IFA 2020: Samsung Galaxy Fold 2

IFA 2020 Highlights: Großes für „The New Normal“

Die IFA 2020 steht im Zeichen des „New Normal“. Die Hersteller reagieren mit regenfesten Fernsehern, selbst desinfizierenden XXL-Kühlschränken und jeder Menge 5G auf die andauernde Corona-Pandemie.

Überraschung: Im Gegensatz zu eigentlich allen anderen Technikmessen findet die IFA 2020 in diesem Jahr statt. Der Rahmen ist deutlich verkleinert, der Veranstalter gfu lässt nur Fachbesucher und Journalisten rein. Was die Aussteller aber nicht davon abhält, die Aufmerksamkeit für zahlreiche neue Produkte zu nutzen. Wir stellen euch unsere Highlights vor.

IFA 2020: Ein Mehr an Haushalt und Entertainment

Ein echter Hingucker ist Samsungs Fernseher The Terrace, der spritzwassergeschützt ist und damit in Kombination mit der passenden Soundbar auch einen Regenschauer im Garten verträgt. Motto: Wenn wir wegen Corona schon viel draußen sein müssen, dann wollen wir da wenigstens wetterfeste Technik.

Samsungs regenfester Fernseher "The Terrace"

Hier ist der Name Programm: Samsungs regenfester Fernseher The Terrace

Für drinnen vereint der 4K-Laserbeamer The Premiere derweil eigentlich alles, was ein moderner Beamer können muss. Dank Ultrakurzdistanz kann er schon mit wenigen Zentimetern Abstand ein Bild mit 120 Zoll an die Wand werfen. Soundbar und Subwoofer sind ins Gerät integriert. Philips hält im Wohnzimmer mit dem OLED +935 in drei Größen dagegen, dessen Highlight die Anti-Burn-in-Technologie ist.

Samsungs Ultrakurzdistanz-Beamer "The Premiere"

Samsungs Ultrakurzdistanz-Beamer „The Premiere“

LG bringt die OLED-Technologie derweil auf die ersten 8K-Fernseher, die nebenbei eine Bildwiederholrate von 60 fps unterstützen und nach Aussage LGs mit den neuen Nvidia-RTX-3000-Grafikkarten kompatibel sein sollen (mehr dazu unten).

LGs virtueller Messestand zeigt hier die neuen 8K-OLED-Fernseher.

LGs virtueller Messestand zeigt hier die neuen 8K-OLED-Fernseher.

Samsung und LG reagieren damit auf eigene Weise auf den Trend „The New Normal“. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen werden fürs Erste bleiben, die Menschen verbringen mehr Zeit zuhause. Der IFA-Veranstalter gfu zeigt in einer aktuellen Statistik, dass die Ausgaben für Elektronik im ersten Halbjahr 2020 insgesamt nur leicht, um 5,8 Prozent zurückgegangen sind. Die Käufer investierten derweil verstärkt in die Bereiche Home Office, Küche und Haushalt, TV-Streaming und auch Gaming. Eine neue Siemens-Studie sieht durch „The New Normal“ sogar einen neuen Höhenflug der Küche heranbrechen.

IFA 2020: Höherer Stellenwert von Haushalt und Küche

So propagiert Siemens etwa XXL-Kühlschränke wie die iQ500 Side-by-Side Kühl-Gefrierkombination KA93GAIEP, die nebenbei auch als Hausbar dienen kann, weil Benutzer direkt Eis abzapfen und zu Getränken durchgreifen können. Samsung hält mit dem No-Frost-XXL-Kühlschrank RB7300T dagegen.

Siemens IQ500: XXL-Kühlschrank mit integrierter Minibar

Siemens IQ500: XXL-Kühlschrank mit integrierter Minibar

Pfiffig auch, was LG in dem Zusammenhang anbietet. Der neue InstaView Door-in-Door-Kühlschrank mit UVnano-Technologie desinfiziert auf Wunsch die Wasserspenderausgänge einmal pro Stunde und will dabei mit Hilfe von UV-Licht 99,99 Prozent aller Viren und Bakterien beseitigen.

LGs neuer WashTower vereint derweil Waschmaschine und Trockner mit einer gemeinsamen Bedieneinheit. Das Gerät schätzt ab, wie lange der Wasch- und Trockenvorgang ungefähr dauern wird, und wählt für jeden Inhalt automatisch das beste Programm aus. Auch hier geht der Trend hin zu „mehr“. Wer über einen WashTower verfügt, kann gleich 17kg in der Wascheinheit und 16kg im Trockner einfüllen.

LG WashTower: Viel wäscht viel

LG WashTower: Viel wäscht viel

Beurer reagiert derweil auf den neuen Zuhause-Trend mit dem Maramed-Meeresklimagerät. Mit einer eigens entwickelten Meeressalzlösung soll Maramed gleich mehrere Funktionen zuhause übernehmen: Luftreinigung, Entkeimung, Mineralisierung, Luftionisation und -befeuchtung.

Fast schon nebenbei hat Samsung dabei das neue faltbare Smartphone Galaxy Fold2 vorgestellt, das neue Fitness-Armband Galaxy Fit 2, die Smartwatch Watch 3 und das Einsteiger-Tablet Galaxy Tab A7. Interessant: Der Wireless Charger, der auf den Namen „Trio“ hört, soll drei Samsung-Geräte gleichzeitig kabellos laden können.

Weitere Trends der IFA 2020: Ruhe und 5G für alle

Bei kabellosen Kopfhörern geht der Trend eindeutig hin zu True Wireless mit Active Noice Cancelling (ANC), also aktiver Geräuschunterdrückung. Die Earbuds sind vor allem für unterwegs gedacht, lassen sich aber auch zuhause einsetzen, um zum Beispiel im Home Office für Ruhe vor den anderen Hausbewohnern zu sorgen. Als neue Modelle gibt es hier unter anderem die Oppo Enco W51, die Philips T8505 und die JBL Club Pro+.

Philips T8505: True-Wireless-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) setzen sich durch.

Philips T8505: True-Wireless-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) setzen sich durch.

Qualcomm hat unterdessen neben einem Schwung neuer Prozessoren auch den Chip QCC514x für adaptives ANC vorgestellt. Der könnte Herstellern kabelloser Kopfhörer den Enbau „intelligenter“ ANC-Technologien künftig deutlich vereinfachen. Das ist natürlich noch nicht alles von Qualcomm. Mit der Ankündigung, 5G-Modems auch auf den Einstiegs-Smartphone-Prozessoren der Snapdragon-400-Reihe zu integrieren, dürfte der Durchbruch für 5G endgültig da sein. Damit wird 2021 wohl kaum noch ein neues Smartphone ohne 5G-Funktionalität auf den Markt kommen.

ZTE Axon 20 5G: Eine Frontkamera seht ihr in diesem 5G-Smartphone nicht. ZTE hat sie unter dem Display versteckt.

ZTE Axon 20 5G: Eine Frontkamera seht ihr in diesem 5G-Smartphone nicht. ZTE hat sie unter dem Display versteckt.

Schon jetzt zur IFA 2020 stellen aber Samsung mit dem Galaxy A42 5G und ZTE mit dem Axon 20 5G zwei sehr erschwingliche 5G-Smartphones vor. Das Axon 20 5G soll ganz nebenbei das erste marktfähige Smartphone mit einer „unsichtbaren“ Frontkamera unter dem Display sein.

Neue Chips von Intel und Qualcomm

Etwas überraschend ist, dass Intel und Qualcomm ihre neuen Chipgenerationen zur IFA vorstellen. Das war sonst zumeist entweder einige Wochen davon order danach der Fall.

Intels 11. Core-Generation für ultraportable Notebooks hört auf den Codenamen „Tiger Lake“. Neu ist an den im 10-Nanometer-Verfahren hergestellten Chips die integrierte KI-Technik und die verbesserte Intel Iris-X-Grafik, die ein flüssigeres Erlebnis für Gaming auf Full-HD-Bildschirmen oder Arbeit und Medienkonsum auf 4K-HDR-Bildschirmen bieten soll. Intels neue Evo-Plattform umfasst portable Notebooks, die mit einem besseren Sound, WiFi 6 und mindestens 9 Stunden Akkulaufzeit aufwarten sollen.

Mit der neuen Evo-Plattform propagiert Intel realistische Akkulaufzeiten von 9 Stunden und mehr.

Mit der neuen Evo-Plattform propagiert Intel realistische Akkulaufzeiten von 9 Stunden und mehr.

Vor allem letzteres bringt den Autor dieser Zeilen zum Schmunzeln. Denn Intel legt Wert darauf, dass es sich dabei um „wirkliche“ 9 Stunden Laufzeit handelt, nicht die teils astronomischen Laufzeit-Angaben der Hersteller, die mit der Realität nichts zu tun haben.

Prompt überließ Intel den Notebook-Herstellern die Bühne, die ihre neuesten Geräte direkt mit der 11. Core-Generation ausgestattet haben. Darunter sind das Dynabook Expertbook B9 (B9400), das Asus Zenbook 14, die neuen Acer Swift 3 und 5, die Lenovo Yoga (Slim) 9i und 7i und das Samsung GalaxyBook Flex 5G.

Lenovo Yoga Slim 7i mit Intels 11. Core-Generation "Tiger Lake"

Lenovo Yoga Slim 7i mit Intels 11. Core-Generation „Tiger Lake“

Qualcomms Antwort auf Intel nennt sich Snapdragon 8cx Gen 2 5G. Dabei handelt es sich um ARM-Prozessoren, ebenfalls für ultraportable Notebooks, die mit langer Akkulaufzeit und 5G aufwarten sollen. Die erste Generation hatte am Markt noch nicht die allergrößten Erfolge gefeiert. Diesmal soll aber alles besser werden. Das erste Notebook, das den schnellen Chip gleich verwendet, ist das neue Acer Spin 7.

Qualcomms Ankündigung, dass auch die Snapdragon-Chips der 400er-Generation für Einsteiger-Smartphones künftig von Haus aus mit einem 5G-Modem ausgestattet werden, dürfte den endgültigen Durchbruch der neuen Mobilfunkgeneration bringen. Ab 2021 dürfte damit dann kaum noch ein Smartphone auf den Markt kommen, das kein 5G beherrscht.

Gaming: Neue Nvidia-Grafikkarten, Alienware mit 360 Hertz

Neue Grafikkarten kommen im Rahmen der IFA 2020 derweil von Nvidia. Die mit Spannung erwartete RTX-3000-Generation soll nochmal einen massiven Performance-Schub gegenüber der RTX-2000-Generation bieten. Nvidia will daneben vor allem Raytracing und Kühlung verbessert haben. Erste Testspieler sollen sich begeistert von der neuen Technologie DLSS zeigen. Fans können sich dieses Video auf der Zunge zergehen lassen:

Die Hersteller für Gaming-Bildschirme setzen derweil auf immer höhere Bildwiederholraten für eine besonders flüssige Darstellung der Spiele. War vor gar nicht all zu langer Zeit 240 Hertz noch der Goldstandard, so bringen in diesem Jahr erste Hersteller 360-Hertz-Bildschirme auf den Markt. Asus und Predator haben bereits erste Geräte gezeigt, Dells Marke Alienware zieht nun in den neuen Gaming-Notebooks Area-51m und m17 R3 nach. Beide setzen übrigens wahlweise schon eine Grafikkarte der Nvidia-RTX-3000-Generation ein.

Philips Hue/Signify: Nennt es nicht Ambilight

Philips Hue, die Marke, die mittlerweile unter das Dach von Signify gewandert ist, hatte schon vor Jahren erkannt, wie wichtig ein gemütliches und vernetztes Zuhause ist. Spannend ist jetzt der neue Philips Hue Play Gradient Lightstrip. Den LED-Leuchtstreifen könnt ihr zum Beispiel hinter euren Fernseher verlegen. Die Technik kann in Sekundenbruchteilen jede LED einzeln ansteuern, und das alles synchron zum Fernsehprogramm.

Philips Hue Play Gradient Lightstrip

Philips Hue Play Gradient Lightstrip

Mit anderen Worten, auch wenn Signify das nicht explizit so sagt: Ihr könnt damit endlich so etwas wie Ambilight an eurem Fernseher nachrüsten, sollte der noch nicht über die begeherte Lichtspielerei verfügen. Mein Kollege Sven Wernicke musste vor gar nicht all zu langer Zeit Ambilight noch von Hand nachrüsten.

Und sonst?

Ihr seht es schon und auch für uns kommt das ein wenig überraschend: Dafür dass die IFA 2020 in diesem Jahr nur verkleinert als Special Edition stattfindet, ist ganz schön was los. Unsere größten Highlights haben wir euch hier vorgestellt – bis auf eines.

Deep One: Den Wearable Subwoofer könnt ihr euch auch einfach um den Hals hängen.

Deep One: Den Wearable Subwoofer könnt ihr euch auch einfach um den Hals hängen.

Denn dieses Schmankerl haben wir uns für den Schluss aufgehoben: Der Wearable Subwoofer von Deep One ist nämlich genau das, was der Name suggeriert, und ihr könnt ihn euch aus Spaß auch um den Hals hängen. So zeigt der kleine Hersteller, dass „The New Normal“ zwar bedeutet, dass wir es uns immer mehr zuhause gemütlich machen, aber durchaus nicht auf ausgefallenes Unterwegssein verzichten müssen.

Alle Bilder: Hersteller

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