Foto: TomTom

Navigations-Apps von Navigon verschwinden: Das sind gute Alternativen

Navigon war einst ein großer Name im Bereich der mobilen Navigation. Nun verschwindet die Marke wohl komplett. Ihr nutzt noch Apps und Angebote des Unternehmens? Dann solltet ihr einen Blick auf diese Alternativen werfen.

Vor einigen Jahren kaufte der Navi-Profi Garmin den Mitbewerber Navigon. Der Name wurde fortgeführt, vor allem für mobile Geräte erschienen allerlei Anwendungen. Beispielsweise Navigon Regions, Navigon Cruiser oder das Standard-Angebot Navigon wurden für iOS und Android veröffentlicht. Ab dem 14. Mai 2018 sind die Apps nicht mehr verfügbar, auch der Kauf zusätzlicher Inhalte ist dann nicht mehr möglich.

Das müsst ihr über das Ende von Navigon wissen

Besagtes Datum heißt nicht, dass ihr eure bereits gekauften Apps nicht mehr verwenden dürft. Doch Updates, neue Funktionen, aktuelles Kartenmaterial solltet ihr nicht mehr erwarten. Laut offizieller Webseite werdet ihr die Apps noch „mindestens zwei Jahre im gewohnten Umfang“ verwenden dürfen – immerhin.

Navigon verabschiedet sich. (Foto: Navigon)

Navigon verabschiedet sich. (Foto: Navigon)

Ärgerlich: Besitzt ihr auf eurem Android-Smartphone ein Abo für die Angebote von Navigon, müsst ihr das selbständig kündigen, sonst verlängert es sich automatisch. Ruft dazu den Google Play Store auf eurem Telefon auf, wechselt zu Hauptmenü -> Konto. Unter dem Punkt „Abos“ kündigt ihr das jeweilige Abonnement. Setzt ihr dagegen auf ein iPhone oder iPad, endet das Abo selbständig.

Nicht betroffen von der Abo-Falle sind übrigens Navigon Select von der Deutschen Telekom, Garmin HUD, HUD Plus oder BMW HUS. Hier müsst ihr euch also keine Sorgen machen.

Ihr solltet euch perspektivisch nach neuen Navigations-Lösungen umschauen, denn Navigon ist in naher Zukunft Geschichte. Was gäbe es denn so für Alternativen?

App-Alternativen zu Navigon

Es wäre zu leicht, einfach nur Google Maps als Alternative zu Navigon zu empfehlen. Aber: Solltet ihr mit diesem Angebot von Google zufrieden sein, könnt ihr dies durchaus in Erwägung ziehen. Auch, weil es mit Android Auto eine Anbindung an über 400 Fahrzeuge und längst Offlinekarten zum Herunterladen gibt. Das heißt: Maps als Basis kann sehr wohl als vollwertige Navigationssoftware am Smartphone oder Tablet eingesetzt werden. Für eine zufriedenstellende Genauigkeit ist ein aktiviertes GPS Grundvoraussetzung. Ähnlich sieht es für Apple Karten aus, das auf iOS-Devices bereits vorinstalliert ist.

Android Auto im Test: Immerhin, ich lebe noch!

Eine ebenfalls unverändert beliebte und kostenfreie Routenplaner-Software ist Here WeGo. Ein mächtiges Tool mit allen erdenklichen Features. Und für iOS und Android erhältlich.

Sygic ist eigenständig nutzbar und lässt sich mit dem Auto verbinden. (Foto: Sygic Maps)

Sygic ist eigenständig nutzbar und lässt sich mit dem Auto verbinden. (Foto: Sygic Maps)

Sollte ein Infotainment-System in eurem (modernen) Auto (Ford, Honda, VW, Seat, Skoda, Suzuki, Peugeot, Citroen…) installiert sein, lohnt sich ein Blick auf Sygic Car Navigation, das via USB bzw. Syn3 AppLink Kontakt zu eurem Smartphone aufnimmt und sozusagen alle Navigationsgerät-Elemente „nachrüstet“ sowie noch sehr viel mehr bieten kann. Es ist ebenfalls für iOS und Android verfügbar.

TomTom Mobile lässt sich flexibel nutzen. (Foto: TomTom)

TomTom Mobile lässt sich flexibel nutzen. (Foto: TomTom)

Navigon am nächsten dürfte TomTom Go Mobile kommen. Offline-Karten, Community-Elemente, Echtzeit-Verkehrsinformationen und Radarkamerawarnungen – hier fehlt nichts. Die App gibt’s für iOS und Android.

Nicht unerwähnt sollte Waze für iOS und Android bleiben. Staus und Gefahren werden flott präsentiert, generell ist die App mächtig und einfach zugleich. Geht’s euch dagegen mehr um die Offline-Sicherung von Karten, ist Maps.me (für Android und iOS) eine geeignete Wahl.

Das Tablet als Navigationsgerät fürs Auto. So geht’s für wenig Geld!

Vielleicht doch ein Navigationsgerät als Navigon-Alternative?

Vor allem dann, wenn ihr kein Fahrzeug mit integriertem Routenplaner besitzt, könnte der Griff zu einem professionellen Navigationsgerät von Vorteil sein. Ihr erhaltet eine Lösung, die hochspezialisiert ist und heutzutage auch allerlei Komfortfunktionen wie Fahrerassistenz-Elemente (Warnung vor gefährlichen Kurven, Müdigkeit, Schulzonen etc.) bietet. Monatliche Abo-Gebühren fallen meist nicht an, manche Firmen bieten sogar lebenslange Kartenupdates – kostenfrei! Dank GPS und TMC muss niemand auf Präzision und aktuelle Verkehrsinformationen verzichten.

Schnell einsatzbereit. Hier im Bild: TomTom Start 52 CE. (Foto: TomTom)

Schnell einsatzbereit. Hier im Bild: TomTom Start 52 CE. (Foto: TomTom)

Schon klar: Eine App wird gratis aufs Mobiltelefon geladen und ist demnach auf den ersten Blick günstiger. Doch ein ordentlich installiertes Navi lässt euch nicht ständig mit Halterungen und Kabeln herumhantieren, ebenfalls müsst ihr nicht häufig Updates herunterladen oder darauf achten, dass der Akku ausreichend gefüllt ist. Es läuft und macht, was es soll – sobald ihr die Route einprogrammiert habt. Und ihr braucht nicht noch separates Zubehör wie eine Handy-Halterung, Ladekabel und dergleichen. Alles ist bei einem guten Navi schon inklusive.

Navigationsgeräte für um die 100 Euro

Mein Tipp: Schaut euch doch, gerade wenn ihr nicht täglich einen Routenplaner benötigt, nach einem günstigen Navi um. Es muss kein großartiges Garmin DriveSmart 61 mit 7-Zoll-Display für rund 250 Euro oder ein Highend-Monster sein, das ihr auch als Dashcam einsetzen könnt. Bereits für unter 100 Euro bekommt ihr gute, vielseitige Systeme von Markenherstellern.

Ebenfalls eine gute Wahl als Navigon Alternative - das Garmin Drive 60. (Foto: Garmin)

Ebenfalls eine gute Wahl als Navigon Alternative – das Garmin Drive 60. (Foto: Garmin)

Für den Einstieg prima geeignet ist das TomTom Start 52 CE mit lebenslangen Kartenupdates, Fahrspurassistent und TMC. In der gleichen Preisklasse bewegt sich das Garmin Drive 40 LMT CE, das über einen 10,9 Zoll Touchscreen verfügt. Etwas größer und ähnlich günstig ist der Blaupunkt TravelPilot 53²  mit 12,7 Zoll Bildschirm, TMC und LifeTime-Kartenupdates.

Groß und leistungsstark, aber ein klein wenig teurer: Das Garmin Drive 60 LMT CE glänzt mit einem 15,4 Zoll großen Display und vielen Fahrassistenzfunktionen.

Meiner Meinung nach muss niemand mehr als 150 Euro für ein wirklich gutes Navigerät ausgeben. In Anbetracht der Tatsache, dass keine weitere Peripherie nötig wird und ihr keine Abodienste abschließen müsst, lohnt sich das für diejenigen, die (relativ) häufig fahren, vermutlich recht schnell. Was es an Navis für nahezu jeden Geldbeutel gibt, seht ihr auch auf Euronics.de.

Also: Egal ob ein fest installiertes Navi oder eine Navi-App auf dem Smartphone oder Tablet – ihr habt Alternativen zu Navigon.

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4 Kommentare zu “Navigations-Apps von Navigon verschwinden: Das sind gute Alternativen
  1. Nach einigen gekauften Versionen (Falk, Navigon 2 Versionen) bleibe ich nun bei Google Maps.
    Das ist mittlerweile von den aktuellen Informationen und der Suchmaschine besser als alle anderen je getesteten Programme.
    Wer bedenken hat, was den Datenschutz angeht, der soll sich mal die AGBs von z.B. TomTom durchlesen, da macht es dann auch keinen großen Unterschied mehr, was da für Daten erhoben werden.

    Garmin werde ich persönlich nicht unterstützen, immerhin ist es dass Unternehmen, was Navigon eingestampft hat.

  2. Alles keine Alternativen zu cruiser, der Motorrrad NaviApp. Damit hatte ich eine fast perfekte Lösung, die so auch von keinem Navi-Gerät übertroffen wurde. Wär schön, wenn jemand die App nachbauen könnte. Garmin kommt mir auf jeden Fall nicht ans Motorrad.

    • Calimoto ist ne Alternative mit stetiger Weiterentwicklung.
      Im Blog muesste man noch zoll in cm umbenennen.

      Beste Grüße

  3. Ich stimme Michael zu. Jede App, bei der was von Garmin steht ist ab jetzt tabu. Wie wir alle wissen, hat Garmin den Untergang von Navigon verursacht. Wie könnt Ihr da in gleichem Atemzug Garmingeräte empfehlen? An mein Motorrad lasse ich nur Navigon und Wasser.

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