Nostalgie-Tech: Nicht ohne meine Sony Nex-3

Sie ist alt, weit davon entfernt perfekt zu sein und wird bald durch ein besseres Modell ersetzt. Trotzdem kommt Trendblogger Jürgen Vielmeier nicht von seiner Sony Nex-3 los. Und er stellt die Frage: Geht es der/dem geneigten LeserIn mit manchen Liebhaberstücken genauso?

Nostalgie-Tech: Nicht ohne meine Sony Nex-3

Bei mir ist gerade Frühjahrsputz, und das betrifft auch Technik. Alles, was ich nicht wirklich brauche, kommt weg. Zwei Systemkameras hatte ich für unterschiedliche Zwecke. Bei der ersten fackelte ich nicht lange, ich tauschte sie ein. Dann fiel mir meine Sony Nex-3 in die Hand.

Historisch: Sonys erste spiegellose Systemkamera

Die Nex-3 war von Anfang an nur für Einsteiger konzipiert. Knapp 500 Euro der Neupreis, als sie im Mai 2010 zusammen mit ihrem Schwestermodell Nex-5 auf den Markt kam. Sony hatte hier Geschichte geschrieben: Nex-3 und Nex-5 waren die ersten spiegellosen Systemkameras der Japaner und die ersten mit dem heute noch verwendeten E-Mount.

Eine echte Konkurrenz für Sonys Spiegelreflexkameras und die bald folgende Serie mit halbdurchlässigem Spiegel sollten die ersten Nex-Modelle allerdings nicht sein. Der Funktionsumfang war limitiert, die Bedienung fummelig, Prozessor und Reaktionszeit waren nicht die allerschnellsten, um es freundlich zu formulieren. Es fehlten Einstellrädchen, ein Sucher, und ISO 200 war tatsächlich schon das untere Limit.

Bildsensoren grafisch dargestellt: Vom Mini-Smartphone-Sensor bis zur Vollformatkamera

Mehrmals hatte ich sie in der Hand, wollte sie weggeben, machte noch ein paar letzte Fotos – und dann hatte sie mich wieder, dank ihrer erstaunlichen Bildqualität. Sony hatte sich den Scherz erlaubt, in diese bestenfalls für durchschnittlich anspruchsvolle Amateurfotografen gedachte Kamera einen vergleichsweise riesigen APS-C-Sensor einzubauen.

Eine Exotin zwischen all den Canons und Nikons

Zwischen einfachen Kompaktkameras und professionellen Vollformatkameras ist das schon mehr als der habe Weg. Und so konnten selbst Einsteiger plötzlich hervorragende Fotos mit künstlerischer Unschärfe knipsen. Ganz nebenbei bekam ich die Nex-3 im Jahr 2012 gebraucht mit einem ganz passablen Zoomobjektiv (18-55mm, f/3.5-5.6). Dass sie außerdem in einem durchaus schlanken und leichten Gehäuse daherkommt, macht sie nicht weniger attraktiv.

Klein und kompakt ist sie: Meine Sony Nex-3
Klein und kompakt ist sie: Meine Sony Nex-3

Jedes Mal also gab ich ihr eine neue Chance und probierte neue Dinge aus. Wie die fantastische Spielerei Hochkontrast-Monochrom, die jedes Bild plötzlich künstlerisch wertvoll aussehen lässt. Ich legte ISO und Weißabgleich auf die Schnellwahltasten, um den Mangel an mechanischen Wahlrädern zumindest halbwegs zu kompensieren.

Einmal nahm ich die Nex-3 sogar mit auf ein Fotoseminar. Der Dozent war so erstaunt, zwischen den ganzen Canons und Nikons eine solche Exotin anzutreffen, dass er eine ganze Weile damit herumspielte und sich später bei der Auswertung der Bilder hocherstaunt über die gute Bildqualität zeigte.

Nachfolger endlich mit schneller Bildfolge

Meine andere Systemkamera tauschte ich auf einem Online-Portal für einen guten Deal gegen eine Vollformatkamera ein – die ebenfalls schon etwas ältere Sony Alpha 7. Da beide das gleiche Mountsystem verwenden, habe ich mir nun sogar noch einmal probeweise ein günstiges, neues Objektiv eines Drittanbieters gekauft.

Fehlende Einstellrädchen machen die Sony Nex-3 etwas umständlich zu bedienen. Das haben die Nachfolger besser gelöst.
Fehlende Einstellrädchen machen die Sony Nex-3 etwas umständlich zu bedienen. Das haben die Nachfolger besser gelöst.

Zwar hat Sony die Nex-Serie 2014 offiziell eingestellt. Verbesserte, direkte Nachfolger gibt es aber bis heute: die Alpha-5000-Serie (ohne Sucher) und die Alpha-6000-Serie (mit). Darunter ist zum Beispiel die Alpha 6300, die mit einem besonders schnellen Autofokus wirbt – eine echte Verbesserung gegenüber meiner Nex.

Für anspruchsvollere Aufnahmen wird die Alpha 7 meine Nex-3 ersetzen, klar. Aber wenn es um eine gute Reisekamera geht, wird es die Sony Nex-3 bleiben. Sie hat nun nahezu keinen Restverkaufswert mehr, sie ist halbwegs robust, handlich sowieso. Ich bin mir ihr vertraut und weiß, wie ich gute Bilder mit ihr schieße. Ich werde sie behalten, egal wie alt sie ist und welche Nachteile sie hat. Warum? Weil sie mir doch immer wieder Freude bereitet hat, mehr als einmal.

Habt ihr auch ein solches technisches Gerät, das eigentlich längst zum alten Eisen gehören müsste, von dem ihr aber einfach nicht loskommt? Schreibt es mir in den Kommentaren!

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9 Kommentare zu “Nostalgie-Tech: Nicht ohne meine Sony Nex-3

    1. Ich glaube, da lohnt sich ein Vergleich, selbst wenn das Pixel 2 XL schon eine der besten Smartphone-Kameras auf dem Markt ist.

    1. Zuerst die A7 und dann die a6000. Die A7 ist meine Portraitkamera, die wird mit manuellen Objektiven, die adaptiert werden,benutzt. Und die A6000 ist meine Actionkamera, da werden Autofokusobjektive dran verwendet. Sehr schnell das Ding.
      Gruß

  1. Ich hatte die NEX-5 seinerzeit wegen des Designs gekauft. – Kann man sich in Technik und Design verlieben? – Da ich nun schon E-Mount-Objektive hatte, blieb ich bei der Alpha-Serie und habe mir die NEX-7 (hauptsächlich wegen des Suchers) zugelegt. Schlussendlich benutze ich die Alpha 6500 wegen des inneren Stabilisators und der GPS-Tauglichkeit übers Smartphone. Vielleicht bin ich ein Nerd, aber da ich nun ein Superweitwinkel habe, legte ich mir – als Zweitkamera! – eine Alpha 7 zu. Die Urversion ohne weitere Extras, mir kam es nur auf den größeren Sensor an, weil der den Weitwinkel nicht mit einem Cropfaktor „aufweicht“.

  2. Auch ich schätze meine Nex 3. Wenn Sie mögen, sehen Sie sich mal auf YouTube den Film „Königsmord“ an, den ich komplett mit der Nex 3 gedreht habe. Ganz phantastische Bildqualität. Ich verwende auch mit Hilfe eines Brennweitenreduzierers meine Nikon-Objektive und mit Adapter sogar die Mittelformatobjektive der Pentacon Six. Ich kann Ihrer Begeisterung für diese wunderbare Kamera nur uneingeschränkt zustimmen. Mit besten Grüßen, Richard J. Herler

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