Sennheiser Momentum II

Augen auf beim Kauf: Bluetooth-Kopfhörer mit aptX-Logo liefern den besseren Sound

Bluetooth sollte ursprünglich Daten übertragen, nicht Musik in hoher Qualität. Mit der Erweiterung aptX reicht der Sound nun aber an CD-Qualität heran. Doch nicht alle Smartphones, Lautsprecher oder Kopfhörer beherrschen den Codec.

Kann ein Bluetooth-Kopfhörer überhaupt guten Sound erzeugen? Wer im Laden steht, um probezuhören, wird feststellen, dass es immer mehr Headsets gibt, die ohne Kabel auskommen – vor allem bei hochwertigen Geräten. Dabei weiß man doch, dass das Problem nicht der Kopfhörer ist, sondern die Verbindung. Bluetooth wurde nicht gemacht, um Musik in guter Qualität zu übertragen. Mit der Bluetooth-Erweiterung aptX gibt es aber schon länger einen Audio-Codec, der robuster ist und einen Hörgenuss fast in CD-Qualität ermöglicht. Wenn allerdings der Kopfhörer nichts taugt, kann auch aptX nichts daran ändern.

Bessere Komprimierung

aptX (früher auch apt-X) komprimiert die Daten stärker als dies bei Bluetooth ursprünglich der Fall war. Im Normalfall nutzt Bluetooth für die Audioübertragung SBC, was für Low Complexity Subband Coding steht. Der Codec wurde geschaffen, um Telefonate vom Handy aufs Headset weiterzuleiten. Dabei reichte es, sich gegenseitig zu verstehen. Doch wurde auf diese Weise Musik übertragen, hörte sie sich ziemlich flach an. Der Codec musste den Audiostream stark komprimieren, da die Datenraten gering waren. SBC nimmt wie bei der MP3 diejenigen Frequenzen weg, die der Mensch sowieso nicht hört (psychoacoustic modeling). Bei der gleichen Bitrate führt SBC aber zu einem schlechteren Ergebnis als MP3.

aptX soll Musikgenuss per Bluetooth ermöglichen (Gif: Qualcomm)

aptX soll Musikgenuss per Bluetooth ermöglichen (Gif: Qualcomm)

Bluetooth 4.x brachte schließlich höhere Datenraten, kürzere Reaktionszeiten, einen geringeren Energieverbrauch und damit auch die Möglichkeit, aptX einzusetzen. Der Codec komprimiert zwar ebenfalls die Daten, doch nach der Dekomprimierung bleiben geringere Verluste als bei SBC. Dafür setzt aptX auf das ADPCM-Verfahren, das mit weniger Bits pro Sample auskommt. Der Codec nutzt proprietäre Algorithmen, die von der Qualcomm-Tochter CSR lizensiert werden und daher für jeden Gerätehersteller, der aptX einsetzt, zu Kosten führen.

Wenn sich nun zwei Geräte über Bluetooth miteinander verbinden, wird der passende Audiocodec automatisch gewählt. Dabei kommt eine Verbindung per aptX nur zustande, wenn beide Geräte diesen Codec beherrschen. Ihr solltet also beim Kauf darauf achten, dass das Gerät das aptX-Logo trägt. Am besten lest ihr vorher in den Specs nach oder fragt im Laden.

Kabelfreiheit gewinnen

Wunder dürft ihr von aptX allerdings nicht erwarten. Im direkten Vergleich mit einer Kabelverbindung gewinnt immer noch das Kabel. Doch die gewonnene Bewegungsfreiheit könnte es euch wert sein. Ich persönlich habe aptX schätzen gelernt, als ich mein Sony Z5 compact mit meinem Bose QuietComfort 35 gekoppelt habe. (Update: Der Bose QuietComfort 35 unterstützt kein aptX. Mehr dazu in den Kommentaren.) Per NFC ging das extrem schnell, seitdem finden sich beide Geräte auf Anhieb. An der Audioqualität habe ich nichts auszusetzen. Dabei muss ich hinzufügen, dass ich nicht als audiophil gelte und mir die Kopfhörer vor allem angeschafft habe, um mich in lauten Umgebungen abzuschotten.

Am aptX-Logo könnt ihr die passenden Geräte erkennen (Bild: Qualcomm)

Am aptX-Logo könnt ihr die passenden Geräte erkennen (Bild: Qualcomm)

Am Laptop nutze ich nach wie vor kabelgebundene Ohrstecker und auch am Smartphone, wenn ich auf dem Sofa liege und einen Podcast höre. Fahre ich allerdings mit dem Zug, dann schätze ich an meinem Bose QC35 nicht nur das Active Noise Cancelling, sondern auch die Kabelfreiheit. Den besten Klang muss ich dann nicht haben, Hauptsache ich höre die Leute nicht quatschen. Gegenüber meinem alten Headset ein klarer Gewinn. Ich bin also zufrieden.

Kopfhörer und Lautsprecher mit aptX

Bluetooth-Verbindung werden vor allem mit mobilen Geräten genutzt. Smartphone, Tablet und Laptop sind dann die Audioquelle, auf denen die Musik gespeichert ist. Gekoppelt werden damit Lautsprecher für draußen oder Kopfhörer bzw. Headsets. Da aptX nur eine optionale Bluetooth-Erweiterung ist, findet sich der Codec vor allem in hochwertigen Geräten – zum Beispiel in den Lautsprechern Marshall Woburn (groß) und Denon Envaya (klein), aber auch in der Soundbar Denon DHT-S 514. Aber auch die Kopfhörer B&O PLAY BeoPlay H7 und Sony MDR 10 RBTB sind aptX-fähig.

Auch der Marshall Woburn lässt sich per Bluetooth aptX ansteuern (Bild: Marshall)

Auch der Marshall Woburn lässt sich per Bluetooth aptX ansteuern (Bild: Marshall)

Auf der Website aptx.com sollen zwar alle Geräte aufgelistet sein, die aptX beherrschen, doch bei einigen Stichproben musste ich feststellen, dass die Liste nicht vollständig ist. Ihr könnt dort also passende Geräte finden, falls ihr aber schon ein anderes ins Auge gefasst habt, fragt lieber die Suchmaschine. Iphone und iPad beherrschen aptX bis heute übrigens nicht, Apple setzt auf Airplay. Wer sich nun nicht gleich einen neuen Bluetooth-Kopfhörer anschaffen möchte, kann auch seinen alten bluetoothfähig machen, indem er mit dem Jack Bluetooth-Adapter verbunden wird, der sich einfach an die Jacke stecken lässt und auch über aptX funkt.

Wie gut der Klang mit aptX ist und ob er wie versprochen an CD-Qualität heranreicht, könnt ihr selbst testen: Ihr verbindet einen aptX-fähigen Kopfhörer oder Lautsprecher nacheinander mit zwei Smartphones – eines beherrscht aptX, das andere nicht. Nacheinander das gleiche Lied abspielen. Am besten auch mehrere Stücke, die in unterschiedlicher Qualität komprimiert wurden. Vielleicht findet ihr ja eure Traumkombination.

Beitragsbild: Sennheiser

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4 Kommentare zu “Augen auf beim Kauf: Bluetooth-Kopfhörer mit aptX-Logo liefern den besseren Sound
  1. Hallo,
    ich kann mich dem nur anschließen.
    Ich habe mir den Sennheiser PXC-550 gekauft und bin einfach nur begeistert.
    Was Sound an geht bin ich als DJ echt ziemlich verwöhnt und kann den Unterschied mit aptx deutlich hören.
    Ich würde nie wieder einen Bluetooth Kopfhörer ohne aptx kaufen.
    Gruß Freddy

  2. Avatar

    Hey,
    richtig hilfreiche Seite! Setze mich in letzter Zeit selbst auch mega viel mir Kopfhörern auseinander und finde Bluetooth ist einfach ein muss mittlerweile. Habe mich aber für den Bose QuietComfort 35 entschieden, weil er eben noch Noise Cancelling bietet.
    Mega Seite und weiter so! 🙂
    Gruß,
    Tobias

  3. Der Beitrag hier ist ja nett gemeint, aber: „Ich persönlich habe aptX schätzen gelernt, als ich mein Sony Z5 compact mit meinem Bose QuietComfort 35 gekoppelt habe.“

    Wie soll das denn bitte gehen, wenn der QC35 kein aptX unterstützt? Mag zwar sein, dass die Verbindung super ist, aber eine Bewertung von aptX solltest du dir bitte sparen, da dieser Kopfhörer den Standard nicht unterstützt. Solches Basiswissen über das Produkt hätte ich eigentlich erwartet bzw. eine entsprechende Recherche bevor hier Fehlinformationen preisgegeben werden.

    Dies schmälert den ansonsten guten Beitrag.

    Grüße

    • Das war in der Tat mein Fehler bei der Recherche.

      Die Produktseite des QC35 führt kein aptX auf. Auf der aptX-Website ist Bose auch nicht als Partner gelistet:
      https://www.aptx.com/products?field_product_category_tid=125

      Mich hat wohl tatsächlich die gute Verbindung zu dem Glauben verleitet, dass dies an aptX liege. Auch kannte ich den QC35-Test von AndroidPIT, der den gleichen Fehler gemacht hat. Nichtsdestotrotz hätte ich bei der Pressestelle von Bose nachfragen und diesen Punkt klären müssen.

      Vielen Dank für den Hinweis!

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