AirPods 3. vs. 2. Generation: Welche sind für euch?

Apples neue AirPods 3 haben einen deutlich bessen Sound als die alten – die dafür im Preis sinken. Gemeinsam haben sie dafür den Chip.

AirPods 3. vs. 2. Generation: Welche sind für euch?

Besser, aber auch teurer – das sind die Apple AirPods 3. Sie bieten 3D-Audio, einen Druck- und Hauterkennungssensor, standardmäßig ein MagSafe-fähiges Ladecase, einen verbesserten Halt, eine leicht höhere Akkulaufzeit – und ganz nebenbei sind sie noch etwas kompakter geworden. Aktive Geräuschunterdrückung haben sie aber ebensowenig wie die 2. Generation, die den gleichen Chip in sich trägt und preislich attraktiver ist. Wir zeigen euch die Unterschiede im Detail.

AirPods 3: 3D-Audio und höhere Dynamik

Wichtigstes Argument für die AirPods 3: Der verbesserte Klang mit 3D-Audio – wie schon in den noch teureren AirPods Pro oder AirPods Max. Die kleinen Stöpsel beherrschen Stereo zu 3D und Dolby Atmos (5.1 und 7.1). Letzteres ist, vereinfacht gesagt, simulierter Raumklang. Hörer*innen können die Töne aus der Richtung wahrnehmen, aus der sie kommen sollen.

Das dynamische „Head Tracking“ geht sogar noch einen Schritt weiter und festigt den Standort der verschiedenen Audio-Spuren. Hier ändert sich der Klang, wenn die Trägerin der AirPods den Kopf relativ zur virtuellen Audioquelle bewegt. Seht und hört ihr in einem Video (oder einer Videokonferenz) etwa eine Person links im Bild etwas sagen und dreht ihr dann euren Kopf nach rechts, verändert sich der Klang, so als würde sich auch euer Ohr näher auf die Quelle zu bewegen.

Woher kommt das Geräusch? Die AirPods 3 „wissen“ es dank Spatial Audio.

Weitere Audiofunktionen, die die AirPods 2 noch nicht hatten: Einen adaptiven Equalizer, der den Klang relativ zum Sitz der Hörstöpsel im Ohr anpasst, High-Excursion Tieftöner und Verstärker mit einem hohen Dynamikbereich, sprich: kräftigere Bässe und sauberere Höhen.

Aber nicht nur ein verbessertes Hörerlebnis: Apple gibt auch an, für die AirPods 3 die Mikrofone verbessert zu haben. Beamforming für die beiden Mikrofone hatte schon der Vorgänger – damit sollen die AirPods Umgebungsgeräusche ausblenden und sich besser auf die Stimme der Trägerin konzentrieren. Das neue, nach innen gerichtete Mikrofon soll das nun noch besser bewerkstelligen.

Der Preis: Vorteil für die alten AirPods

Dann der Preis: Für die neuen AirPods der 3. Generation ruft Apple 199 Euro auf, für die 2. Generation nur noch 149 Euro. Letztere bekommt ihr mittlerweile in Angeboten teils auch für noch weniger Geld. Die Spanne beträgt also 50 Euro und mehr. Dabei sind die neuen AirPods allerdings 30 Euro günstiger, als ihr Vorgänger mit kabellosem Ladecase es vor 2 Jahren war. Das nur am Rande bemerkt.

Neuerdings verkauft Apple die alte 2. Generation übrigens nur noch ohne induktives Ladecase. Solche, die ihr noch mit einem Qi-fähigen Ladecase findet, sind Restbestände.

Das neue und das alte Ladecase der AirPods.
Das neue und das alte Ladecase der AirPods.

Die AirPods der 3. Generation kommen standardmäßig mit einem kabellosen Ladecase daher, das ihr auch am MagSafe-Plug für das iPhone aufladen könnt. Aber auch mit einem Lightning-Stecker könnt ihr die neuen AirdPods aufladen. Das Case selbst ist nun weniger länglich, dafür breiter geworden und wiegt dabei fast dasselbe wie sein Vorgänger.

Nicht revolutionär, aber etwas praktischer: Der neue Drucksensor, mit dem ihr mehr Funktionen an den Steckern ausführen könnt als bisher. Mit einem langen Druck könnt ihr etwa Siri starten oder mit einem Dreifach-Tipp zum vorherigen Titel springen. Klingt zwar super, bietet aber bei genauerer Betrachtung nur zwei Funktionen mehr:

Drücken statt Tippen in den AirPods 3. Ist das besser?
Drücken statt Tippen in den AirPods 3. Ist das besser?

Die AirPods 3 „wissen“, wann ihr sie tragt

Ebenfalls neu: Ein Hauterkennungssensor. Der soll „schlicht“ erkennen, ob ihr die AirPods auch wirklich im Ohr habt, und wenn nicht, die Wiedergabe stoppen. Auch die alten AirPods „probierten“ das, aber nicht immer mit Erfolg.

Neu ist der Schutz vor Schweiß und Wasser nach IP4X (allseitiges Spritzwasser, kein Duschen, kein Untertauchen). Apple bewirbt damit den Einsatz beim Sport, wofür auch der bessere Halt sorgen soll. Wenn das bei euch funktioniert, Glückwunsch! In meinem rechten Ohr hält kein Stöpsel, es sei denn, er ist „verpropft“ wie bei den AirPods Pro.

Sport und Regen? Ja. Duschen oder untertauchen? Nein. Die AirPods 3 sind nur gegen Spritzwasser geschützt.
Sport und Regen? Ja. Duschen oder untertauchen? Nein. Die AirPods 3 sind nur gegen Spritzwasser geschützt.

Leicht geändert hat Apple auch die Maße der AirPods 3. Ihr schon ikonischer Stiel ist fast einen ganzen Zentimeter kürzer geworden. Breite und Tiefe der Hörmuscheln sind dafür um wenige Millimeter gewachsen – was in der Tat für einen besseren Halt sorgen könnte. Die neuen Stecker wiegen zusammen 4,28 Gramm gegenüber 4,0 Gramm bei den AirPods 2. Solltet ihr normalerweise nicht bemerken.

Akkulaufzeit: Jede Stunde zählt

Während Apple für die alten Stecker 5 Stunden Akkulaufzeit angibt, sind es bei den AirPods 3 jetzt 6 Stunden. Klingt nach wenig, finde ich aber wichtiger als die Akkulaufzeit des Ladecases. Wenn ihr etwa eine langweilige Bahnfahrt mit einer Serie auf dem Smartphone totschlagen wollt, zählt jede Stunde Laufzeit. 30 gegenüber 24 Stunden Akkulaufzeit sind es beim Ladecase der AirPods 3.

Beiden AirPods gleich ist übrigens der H1-Chip, der – verbunden mit einem iPhone – den Akku schonen, die Verbindung mit Siri und ein besonders einfaches Koppeln ermöglichen soll. Ultrabreitband-fähig sind beide AirPods übrigens nicht. Das hätte bedeutet, dass kompatible Apple-Geräte die Entfernung zu den AirPods messen und etwa selbständig starten könnten. In Apples Wo-Ist-Netzwerk sollt ihr die Ohrstöpsel dennoch orten können.

Was beiden „einfachen“ AirPods fehlt, ist Active Noise Cancelling. Wollt ihr also ganz sicher eure Ruhe haben, greift besser zu den AirPods Pro.

AirPods 2 mit mehr alten Geräten kompatibel

Offiziell kompatibel sind beide AirPods nur mit anderen aktuellen Apple-Geräten (iPhones, iPads, Macs, Apple TVs, Apple Watches, iPod Touch), wobei die 2. Generation noch ein paar ältere Geräte mehr unterstützt, die bei den neuen Steckern wegfallen. Das sind das iPad Air (1. Gen.), iPad Mini 2 und 3, iPhone 5S, 6 und 6 Plus sowie iPod Touch (6. Gen.).

Einfaches Koppeln mit einem iPhone – beherrschen beide AirPods gleichermaßen gut.
Einfaches Koppeln mit einem iPhone – beherrschen beide AirPods gleichermaßen gut.

An diesen, sowie an Android-Smartphones und anderen Bluetooth-fähigen Geräten solltet ihr beide AirPods allerdings ganz normal als Bluetooth-Kopfhörer einrichten können. Dann allerdings mit vermindertem Funktionsumfang und Klang.

Fazit: Was ihr wollt

Wollt ihr richtig guten Sound bei euren Alltags-Earbuds? Dann dürften die AirPods 3 für euch interessant sein. Aber ehrlich gesagt: Da ihnen Active Noise Cancellation fehlt, habt ihr von dem besseren Sound nur in ruhigen Umgebungen wirklich was. Sprich: zu Hause. Für unterwegs wären sonst die AirPods Pro für euch interessanter. Wenn ihr schon die 2. Generation besitzt, lohnt sich in meinen Augen der Wechsel nicht.

Ich selber besitze noch die AirPods der 1. Generation, die ich fast nur für Telefonate und Videokonferenzen einsetze. Mir reichen die, denn für etwas Besseres bin ich zu wenig audiophil. Würde ich mir heute meine ersten kabellosen Earbuds zulegen, würden es aber eher die AirPods 3 werden.

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