Raspberry Pi: Was kann der Mini-Computer?

Ein Linux-PC für 35 Euro. Lohnt sich das? Benötigt ihr wirklich einen Raspberry Pi? Wir zeigen euch, was geht. Viel Spaß beim Tüfteln!

Raspberry Pi: Was kann der Mini-Computer?

Dieser Artikel erschien am 15. April 2018. Er wurde am 05. Januar 2021 ausführlich aktualisiert.

Weltweit wurden mittlerweile weit über 36 Millionen Raspberry Pi verkauft (Stand November 2020), was für die hinter dem Einplatinen-Computer stehende Raspberry Pi Foundation aus Großbritannien ein gewaltiger Erfolg sein dürfte. Ohnehin klingt die Idee sehr sympathisch, möchte die Wohltätigkeitsorganisation das Aneignen von Wissen rund um Informatik unter anderem doch an Schulen und in Privathaushalten fördern. Ihr Beitrag für dieses Vorhaben ist der erstaunlich kleine Komplettrechner zum schmalen Preis.

Das ist der Aufbau eines aktuellen Raspberry-Pi-Modells. (Foto: Raspberry Pi Foundation)

Aber…wie kann man sich so einen Raspberry Pi vorstellen?

Raspberry Pi? Was ist das eigentlich?

Es muss euch nicht peinlich sein, wenn ihr vom Raspberry Pi bisher nichts oder kaum etwas gehört haben solltet. Kein Wunder, befindet sich der „Himbeerkuchen“ sozusagen nach wie vor in der Nerdecke. Das fängt schon bei der Bezeichnung an: Ähnlich wie Apple wurde der Rechner nach einer Frucht benannt, das „Pi“ bezeichnet die fest integrierte Programmiersprache Python.

Okay, ist euch etwas zu freakig? Gut: Der Raspberry Pi besteht aus einer kleinen Platine, die im Grunde alles besitzt, was einen Computer heutzutage ausmacht. Das aktuelle Spitzenmodell, der Raspberry Pi 4, verfügt über einen 1,5GHz schnellen Quadcore-Prozessor (Broadcom BCM2711), dem zwischen 2GB und 8GB RAM (abhängig vom Modell) zur Verfügung steht. Zwei HDMI-Ausgänge, vier USB-Ports (2x USB 2.0, 2x USB 3.0), Ethernet, microSD-Kartenslot, Bluetooth 5 und WIFI (2,4GHz, 5GHz) fehlen nicht. Über ein separat erhältliches USB-C-Netzteil wird der PC mit Energie versorgt, ein GPIO-Port ist für Erweiterungen gedacht.

Besagter Raspberry Pi 4 ist nur 93mm x 63,5mm x 20mm klein, kleiner als ein gängiges Smartphone – an den Ausmaßen hat sich seit 2012, als der erste Pi erschien, nichts geändert. Eine Ausnahme bildet der Raspberry Pi Zero, der mit 65mm x 31,2mm x 5mm winziger ausfällt, aber auch nicht im Ansatz so leistungsstark ist.

Der Pie Zero ist noch kleiner. (Foto: Raspberry Foundation)
Der Pie Zero ist noch kleiner. (Foto: Raspberry Foundation)

Was kann ich mit einem Raspberry Pi anstellen?

Aha. Schön und gut. Und was habt ihr davon? Genau das ist ja der Clou: Egal, ob ihr Programmierer, Bastler, Gamer oder einfach nur neugierig seid – zahllose Einsatzgebiete sind denkbar, was wir auch der sehr aktiven Community zu verdanken haben. Der Raspberry Pi basiert auf offenen Strukturen, die Raspberry Foundation bietet von Haus aus das Linux-basierte Betriebssystem Raspian an. Für dieses sind etliche Anwendungen erhältlich. Im Zweifel wird aus einem Raspberry Pi 4 tatsächlich ein einfacher Desktop-PC mit Maus, Tastatur und externen Datenträgern.

So sieht das Betriebssystem aus. (Foto: Raspberry Foundation)
So sieht das Betriebssystem aus. (Foto: Raspberry Foundation)

Für Homeoffice und Homeschooling gut geeignet ist beispielsweise der Raspberry Pi 400. Das ist eine Art Komplett-PC, bei dem der Rechner direkt in einer Tastatur steckt. Alles liefert der Hersteller mit, was ihr für den Start braucht. Und das für unter 100 Euro.

Extrem kompakt und mit Linux - das ist der Raspberry Pi 400. (Foto: Raspberry Pi Foundation)
Extrem kompakt und mit Linux – das ist der Raspberry Pi 400. (Foto: Raspberry Pi Foundation)

Erwähnenswert ist auch, dass Kinder und Jugendliche auf dem Raspberry Pi das Programmieren lernen können. Hierfür gibt’s sogar zahlreiche kostenlose Bücher.

Für Retro-Fans und Gamer

Besonders Reizvoll sind meiner Auffassung nach die speziellen Einsatzgebiete. Der Raspberry Pi wurde von Retro-Fans und Gamern in eine attraktive Spieleplattform verwandelt – in erster Linie für Emulatoren alter Konsolen und Computer. Mit RetroPie ist sogar ein eigenständiges „Betriebssystem“ erhältlich. Wer will, ergänzt seinen Pi um separate Hardware, damit uralte Controller verwendet werden können. Oder man nutzt aktuelle USB-Gamepads.

Retropie - ein Schlaraffenland für Retro-Gamer. (Foto: Retropie)
Retropie – ein Schlaraffenland für Retro-Gamer. (Foto: Retropie)

Ist euch das zu verspielt? Setzt den Raspberry Pi als Mediaplayer ein! Videos können in 4K auf zwei Displays via HDMI ausgegeben werden. Mächtige Tools wie Kodi sind erhältlich.

Der Pie kann als Steuereinheit für Roboter, als Webserver, intelligenter Spiegel, Cloudspeicher oder gar Bestandteil des eigenen Smart Home eingesetzt werden. Dank emsiger Tüftler und Coder sind zig Lösungen verfügbar, auch von offizieller Seite. Der Raspi lässt sich mit einer Kamera, Sensoren, Displays und anderen Funktionen ausstatten, auf ihm laufen alternative Betriebssysteme (diverse Linux-Fassungen, Android-Umsetzungen, Windows 10 IoT…) und so weiter und so fort.

Oder anders gesagt: Ihr habt eine Idee, für die ihr einen Computer als Schaltzentrale brauchen könntet? Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der Raspberry Pi die richtige Wahl für euch.

Darum habe ich mir einen Raspberry Pi gekauft

Ihr nennt längst einen Raspberry Pi euer Eigen? Dann habe ich euch gewiss nichts Neues vermittelt. Und ja – an dieser Stelle kratze ich an der Oberfläche.

Vor Monaten schon legte ich mir den Raspberry Pi 3+ zu. Mich reizte der Gedanke schon lange, einen solchen Computer zu besitzen – für alle möglichen Frickeleien.

Nicht einfach nur eine Platine. (Foto: Raspberry Foundation)
Nicht einfach nur eine Platine. (Foto: Raspberry Foundation)

Gespannt war ich, was ich mit dem Raspberry Pi alles anstellen kann, was genau ich benötige und wofür ich ihn letztlich gebrauchen werde. Mein Wunsch war es, tatsächlich eine Retro-Spielemaschine zu erschaffen. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen, wie ich an anderer Stelle verdeutliche.

So oder so: Mit den rund 35 Euro, die der Raspberry Pi 4 heute kostet, erhaltet ihr ein mächtiges Werkzeug, für das ihr noch etwas Zubehör braucht. Sobald das vorhanden ist, sind eurer Fantasie beim Experimentieren und Basteln kaum Grenzen gesetzt.

Habt ihr bereits mit dem Kauf eines Raspberry Pi geliebäugelt oder schon zugeschlagen? An welcher Stelle wird er bei euch aktiv? Ich freue mich über eure Kommentare.

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3 Kommentare zu “Raspberry Pi: Was kann der Mini-Computer?

  1. Hallo Zusammen,

    mein Mann und ich sind Elektroniker, wir schauen uns gern neue Technik an und spinnen uns vieles zusammen.
    Wir würden gern ein Ambilight hinter unseren Tv bauen.
    Schön wäre es nur der Preis ist noch so enorm,

  2. Ich habe mir damit ein Smarthome in Basis einer Raspberrymatic zusammengebaut.
    Nun kam das neue 3 B+. Das mußte natürlich als Nachfolger her.
    Nachteil, die SD-karten können schnell mal Fehler zeigen.
    Das sollte aber auch kein Beinbruch sein. Der 3B kann ja schließlich schon von SSD aus booten, ohne dass man eine SD-karte eingelegt haben muß.
    Der neuere 3 B+ kann sogar per PoE mit Strom versorgt werden. jetzt heißt es nur noch warten, bis das neue Funkmodul lieferbar ist. Dann werde mich mein Smarthome auf den Raspberry PI 3B+ und SSD umstellen. Der übbriggebliebene Raspberry 3B kommt in eine Schachtel und wird als Backup-System aufbewahrt.
    Einen anderen Raspberry PI 3 B habe ich als Octoprint eingerichtet. Damit dient er als Printserver für meinen 3D-Drucker.
    Weitere Meldungen folgen.

  3. Hallole
    Ggf. kann mir jemand helfen und sagen, ob der Raspberry hierfür einsetzbar wäre..

    Ich habe einen Monitor im Bad als Illusion Berglandschaft hinter Fensterrahmen. Bad ist im UG, deshalb.

    Wenn ich nun das Licht einschalte, soll der Rasberry starten, den Fernseher einschalten und eine Foto oder Video automatisch auf dem Fernseher abspielen.

    Ginge das?

    Vielen Dank für die Hilfe.

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