Tchibo Qbo: Neues Kaffeekapsel-System verspricht Nachhaltigkeit

Nach Nespresso, Cafissima, Tassimo und Dolce Gusto möchte sich nun auch Tchibo im ertragreichen Kaffeekapsel-Markt mit Premium-Produkten erfolgreich positionieren. Und gegenüber den Konkurrenten besitzt Qbo sogar eine Besonderheit: Man verspricht ein umweltfreundlicheres Konzept.

Aktuell haben es Kaffeekapseln nicht ganz leicht: Zwar betrug der Umsatz vergangenes Jahr stolze 620 Millionen Euro allein in Deutschland, doch dieser produziert viele Tausend Tonnen Müll. Von den hohen Produktionskosten ganz zu schweigen. Dennoch: Für Nespresso und Co. ist gerade das Premium-Segment abseits von Kaffeepads ein Wachstumsmarkt. Man kann schließlich noch zahlreiche Kaffeegenießer überzeugen, die gegenwärtig den regulären Filterkaffee favorisieren. Diese machen 2/3 des gesamten Kaffeegeschäfts aus. Mit Kapseln lässt sich aber weit mehr verdienen.

Eckig und komplett aus Kunststoff. (Foto: Tchibo)

Eckig und komplett aus Kunststoff. (Foto: Tchibo)

Und jetzt Tchibo. Als Werbefigur suchte sich der Kaffee- und Handelskonzern Christan Ulmen aus, der gewiss auch eine etwas jüngere Zielgruppe ansprechen soll. Diese dürfte an einem großen Unterschied gegenüber den Mitbewerbern interessiert sein: Qbo setzt auf würfelförmige Kapseln aus 100% Polypropylen. Man verzichtet komplett auf das aufwändiger herzustellende Aluminium, genauso soll weniger Verpackungsmaterial nötig sein. Die Kapseln seien komplett recyclebar, perspektivisch könnte auch ein nachhaltigerer Kunststoff entwickelt werden. Am Schluss aber bleibt es bei Müll, daran kann Tchibo mit dem Kapsel-Ansatz nichts ändern. Der Kaffee selbst kommt von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen, was allerdings nicht Fairtrade bedeutet. Man verspricht eine Unterstützung der Kaffeebauern und ihrer Familien. Das kann gerne etwas transparenter kommuniziert werden.

Mit App-Steuerung

Ähnlich wie bei Nespressos neuer Kapselmaschine Prodigio steht bei Tchibo ein moderner Ansatz im Fokus: Via Smartphone-App soll man den eigenen Lieblingskaffee anpassen können, auf Tastendruck wird dieser gebrüht. Als Besonderheit wird das PressBrew-Brühdruckverfahren genannt, bei dem die Kapseln während der Zubereitung zusammengepresst werden. Das soll eine feine Crema und viel Aroma zur Folge haben. Tchibo nennt die eigenen Maschinen You-Rista, die in verschiedenen Farben erhältlich sein werden. Mit dabei ist ebenfalls ein Milchaufschäumer, der auch kalten Milchschaum ermöglicht. Mit einem Preis von 349 Euro (inklusive Milk Master) ist man allerdings nicht im Niedrigpreissegment angesiedelt, sondern konkurriert hier schon mit Vollautomaten.

Die zahlreichen Kaffeesorten sind ebenfalls nicht günstig. 8 Kapseln liegen bei knapp 3 Euro, für 27 Stück zahlt man fast 10 Euro. Ob man mit Qbo Kapsel-Freunde zum Wechsel animieren kann? Das werden sicher die kommenden Monate zeigen. In jedem Fall wirkt das Produkt sehr stylisch und ansprechend, generell „runder“ als Nespressos Smartphone-Kaffeemaschine, die sicher nicht zufällig kurz vor der Ankündigung von Qbo präsentiert wurde…

Die Machine ist auch ohne Milchaufschäumer erhältlich. (Foto: Tchibo)

Die Machine ist auch ohne Milchaufschäumer erhältlich. (Foto: Tchibo)

Weitere Details finden sich auf der offiziellen Webseite.

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