Mikrowelle mit Inverter-Technik: Hier soll der Fisch noch richtig zart werden

Wer sich einen Mikrowellenherd anschafft, hat die Wahl vor allem zwischen verschiedenen Zusatzfunktionen. Soll das Gerät gleichzeitig auch ein Ofen sein? Am besten mit Umluft? Oder reicht ein Grill, um Käse zu überbacken? Jeder hat da seine Vorliebe. Doch was verbirgt sich hinter der Inverter-Technik und weshalb soll der Fisch damit so gut gelingen? Wir erklären es euch.

Mikrowellenherde geben vor, verschiedene Programme zu haben (eines zum Auftauen, eines oder mehrere zum Erhitzen), doch technisch gesehen wird die Energie meist mit der gleichen Intensität abgestrahlt. Beim Auftauen werden die Mikrowellen dann immer wieder kurz ausgeschaltet, so dass insgesamt weniger Energie im Essen ankommt. Geräte mit der Inverter-Technik dagegen lassen sich stufenlos regeln.

Die Nachteile einer Mikrowelle

Der Vorteil erschließt sich bei Betrachtung der Funktionsweise eines Mikrowellenherds. Die Mikrowellen wirken vor allem auf Moleküle mit einem elektrischen Dipol, durch die elektromagnetische Feldenergie wird dieser zum Drehen gebracht. Aus dieser Bewegung entsteht schließlich Wärme. Vor allem bei Wasser, das in den Speisen enthalten ist, tritt dieser Effekt ein – auch bei elektrisch leitfähigen Stoffen, aber nicht bei Geschirr aus Plastik oder Porzellan. Sollten die Teller und Tassen doch einmal warm aus dem Mikrowellenherd kommen, dann wurden diese vom Essen erhitzt.

Vielleicht kennt ihr auch folgende Phänome aus eurer eigenen Erfahrung: Das Fleisch eines Koteletts wird schneller warm als der Knochen, da es mehr Wasser enthält. Salziges erhitzt besser als Fettiges. Vor allem kleine Mengen werden im Mikrowellenherd merklich schneller warm als auf dem Herd oder im Ofen. Wie bei anderen Garmethoden kann der Kern noch relativ kalt sein kann, während von der Oberfläche schon heißer Dampf aufsteigt, denn die elektromagnetischen Wellen dringen nur wenige Zentimeter ins Essen ein. Ein Mikrowellenherd erhitzt zwar schnell, aber ungleichmäßig.

Dafür gibt es noch einen weiteren Grund: Die meisten Geräte verwenden die Frequenz von 2,455 GHz und kommen damit auf eine Wellenlänge von 12 cm. (Mikrowellen werden auch Dezimeterwellen genannt.) Durch Reflexionen an den Innenwänden und der Überlagerung der Wellen kommt es zu sogenannten Hotspots, an denen mehr Energie ins Essen gelangt und dieses entsprechend schneller heiß wird. Oder anders ausgedrückt: An einigen Stellen bleibt das Essen kalt. Die Drehteller sollen genau das verhindern, indem das Essen gleichmäßig durch die heißen Stellen rotiert wird. Das beste Mittel beim Aufwärmen von Flüssigkeiten ist jedoch, zwischendurch mehrmals umzurühren.

Die Vorteile der Inverter-Technik

Bei Mikrowellenherden mit Inverter-Technik wird statt der konventionellen Eisenkern-Transformatoren ein Magnetron verbaut, dessen Leistung sich über ein Schaltnetzteil beliebig wählen lässt. Beim Auftauen wie auch bei empfindlichen Speisen wie Fisch wird dann einfach eine niedrigere Watt-Zahl gewählt. Die Energiezufuhr erfolgt kontinuierlich. Überhitzungen, wenn auch kurzfristig, werden vermieden. Beim Fisch würde dies seine feine Struktur zerstören. Das Essen gart insgesamt länger und kann so die Wärme besser verteilen.

Panasonic gibt an, dass mit der Inverter-Technik 10 Prozent Energie gespart wird und Speisen 30 Prozent schneller auftauen. Dabei ist der Mikrowellenherd bereits ein energiesparendes Gerät. So wird keine Energie verschwendet, um die Gefäße zu erhitzen. Und wer sich einen Becher Milch darin aufwärmt, muss hinterher auch keinen Topf abspülen. Als Daumenregel gilt, dass diese Menge (250 ml) auch die Grenze ausmacht. Kleinere Portionen im Mikrowellenherd zu erhitzen ist energetisch günstiger, für größere der Herd.

Was spricht nun gegen die Anschaffung eines Mikrowellenherds mit Inverter-Technik? Eigentlich nichts, außer dass Inverter-Geräte deutlich teurer sind. Wer eine Mikrowelle bloß zum Auftauen und Aufwärmen nutzt, fährt mit einem günstigeren Modell sicherlich besser. Wer jedoch darin kochen möchte, ist mit einem Inverter-Gerät besser bedient, sollte aber bedenken: Da in einem Mikrowellenherd nicht die notwendigen Temperaturen für Bräunungsreaktionen und die Bildung von Röstaromen erreicht werden, sollte auf jeden Fall ein Gerät mit Heißluft- und Grill-Funktion gewählt werden.

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