Elektroroller: Vorteile und Nachteile

In Zukunft fahren wir elektrisch, auch mit Mopeds und Motorrollern. Bei vielen Vorteilen haben die Elektroroller aber zwei gravierende Nachteile: Flexibilität und Preis.

Elektroroller: Vorteile und Nachteile

Vielleicht stellt ihr euch die Frage, ob ihr eure benzinbetriebene Vespa gegen einen schicken neuen Elektroroller eintauschen solltet. Ihr habt aber noch Vorbehalte? Wir zeigen euch hier ehrlich die Vor- und Nachteile auf. Elektrofahrzeuge belasten die Stadtluft nicht, sie beschleunigen schnell und sind leise. Flexibler und günstiger bleiben aber vorerst noch benzinbetriebene Roller.

Elektroroller-Vorteile

  • Schwungvolle Anfahrt
  • Sehr dynamische Beschleunigung
  • Keine Schaltung notwendig, auch keine Automatik
  • Leise
  • Sauber
  • Bessere CO2-Bilanz als benzinbetriebene Roller
  • Bestes Fahrgefühl
  • Schöne Designs, teils Retro
  • Moderne Displays
  • Fortschrittliche Akkutechnik
  • Hohe Effizienz, häufig Energiesparmodus
  • Im Vergleich zu Autos außerdem eine viel einfachere „Parkplatz“suche

Elektroroller bieten meist tolle Fahreigenschaften, denn Elektromotoren funktionieren ohne Schaltgetriebe – auch ohne automatisches. Ihr könnt also direkt voll aufdrehen und lasst so manches andere Gefährt im Straßenverkehr beim Anfahren einfach stehen. Bei der Govecs E-Schwalbe etwa ist das der Fall.

Schicker Elektroroller in Rot. Bild: Emco
Schicker Elektroroller in Rot. Bild: Emco

Sie verbrauchen kein Benzin, womit Elektroller im laufenden Betrieb auch kein CO2 erzeugen (für die Bereitstellung des Stroms und bei der Herstellung gleichwohl schon). Ohne einen Benzinmotor sind sie flüsterleise unterwegs. Ihr hört nur ein wenig das Surren von Motor und Antrieb.

Praktisch ist es, wenn ihr die Akkus der elektrischen Motorroller herausnehmen und zu Hause oder im Büro laden könnt, wie etwa bei Kumpan-Mopeds, Niu-Scootern oder auch den Modellen von Unu. Die Möglichkeiten bieten aber leider nicht alle Elektroroller; die bereits genannte E-Schwalbe zum Beispiel nicht.

Insgesamt sind Elektroroller eine tolle Bereicherung für den modernen Pendelverkehr.

Elektroroller-Nachteile

  • Eher geringe Reichweite
  • Weniger Flexibilität
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Lange Ladezeit
  • Für andere Verkehrsteilnehmer nicht hörbar

Elektroroller der Spitzenklasse mit mehreren modernen Akkus schaffen auch eine Reichweite von 100 km oder mehr. Das ist aber leider die Ausnahme. Realistischer sind 30-50 km mit einem Akku. Für eine Fahrt vom Speckgürtel in die Innenstadt sollte das reichen. Zum Pendeln in den Nachbarort könnte es da aber schon knapp werden. Und für eine Überlandstour eignet sich das kaum, weil es Stunden dauert, um einen Akku wieder aufzuladen.

Viele Hersteller bieten ihre Roller mit einem Extra-Akku an – doch moderne Li-On-Akkus schlagen nicht selten mit Preisen um 1.000 Euro zu Buche.

Teurer Spaß

Womit wir bei einem weiteren Nachteil wären: Elektroroller sind nicht selten ganz schön teuer. Premium-Modelle wie die E-Schwalbe oder die Kumpan-1954-Serie schlagen mit Preisen zwischen 5.000 und 8.000 Euro voll aufs Konto. Eine benzinbetriebene Vespa Sprint oder Primavera bekommt ihr voll ausgestattet zwischen 3.000 und 4.000 Euro.

Natürlich gibt es auch günstigere Elektromopeds wie von Emco, Vässla oder Niu. Im Schnitt aber sind E-Mopeds immer ein wenig teurer als Benzinvarianten.

Einer der großen Vorteile der Fahrzeuge ist gleichzeitig auch ein Nachteil: Anders als auf einer knatternden Vespa machen Elektroroller kaum Geräusche. Andere Verkehrsteilnehmer hören euch damit nicht und reagieren zu Weilen erschrocken, wenn sie euch im letzten Moment erst wahrnehmen. Hier solltet ihr mit einer defensiven Fahrweise gegensteuern.

Haben Elektroroller die bessere Ökobilanz?

Die Ökobilanz der kleineren E-Scooter ist umstritten. Besser als die hassgeliebten Leihscooter in Städten ist es ohnehin, wenn ihr euch einen E-Scooter selbst kauft und den möglichst lange fahrt. Und wie ist das mit den größeren Elektrorollern?

Verlässliche Studien gibt es hier leider noch nicht. Wir können aber eine Untersuchung des Umweltbundesamts für Pedelecs aus dem Jahr 2014 zur Hilfe nehmen. Das ermittelte für Elektrofahrräder einen CO2-Ausstoß von 0,56 kg pro 100 km für die Bereitstellung des Stroms. Dazu kommt noch einmalig ein CO2-Ausstoß von 55 kg pro 1 KWh Batterie für Li-On-Akkus.

Elektroroller sind noch einmal deutlich schwerer als E-Bikes und sie verfügen über eine höhere Akkuleistung von etwa 2 oder 3 KWh. Nehmen wir nun noch die schwereren Bauteile hinzu, können wir mit einmalig 300 bis 500 kg CO2 für die Herstellung rechnen und mit 4 kg CO2 pro 100 km Laufleistung. Das zumindest, wenn der Strom kein reiner Ökostrom ist, sondern der bundesdeutsche Energiemix zu Grunde liegt.

Elektromotoren nur halb so sparsam

Und ein benzinbetriebener Motorroller? Auch hier greifen wir auf Schätzwerte zurück. Motor und Bauteile dürften bei der Herstellung etwa die Hälfte an CO2 erzeugen wie ein Elektroroller. Denn die aufwändige Produktion des Akkus fällt weg. Wir nehmen also etwa 150 bis 250 kg CO2 an. Eine Vespa benötigt dazu im laufenden Betrieb etwa 3 Liter Benzin auf 100 km. Das wären nach Rechnung des Umweltbundesamts etwa 8 kg CO2 pro 100 km.

Grob überschlagen hat damit ein neuer Elektroroller nach etwa 5.000 km einen neuen Benzinroller in puncto CO2-Verbrauch überholt. Ihr habt noch eine funktionstüchtige Vespa, aber wollt wechseln? Dann lohnt sich die Neuanschaffung eines E-Mopeds erst nach 9.000 km.

Das ist nicht wenig. Wollt ihr also eine Vespa mit einem Elektroroller ersetzen, lohnt sich das vor allem für Vielfahrer; nicht, wenn ihr nur ein paar dutzend Kilometer im Jahr damit fahrt.

Beitragsbild: Ebility/Kumpan

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