Telekom Magenta TV

Magenta TV: Telekom öffnet neues Fernsehangebot für alle

Die Telekom öffnet ihren neuen Videodienst Magenta TV auch für Nicht-Kunden. Interessant ist dabei die Megathek, eine Sammlung von Inhalten von ARD und ZDF.

Bei der Deutschen Telekom geht heute Magenta TV an den Start, der offizielle Nachfolger von Entertain TV. Neu ist vor allem, dass das Angebot aus Serien und Filmen künftig auch für Nicht-Telekom-Kunden zur Verfügung steht. Die neu geschaffene Megathek mit alten Serienfolgen von ARD und ZDF ist ein kleines Schmankerl obendrauf. Unter anderem gibt es dort 200 alte „Tatort“-Folgen zu sehen.

Was ist Magenta TV?

Magenta TV ersetzt das bisherige Telekom-Streaming-Angebot Entertain TV. Für einen Monatspreis von 7,95 Euro haben Nutzer hier Zugriff auf Serien und Filme, die die Telekom teils exklusiv erworben oder mitfinanziert hat. Das Angebot ist monatlich kündbar.

Magenta TV soll dabei als Browser-Version sowie als App für iOS und Android zur Verfügung stehen. Über den Streaming-Stick Google Chromecast lassen sich die Inhalte auch auf einen Fernseher übertragen. Die Folgen sollen sich in den Apps auch offline speichern lassen, damit man sie unterwegs sehen kann. Eine TV-Box wie bei Entertain TV soll nicht mehr zwingend notwendig sein, kann jedoch hinzugebucht oder – wenn schon vorhanden – weiter genutzt werden.

Für wen ist Magenta TV?

Anders als Entertain TV ist Magenta TV nicht mehr für Telekom-Bestandskunden reserviert. Man muss auch keine Internet- oder Mobilfunkverbindung beim rosa Riesen aus Bonn haben. Es lässt sich hierfür ein separater Account anlegen.

Bei der Software-Oberfläche orientiert sich die Telekom an ähnlichen Angeboten wie denen von Apple TV, Amazon Prime Video und Netflix. Die Kombination von Mediathek und Live-TV-Sendern erinnert derweil an Sky Ticket, geht aber über dessen Funktionalität hinaus.

Welche Inhalte bietet Magenta TV und was ist die Megathek?

Bereits im vergangenen Jahr sicherte sich die Telekom Exklusivrechte für Entertain TV, wie für die dystopische Erfolgsserie „The Handmaid’s Tale“. Bisherige Angebote bleiben auf Magenta TV verfügbar. Neue Serien sind etwa die von der Telekom co-produzierte deutsche TNT-Serie „Arthurs Gesetz“. Hinzu kommt in Kürze auch „Deutsch-Les-Landes“ mit Christoph-Maria Herbst.

Daneben sind weitere US-Erfolgsserien hier empfangbar, die teilweise auch auf anderen Streaming-Kanälen zu finden sind, etwa „The Walking Dead“ oder „Legacy“. Film- und Sportpakete lassen sich zusätzlich kostenpflichtig hinzubuchen – etwa auch die Bundesliga über Sky. Daneben gibt es 75 Live-TV-Kanäle von ARD und ZDF bis ProSieben und RTL, 45 davon sollen in HD-Qualität empfangbar sein.

Die Megathek als Teil von Magenta TV bietet ältere Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF. Darunter sind einige deutsche Serien der vergangenen Jahre wie „Ku’damm“, „Unsere Mütter, unsere Väter“ und als besonderer Leckerbissen 200 alte „Tatort“-Folgen.

Mit wem konkurriert die Telekom bei Magenta TV?

Die Telekom möchte mit Magenta TV keine Konkurrenz für die Videoplattformen Netflix und Amazon Prime sein, sie sieht sich als übergeordnete Instanz. Tatsächlich lassen sich beide Angebote auch über Magenta TV hinzufügen. Dem einen oder anderen könnte aber natürlich das Angebot der Telekom schon ausreichen, so dass er auf das ähnlich teure Netflix oder Amazon Prime Video verzichtet.

Die Telekom sammelt hier aber auch Punkte gegen die deutsche Online-Videothek Maxdome, sowie gegen die Bezahlangebote der Live-TV-Angebote Zattoo und Magine, sowie gegen ähnliche Angebote der Kabelnetzbetreiber und Telekom-Konkurrenz Vodafone und UnityMedia.

Warum nun der Schritt zu Magenta TV?

Der größte Unterschied zu Entertain TV ist die Entkopplung von einem Telekom-Vertrag. Damit steht Magenta TV potenziell allen Menschen in Deutschland zur Verfügung. Das dürfte das Wachstum beschleunigen. 3,3 Millionen Abonnenten hat die Telekom mit Entertain TV in einem Jahr gewonnen. Nun strebt man 10 Millionen Kunden an.

Derartige Videoplattformen lassen sich nur über ein stetiges Wachstum finanzieren. Netflix etwa investiert jährlich Milliarden in neue Videoangebote und hofft, dass das Kundenwachstum die Kosten gegenfinanziert.

Fairer Kompromiss Megathek?

Dass es ältere, öffentlich-rechtliche Inhalte nun in der Megathek dauerhaft zu sehen gibt, wirft noch einmal die Frage nach der Ausstrahlungsfrist auf. Die Mediatheken von ARD und ZDF dürfen Inhalte wie den „Tatort“ oder „Babylon Berlin“ derzeit 7 Tage nach Ausstrahlung im TV auch online zur Verfügung stellen. Dieser Passus wurde zwar gekippt, die Neuregelung gilt allerdings erst voraussichtlich ab Mai 2019. Und auch dann nicht unbegrenzt, sondern für 30 Tage.

Was älter als 30 Tage ist, muss mit den zuständigen Gremien einzeln ausgehandelt werden. Dass nun die Telekom hier zahlreiche Rechte – anfangs bis zu 8.000 Videos – erworben hat, verwundert einerseits. Andererseits würde ich die Schuldigen hier in der Politik suchen, nicht bei der Telekom. Man freut sich schon fast, dass hier nun wenigstens mal eine umfassende Sammlung entsteht. Zwar nicht kostenlos, aber immerhin im Gesamtpreis eines umfassenden Angebots enthalten. Ein Kompromiss, mit dem ich zu diesem Zeitpunkt leben könnte.

Wie bewerten wir Magenta TV?

Die Telekom macht bei Magenta TV vieles richtig. Exklusive Serien, eine Kombination von Live TV und Mediatheken, zubuchbare Optionen und dazu noch die neue Megathek mit Inhalten aus dem öffentlich-rechtlichen Programm, die nicht mehr empfangbar waren.

Schön ist außerdem die Entkopplung von einem Telekom-Vertrag, die monatliche Kündbarkeit, das Angebot an Komfortfunktionen wie Offline-Speicherung oder Timeshift. Das alles ist für knapp 8 Euro im Monat ein sehr faires Angebot.

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