Gaming-Monitore: Darauf müsst ihr beim Kauf achten

Vor dem Kauf es neuen Gaming-Monitors werdet ihr mit Kennzahlen quasi erschlagen. Hier erkläre ich euch, was diese bedeuten und welche die wichtigsten sind.

Ein guter Gaming-Monitor kann euer Spielerlebnis maßgeblich beeinflussen. Aber woran könnt ihr einen guten von einem nicht so guten Monitor unterscheiden? Es gibt verschiedene Kennzahlen, die euch sagen, was genau der Monitor kann, und an denen ihr vor dem Kauf erkennt, woran ihr seid.

Gaming-Monitor vs. Büro-Monitor

Wenn ich mir einen neuen Monitor kaufen möchte, stelle ich mir zuerst die Frage, auf welche Werte und Features es überhaupt ankommt. Um zu verdeutlichen, was bei einem Gaming-Monitor wichtig ist, möchte ich erst einmal den Vergleich zu herkömmlichen Büro- oder Arbeits-Monitoren ziehen. Büro-Monitore sind oft um einiges günstiger als waschechte Gaming-Monitore und selbstverständlich hat das auch seine Gründe.

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Gaming-Monitore gibt es in allen Größen und Formen. Quelle: samsung.com

Beim Büro-Monitor sind hauptsächlich die Größe und die Auflösung entscheidend. Wenn man den ganzen Tag damit arbeitet, braucht es Platz, ähnlich wie auf dem Schreibtisch. Dazu soll das Bild knackig scharf aussehen, weil dies angenehmer für die Augen ist. Schließlich sitzen Büroarbeiter oft 8 Stunden oder mehr am PC. Auch die Hertz-Zahl spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. Ob es nun 60 Hertz oder 144 sind, fällt bei der Alltagsarbeit normalerweise nicht auf.

Der Gaming-Monitor hingegen reizt alles aus, was die heutige Technik hergibt. Hier ist eine hohe Hertz-Zahl entscheidend, ebenso eine schnelle Reaktionszeit. Auch auf die Auflösung und Größe kommt es an. Ihr wollt schließlich auch, dass das Spiel gut aussieht. Tatsächlich aber spielt die Auflösung nur eine untergeordnete Rolle.

Die Reaktionszeit entscheidet über den Input-Lag

Gaming-Monitore werden häufig mit einer schnellen Reaktionszeit beworben und das hat seinen Grund. Es ist die wahrscheinlich wichtigste Kennzahl, wenn es um professionelles Zocken geht. Die Reaktionszeit gibt an, wie groß der Input-Lag eines Monitors ist. Bei einer Reaktionszeit von 3 Millisekunden zum Beispiel, dauert es 3 Millisekunden bis die Eingabe über Maus oder Tastatur auf dem Bildschirm ankommt.

Eine schnelle Reaktionszeit ist dementsprechend besser und sorgt dafür, dass der Input-Lag möglichst gering ist. Das wiederum sorgt dafür, dass sich das Spiel knackig steuert, was vor allem in kompetitiven Online-Spielen oder Spielen, die eine schnelle Reaktionszeit erfordern, ein großer Vorteil ist.

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Der HP 27xq überzeugt mit dem kleinstmöglichen Input-Lag. Quelle: hp.com

Beispiel: HP 27xq 27-Zoll Gaming-Monitor

Ein gutes Beispiel für niedrigen Input-Lag ist der HP 27xq (Shoplink), denn er verfügt über eine sehr kurze Reaktionszeit von nur einer Millisekunde. Ein wenig Input-Lag gibt es immer und weniger als eine Millisekunde wird es niemals werden. Aber auch die Auflösung von 2.560 zu 1.440 Pixeln bei einer Frequenz von 144 Hz kann sich sehen lassen. Dazu bekommt ihr noch einen HDMI-2.0- und einen Display-Port-1.2-Anschluss. Somit habt ihr alles, was ein guter Gaming-Monitor können sollte, in einem Paket.

Hertz-Zahl vs. FPS: Was ist der Unterschied?

Auch die Hertz-Zahl (Bildwiederholrate) ist eine wichtige Kennzahl, wenn es um Gaming-Monitore geht. Sie gibt an, wie viele Bilder (Frames) pro Sekunde der Monitor darstellen kann. Die Anzahl der Frames pro Sekunde, die von der Grafikkarte generiert werden können, hängt von eurer Hardware und dem Spiel selbst ab.

Ein Spiel mit niedrigen Anforderungen schafft bei der gleichen Hardware mehr Frames pro Sekunde als ein Spiel mit hohen Hardwareanforderungen. Anders herum kann stärkere Hardware beim gleichen Spiel mehr Frames pro Sekunde ausgeben.

Die Hertz-Zahl des Monitors bestimmt nun, wie viele der ausgegebenen Frames pro Sekunde beim Monitor ankommen können. Im Klartext bedeutet das, wenn eure Hardware ein Spiel mit 150 Frames pro Sekunde wiedergeben kann, euer Monitor aber nur 60Hz hat, seht ihr das Spiel in nur 60 Frames pro Sekunde. Hat euer Monitor allerdings 144Hz, werdet ihr das Spiel auch in 144 Frames pro Sekunde sehen können.

Im Gaming hat die Hertz-Zahl nicht nur ästhetische Gründe. Ein Spiel, das mit 120 oder 144 Frames pro Sekunde läuft, kann deutlich flüssiger gesehen werden. Bei 30 oder 60 Frames pro Sekunde sind oft Schlieren und unscharfe Bilder erkennbar. Vor allem bei schnelleren Action-Sequenzen. Für Gaming-Monitore sollten es deshalb mindestens 120 Hertz sein. Das erleichtert vor allem bei First-Person-Shootern das Zielen und generell könnt ihr bei scharfen Bildern in schnellen Sequenzen besser sehen, was auf dem Bildschirm passiert.

Beispiel: AOC AG271QX 27-Zoll Gaming-Monitor

Auch der AOC AG271QX (Shoplink) sollte die Bedürfnisse der meisten Gamer zufriedenstellen. Mit 144Hz bei einer Auflösung von 2.560 zu 1.440 Pixeln könnt ihr auch die actionreichsten Szenen knackscharf mitverfolgen. Es gibt zwar auch Monitore die 240 Hertz anbieten, allerdings sind diese oft sehr teuer. Da man mit 144 Hertz alles scharf sehen kann und der Preis stimmt, empfehle ich hier eher einen guten 144 Hertz-Monitor.

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Der AG241QX von AOC kann bis zu 144Hz darstellen. Quelle: aoc.com

Auflösung

Die Auflösung der Monitore bestimmt, in welcher Auflösung das Spiel dargestellt werden kann. Ein 4K-Monitor kann Spiele in 4K darstellen, während ein Monitor mit einer Auflösung von 1920 zu 1080 Pixeln (Full HD) ein Spiel auch nur in dieser Auflösung darstellen kann. Die Auflösung ist allerdings auch immer ein Preistreiber, vor allem wenn dann auch noch die Hertz-Zahl und Reaktionszeit stimmen soll, zahlt ihr schnell ein kleines Vermögen.

Da die Auflösung aber keinen direkten Einfluss auf das Gameplay hat, empfehle ich lieber einen Monitor mit einer niedrigeren Auflösung zu wählen und dafür auf die Frequenz und Reaktionszeit zu achten. So könnt ihr bares Geld sparen.

Anschlüsse

Die Möglichkeiten für Anschlüsse an den Monitoren sind zahlreich und es ist nicht immer eindeutig, welcher nun der Beste ist. Grundlegend sollet ihr darauf achten, dass der neue Monitor entweder einen HDMI-2.0- oder einen Display-Port-Anschluss hat – für die beste Auflösung und Hertz-Zahl. Falls ihr wissen möchtet, welcher Anschluss was genau kann, könnt ihr alles detailliert in diesem Artikel nachlesen:

Welche Monitor-Kabel gibt es? Die gängigsten Anschlüsse

Fazit

Beim Kauf eines Gaming-Monitors gibt es einiges zu beachten. Die wichtigsten Merkmale hier sind die Reaktionszeit und die Frequenz (Hertz-Zahl), wenn ihr ein flüssiges Spielerlebnis haben möchtet. Wenn ihr Abstriche bei der Auflösung machen könnt, also nicht unbedingt 4K braucht, solltet ihr ohne Probleme gute Gaming-Monitore zu fairen Preisen finden.

Quelle des Titelbilds: samsung.com

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