Apple HomePod: Mehr Alexa oder mehr Sonos?

Vor dem Vorverkaufsstart des HomePod hält sich Apple mit Details betont zurück, einige Kernfunktionen kommen erst später. Was die Frage aufwirft: Was mehr als ein Lautsprecher ist der HomePod eigentlich?

Vieles an dieser Geschichte wirkt, als hätte da jemand einen Trend verschlafen und müsse jetzt eiligst den fahrenden Zug noch erwischen. Dann wiederum ist dieser jemand ja Apple. Und in seiner Geschichte hat der IT-Riese nicht selten erst einmal abgewartet und dann ein Produkt vorgestellt, das die Konkurrenz erblassen ließ. Wie beim iPod, dem iPhone oder dem iPad. Ist es beim HomePod auch so?

Apple HomePod: So vieles ist noch unklar

Der Apple HomePod ist ein smarter Lautsprecher, den frühe Vögel ab Freitag in den USA, Australien und dem Vereinigten Königreich vorbestellen können. Ab dem 9. Februar soll er dann regulär in diesen drei Ländern erhältlich sein. Deutschland und Frankreich sollen im Frühling folgen; wann genau, ist noch nicht klar.

Und das ist eben das Ding: Vieles am Apple HomePod ist derzeit noch unklar:

  • Der HomePod soll einige, aber nicht alle Siri-Funktionen beherrschen. Welche genau und welche nicht, hat Apple noch nicht bekannt gegeben.
  • Der HomePod soll Apple Music nahtlos integrieren und für Abonnenten der Musikflate viele tolle Funktionen und Zusatzinfos bieten. Derzeit ist allerdings noch völlig unklar, ob der HomePod auch mit anderen Musikabos wie Spotify oder Deezer funktioniert.
  • Für einen direkten Konkurrenten vom Amazon Echo und Google Home (beide unter 100 Euro) ist der HomePod mit 349 US-Dollar (und wahrscheinlich noch mehr in Euro) eigentlich zu teuer. Er könnte also mehr eine „intelligente“ Version des Multiroom-Systems Sonos sein wollen. Dazu fehlt ihm allerdings noch die Multiroom-Fähigkeit, die erst irgendwann später im Jahr mit AirPlay 2 nachgerüstet werden soll.
  • HomePod soll mit SiriKit Kalender-Einträge vornehmen oder Nachrichten verschicken können. Wie das System das mit verschiedenen Accounts und Nutzern handhabt und ob das überhaupt möglich ist: ebenfalls noch unklar.

Vorgestellt hatte Apple den HomePod bereits zur eigenen Entwicklerkonferenz WWDC 2017 vergangenen Juni. Damals hieß es, er solle im Dezember 2017 erscheinen. Das Weihnachtsgeschäft hat man nun also verpasst. Und die Ankündigungen jetzt lassen ein zumindest derzeit noch unfertiges Produkt erahnen. Das muss nicht im Fiasko enden, aber es wirkt ungewöhnlich für Apples gewöhnliche Strategie, Kunden mit einem klaren Nutzen zu überzeugen.

Apple Home Pod funktioniert mit Apple Music

Klar, der Apple HomePod funktioniert mit Apple Music. Aber auch mit Spotify oder anderen Musikabos? Das ist derzeit, wie so vieles, noch unklar.

Apple muss noch mehr Überzeugungsarbeit leisten

Für die einen wirkt der HomePod nun wie eine zu teure, halb geschlossene und weniger vielseitige Alexa-Alternative. Für die anderen wie eine unfertige Multiroom-Komponente. Und die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht: Multiroom-Pionier Sonos hat den Sprachassistenten Alexa längst in seine Software integriert und den intelligenten Lautsprecher Sonos One von Haus aus damit ausgerüstet.

Sonos One mit Amazon Alexa. Bild: Sonos

Die Konkurrenz schläft nicht: Das Multiroom-System Sonos One hat den Sprachassistenten Amazon Alexa direkt an Bord. Bild: Sonos

Dann wiederum verfügt der Apple HomePod über räumliche Orientierung, also die sehr interessante Möglichkeit, den Klang den räumlichen Gegebenheiten anzupassen. Sechs Mikrofone sollten den Lautsprecher besonders gut zuhören lassen. Ein Subwoofer ist integriert und eine Hochtönergruppe aus sieben Elementen sollte sehr ordentlichen Sound ermöglichen. Apple hat außerdem einen A8-Chip im HomePod untergebracht, wie er auch im iPhone zum Einsatz kommt. (Nicht in den neuesten Generationen allerdings. Im iPhone 8 oder iPhone X sitzt bereits ein A11-Chip; der A8 ist drei Jahre alt.)

Google Assistant und Amazon Alexa unterhalten sich

Für eine Bewertung ist es jetzt also zu früh und der HomePod kann noch ein gigantischer Erfolg werden. Um mehr als nur die eigenen Fans für den smarten Lautsprecher zu gewinnen, muss Apple aber noch deutlich mehr Überzeugungsarbeit leisten.

Bilder: Apple

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