Foto: Asus

Gamingsmartphones: Die besten Smartphones für Spieler

Mehr und mehr Smartphones richten sich explizit an Spieler. Gamingsmartphones versprechen mobiles Highend-Entertainment, die besten Komponenten und zum Teil eine Extraportion Coolness. Das bieten die aktuellen Top-Geräte.

Vielleicht genügen schon Blockbuster wie „PUBG“, die manche zum Kauf eines leistungsstarken Smartphones verleiten? Hersteller wie Razer, Asus und Xiaomi sehen offenbar einen wachsenden Markt und bieten für Gamer optimierte Telefone an.

Beste Komponenten und unkonventionelle Alleinstellungsmerkmale sollen vor allem diejenigen ansprechen, die sich auch Gaming-Laptops und monströse Desktop-Rechner mit teuren Grafikkarten zulegen. Ein guter Plan, handelt es sich bei „Gamern“ schließlich um eine Zielgruppe, die gewillt ist, für Qualität und vor allem für Leistung auch zu zahlen.

Was Spielern an Gaming-Smartphones gefallen könnte

Ein Blick auf aktuelle Smartphones, die für Gamer gedacht sind, zeigt einige Auffälligkeiten. Verbaut werden stets die neuesten Prozessoren, die für ein hervorragendes Spieltempo sorgen sollen. Unter 4GB RAM läuft quasi gar nichts mehr – völlig unabhängig davon, ob Apps so viel überhaupt nutzen. Mit weniger als 64GB Flash-Speicher muss sich niemand begnügen, auch gibt’s garantiert einen sehr hochauflösenden Bildschirm.

Auch das ist ein Gamingsmartphone. (Foto: Asus)

Auch das ist ein Gamingsmartphone. (Foto: Asus)

Anders gesagt: Jedes aktuell erhältliche Gaming-Smartphone konkurriert zugleich mit den Spitzen-Smartphones für die „Ottonormalverbraucher“. Aus diesem Grund wählte ich als exemplarisches Beispiel das Sony Xperia XZ2 als Vergleichsgerät in der hier dargestellten Tabelle…

 Razer PhoneXiaomi Black SharkAsus ROG PhoneSony Xperia XZ2
Prozessor (SoC)Qualcomm Snapdragon 835Qualcomm Snapdragon 845Qualcomm Snapdragon 845 (um 200 MHz übertaktet auf bis zu 2,96 GHz)Qualcomm Snapdragon 845
Arbeitsspeicher (RAM):8GB6GB (64GB-Modell) bzw. 8GB (128GB / 256GB-Modell)8GB4GB
Interner Speicher (ROM):64GB (+ microSD-Kartenslot für Karten bis zu 2 TB)64GB - 256GB128GB / 512GB64GB (+ microSD-Kartenslot für Karten bis zu 200GB)
Display:5,7 Zoll IGZO-Display mit 2560 x 1440 Pixeln, HDR & 120Hz-Technologie5,99 Zoll IPS-Display mit 2160 x 1080 Pixeln, 500 nits Helligkeit und 97 Prozent DCI-P3-Farbraum6 Zoll AMOLED-HDR-Display mit 2160 x 1080 Pixeln, 90Hz-Bildwiederholrate und 108.6% DCI-P3-Farbraum5,7 Zoll Full-HD+ HDR IPS-Display mit 2.160 x 1.080 Pixeln
Kameras:Rückseite: Dualkamera (12 MP AF f1.75 & 12 MP AF f2.6 Zoom)
Vorderseite: 8MP FF f2.0
Rückseite: Dualkamera (12 MP und 20 MP mit jeweils f/1.75
Vorderseite: 20 MP mit f/2.2
Rückseite: Dualkamera (2x 12 MP mit 120 Grad Weitwinkel)
Vorderseite: 8 MP
Rückseite: 19 MP mit 1/2,3” Exmor RS Sensor und f2.0
Vorderseite: 5MP mit 1/5” Exmor R Sensor und f2.2
Betriebssystem:Android 8Android 8Android 8Android 8
Akku:4000 mAh4000 mAh4000 mAh3180 mAh
Preis: 749,99 Euro (UVP)Rund 450 Eurotba799 Euro (UVP)

Schaut euch die technischen Angaben an! Ihr seht sicherlich schnell, dass die Unterschiede, auch zum „normalen“ Telefon von Sony, sehr gering ausfallen. Aber ein Gaming-Smartphone macht im Jahr 2018 noch etwas mehr aus. Vor allem die Ansätze von Asus für das ROG Phone zeigen, dass man mehr als nur ein Highend-Smartphone im stylischen Gewand anbieten möchte.

Asus ROG Phone: Das beste Gaming-Smartphone 2018?

Das ROG Phone wurde erst kürzlich auf der Computex 2018 vorgestellt und zeigt, wie gut das Gerät in das Portfolio von Asus‘ Gaming-Sparte „Republic of Gamers“ (ROG) passt. Auf der Rückseite befindet sich das stylische Logo, das beleuchtet ist und sich farblich individualisieren lässt. LED-Spielereien – wer liebt sie nicht?

Das ROG Phone ist erst einmal ein Smartphone mit Android 8. (Foto: Asus)

Das ROG Phone ist erst einmal ein Smartphone mit Android 8. (Foto: Asus)

Abseits dieser Tatsache gibt’s auch hier eine hervorragende Ausstattung. So verfügt das ROG Phone über zwei USB-Type-C-Ports. Einer ist an der Seite platziert und ermöglicht das Anschließen von Erweiterungen für HDMI-Ausgang, zusätzliche USB-Ports für Tastatur sowie Maus und sogar Gigabit-Ethernet. Das Display glänzt mit einer flotten 90Hz Bildwiederholrate und Reaktionszeiten von 1ms.

Highlights sind die separat erhältlichen Dockingstationen. Durch das Mobile Desktop Dock wird das ROG Phone zu einem Desktop-Ersatz auf Android-Basis. Der Gamevice Controller mit WiGig Dock macht aus dem Telefon eine Handheld-Konsole mit Analogsticks und Controllern sowie zum Wireless-Streamingplayer für den Fernseher. Dank Unterstützung von WiGig (802.11ad G0 GHz WIFI 2×2 MIMO) sei schnurloses Übertragen von Gaming-Inhalten auf TV-Geräte mit Empfänger überhaupt kein Problem, sagt Asus.

Und da ist noch das Twinview-Dock, mit dem das ROG Phone zu einer Art Handheld-Maschine im Stil des Nintendo 3DS mutiert. Ein zweites Display zeigt zusätzliche Inhalte beim Spielen an. Reizvolles Konzept – sofern Spiele diese Erweiterungen überhaupt nutzen.

Ein wenig „verrückt“ und spannend ist das spezielle Kühlsystem mit der Bezeichnung 3D Vapor-Chamber. Das ist ein Aufsatz mit Lüfter, der auf der Rückseite des ROG Phone befestigt wird. Er ermöglicht das Übertakten des ohnehin schon enorm flotten Qualcomm Snapdragon 845 Chips um 200 MHz. Dies ist bezogen auf die theoretische Performance ganz klar ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz, die auf den gleichen Chip setzt.

Razer Phone: Der Vorreiter vom Vorjahr

Schon vor Jahren kündigten diverse Hersteller ihre Gamingsmartphone-Konzepte an, zum Beispiel Acer das Predator 6 auf der IFA 2015. Doch die Zubehör-Profis von Razer wagten sich zuerst mit einer waschechten Lösung in das noch sehr junge Segment. Das Razer Phone ist seit Ende 2017 erhältlich und mittlerweile nicht mehr ganz taufrisch.

Im Inneren werkelt ein Qualcomm Snapdragon 835, der zwar noch immer über fast jeden Zweifel erhaben ist, aber sich gegenüber dem Snapdragon 845 geschlagen geben muss. Ob Anwender etwas davon mitbekommen? Ich gehe eher nicht davon aus.

Eine echte Stärke ist das 5,7 Zoll IGZO-Display mit 2560 x 1440 Pixeln. Das besitzt eine 120 Hz-Technologie, die flüssigere, schärfere Bewegungen verspricht. Weniger Lags und Tearing – auch zwei Dinge, die für Spieler relevant sind. Razer ist bemüht, allerlei Spieleentwickler für „exklusive“ Spiele zu gewinnen, die Gebrauch von den Möglichkeiten des Bildschirms machen. Immerhin.

Razer Phone: Wer braucht eigentlich ein Gaming-Smartphone?

Interessant: Das Razer Phone wurde schon im Preis gesenkt, teils ist es für 100 Euro weniger als ursprünglich zu haben.

Xiaomi Black Shark: Billiges aus China

Xiaomi kopiert gerne alles, was gerade beliebt ist oder zu einem Trend werden könnte. Die Ankündigung des Black Shark im April 2018 war daher keine gewaltige Überraschung. Gegenüber dem Razer Phone oder dem ROG Phone bekommen Käufer keine besonderen Höhepunkte, dafür aber ein potentes Smartphone zum Preis von deutlich unter 500 Euro. Auch hier verrichtet ein Snapdragon 845 mit mindestens 6GB RAM seinen Dienst. Wer mag, erwirbt für 25 Euro extra eine Controller-Einheit zum Einschieben.

Das Black Shark mit optionaler Controller-Einheit. (Foto: Xiaomi)

Das Black Shark mit optionaler Controller-Einheit. (Foto: Xiaomi)

Eigene Ideen sehe zumindest ich nicht. Dafür aber lockt der niedrige Preis und für manche vielleicht sogar der Name Xiaomi, der hierzulande an Bedeutung gewinnt.

Normales Smartphone als Gaming-Smartphone verwenden?

Nach wie vor bin ich etwas skeptisch, ob ich als Spieler überhaupt ein Gamingsmartphone benötige. Zugegeben: Das ROG Phone gefällt mir in dieser noch überschaubaren Liste am besten, da sich die Verantwortlichen sichtlich viele Gedanken gemacht haben, um ein Android-Smartphone für Hardcore-Gamer in ein begehrenswertes Objekt zu verwandeln.

Ein Galaxy S9 ist sicherlich nicht weniger attraktiv für Spieler - bezogen auf die Leistung auf keinen Fall. (Foto: Samsung)

Ein Galaxy S9 ist sicherlich nicht weniger attraktiv für Spieler – bezogen auf die Leistung auf keinen Fall. (Foto: Samsung)

Genau hier stelle ich mir die Frage: Brauchen wir Gaming-Smartphones mit allerlei Schnickschnack? Wo ist der Unterschied zu einem OnePlus 6, zu einem Samsung Galaxy S9 oder einem (beliebigen) anderen Smartphone aus der Oberklasse? Zum Beispiel dem hier erwähnten Sony Xperia XZ2 oder dem LG V30.  Einige Anbieter, unter anderem Samsung, integrieren bereits seit Jahren einen Gaming- bzw. Leistungsmodus für mehr „Power“ beim Spielen sowie bei VR.

Meiner Meinung nach sollten Gamer in erster Linie auf den Prozessor, die Displayqualität und den Arbeitsspeicher achten, weniger auf die Features, die im Alltag womöglich gar nicht dringend gebraucht werden. 512GB ROM benötige ich nicht, wenn ein Speicherkartenslot vorhanden ist. Und streicht man die Spielereien wie Übertaktungselemente, Dockingstationen und LED-Effekte weg, macht es am Schluss kaum einen Unterschied, ob leidenschaftliche Spieler zu einem Gamingsmartphone oder einem womöglich sogar deutlich günstigeren „Standard“-Handy greifen.

Ich denke andererseits, dass zunehmend ein Markt entsteht, der aufregend werden könnte. Im Jahr 2018 ist ein Gamingsmartphone in erster Linie ein Highend-Smartphone mit zusätzlichen Gimmicks, die nicht für einen hochwertigen Spielgenuss benötigt werden. Oder seht ihr das anders?

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