Apple Find My/Wo ist: Dinge lokalisieren und ansteuern

Apple öffnet das Find My Network auch für Drittanbieter. Gerade in Kombination mit UWB könnte die App in Zukunft ihre ganze Stärke ausspielen.

Apple Find My/Wo ist: Dinge lokalisieren und ansteuern

„Find My“ oder, auf deutsch: „Wo ist?“, ist eine Funktion, die Apple unter ähnlichen Namen schon seit 2010 anbietet. Habt ihr dem Hersteller erlaubt, euer Apple-Gerät zu orten, kann er euch dabei helfen, es wiederzufinden. Das wird etwa dann interessant, wenn ihr das Gerät verlegt habt oder es euch gestohlen wird. Besonders in Kombination mit den neuen Apple AirTags.

Relativ neu ist, dass auch einige Zweit- und Drittanbieter ebenfalls Hardware anbieten, die ihr über den Dienst lokalisieren könnt. Das wären etwa die PowerBeats Pro. Apple hat die Marke Beats im Jahr 2014 übernommen, lässt sie allerdings unter eigenem Namen weiterlaufen. Von daher ist die Kombination der Beats mit dem Netzwerk vielleicht ungewöhnlich, aber auch nicht all zu verwunderlich.

Drittanbieter im Find My Network

Der erste Drittanbieter, den Apple auf das Find My Network lässt, ist Belkin mit den True-Wireless-Kopfhörern Soundform Freedom. Geräte also mit dem Potenzial, sie schneller mal zu verlieren, ähnlich wie Apples eigene AirPods.

Find-My-Network-GerätHersteller (Stand April 2021)
iPhoneApple
MacApple
iPadApple
Apple WatchApple
AirPodsApple
HomePodApple
AirTagsApple
PowerBeats ProBeats/Apple
Soudform FreedomBelkin
S3/X3VanMoof
OneSpotChipolo

Belkin ist einer von Apples bevorzugten Hardware-Partnern. Trotzdem kommt der Schritt überraschend, denn Drittanbieter lässt Apple oft nicht gerne auf eigene Plattformen. Auch bei den Vorgängern Find My iPhone, Find My Mac und Find My Friends war das für andere Hersteller nicht möglich, den Service für eigene Produkte zu nutzen.

Belkin Soundform Freedom: Kopfhörer lassen sich im Apple Find My Network finden.
Belkin Soundform Freedom: Kopfhörer lassen sich im Apple Find My Network finden. Bild: Belkin

Der Neustart von Find My im Jahr 2019 hatte das Ziel, mehrere Arten von Geräten in einer App zu integrieren und dann etwa auch AirPods auffindbar zu machen. Mit der kommenden Version iOS 14.5 (und iPadOS 14.5) sieht es so aus, als würden mehr Anbieter Zugang zum Find My Network erhalten.

Apple hatte Entwicklern das neue „Find My“-Programm dann im Sommer 2020 vorgestellt und die Öffnung für den Jahreswechsel 2020/21 angekündigt. Dazu sollten Entwickler auch neue Funktionen des Find My Networks nutzen können, etwa die neue Möglichkeit, registrierte Dinge offline finden zu lassen. Neu ist unter iOS 14.5 dann etwa auch, die Möglichkeit, sich von unerwünschtem Tracking zu schützen.

Wie 9to5 Mac spekuliert, öffnet Apple sich aber nicht freiwillig für Dritthersteller, sondern gezwungenermaßen, um Kartellrechtsklagen zu entgehen. Vorwürfe gegen Apple gibt es hier seit langem, etwa wegen der marktbeherrschenden Stellung beim mobilen Betriebssystem iOS. Fortnite-Entwickler Epic und der Musikstreaming-Dienst Spotify etwa klagten darüber, 30 Prozent ihrer Einnahmen aus dem iOS-AppStore mit Apple teilen zu müssen.

Find My Network: Spannend mit UWB

Lange spekulierte die Szene, dass vor allem Tile das Find My Network zukünftig nutzen könnte. Tile ist bereits seit einigen Jahren die Marke für smarte Tags, also einfache Clips, die ihr etwa an euren Schlüsselbund hängen könnt, um diesen damit lokalisieren zu lassen. Mittlerweile hat Apple hier aber einen eigenen Konkurrenten ins Rennen geschickt: die AirTags, die mit UWB arbeiten.

Wie genau ist "Wo ist?". In Zukunft hoffentlich etwas genauer als bisher. Die lokalisierten Geräte befanden sich nebeneinander und nicht auf gegenüberliegenden Straßenseiten.
Wie genau ist „Wo ist?“. In Zukunft hoffentlich etwas genauer als bisher. Die lokalisierten Geräte befanden sich nebeneinander und nicht auf gegenüberliegenden Straßenseiten.

Die Möglichkeiten des Find My Networks werden nämlich noch interessanter, wenn Apple sie mit dem Ultrabreitband-Chip verbindet. Mein Kollege Sven Wernicke schrieb in seinem Beitrag über Ultrabreitband (UWB), dass es damit möglich wird, Dinge zentimetergenau und auch in einer größeren Entfernung zu lokalisieren als via Bluetooth oder WiFi. Dann kann ein Lautsprecherpaar die Lautstärke passend zur Entfernung eines Smartphones anpassen. Oder ihr könnt einen smarten Schlüsselbund genauer aufspüren lassen, auch in der eigenen Wohnung.

Spinnt ihr den Gedanken einmal weiter, ist auch noch mehr möglich: So könntet ihr eine Drohne auch in der Wohnung steigen lassen. Apples Smart Speaker wie der HomePod Mini könnten sich erst einschalten, wenn ihr euch mit einem iPhone auf 5 oder 10 Meter nähert. Oder auch der Fernseher eines Drittherstellers, oder eine Spielkonsole. Und natürlich könntet ihr auch einen Mac mit dem iPhone oder der Apple Watch alleine über die Entfernung entsperren.

Samsung und andere Hersteller ziehen nach

Find My ist natürlich nur eine App, die von UWB profitieren könnte. Wir können erwarten, dass Apple und weitere Hersteller noch ganz neue Apps und Kurzbefehle mit dem Näherungsdienst entwickeln werden, während Find My die App dafür bleiben wird, um Geräte und Dinge zu lokalisieren, zu öffnen, zu speichern, vielleicht auch aus der Ferne abzuschalten oder Tracking zu verhindern.

Mehr Infos zum Thema iPhone?

Dieser Beitrag ist nicht der einzige, den wir dazu geschrieben haben. Mehr Texte über das iPhone findet ihr auf unserer Themenseite iPhone.

Im Jahr 2021 wird es spannend zu sehen sein, welche Hersteller noch alles auf den Zug aufspringen und Apples Lokalisierungstechnik nutzen werden. Und natürlich werden andere Hersteller Ähnliches für ihre eigenen Ökosysteme entwickeln. Wir sind etwa gespannt, was Samsung mit den eigenen Galaxy Smart Tags plant.

Davon einmal abgesehen lassen sich verloren gegangene Smartphones und Tablets mit Android nach wie vor über Google aufspüren.

Find My Network öffnen

Das Find My Network findet ihr als nicht de-installierbare „Wo ist“-App unter iOS und iPad OS und auch auf einem Mac. Ihr könnt den Dienst auf einem Apple-Gerät allerdings auch in einem Safari-Browser öffnen, wenn ihr findmy://items eingebt.

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