(Foto: Sven Wernicke)

Dyson Lightcycle im Test: Was für eine außergewöhnliche Schreibtischlampe

500 Euro für eine Arbeitsplatzlampe? Wahnsinn! Doch Dyson Lightcycle ist ein überaus spannendes und vor allem smartes Stück Hightech, wie unser Test zeigt.

Zugegeben, ich war zu Beginn etwas enttäuscht: Eine so teure Lampe verpackt der Hersteller in einer wenig ansprechenden Pappschachtel? Auch im Inneren der Verpackung dominiert Minimalismus, der sich schnell relativiert. Denn schon beim Herausnehmen der einzelnen Komponenten der Lightcycle erkennt ihr: Das ist ein edles und wirklich unkonventionelles „Gadget“.

Die Packung ist wenig spektakulär. Aber auch hier kommt es auf die inneren Werte an. (Foto: Sven Wernicke)

Die Packung ist wenig spektakulär. Aber auch hier kommt es auf die inneren Werte an. (Foto: Sven Wernicke)

Dyson Lightcycle im Test: Erstes Wow-Erlebnis beim Auspacken

Es fängt bereits beim Standfuß an. Der ist exorbitant schwer und verdeutlicht: Habt ihr die Lampe an dem gewünschten Ort platziert, wird diese nicht so schnell verrutschen. Der Aufbau ist zwar weitgehend selbsterklärend, eine Kurzanleitung ist aber auf die Innenseite der Packung gedruckt. Das nenne ich mal zweckmäßig.

Nach weniger als fünf Minuten steht die Konstruktion, die zugegeben dezent gewöhnungsbedürftig aussieht. Das ist keineswegs negativ gemeint, allerdings dominieren Metall, klare Strukturen und glatte Oberflächen. Gut möglich, dass das nicht jedem zusagt. Mir dagegen sehr, denn an jeder Stelle fühlt sich die Leuchte wertig und „besonders“ an. Das hat was, keine Frage.

Technische Besonderheiten

Dyson Lightcycle ist ein neues Produkt aus dem Segment Lightning des Herstellers, das schon auf dem Papier eindrucksvoll klingt. Denn die Lampe ist in der Lage, das Tageslicht durch Farbtemperatur und Helligkeit nachzuahmen. Ein integrierter Prozessor greift auf Daten von satellitengestützten Messungen der Erdatmosphäre zu verschiedenen Tageszeiten zu, um die sechs LEDs entsprechend der aktuellen Uhrzeit anzusteuern. Werte zwischen 2.700 und 6.500 Kelvin sowie 100 und 1000 Lux sind möglich und stellen sich auf Wunsch dynamisch ein.

Eine kuriose Konstruktion. (Foto: Sven Wernicke)

Eine kuriose Konstruktion. (Foto: Sven Wernicke)

Kurios ist sicherlich auch, dass das System das Alter des Anwenders berücksichtigt. Denn Senioren benötigen für ein angenehmes Sehen mehr Licht als zum Beispiel Kinder. Im besten Fall simuliert Dyson Lightcycle das natürliche Tageslicht und sorgt somit für die optimale Melatoninproduktion im Körper. Das führt zu einem gesteigerten Wohlbefinden und einer besseren Leistungsfähigkeit. So heißt es.

Ein weiteres Highlight: Die von den LEDs produzierte Wärme leitet ein vakuumversiegeltes Kupferrohr ab. In diesem verdampft ein Wassertropfen, der kondensiert und durch die Kapillarwirkung zu den LEDs zurückkehrt, um diese wiederum zu kühlen. Dadurch steigt die Lebenserwartung der Leuchten deutlich. Bis zu 60 Jahre sollen diese ohne Qualitätseinbußen bei einem normalen Betrieb von acht Stunden pro Tag halten. Mich würde Lightcycle also überleben. Nachprüfen kann ich das dummerweise nicht.

Überraschende Elemente bei der Verwendung

Andere Funktionen der Dyson Lightcycle stellt ihr recht schnell selbst fest: Die Konstruktion lässt sich vertikal, horizontal und um 360 Grad drehen. Möglich macht dies ein cleverer und robuster Mechanismus. Ihr braucht kaum Kraft, um das System an die Stelle zu bewegen, wo ihr sie gerade benötigt. Ein klein wenig schade ist es, dass ich den Spot selbst nicht auch noch drehen kann.

Die Lampe bewegt ihr auf Schienen. (Foto: Sven Wernicke)

Die Lampe bewegt ihr auf Schienen. (Foto: Sven Wernicke)

Faszinierend sind diese Kleinigkeiten: Der Infrarot-Sensor ist dafür verantwortlich, dass sich Lightcycle erst dann einschaltet, sobald jemand in der Nähe ist. Selbständig deaktiviert sich das System nach zwei Minuten. So einfach und trotzdem beeindruckend und: es funktioniert!

Überraschend ist auch die Tatsache, dass eine Arbeitsplatzlampe ein Update benötigen kann. Das installiert ihr kurz nach der Einrichtung der Lightcycle. Ihr stellt eine Verbindung über die App via Bluetooth her, Schritt für Schritt nehmt ihr gewünschte Einstellungen vor. Doch bevor es richtig losgehen kann, beobachtet ihr den Balken für die Aktualisierung. Etwas schrägt fühlt sich das schon an. Sei’s drum – es ist eben smarte Technologie.

An diesem USB-Type-C-Port ladet ihr zum Beispiel euer Smartphone auf. (Foto: Sven Wernicke)

An diesem USB-Type-C-Port ladet ihr zum Beispiel euer Smartphone auf. (Foto: Sven Wernicke)

Mehr Funktionalität mit der Smartphone-App

Im Google Play Store sind Anwender mit der Dyson-App unzufrieden. Auch ich bemerkte einige Schwierigkeiten bei der ersten Kontaktaufnahme und sporadische Verbindungsabbrüche (übrigens mit zwei verschiedenen Smartphones ausprobiert). Zum Glück stehen berührungsempfindliche Tasten auf der Oberseite der Lampe zur Verfügung, mit denen ihr Helligkeit und Farbtemperatur manuell euren Vorstellungen anpasst.

Regulär klappt es mit der App aber weitgehend gut. Schön sind hierbei die simple Bedienung und das schnelle Erreichen gewünschter Funktionen. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Dyson Lightcycle so programmieren, dass sie sich während eurer Abwesenheit zufällig ein- und ausschaltet. Aufwachmodus (wird langsam heller), Schlafmodus (warme Farben und deaktivierter Bewegungssensor), Berücksichtigung von Sonnenauf- und Untergang sowie besagtes Alters-Feature justiert ihr nach Belieben.

Und wenn ihr wollt, spielt ihr komplett manuell herum. Spätestens hier zeigt sich das schöne, sehr starke und „saubere“ Licht.

Dyson Lightcycle im Alltag

Ja, das Licht ist es, was mich persönlich fasziniert. Wenn sich die lichtstarken LEDs einschalten, sobald ihr in der Nähe seid, begeistert dies immer wieder aufs Neue. Aber zugleich könnte das unter Umständen auch etwas nerven: Die Bewegungssensoren sind recht empfindlich und aktivieren das Licht nicht selten etwas zu früh. Gut möglich, dass ihr am Schreibtisch doch lieber den klassischen Ein/Ausschalter verwenden wollt. Und glücklicherweise auch könnt, indem ihr die Sensoren via App abschaltet.

Das ist eine echte gute Idee - das Verschieben der Lampe. (Foto: Sven Wernicke)

Das ist eine echte gute Idee – das Verschieben der Lampe. (Foto: Sven Wernicke)

Im Rahmen meines Praxistests konnte ich innerhalb einiger Tage natürlich nicht eindeutig feststellen, wie sich die Beleuchtung basierend auf den Satellitendaten mit der Zeit verändert und Einfluss auf mich als Anwender hat. Zumindest beim Verändern eures Alters (in der App) seht ihr recht schnell, dass älteren Semestern höhere Lux-Werte serviert werden als zum Beispiel Teenagern. Das erscheint mir sinnvoll.

Was ich ebenso grandios finde, das ist der erwähnte Dreh- und Schwenk-Mechanismus. Das geht flott von der Hand und ermöglicht mir, auf dem Schreibtisch genau dort das Licht zu positionieren, wo es gerade benötigt wird. Beispielsweise, wenn ich etwas bastle und eine präzise Beleuchtung benötige, ist dieses System perfekt.

Fazit: Die Dyson Lightcycle ist eine großartige Lampe, aber…

Die Arbeitsplatzleuchte macht es mir nicht leicht: Ehrlich, ich mag sie total gerne. Sie gefällt mir optisch ausgesprochen gut, ist stylisch-modern und verfügt über einen gelungenen Arm zum Drehen und Schwenken. Ob kühles oder warmes Licht – es erstaunt mich immer wieder, wie intensiv dieses erstrahlt. Das sind für mich alles Aspekte, die zweifelsohne für den Kauf sprechen.

Es werde Licht. (Foto: Sven Wernicke)

Es werde Licht. (Foto: Sven Wernicke)

Vielleicht liegt es nur an meinem zur Verfügung stehenden Budget, doch der Preis von 500 Euro ist wirklich happig. Für diese Summe hätte die App etwas besser sowie stabiler funktionieren können, ein Update folgt hoffentlich bald. Abgesehen davon gibt sich die Dyson Lightcycle keine Schwäche, sodass ich sie empfehlen möchte. Sie macht garantiert eine erstklassige Figur auf eurem (am besten großen) Schreibtisch.

Schreckt euch der Preis nicht ab und legt ihr Wert auf smarten Lifestyle, bekommt ihr hier eines der spannendsten „Lichtprodukte“ der Gegenwart.

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