Maps die Karte einen Tacken später lädt, oder wenn bei unserem – flüssig laufenden – Testspiel Asphalt 9: Legends die Grafik nicht ganz so detailliert erscheint wie bei Highendmaschinen wie dem iPhone 15 Pro.

Nicht sonderlich überraschend: In den Benchmarks PCMark Wildlife, Wildlife Extreme sowie Geekbench 6 erzielt das Fairphone 5 durchschnittliche Werte, spielt auf Augenhöhe mit dem zwei Jahre alten Mittelklasse-Phone Google Pixel 6a:

Fairphone hat mit Qualcomm eine lange Laufzeit des SoC (CPU + GPU) erwirkt. Unsere Prognose allerdings: Auch wenn das jetzt noch nicht sonderlich stört, könnte das mit halbvollem Speicher und ressourcenhungrigeren Android-Versionen der Zukunft schon noch zu einem Geschwindigkeitsproblem werden. Schade, dass wir im Fairphone 5 den SoC nicht auch noch austauschen können.

Stereo-Sound, doch Klang etwas dumpf

Fingerabdrucksensor und Gesichtserkennung funktionieren übrigens absolut vorbildlich und schnell. Hier ist keinerlei Verzögerung erkennbar. Auffällig allenfalls, dass das System bei Gesichtserkennung oben immer ein Kamera-Aufzeichnungssymbol einblendet.

Keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse: Stereo-Lautsprecher und USB 3. (Bild: Jürgen Vielmeier)
Keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse: Stereo-Lautsprecher und USB 3. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Und wo wir eh beim Thema Geschwindigkeit sind: Das Fairphone 5 hat einen Schnelllademodus spendiert bekommen. Mit wie viel Watt der arbeitet, verrät Fairphone nicht. 50 Prozent Akkuladung in 20 Minuten aber immerhin bewirbt der Hersteller – das wäre schneller als bei einem aktuellen iPhone oder Galaxy S. In Ermangelung eines mitgelieferten Ladekabels schließen wir das Fairphone über ein iPhone-15-Pro-Ladekabel an den USB-Slot eines Jackery Explorer 1000 Pro an und schaffen einen Akkugewinn um 60 Prozent (von 25 auf 85 Prozent) in 30 Minuten.

Das Fairphone 5 verfügt außerdem über Stereo-Lautsprecher. Hier ist der Klang allerdings nicht besonders ausgewogen oder über die Maßen klar. Den unteren Lautsprecher hören wir bei Testsamples von Spotify oder YouTube viel deutlicher als den in der Ohrmuschel angebrachten oberen Lautsprecher. Recht dumpf leider auch das eingebaute Mikrofon in unserer Testaufnahme mit dem Sprachrekorder:

Reparierbarkeit: Top!

Beim Thema Reparierbarkeit legen wir uns fest: Hier schlägt das Fairphone 5 alle anderen uns bekannten Smartphones derart um Längen, das sich eine ausführliche Beschreibung beinahe erübrigt. Werft einfach einen Blick auf das Innenleben (was bei den allermeisten heutigen Phones ja nicht einmal möglich ist):

Fairphone 5 auseinander genommen
Das Fairphone 5 zerlegt. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Hier ist nichts verklebt, hier kannst du zehn Bauteile austauschen, teils einzeln, teils als ganze Einheit. Dafür musst du nur ein paar Schrauben lösen, ein Bauteil herausnehmen und einen Ersatz dafür einbauen. So sollte es sein.

Einen Nachteil allerdings hat die Sache: Weil der Hersteller den Zugang zu den Bauteilen über eine abnehmbare Plastikrückseite erleichtert, kann das Fairphone 5 natürlich nicht wasserdicht sein. Wir haben es hier mit einer IP55-Zertifizierung zu tun: staubgeschützt (nicht staubdicht) und Schutz gegen Strahlwasser. Immerhin. Aber in den Pool oder die Badewanne solltest du das Fairphone nicht fallen lassen. Das würde es nicht überleben.

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Kamera: Oha, was ist da los?

Das Fairphone 5 hat offiziell eine Triplekamera spendiert bekommen, eigentlich ist es eine Dualkamera mit Weitwinkel, Ultraweitwinkel und zusätzlichem Time-of-Flight-Sensor für die Tiefenberechnung. Die Ultraweitwinkelkamera hat eine Naheinstellgrenze von 2,5 cm und kann damit auch als Makrokamera dienen:

Fairphone 5 Super Makro
Fairphone 5: Super Makro (Bild: Jürgen Vielmeier)

Und was sollen wir groß sagen: Die Kamera ist gut – zumindest in den meisten Fällen. Sie macht unter anderem solche wunderschönen Fotos:

Fairphone 5 Test Tag Foto 1x 1
Fairphone 5 Testfoto (Bild: Jürgen Vielmeier)

Eine Telekamera hat das Fairphone 5 zwar nicht, die 2x-Zoomstufe (Digitalzoom) allerdings liefert tags eine Normalbrennweite in ausreichender Qualität:

Was uns wundert, sind einige Ergebnisse der Ultraweitwinkelkamera. Die Bilder sind meistens in Ordnung – siehe auch das Super-Makro-Bild oben, das von der UWK stammt. Dann allerdings wirken einige Aufnahmen derart überoptimiert, dass es schon fast zum Lachen ist (klicke auf das Bild für Details):

Fairphone 5 UWW ueberoptimiert
Surreale Herbststimmung: Hier hat eine übereifrige KI schon fast Kunst erschaffen. (Bild: Jürgen Vielmeier/ Fairphone-5-KI)

Dabei kann es sich eigentlich nur um eine KI handeln, die es zu gut meint. Leider taucht bei uns der Button, die KI abzuschalten nicht immer in den Einstellungen auf. Wir haben Fairphone über den offensichtlichen Fehler informiert und sind uns sicher, dass der Hersteller ihn mit einem kleinen Update schnellstmöglich fixen wird.

Nachts im Übrigen das gleiche Bild: Durchaus ansprechende und helle Aufnahmen der Hauptkamera. Die 2x-Zoomqualität lässt hier schon merklich nach, die Qualität der Ultraweitwinkelkamera fällt auch aufgrund der KI gegenüber der Hauptkamera in Helligkeit, Schärfe und – nun ja – Nachoptimierung ab:

Nach einem Bugfix dürfte auch die UWW-Kamera gute Ergebnisse liefern. Immerhin handelt es sich dabei um den oft auch in anderen Smartphones verwendeten Sony IMX-858-Sensor. Die Qualität der Hauptkamera hat uns zumindest schon einmal überzeugt.

Software

Der Software geben wir gleich zwei Pluspunkte. Zum einem verspricht der Hersteller nicht weniger als fünf große Android-Updates, dazu Feature Drops und Sicherheitsupdates bis ins Jahr 2031 hinein.

Zum anderen verwendet er ein angenehm entschlacktes Android. Wir haben zuletzt mit zwei aktuellen Samsung-Smartphones gearbeitet (etwa dem Galaxy Z Flip5) und dort eigentlich immer wieder die Suche benutzen müssen, um eine der gefühlt hunderttausend Einstellungen zu finden. Das nah am Original-Android liegende Fairphone OS hat nicht mehr als nötig; ist in den Einstellungen gar übersichtlich.

Eine eigene Designsprache gönnt sich der Hersteller bei der Einrichtung und auf dem Startbildschirm trotzdem. Bis auf einige herstellerseitige Einstellungsmöglichkeiten für das Display (etwa „lebendige Darstellung“ oder „Lesemodus“) gibt es nur wenige sonstige Eigenheiten. Als einzige eigene App führt „My Fairphone“ ein wenig durch die Einstellungen und bietet nach Anmeldung Support und erweitere Garantie.

Android 13 ab Werk, nach fünf weiteren Android-Vollversionen wären wir bei Android 18. Damit schlüge Fairphone den einstigen Android-Update-Champion Samsung; man liegt damit nur knapp hinter Google, das für das Pixel 8 (Pro) sogar sieben Android-Updates anbietet. Aber ich sage ganz ehrlich: Hoffentlich gibt es den kleinen niederländischen Hersteller überhaupt so lange. Acht Jahre sind eine sehr lange Zeit im Mobile Business, und wir haben hier schon viele Unternehmen kommen und gehen sehen.

Fairphone 5: Spezifikationen kommentiert

700 Euro Budget für ein größtenteils fair produziertes Smartphone. Da ist klar, dass Fairphone an etwas sparen muss, ohne etwas Wichtiges wegzulassen. Es ist spannend zu sehen, wofür und wogegen sich das Startup entschieden hat. Gehen wir das einmal durch.

Im Fairphone 5 zum Einsatz kommen:

  • WiFi 6E (ax): Das ist auf Höhe der Zeit. Zwar gibt es schon WiFi 7, aber selbst die meisten Flaggschiffphones wie auch das iPhone 15 Pro verwenden noch WiFi 6E.
  • Bluetooth 5.2: Ein aktuelles Bluetooth, auch wenn Bluetooth 5.3 immer mehr zum Einsatz kommt.
  • USB 3.0: Auch nicht selbstverständlich, gerade Hersteller, die an etwas sparen müssen, belassen es oft bei USB 2.0.
  • Dual-Sim ist drin, 5G natürlich auch. Auch hier hätte Fairphone im Prinzip sparen können. E-Sim-Fähigkeit allerdings fehlt.
  • Im 6,46-Zoll-OLED-Display belässt es der Hersteller bei Gorilla Glass 5 und 90 Hertz, dafür ist es HDR-fähig und löst mit 1224 x 2700 px zufriedenstellend auf (FHD+). 1,07 Milliarden Farben verwendet nicht einmal Google im Pixel 8 Pro.
  • Gesichtserkennung und Fingerabdrucksensor – bietet auch nicht jeder Hersteller.
  • 50-Megapixel-Frontkamera Samsung JN1, auch Video bis 4K @ 30 fps.
  • 256 GB Speicher (aufrüstbar bis 2 TB), 8 GB RAM. Das ist ordentlich bemessener Speicher.
  • Akku mit 4.200 mAh – das hätten auch gerne 5.000 mAh sein dürfen.

Fairphone hat sich also für teils schon etwas ältere, aber bewährte Komponenten entschieden. Es muss ja nicht überall immer das Neueste vom Neuen sein. Wir sind eigentlich nur mit der Bemessung des Akkus nicht vollends zufrieden. Die 4.200 mAh liegen schon deutlich unter dem Goldstandard von 5.000 mAh für Android-Smartphones dieser Größe. Auch, wer mittlerweile auf eine E-Sim gewechselt ist, guckt beim Fairphone 5 in die Röhre. Dafür bietet es Unterstützung für zwei Sim-Karten.

Fazit

Unsere Bewertung
  • Nachhaltig, fair und dabei auch noch hübsch
  • Clevere Komponenten-Auswahl
  • Kinderleicht zu reparieren
  • Gute Kamera
  • Angenehm entschlacktes Android mit 5 versprochenen OS-Updates
  • Konstruktionsbedingt nicht wasserdicht
  • Sound könnte besser sein

Das Fairphone 5 ist ein gutes Mitteklasse-Phone, für dessen weitestgehend faire und nachhaltige Produktion du etwas tiefer in die Tasche greifen musst als für ähnlich ausgestattete Smartphones. Neben dem guten Gewissen bekommst du allerdings auch etwas, was so derzeit kein anderer Hersteller bietet: eine ausgesprochen vorbildliche Reparierbarkeit und einen extrem langen Support mit fünf versprochenen Android-Updates.

Die einzelnen Komponenten hat das Startup clever ausgewählt. Das Fairphone 5 ist technisch auf einem Stand mit anderen aktuellen Mitteklasse-Phones und dabei ausgesprochen hübsch. Wenn wir davon ausgehen, dass der Hersteller die in unserem Testzeitraum bestehenden Probleme mit der Ultraweitwinkelkamera noch fixt, haben wir nur einen echten Kritikpunkt: den etwas unterdurchschnittlichen Sound. Eventuell wirst du mit Prozessor und Akku etwas schneller an die Grenzen kommen, als du das Phone insgesamt nutzen kannst. Aber zumindest den Akku kannst du ja ganz einfach austauschen.

Fairphones findest du auch bei EURONICS.

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5 Kommentare zu “Fairphone 5 im Test: Fair gewinnt

  1. Interessanter Beitrag nur die Angabe zum Prozessor ist hier nicht richtig: „Qualcomm Snapdragon 670“ Das Fairphone 5 hat einen Qualcomm Snapdragon QCM6490 verbaut.

  2. Hallo, ich verstehe euren Test nicht. Am Anfang berichtet ihr das Fairphone 5 warte mit moderner Hardware auf und lasse kaum etwas vermissen.

    Wenn ich den Test aber zusammenfasse ist der Mittelklasse- Prozessor bereits 2 Jahre alt und das System scheint in euren Tests zu ruckeln. Die Kamera kann gute Bilder liefern, manche sind aber so schlecht dass sie euch zum Lachen bringen. Ihr schreibt es wäre hell genug, gebt dann aber selbst zu, dass unter 1000 Nits eher wenig sind. (Info: es wurden gerade 2 Geräte mit 4500 Nits vorgestellt, das muss nicht sein, aber dahin geht es gerade). Das Laden ist(!) übrigens von Fairphone mit 30W angegeben. Irgendwie schade dass ihr dass mit den langsamsten Geräten am Markt vergleicht. 65W sind ja schon eher üblich in dem Preissegment. Und nein, es müssen nicht 120W sein und das Maximum liegt bei 240W zur Zeit. Das Fairphone hat kein induktives Laden und kommt ohne(!) Netzteil und ohne(!) USB-C Kabel. Da man alte Netzteile immer mit verkauft, da sie zum Gerät passen müssen ist ein neues mit passender Wattzahl im Grunde Pflicht und auch bei Fairphone kein Nachhaltigkeitsaspekt.

    Die OS Updates kommen 5 Jahre lang, dass toppt Samsung mit 7 Jahren. Es gibt allerdings, anders als ihr es angegeben habt, einen IP55 Schutz. Damit kann es nicht Unterwasser getaucht werden, ist aber offiziell gegen Eindringen von Wasserstrahlen getestet worden.

    Insgesamt ergibt sich ein Bild eines Mittelklassegerätes von vor 2 Jahren, dass sich gut reparieren lässt. Das ist okay, finde ich persönlich, der in einer Grünen Bubble lebt und von „ökos“ umgeben ist, dennoch als zu wenig um mit 4,7 Sternen bewertet zu werden.
    Nachhaltigkeit heißt ja nicht nur, dass man Dinge selbst reparieren kann, sondern auch dass sie so gut gebaut sind, dass sie auch in 7 Jahren noch zu nutzen sind und Bestenfalls zurück in die Wertschöpfungskette gegeben werden können. Wenn ich heute ein nicht fair hergestelltes Gerät für 600€ kaufe (zb Pixel 8 oder iPhone 13 Pro) bekomme ich 5-7 Jahre Upgrades und kann das Telefon danach noch verschenken und jemand bekommt immer noch ein gutes Telefon. Beim Fairphone garantiere ich, wie bei den Vorgängerversionen, die viele in meiner Bubble nutzen, dass die Zeit nicht ausgereizt wird und man auf ein besser funktionierendes Smartphone wechseln wird. Wie gesagt, ich bekomme das direkt mit. Die Käufer haben sich nach dem Fairphone ALLE ein refurbished iPhone von vor 2/3 Jahren gekauft. Denn auch das ist nachhaltig – auch wenn nicht fair.

    Wer also darauf besteht, dass die Geräte in denselben Unternehmen hergestellt werden und die Materialien aus denselben Minen kommen wie bei Samsung und Apple, dafür aber faire Löhne bezahlt werden (wer kontrolliert das?) und jemensch selbst Hand an die Hardware legen möchte, für den oder die ist das Fairphone gut. Wer genau das aber nicht will, findet für 300€ dieselbe Hardware und für 600€ in Flaggschiff-Geräten, die teilweise länger genutzt werden können als das Fairphone.

    Das alles ist so schade, denn ich würde mir sofort das Fairphone kaufen wenn es wirklich nachhaltiger wäre. Ich persönlich komme auf 3,2 von 5 Sternen und das nur aufgrund der Reparierbarkeit und weil die Kameras manchmal ganz okay sind.

    Gruß, euer Fox

    1. Hi Fox, ja, es ist alles eine Frage der Perspektive. Die Hardware des Fairphone ist nicht herausragend, aber gut genug, um ein paar Jahre etwas davon zu haben. Die Probleme mit der UWW-Kamera führen wir – wie geschrieben – auf einen Software-Fehler zurück. 1000 Nits klingen wenig im Vergleich zu den astronomischen 4.500 Nits etwa des OnePlus 12 Pro. Aber man sieht damit wirklich gut. Es sind fast alles Ausstattungsmerkmale, bei denen man am Ende denkt: das ist vielleicht nicht herausragend, aber gut genug dafür, dass der Hersteller die Komponenten auf gutem Wege beschafft, den Preis aber noch moderat gehalten hat. Dass mittlerweile auch andere Hersteller jahrelange Updates anbieten, ist eine neue Entwicklung. Sehr löblich! Aber meines Wissens waren Fairphone in der Android-Welt die ersten damit. MUSS man das Ding jetzt kaufen? Nein. Kann man aber unseres Erachtens mit vergleichsweise gutem Gewissen.

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