Geschirrspüler Miele G 7000 (Bild: Miele)

Miele im Jahr 2018: Traditionshersteller mit klugen Erfindungen

Bei Innovationen denken wir an Amerika oder Fernost, aber wohl nicht an Ostwestfalen. Zu Unrecht, denn Traditionshersteller Miele hat gerade in den letzten Jahren mit klugen neuen Erfindungen von sich hören lassen. Wir stellen die besten davon vor.

Miele steht für Langlebigkeit – so weit, so gut. Aber was macht der deutsche Traditionshersteller eigentlich heute? Wie sich zeigt, viel Innovatives, für das man sonst für gewöhnlich nach Amerika schauen würde. Ich habe mir das einmal genau angesehen.

Der Dialoggarer – eine wirkliche Neuheit

Im letzten Jahr überraschte Miele mit dem Dialoggarer. Zur IFA wurde er erstmals vorgestellt, 2018 kam er dann schließlich in den Handel. Damit lässt sich ein Fisch im Eisblock garen, ohne dass das Eis schmilzt. Kein Backofen kann das – und auch keine Mikrowelle.

Der Dialoggarer von Miele gart einen Fisch im Eisblog (Bild: Miele)

Der Dialoggarer von Miele gart einen Fisch im Eisblog (Bild: Miele)

Die Energie durchdringt das Eis in Form elektromagnetischer Wellen und erhitzt nur den Fisch, nicht das Eis. Dafür wird permanent gemessen, wieviel Energie das Lebensmittel aufgenommen hat, um dann nachzusteuern. Der Dialoggarer sendet mit wechselnden Frequenzen im Bereich um 915 Mhz und mit einer viel geringeren Leistung als eine Mikrowelle. Dafür dringen die Wellen tiefer ein.

Der Fisch – aber auch Fleisch und Gemüse – bleiben dadurch saftiger als in der Mikrowelle oder im Backofen. Denn das Gargut wird gleichmäßig erhitzt und nicht von außen nach innen. Die neue M Chef genannte Technik ermöglicht es sogar, alle Zutaten einer Mahlzeit gemeinsam auf das Blech zu legen. Sie werden alle auf den Punkt fertig – und das auch noch gleichzeitig.

Töpfe lautlos auf dem Kochfeld verschieben

Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die das Kochen erleichtern. Kochfelder mit Vollflächeninduktion gibt es schon länger, doch die neue Kochfeldgeneration Miele KM 7000 macht es noch einfacher. Das Verschieben des Kochgeschirrs wird nahezu lautlos. Zudem bewegt sich die Zahlenreihe automatisch mit, wenn eine Bratpfanne verschoben wird. Für jeden weiteren Topf erscheint eine neue.

Beim Vollflächen-Kochfeld Miele KM 7000 wandert die Anzeige mit den Töpfen mit (Bild: Miele)

Beim Vollflächen-Kochfeld Miele KM 7000 wandert die Anzeige mit den Töpfen mit (Bild: Miele)

Für die Eigenschaft SilentMove wurde die Unterseite mit den Markierungen des Kochfeldes bedruckt, nicht wie üblich die Oberseite. Die Töpfe gleiten daher mit weniger Widerstand über die Glaskeramik. Voraussetzung ist allerdings, dass diese besonders hochwertig und transparent ist.

Die Kochfeldgeneration KM 7000 wurde zur IFA 2018 vorgestellt. Die Kochzonen werden für bis zu sechs Töpfe, Pfannen oder Bräter automatisch so definiert, wie sie auf dem Kochfeld stehen. Es gibt Ausführungen in 60, 80 oder 90 Zentimetern Breite. Erscheinen wird sie voraussichtlich im April 2019. Die Lebensdauer wurde auf 20 Jahre getestet.

Der Dunstabzug als Designstück

Die Ostwestfalen können aber auch Schön. Die Miele Aura 3.0 ist eine Dunstabzugshaube, die an eine Designlampe erinnert. Nur hängt sie über der Kochinsel und nicht über einem großen Tisch.

Die Dunstabzugshaube Miele Aura 3.0 bietet auch ein schönes Design (Bild: Miele)

Die Dunstabzugshaube Miele Aura 3.0 bietet auch ein schönes Design (Bild: Miele)

Um den runden, brillantweißen Schirm mit 70 Zentimetern Durchmesser läuft außen eine dimmbare Ambient-Beleuchtung herum. Sie sorgt für ein angenehmes Licht im Hintergrund beim Essen, während helle LED beim Kochen das Kochfeld gut ausleuchten. Sofern die Umluft-Dunstabzugshaube mit einem Miele-Kochfeld vernetzt wird, passt sich die Saugleistung dank Con@ctivity automatisch dem Kochgeschehen an.

Ein ebensolcher Hingucker sind die Wandhauben Triple Grey und Triple Black. Sie bestehen aus drei gebogenen Schirmen, die wie Lamellen übereinander angeordnet sind und zu schweben scheinen. Selbstverständlich sind sie aus Sicherheitsglas gefertigt.

Drei Sorten in einer Kaffeemaschine

Nach dem Essen trinken viele gerne einen Kaffee. Eine gut ausgestattete Küche liefert ihn so, wie die Gäste ihn sich wünschen. Die neuen Kaffeevollautomaten der Baureihe CM7 sind deshalb erstmals mit drei Bohnenbehältern ausgestattet – zum Beispiel für markante Espressobohnen, einen samtigen Café Crema und für eine entkoffeinierte Sorte. Da sollte für jeden etwas dabei sein.

Der Kaffeevollautomat Miele CM7 bietet Platz für drei Kaffeesorten (Bild: Miele)

Der Kaffeevollautomat Miele CM7 bietet Platz für drei Kaffeesorten (Bild: Miele)

Die drei Bohnenbehälter fassen 210, 180 bzw. 150 Gramm. Die patentierte Funktion CoffeeSelect bietet 16 Kaffeespezialitäten von Kaffee Crema, Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato bis hin zu einem Long Black oder Flat White. Dazu gibt es für die Zubereitung von Tee noch heißes Wasser in mehreren Temperaturstufen.

Ein Saugroboter, der in der Küchenzeile verschwindet

Neu gedacht hat Miele den Saugroboter RX2. Er bewegt sich nicht nur autonom durch die Wohnung, sondern verschwindet auch ohne menschliches Zutun hinter der Küchenfront. Andere Saugroboter stauben zu, während sie in der Ladestation parken.

Der Saugroboter Miele RX2 verschwindet im Küchenschrank (Bild: Miele)

Der Saugroboter Miele RX2 verschwindet im Küchenschrank (Bild: Miele)

Der RX2 startet selbsttätig aus einem Schubkasten, der unter anderem im Küchensockel steckt. Nach verrichteter Arbeit kehrt er wieder dorthin zurück. Sobald sich die Tür hinter ihm geschlossen hat, entleert er von allein die Staubkassette in einem daneben angebrachten Abfallbehälter.

Der Saugroboter RX2 ist derzeit bloß eine Studie von Miele, Hettich und Poggenpohl, die im September im Rahmen der Fachmesse Küchenmeile gezeigt wurde. Poggenpohl ist ein bekannter Küchenhersteller, Hettich ein Spezialist für Beschläge.

Ein Geschirrspüler, der das Spülmittel passend dosiert

Neu ist die Geschirrspüler-Reihe Miele G 7000. Sie wurde zur IFA vorgestellt und ist mit dem Dosiersystem AutoDos ausgestattet. Es wird nur so viel Spülmittel verwendet, wie notwendig ist. Wer dagegen einen Tab in seine Maschine legt, führt der Umwelt immer die gleiche Menge an Tensiden, Bleichmitteln und Enzymen zu – auch wenn diese nur halb beladen ist.

In den Geschirrspüler Miele G 7000 lässt sich das Spülmittel in Form einer Powerdisk einsetzen. Für bis zu 20 Spülgänge (Bild: Miele)

In den Geschirrspüler Miele G 7000 lässt sich das Spülmittel in Form einer Powerdisk einsetzen. Für bis zu 20 Spülgänge (Bild: Miele)

Sensoren in der Miele G 7000 messen dafür den Grad der Verschmutzung. Das für diese Maschine entwickelte Pulvergranulat befindet sich in einer sogenannten PowerDisk. Die vier Zentimeter dicke Scheibe wird in die Tür eingesetzt und dreht sich während des Spülvorgangs. Im Programm Normal 60°C reicht sie für etwa 20 Spülgänge.

Die PowerDisk enthält besondere Enzyme für die effektive Reinigung auch bei niedrigen Temperaturen, sowie Aktivsauerstoff für gründliche Sauberkeit und Frische sowie Silber- und Glasschutz. Miele hat der Geschirrspüler-Generation 7000 zudem ein vollkommen neu gestaltetes Wasserkreislaufsystem spendiert – mit einem Wasserverbrauch ab sechs Litern und einer Energieeffizienz von A+++ minus 10 Prozent.

Eine Waschmaschine mit zwei Wasserzuläufen

Auch die Waschmaschine W1 Passion hat Miele für kleine Beladungsmengen optimiert. Die lassen sich ebenfalls schnell und sparsam waschen. Die Funktion SingleWash profitiert dabei von der Waschtechnik Spin&Spray. Es wird nur so viel Wasser in die Trommel geleitet, bis jede Textilfaser nass ist. Je nach Saugfähigkeit sind dies bloß ein bis zwei Liter Wasser pro Kilogramm Wäsche.

Die Waschmaschine Miele W1 Passion verfügt über zwei Wasseranschlüsse. Das kann Energie sparen (Bild: Miele)

Die Waschmaschine Miele W1 Passion verfügt über zwei Wasseranschlüsse. Das kann Energie sparen (Bild: Miele)

Mit der Option SingleWash lassen sich sogar nur ein oder zwei Kleidungstücke sparsam und schnell waschen – beispielsweise im Programm Pflegeleicht 40 Grad in 39 Minuten. Ohne Abstriche bei der Reinigungswirkung. Energie wird dabei auch gespart. Da weniger Wasser verbraucht wird, muss auch weniger erwärmt werden.

Die W1 Passion verfügt zudem über zwei Wasseranschlüsse: Einer davon ist für kaltes Leitungswasser reserviert, der zweite lässt sich an Warmwasser, Regen- oder Brunnenwasser anschließen, was bis zu 35 Prozent Energie spart. Auch sonst erreicht die Waschmaschine eine Energieeffizienz von A+++ minus 50 Prozent – bei einer Laufzeit von weniger als drei Stunden.

Das Dosiersystem TwinDos spart zusätzlich noch Waschmittel. Es dosiert passend zur Wäschemenge und zum Grad der Verschmutzung, was gegenüber manueller Dosierung bis zu 30 Prozent sparen kann. Die W1 Passion fasst neun Kilogramm Wäsche, schleudert mit bis zu 1.600 Umdrehungen und ist auf eine Lebensdauer von 20 Jahren getestet worden.

Nicht immer mehr, sondern anders

Gerade in den Bereichen Küche und Haushaltstechnik entdecke ich in letzter Zeit überdurchschnittlich viel Innovatives. Anderswo wird viel Geld in die Forschung besserer Smartphones investiert, und am Ende ist doch hauptsächlich der Bildschirm größer. Im Bereich Haushalt sehe ich viel mehr, was auch im Alltag einen Unterschied machen kann.

Ein Dialoggarer, der den Fisch nicht zerfallen lässt, bringt eine andere Qualität auf den Teller. Einen Kaffeevollautomaten, der drei verschiedene Bohnen vorrätig hat, würde ich mir auf meinen Kaffeetisch stellen. Ein Saugroboter, der sich nicht nur selbst auflädt, sondern auch entleert und nach getaner Arbeit aus dem Sichtfeld verschwindet, ist ein Gewinn. Miele scheint mir hier eindeutig auf dem richtigen Weg zu sein.

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