Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius steigt das körperliche Unbehagen. Unruhiger Schlaf, wenig Konzentration, allgemeine Erschöpfung – die Hitze greift in unseren Alltag ein. Zeit also, das Raumklima zu regulieren. Das funktioniert mit altbewährten Tipps ebenso wie mit moderner Technik.
An anderer Stelle zeigen wir euch im Trendblog sechs Tipps, wie ihr ohne Klimaanlage die Wohnung kühlen könnt. Diesmal jedoch geht es um die verschiedene Klimaanlagen.
In ihrer Funktion gleichen sich die Gerätetypen: Sie regulieren die Innenraum-Temperatur. Nur wie sie das machen, ist ganz unterschiedlich. Mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen, die
- Die baulichen Voraussetzungen
- Monoblock: Günstig in Anschaffung, teuer im Unterhalt
- Split-Klimagerät: Fürs Eigenheim
- Die festinstallierte Klimaanlage: Das Rechenspiel
- Wärmepumpen: Unterschätzte Alleskönner
- Luftkühler: Die Behelfslösung
- Das Fazit: Spezialisten für jede Situation
Begriffswirrwarr: Klimagerät, Klimaanlage oder Klimasystem?
Häufig ist die Rede von Klimaanlagen oder -geräten, selten auch von Klimasystem. Während Klimatechniker zwischen den drei genannten Typen unterscheiden, werden sie im landläufigen Sprachgebrauch synonym verwendet.
Die baulichen Voraussetzungen
Ganz ohne Eingriffe in eure Wohnung oder euer Haus geht es nicht. Selbst wenn ihr einen mobilen Monoblock kauft, muss dieser Platz finden. Etwas mehr Planung benötigen die anderen hier vorgestellten Alternativen. Manche setzen einen Wanddurchbruch voraus oder ein Upgrade bestimmter Teile. Klärt vorab, ob ein Einbau möglich ist bzw. euer Vermieter einer Umrüstung zustimmt.
Monoblock: Günstig in der Anschaffung, teuer im Unterhalt
Für sogenannte Monoblöcke sprechen die unkomplizierte Installation und der hohe Bedienkomfort. Die mobilen Geräte bestehen meist aus einer mobilen Einheit, die ihr mit der Steckdose verbindet. Hängt dann den Abluftschlauch durch ein geöffnetes Fenster und überlasst der Anlage die Kühlung und Wärmeableitung.

Die Nachteile sind schnell aufgezählt. Durch das geöffnete Fenster strömt ständig warme Luft ins Zimmer. Und diese muss der Monoblock ebenfalls kühlen. Das Betriebsgeräusch kann außerdem nerven – weshalb viele Modelle nicht für den Dauerbetrieb in Schlaf- und Wohnräumen geeignet sind. Der Stromverbrauch ist ebenfalls recht hoch, und wie viel Wohnfläche der Monoblock kühlt, ist konkret vom Modell abhängig.
Einen Überblick über aktuelle Modelle gibt euch mein Kollege Kay Nordenbrock in seinem Beitrag zu günstigen und unkomplizierten Monoblock-Klimageräten.
Pros | Contras |
günstiger Preis | relativ hoher Stromverbrauch |
schnelle Installation | warme Luft strömt kontinuierlich von draußen nach innen |
wartungsarm | Kühlpotential reicht in der Regel nur für kleine bis mittelgroße Räume |
für Schlafzimmer zu hoher Geräuschpegel |
Split-Klimagerät: Fürs Eigenheim
Split-Geräte funktionieren ähnlich wie Monoblöcke. Der Unterschied liegt in der kostspieligen, fachgerechten Montage. Die Split-Geräte sind fest installiert und setzen einen Wanddurchbruch zwischen Innen- und Außenraum voraus. Im Eigenheim ist das kein Problem, die Installation in der Mitwohnung setzt die Vermieter-Zustimmung voraus. Schließlich ist der Einbau ein Eingriff in die Gebäudestruktur.
Ist der bauliche Weg geebnet, sind weitere Details zu beachten. Leistungsstarke Split-Geräte benötigen einen Starkstromanschluss, der nicht überall vorhanden ist. Ein Zugang zum Außenmodul muss gewährleistet sein, um bei Bedarf das Kältemittel des Kompressors austauschen zu können.
Die Anlage ist in Innen- und Außenmodul geteilt – deshalb die Bezeichnung Split-Gerät. Das Außenmodul komprimiert ein Kühlmittel, dass durch Leitungen ins Innere gelangt und dort verdampft. Dieser Vorgang entzieht der Luft Wärme und senkt so die Temperatur.
Sie sind damit effizienter als die mobilen Geräte. Und weniger lärmbelastend, da der Kompressor im äußeren Teil des Split-Geräts verbaut ist.
Pros | Contras |
effiziente Kühlung auch größerer Räume | Durchbruch zur Installation notwendig |
niedriger Geräuschpegel | Starkstromanschluss benötigt |
vergleichsweise wartungsarm | hoher Stromverbrauch bei Modellen ohne Wärmepumpe |
für Schlafzimmer zu hoher Geräuschpegel |
Die festinstallierte Klimaanlage: Das Rechenspiel
Zentrale Klimaanlagen sind für Haus-Neubauten und langfristig geplante Renovierungen anderen Klimageräten vorzuziehen. Die Temperatursteuerung erfolgt in einem einzigen Gerät, durch das Zu- und Abluft strömen. Ein Kompressor verdichtet ein Kältemittel, bis dieses verflüssigt ist.

Die anschließende Kältemittel-Verdunstung entzieht der vorbeiströmenden Luft die Wärme-Energie. Das Prinzip findet sich auch beim Kühlschrank oder den erwähnen Split-Geräten. Vieles spricht für eine festinstallierte, zentrale Klimaanlage. Die Betriebskosten sind überschaubar, der Lärmpegel faktisch nicht existent und den Kompressor könnt ihr in nahezu jedem Raum einbauen. Der hohe Planungsaufwand und die ebenfalls nicht zu unterschätzenden Installationskosten sind abschreckend.
Pros | Contras |
sehr effiziente Kühlung vieler Räume | aufwendige Installation mit langer Planung |
sehr niedriger Geräuschpegel | aufgrund des Platzbedarfs nicht für jedes Gebäude geeignet |
moderater Stromverbrauch | vergleichsweise hoher Wartungsaufwand |
hohe Kosten |
Wärmepumpen: Unterschätzte Alleskönner
Nahezu geräuschlos und komfortabel können reversible Wärmepumpen für ein angenehmes Raumklima sorgen. Der Name täuscht. Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und das Expansionsventil sorgen eigentlich für Wärme. Kehrt man den Wärmefluss um, kühlt das System. Das allerdings können nur reversible Wärmepumpen. Modelle, denen dieses Feature fehlt, könnt ihr trotzdem mit einer passiven Kühlung nachrüsten.

Doch Obacht: Zwar könnt ihr die Wohnung über die regulären Heizungsrohre und -körper temperieren. Energieeffizient und kostenschonend ist das erst, wenn ihr auf eine Flächenheizung setzt.
Fachliche Beratung beim Wärmepumpen-Einbau bietet euch übrigens Euronics. Niedriger Geräuschpegel und moderater Stromverbraucht sprechen für einen Wärmepumpeneinbau. Der hohe Planungsvorlauf hingegen ist eher negativ zu bewerten.
Pros | Contras |
sehr effiziente Kühlung vieler Räume | aufwendige Installation mit langer Planung |
sehr niedriger Geräuschpegel | aufgrund des Platzbedarfs nicht für jedes Gebäude geeignet |
moderater Stromverbrauch | setzt in der Regel Flächenheizung voraus |
bei vorhandener Wärmepumpe geringe Kosten für Umrüstung | hohe Kosten bei erstmaliger Installation einer Wärmepumpenheizung |
Luftkühler: Die Behelfslösung
Im Handel findet ihr auch Luftkühler. Diese kompakten Geräte arbeiten ohne Abluftschlauch, Kühlmittel und Kompressor. Das klingt zunächst gut, leider hat das zugrunde Konzept einige Nachteile.
Sie kühlen die vorbeiströmende Luft an Wasser oder Eis. Die Kühlungwirkung ist gering, der Energieaufwand hoch und oftmals steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Diese führt zu stärkerem Schwitzen und einem unangenehmen Tropen-Gefühl.
Das Fazit: Spezialisten für jede Situation
Man wünscht es sich so simpel: Klimaanlage kaufen, aufstellen, fertig. Dass es so viele Geräte-Typen und -Anlagen gibt, ist aber auf den zweiten Blick eine gute Sache. So könnt ihr aus einer Vielzahl von Konzepten das für eure Ansprüche und für euren Geldbeutel perfekte Modell auswählen. Fortan sind die Sommer auszuhalten.
Mein Mann und ich können die ständige Hitze im Sommer nicht ertragen und wollen deshalb eine Klimaanlage besorgen. Ich wusste noch gar nicht, dass die Bezeichnung Split bei der Split-Klimaanlage dadurch kommt, dass die Anlage in ein Innen- und Außenmodul geteilt ist. Gut zu wissen, dass die Split-Geräte effizienter als mobile Geräte sind und auch keine Lärmbelastung nach sich ziehen! So ein Gerät kann ich mir für uns auf jeden Fall vorstellen.