500 Grad heiß: Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT im Test

Scharf anbraten mit 500 Grad und Slow Cooking unter dem Deckel. Severin hat einen Elektrogrill entwickelt, der Kohle und Gas überlegen ist.

500 Grad heiß: Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT im Test

Keine Lust mehr auf Grillen mit Kohle? Erst will der Anzünder nicht. Dann heißt es lange warten. Und schließlich zieht auch noch der Kohlegestank in Richtung Tisch. Währenddessen schaut ihr dem Nachbarn zu, wie er nach einer vollen Propanflasche sucht. Sonst protzt er immer mit seinem Gasgrill – und wieviel er dafür gezahlt hat.

Zuverlässig funktioniert dagegen ein guter Elektrogrill – mit Betonung auf gut! Die lästigen Eigenschaften vom Grillen mit Holzkohle oder Gas seid ihr damit los.

Aber aufgepasst: Ich meine nicht so einen halben Toaster, den sich manche zu Silvester auf den Tisch legen. Ich meine eine richtige Grillstation mit festem Unterbau, Haube, mehreren Grillzonen und Thermometer für die Kerntemperatur im Fleisch – und sagenhaften 500 Grad.

Genau das leistet der Severin PG 8106 Sevo GT. Wir haben ihn für euch getestet.

Schnell und heiß: 500 Grad in 10 Minuten

Woher kommt bloß diese enorme Kraft? Der Severin Sevo arbeitet mit ganzen 3.000 Watt. Unter dem Heizelement findet ihr eine für dieses Modell entwickelte Reflektorschale. Sie dient der optimalen Hitzeverteilung unterhalb des Grillguts.

Die Hitze selbst erzeugen zwei Heizschlangen unter dem Rost. Eine erstreckt sich über die gesamte Fläche des Grills. Die zweite schlängelt sich bloß unterhalb der rechten Hälfte. Sie wird optional zugeschaltet. Severin spricht hier von der BoostZone.

Steak mit Grillthermometer auf Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT
Der Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT macht viel Hitze. Mithilfe des Grillthermometers wird das Steak dann auf den Punkt gegart. (Bild: Peter Giesecke)

Der Name ist auch Programm. Mit der vollen Power werden es nicht nur 500 Grad. Diese extrem hohe Temperatur wird auch innerhalb von nur zehn Minuten erreicht. Eine farbige LED zeigt euch den Bereich an, in dem sich die Temperatur aktuell befindet:

  • Blau steht für Standby,
  • Orange für unter 320 Grad,
  • Rot für 320 bis 500 Grad.

Ich hätte das gerne nachgemessen. Doch das Thermometer, das ich für solche Test angeschafft habe, reicht nur bis 380 Grad. Schade. Zumindest kann ich sagen, dass Severins Werbespruch für mich völlig glaubhaft ist: heißer als Gas und schneller als Kohle.

Das Unternehmen bezieht diesen Vergleich auf Gasgrills, die nicht mehr als zwei Heizzonen oder Brenner und keine separate Sizzle-Zone haben beziehungsweise auf den Aufheizvorgang mit Edelstahl-Anzünd-Kaminen, die ohne weitere Hilfsmittel auskommen müssen.

Steak auf dem Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT gegrillt
Dieses schöne Stück Fleisch wurde auf dem Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT zubereitet (Bild: Peter Giesecke)

Mit 500 Grad bekommt ihr dann auch perfekte Brandings hin. Bei meinem Steak waren mir die Streifen allerdings nicht so wichtig. Es sollten sich außen zwar leckere Röstaromen bilden, innen sollte es aber noch schön saftig bleiben. Mithilfe des Kernthermometers habe ich das Steak auf den Punkt hinbekommen – so wie ich es mag.

Slow Cooking mit dem Severin PG 8106 Sevo GT

Bei mir auf dem Balkon habe ich die Variante der Sevo-Reihe getestet, bei der ihr über dem Rost einen Deckel absenken könnt – wie ihr ihn auch von anderen professionellen Grillstationen kennt. Darunter sammelt sich eine feuchte Hitze, die verhindert, dass das Grillgut von oben austrocknet.

Damit könnt ihr den Severin-Elektrogrill auch für Slow Cooking verwenden. Ihr gart das Fleisch dann über lange Zeit bei niedrigen Temperaturen. Die geschlossene Haube sorgt für einen Backofen-Effekt. Ich habe Pulled Pork ausprobiert.

Schweinenacken auf Elektrogrill Severin PG 8106 SEVO GT
Die dunkle Farbe stammt vor allem vom Rub. Ich habe beim Anbraten aber auch die Hitze ein wenig unterschätzt (Bild: Peter Giesecke)

Das Fleisch erhält die gleiche Temperatur von allen Seiten, sodass ihr es nicht mehr wenden müsst. Das Fleisch zieht gleichmäßig durch, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Dann ist es fertig. Das Grillen mit Deckel kennt ihr auch vom traditionellen amerikanischen Barbecue.

Elektro besser als Kohle und Gas

Slow Cooking auf dem Severin PG 8106 Sevo GT funktioniert sogar besser als auf einem Grill mit Kohle oder Gas. Denn dort habt ihr Probleme, die niedrigen Temperaturen zu erzeugen und konstant zu halten.

Bei einem Kohlegrill schwanken die Temperaturen generell stark. Viele Hobbygriller rennen deshalb alle paar Minuten zum Grill, um aufzupassen, dass das Fleisch nicht verbrennt. Oft schichten sie dann hektisch die Kohle um oder ordnen sie in irgendwelchen Formationen an.

Beim Gasgrill bleibt die Gradzahl zwar konstant, doch gerade mit niedrigen Temperaturen hat Gas so seine Probleme. Einige Gasgrille erreichen die auch gar nicht.

Indirektes Grillen – ein Mythos

Viele denken, indirektes Grillen sei eine Voraussetzung für Slow Cooking. Doch das ist ein Irrtum: Indirektes Grillen gleicht lediglich die Nachteile von Kohle und Gas aus.

Pulled Pork
Das Pulled Pork ist sehr schön geworden – auch wenn es noch 1-2 Stunden länger gekonnt hätte (Bild: Peter Giesecke)

Kohle und Gas erzeugen schlichtweg zu hohe Temperaturen für Slow Cooking. Um das Fleisch dem nicht auszusetzen, legt ihr beim indirekten Grillen das Grillgut auf eine Hälfte des Rosts. Die Glut oder die Flamme befinden sich jedoch unter der anderen.

Bei einem Elektrogrill wie dem Severin PG 8106 Sevo GT ist kein indirektes Grillen notwendig, wenn ihr Pulled Pork oder Spare Ribs machen wollt. Dank der Elektronik lassen sich die niedrigen Temperaturen präzise einstellen. Deshalb ist es auch kein Nachteil, dass sich eine der beiden Heizschlangen über die gesamte Fläche des Rosts erstreckt.

Temperatur und Zeit einstellen

Die Temperatur habt ihr übrigens jederzeit im Blick. Auf dem Drehregler befindet sich ein OLED-Display, das die Temperatur im Innenraum in 10-Grad-Schritten von 80 bis 500 Grad anzeigt.

Pulled Pork mit Krautsalat und Brot
Mit einer Reduktion aus Brühe, Apfelsaft und Cidre hat das Pulled Pork nochmal Saft und Farbe bekommen (Bild: Peter Giesecke)

Zusätzlich gibt es zwei Kernthermometer, die die Temperatur im Inneren des Fleisches in 1-Grad-Schritten von 10 bis 300 Grad anzeigen. Sehr schön gelöst: Die Stecker werden von unten in das Gerät gesteckt und können nicht mehr (aus Versehen) herausgezogen werden, wenn das Gerät erst einmal auf dem Tisch steht. Den Timer könnt ihr auf einen beliebigen Wert bis 23 Stunden und 59 Minuten einstellen.

Viel Platz für viel Fleisch

Der Severin PG 8106 Sevo GT ist kein kleiner Elektrogrill. Die Grillfläche misst 41,5 x 31,5 cm. Da ist ausreichend Platz. Der Edelstahl-Rost besteht aus zwei Teilen. Das gesamte Gerät misst 57 cm in der Breite, 54 cm in der Tiefe und 32 cm in der Höhe. Das Stromkabel ist zwei Meter lang.

Elektrogrill Severin PG 8106 SEVO GT
Der Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT bietet viel Platz (Bild: Peter Giesecke)

Viele Teile könnt ihr herausnehmen, um sie einfacher zu reinigen: die Powerbox mit der Heizspirale, drei Reflektorschienen und die Wasserschale. Das SafeTouch-Gehäuse könnt ihr mit einem feuchten Tuch abwischen. Es wird beim Grillen auch nicht heiß, sodass ihr euch nicht daran verbrennen könnt. Ich hatte bei meinem Test immer ein Paar Grillhandschuhe griffbereit liegen, sie aber kein einziges Mal gebraucht.

Ein Elektrogrill – vier Varianten

Severins Elektrogrill-Serie Sevo besteht aus vier Modellen:

In allen vier Modellen steckt die gleiche Power, die die Grillhitze auf 500 Grad bringt. Ich empfehle euch ein Modell mit Deckel. Denn warum solltet ihr auf Pulled Pork verzichten? Wenn ihr nur Steaks und Würstchen braten wollt, braucht ihr den Deckel nicht unbedingt.

Wenn ihr genug Platz auf dem Balkon habt oder im Garten grillen möchtet, empfehle ich euch auch den Grillwagen als Untersatz. Dann habt ihr bereits ausreichend Ablagefläche dabei. Aber wie gesagt: Das hängt von eurem Platz und eurer Vorliebe ab.

Fazit: Uneingeschränkte Empfehlung

Das Grillen mit dem Severin PG 8106 Sevo GT hat enorm viel Spaß gemacht. Vor allem war ich überrascht, dass dieser Elektrogrill so viel besser ist als das Grillen mit Kohle: keine Staubwolke, kein langwieriges Anzünden, kein Warten, keine schwankenden Temperaturen. Und wenn ihr ein Rauscharoma am Fleisch haben wollt, packt ihr euch Räucherschips auf den Elektrogrill. Mit Gas habe ich noch keine Erfahrung.

Der Severin-Elektrogrill wurde genau an den Stellen verbessert, die zu einem bemerkenswert besseren Grillergebnis führen: Boost-Zone mit 500 Grad, zwei Kernthermometer und einen Deckel für Slow Cooking.

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Pulled Pork zubereitet – und ich bin begeistert. Leider musste ich das Fleisch nach 8 Stunden vom Grill nehmen, weil es zu dämmern begann und ich noch Fotos für diesen Testbericht machen musste. Beim Test stand der Grill auf dem Balkon.

Ich hätte es sonst noch 1-2 Stunden länger auf dem Grill gelassen. Es wäre dadurch noch besser geworden. Beim nächsten Mal werde ich das Fleisch über Nacht auf dem Grill lassen. Bei einem Elektrogrill kann da schließlich nichts passieren.

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