Lenovo Yoga C640 ausprobiert: Ruhig Blut, Windows!

Lenovo Yoga C640 ausprobiert: Ruhig Blut, Windows!

Lenovos neues Notebook Yoga C640 ist angenehm kein und schmal und kommt auf Wunsch mit einem LTE-Chip daher. In unserem ersten Eindruck zeigt sich Licht, aber auch ein wenig Schatten.

Als ich das Testgerät des Lenovo Yoga C640 auspacke, bin ich überrascht, und zwar positiv. Denn das Notebook in der mir vorliegenden Konfiguration (13-IML) ist schlank, klein, schick und kommt mit einem Core-i7-Prozessor der 10. Generation daher. In den Yoga-Modus habe ich es probehalber schnell versetzt. Es wirkt robust und angenehm schwer. Und ich frage mich direkt, warum ich es nicht in meine Shortlist der interessantesten Notebooks für 2020 aufgenommen habe.

Lenovo Yoga C640
Lenovo Yoga C640

Yoga C640: Windows nervt im ersten Moment

Auf den zweiten Blick offenbaren sich dann doch Herausforderungen. Ich habe Windows 10 seit einigen Jahren nicht mehr benutzt und deswegen mein Microsoft-Passwort bei der Anmeldung nicht mehr zur Hand. Als ich versuche, es zurückzusetzen, meldet die Anwendung mehrfach, gerade nicht verfügbar zu sein.

Schwierigkeiten beim Zurücksetzen des Windows-Passworts
Schwierigkeiten beim Zurücksetzen des Windows-Passworts

Später glaube ich zu verstehen warum. Die gerade erst hergestellte WLAN-Verbindung bricht alle paar Minuten ab, stellt sich wieder her, bricht wieder ab. Eine App installiert deswegen nicht, Bloatware von McAfee (das gibt es allen Bekundungen zum Trotz also immer noch) und Lenovo selbst mischen sich ein. Der Kühler tourt alle paar Sekunden hoch. Es ist nicht einmal so, als hätte er übermäßig viel zu tun, es scheint mir fast, als wirke er unterfordert.

Ein Neustart sorgt für Ruhe

Ich sehe keine andere Möglichkeit, als mein Heil in einem Neustart zu versuchen. Und siehe da: Der löst das Problem fürs erste. Danach sind die Verbindungsprobleme behoben. Und auch der Kühler ist erst einmal aus, selbst als ich die Bilder für diesen Beitrag bearbeite. Einmal eingerichtet und in ruhige Bahnen gelenkt, macht das Lenovo Yoga C640 regelrecht Spaß. Das Design wirkt angenehm schlank und auf das Wesentlichste reduziert, der Fingerabdrucksensor entsperrt das Gerät pfeilschnell. An Anschlüssen ist eigentlich alles vorhanden, was ich brauche (2x USB-A, 1x USB-C, Power, 3,5-mm-Audioklinke). Und als Schmankerl: LTE!

Etwas sonderbar ist der geplante Einsatz der SIM-Karte in den Träger. Der steht auf dem Kopf und ich muss die Karte beim Einschieben gleichzeitig festhalten, weil sie sonst herausfallen würde. Die Verbindung aber läuft fürs erste – nach dem oben beschriebenen Neustart des Rechners – tadellos. Das Yoga C640 weicht nur auf die Mobilfunkverbindung aus, wenn keine WLAN-Verbindung vorhanden ist. Im Restaurant eines Möbelhauses, in dem ich diesen Beitrag vor der Veröffentlichung noch einmal überarbeitete, komme ich ohne Umwege sofort ins Netz.

Ob das jemand außer mir als Nachteil empfindet, kann ich nicht genau sagen: Aber die Strg-Taste ist recht weit von C und V entfernt, was zum Beispiel das Kopieren und Posten von Links erschwert. Ich kann für die Tastenkombinationen nicht mehr Daumen und Zeigefinger verwenden (wie auf dem Mac), sondern muss mit Zeige- und kleinem Finger einen kleinen Spagat hinlegen. Vermutlich auch das nur eine Frage der Übung.

Eigentlich sehr angenehme Tastatur des Lenovo C640
Eigentlich sehr angenehme Tastatur des Lenovo C640

Das Display spiegelt, als die Wintersonne von der Seite ins Zimmer scheint. Drehe ich die Helligkeit voll auf, sehe ich aber problemlos. Das Touchscreen-Display zieht erwartungsgemäß Fingerabdrücke an, aber nicht übermäßig stark. Es reagiert zuverlässig und ohne viel Druck. Das Trackpad unterhalb der Tastatur lässt sich angenehm steuern. Es löste bisher nicht versehentlich aus. Auch wenn „Dolby Atmos“ auf dem Gehäuse steht, finde ich den Klang der neben der Tastatur angebrachten Stereo-Lautsprecher nicht übermäßig berauschend, aber in Ordnung.

Dolby Atmos: Für die kleinen Lautsprecher des Yoga C640 eher Marketing.
Dolby Atmos: Für die kleinen Lautsprecher des Yoga C640 eher Marketing.

Nachtmodus, einfach beleuchtete Tastatur, kein Schnelllademodus

Der Akkustand ist bei meinem ersten Testlauf nach 5 Stunden von 94 auf 45 Prozent gesunken, was auf eine Gesamtakkulaufzeit von rund 10 Stunden hindeutet. Erst da entdecke die Funktion, die Leistung an die Laufzeit anzupassen, was ich im Rahmen meines längeren Tests mit dem Lenovo Yoga C640 genauer überprüfen möchte. In gut einer Stunde wäre der Akku wieder voll aufgeladen, meldet das Gerät. Also scheint ein Schnelllademodus nicht vorhanden zu sein.

Als sich die Sonne senkt, bietet das Gerät mir an, in den verfügbaren Nachtmodus zu schalten, was schön ist. Wie ich passend dazu die beleuchtete Tastatur einschalte, erfahre ich erst nach einem Blick ins Handbuch: Fn + Leertaste. In der Helligkeit anpassen scheine ich die Tastaturbeleuchtung nicht zu können.

Tablet-Modus des 360-Grad-fähigen Yoga C640
Tablet-Modus des 360-Grad-fähigen Yoga C640

Noch stehe ich ein wenig mit Windows auf Kriegsfuß. Ständig piept etwas oder poppt auf. Außerdem will das System meine externe Festplatte nicht erkennen. Ich bin mir aber relativ sicher, das System in ein paar Tagen gezähmt zu haben. Wäre ja noch schöner! Am Ende meines ersten Arbeitstages meldet sich der Kühler sporadisch wieder. Nicht mehr so laut und hochtourig wie am Anfang, aber dennoch klar hörbar und mit einem eher hohen Pfeifton.

Kühlrippen auf der Rückseite: Der Kühler meldet sich bisher relativ oft.
Kühlrippen auf der Rückseite: Der Kühler meldet sich bisher relativ oft.

Ein langfristiger Test wird zeigen, wie sich das Yoga C640 im Alltag schlägt und auch, wie sich damit über den LTE-Modus von unterwegs arbeiten lässt. Was würde euch sonst noch an dem Notebook interessieren? Sagt es mir in den Kommentaren!

Notebooks 2020: Ein kleiner Überblick

Zwischenfazit: Getrübter zweiter, aber guter erster und dritter Blick auf das Gerät. Das Lenovo Yoga C640 ist toll designt, gut ausgestattet, angenehm zu benutzen, es tippt sich gut darauf. Windows und ein wenig Bloatware von Lenovo und Partnern lassen Nutzer aber erst einmal durch alles hindurchkämpfen. Ob sich der Kühler auch noch zähmen lässt, wird sich zeigen.
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Ein Kommentar zu “Lenovo Yoga C640 ausprobiert: Ruhig Blut, Windows!

  1. Ja, ich hab´ eine Frage(n) – das Display betreffend. Ich „kann“ ganz gut mit Zahlen – zählen wir mal los_

    – 13,3 “ mit 1920×1080 gibt ~ 0,154 mm Pixelabstand

    Zum Vergleich: ein 27″ mit 4k 3840×2160 hat ~ 0,156 (fast das gleiche), ein 27″ mit 2560×1440 ~ 0,234. Von letzerem habe ich einen zu Hause stehen, er ist zusätzlich an ein Notebook angeschlossen, dass selber ~ 0,194 hat. Ich weiß also schon, wovon ich rede.

    M.E. ist das bei dem Yoga in Win10 auf 100% gestellt so klein, das zumindest ich damit nicht zurecht käme – obwohl ich ein Tool kenne, mit dem ich die Fontgröße für diverses einstellen kann (wie man das in Win7 noch ganz normal konnte).

    Also: wieviel zoomst du rein? Auch wenn du Win nur sporadich nutzt (mir würde das bei macOS andersrum ähnlich gehen) wirst du das schon wissen oder nachgucken können. Die Vergrößerung beim Zoomen bekommt man nämlich nicht geschenkt (grins) – was man an Größe gewinnt wird einem bei der Bildfläche wieder weggenommen.

    Ich habe in einem Notebook die o.a. 0,194 mm Pixelabstand und zoome da NICHT, ich lasse auf 100% – viel kleiner sollte das für mich aber nicht sein. Fallst du das Yoga ungezoomt „packst“, hast du zumindest sehr gute Augen. Danke im Vorab für eine Info.

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