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Motorola Razr: So schön kann ein modernes Klapphandy sein

Nostalgie trifft auf frischen Wind und ein flexibles Display zum Zusammenklappen. Das Motorola Razr überzeugt jetzt schon durch ein cleveres Konzept.

Das erste Razr-Mobiltelefon von Motorola erschien 2004, zuletzt kamen 2012 nicht mehr ganz so aufregende Android-Smartphones unter diesem Namen heraus. Ursprünglich war es der Klappmechanismus der Reihe, der nicht nur praktisch, sondern gewissermaßen auch „cool“ war. Diese Coolness kommt mit dem neuen Razr in ausgewählten Ländern ab Dezember 2019 und in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 zurück. Mit dabei: Ein flexibles (Falt-)Display, das in dieser Form wirklich sinnvoll ist und die Lust aufs Ausprobieren weckt.

Allein die Fotos vom neuen Razr wecken das Interesse. (Foto: Motorola)

Allein die Fotos vom neuen Razr wecken das Interesse. (Foto: Motorola)

Das ist das neue Motorola Razr

Schon seit etlichen Monaten kursierten Gerüchte, dass Motorola das Razr wiederbeleben möchte. Jetzt nach der offiziellen Ankündigung überrascht es mich umso mehr, dass uns hier nicht einfach eine Neuauflage des Originals (Razr V3) erwartet – so wie wir es beispielsweise bei Nokias Banana-Phone erlebt haben.

Das neue Motorola Razr ist wieder ein Klapphandy, doch von „klassisch“ kann nicht die Rede sein. Denn einerseits kommt ein horizontal klappbares sowie flexibles Display zum Einsatz, das das Potenzial solcher Bildschirme offenbart. Dadurch schafft der Hersteller eine sinnvolle Verwendung, die gegenüber manch anderen Mitbewerbern doch erstaunlich stabil und vor allem robust aussieht. 3D Gorilla Glas und Premium-Stahl erhöhen die Widerstandsfähigkeit. Ausgeklappt ergibt sich ein 6,2 Zoll großes pOLED-Display mit einer Auflösung von 2142 x 876 Pixeln im Format 21:9.

Das Display auf der Oberseite lässt sich vollständig verwenden. (Foto: Motorola)

Das Display auf der Oberseite lässt sich vollständig verwenden. (Foto: Motorola)

Doch das war’s noch nicht: Zusammengeklappt bekommt ihr relevante Informationen auf einem 2,7 Zoll großen gOLED-Bildschirm (600 x 800 Pixel, 4:3-Format, Touchscreen) präsentiert. Beispielsweise Benachrichtigungen oder die Uhrzeit. Die Inhalte wandern nahtlos von einem zum anderen Display – abhängig davon, ob ihr es auf- oder zugeklappt habt. Ohne das Telefon zu öffnen tippt ihr Texte, nehmt Anrufe an, verwendet die Frontkamera oder aktiviert Bluetooth und einen Hotspot. Sehr gut.

Kompakt, aber nicht Highend

Was mir persönlich am Motorola Razr gefällt, das sind die im besten Fall sehr kompakten Ausmaße, sobald ihr das Smartphone zuklappt. 74 x 94 x 14mm sind eine Ansage. Kein Konkurrent schafft diese Größe für ein vollwertiges Telefon mit zeitgemäßer Hardware. Hier könnte ich Motorola höchstens vorwerfen, statt der neuesten 800er-Serie der Snapdragon-Chips von Qualcomm „nur“ den Snapdragon 710 zu verbauen. Der ist immerhin in der Oberklasse angesiedelt und kann auf 6GB RAM und 128GB Speicher zugreifen.

Vermutlich aufgrund der Ausmaße müsst ihr euch mit einer 16 Megapixel Dual-Pixel-AF-Kamera (f/1,7, 1,22 µm, EIS) zufriedengeben. Triple-Kamera oder mehr? Gibt’s hier nicht. Ich selbst kann darauf verzichten, wenn die Resultate überzeugen. Schön dagegen: Wieder setzt Motorola auf ein pures Android (9 Pie), das mit Sicherheit ein Update auf Android 10 erhält. Ob der 2510 mAh starke Akku bei zwei Displays ausreichend lange hält, muss der Praxistest zeigen.

Ideal für Selfies, wie es scheint. (Foto: Motorola)

Ideal für Selfies, wie es scheint. (Foto: Motorola)

Was kostet das neue Motorola Razr?

Es ist davon auszugehen, dass das Motorola Razr in den USA um die 1500 US-Dollar kostet. Rechnet mit ähnlichen Summen, wenn das Smartphone in Deutschland in den Handel kommt. Und hier kommt der Punkt, an dem ich doch etwas traurig bin: Ich verstehe natürlich, dass völlig neue Produkte beziehungsweise aufwändig herzustellende Systeme gerade zu Beginn sehr kostspielig ausfallen. Für das 2019er Razr entwickelte Motorola beispielsweise über 20 Prototypen. Das heißt aber auch, dass das Telefon anfänglich erst einmal eine verhältnismäßig kleine Zielgruppe anspricht. Nämlich die, die sich das Razr leisten kann und will.

Zugleich hoffe ich, dass das Razr gut ankommt und Motorola sowie andere Hersteller an ähnlichen Konzepten basteln, um die Mittel- und später vielleicht sogar die Einstiegsklasse zu bedienen. Ein Comeback des Klapphandys halte ich nicht mehr für ausgeschlossen, wenn die Neuheit von Motorola das bietet, was sie verspricht: Endlich einen stimmigen Einsatz von Faltdisplays (mithilfe eines in dem Fall bisher einzigartigen Klappscharniers).

Falt-Displays? Dual-Screens sind die Lösung!

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2 Kommentare zu “Motorola Razr: So schön kann ein modernes Klapphandy sein
  1. Ich finde das Format interessant, wäre endlich wieder mal was halbwegs kompaktes.
    Mal sehen wie es sich in den Tests schlägt, ob das Innendisplay haltbar ist und wie gut das Außendisplay verwendet werden kann.
    Aber erste Reaktion is – „will haben“ 😉

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