Einfach nur eine Platine? (Foto: Raspberry Foundation)

Raspberry Pi: Wozu brauche ich einen solchen Mini-Computer?

Er kostet um die 35 Euro und verspricht jede Menge Tüftel-Spaß. Aber was ist das überhaupt? Benötigt ihr wirklich einen Raspberry Pi? Das könnt ihr mit dem winzigen Linux-PC anstellen.

Weltweit wurden mittlerweile weit über 17 Millionen Raspberry Pi verkauft, was für die hinter dem Einplatinen-Computer stehende Raspberry Pi Foundation aus Großbritannien ein gewaltiger Erfolg sein dürfte. Ohnehin klingt die Idee sehr sympathisch, möchte die Wohltätigkeitsorganisation das Aneignen von Wissen rund um Informatik unter anderem doch an Schulen und in Privathaushalten fördern. Ihr Beitrag für dieses Vorhaben ist der erstaunlich kleine Komplettrechner zum schmalen Preis.

Der Aufbau. (Foto: Raspberry Foundation)

Der Aufbau. (Foto: Raspberry Foundation)

Aber…wie kann man sich so einen Raspberry Pi vorstellen?

Raspberry Pi? Was ist das eigentlich?

Es muss euch nicht peinlich sein, wenn ihr vom Raspberry Pi bisher nichts oder kaum etwas gehört haben solltet. Kein Wunder, befindet sich der „Himbeerkuchen“ sozusagen nach wie vor in der Nerdecke. Das fängt schon bei der Bezeichnung an: Ähnlich wie Apple wurde der Rechner nach einer Frucht benannt, das „Pi“ bezeichnet die fest integrierte Programmiersprache Python.

Okay, ist euch etwas zu freakig? Gut: Der Raspberry Pi besteht aus einer kleinen Platine, die im Grunde alles besitzt, was einen Computer heutzutage ausmacht. Das aktuelle Spitzenmodell, der Raspberry Pi 3 B+, verfügt über einen 1,4GHz schnellen Quadcore-Prozessor (Broadcom BCM2837), dem 1GB RAM zur Verfügung steht. HDMI-Ausgang, vier USB-Ports, Ethernet, microSD-Kartenslot, Bluetooth 4.2 und WIFI (2,4GHz, 5GHz) fehlen nicht. Über ein separat erhältliches USB-Netzteil wird der PC mit Energie versorgt, ein GPIO-Port ist für Erweiterungen gedacht.

Besagter Raspberry Pi 3 B+ ist nur 93mm x 63,5mm x 20mm klein, kleiner als ein gängiges Smartphone – an den Ausmaßen hat sich seit 2012, als der erste Pi erschien, nichts geändert. Eine Ausnahme bildet der Raspberry Pi Zero, der mit 65mm x 31,2mm x 5mm winziger ausfällt, aber auch nicht so leistungsstark ist.

Der Pie Zero ist noch kleiner. (Foto: Raspberry Foundation)

Der Pie Zero ist noch kleiner. (Foto: Raspberry Foundation)

Was kann ich mit einem Raspberry Pi anstellen?

Aha. Schön und gut. Und was habt ihr davon? Genau das ist ja der Clou: Egal, ob ihr Programmierer, Bastler, Gamer oder einfach nur neugierig seid – zahllose Einsatzgebiete sind denkbar, was wir auch der sehr aktiven Community zu verdanken haben. Der Raspberry Pi basiert auf offenen Strukturen, die Raspberry Foundation bietet von Haus aus das Linux-basierte Betriebssystem Raspian an. Für dieses sind etliche Anwendungen erhältlich. Im Zweifel wird aus einem Raspberry Pi 3+ tatsächlich ein einfacher Desktop-PC mit Maus, Tastatur und externen Datenträgern.

So sieht das Betriebssystem aus. (Foto: Raspberry Foundation)

So sieht das Betriebssystem aus. (Foto: Raspberry Foundation)

Reizvoller sind meiner Auffassung nach die speziellen Einsatzgebiete. Der Raspberry Pi wurde von Retro-Fans und Gamern in eine attraktive Spieleplattform verwandelt – in erster Linie für Emulatoren alter Konsolen und Computer. Mit RetroPie ist sogar ein eigenständiges „Betriebssystem“ erhältlich. Wer will, ergänzt seinen Pi um separate Hardware, damit uralte Controller verwendet werden können. Oder man nutzt aktuelle USB-Gamepads.

Retropie - ein Schlaraffenland für Retro-Gamer. (Foto: Retropie)

Retropie – ein Schlaraffenland für Retro-Gamer. (Foto: Retropie)

Ist euch das zu verspielt? Setzt den Raspberry Pi als Mediaplayer ein! Videos können in 1080p via HDMI ausgegeben werden. Mächtige Tools wie Kodi sind erhältlich.

Der Pie kann als Steuereinheit für Roboter, als Webserver, intelligenter Spiegel, Cloudspeicher oder gar Bestandteil des eigenen Smart Home eingesetzt werden. Dank emsiger Tüftler und Coder sind zig Lösungen verfügbar, auch von offizieller Seite. Der Raspi lässt sich mit einer Kamera, Sensoren, Displays und anderen Funktionen ausstatten, auf ihm laufen alternative Betriebssysteme (diverse Linux-Fassungen, Android-Umsetzungen, Windows 10 IoT…) und so weiter und so fort.

Oder anders gesagt: Ihr habt eine Idee, für die ihr einen Computer als Schaltzentrale brauchen könntet? Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der Raspberry Pi die richtige Wahl für euch.

Darum habe ich mir einen Raspberry Pi gekauft

Ihr nennt längst einen Raspberry Pi euer Eigen? Dann habe ich euch gewiss nichts Neues vermittelt. Und ja – an dieser Stelle kratze ich auch noch an der Oberfläche. Das hat sogar einen Grund, denn ich habe mir gerade erst einen Raspberry Pi 3B+ zugelegt. Mich reizte der Gedanke schon lange, einen solchen Computer zu besitzen – für alle möglichen Frickeleien. Ich sehe mich also noch als Laie und möchte euch ein klein wenig auf eine Reise nehmen.

Nicht einfach nur eine Platine. (Foto: Raspberry Foundation)

Nicht einfach nur eine Platine. (Foto: Raspberry Foundation)

Gespannt bin ich, was ich mit dem Raspberry Pi alles anstellen kann, was genau ich benötige und wofür ich ihn letztlich gebrauchen werde. Mein Wunsch ist es derzeit, tatsächlich eine Retro-Spielemaschine zu erschaffen. Vielleicht wird es ein C64- oder Amiga-Emulator? Oder ich entscheide mich letztlich für eine seriösere Aufgabe? Gerade die Desktop-Tauglichkeit möchte ich unter die Lupe nehmen. Schon jetzt ist klar: Mit den rund 37 Euro, die ich für den Raspberry Pi 3B+ bezahlt habe, ist es noch lange nicht getan. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich euch später erzählen werde…

Habt ihr bereits mit dem Kauf eines Raspberry Pi geliebäugelt oder schon zugeschlagen? An welcher Stelle wird er bei euch aktiv? Ich freue mich über eure Kommentare.

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