Senioren mit Emporia-Handy (Bild: Emporia)

Für Senioren: Handys und Smartphones mit Internetzugang

Die Kinder und Enkelkinder unterhalten sich per WhatsApp? Mit dem richtigen Handy oder Smartphone können auch ältere Menschen mitreden.

Ältere Menschen nutzen das Internet oft anders als jüngere. Sie surfen andere Websites an und nutzen andere Dienste. Doch etwas haben sie gemeinsam: Sie möchten das Internet auch unterwegs nutzen. Das Problem ist nur: Seniorenhandys sind viel zu einfach und haben keinen Internetzugang, während Smartphones oft zu kompliziert sind.

Die Oberflächen von Senioren-Smartphones sind einfach und übersichtlich. Hier das Doro 8040 (Bild: Peter Giesecke)

Die Oberflächen von Senioren-Smartphones sind einfach und übersichtlich. Hier das Doro 8040 (Bild: Peter Giesecke)

Die Lösung ist gar nicht so schwer: Statt die Nutzer mit einem mobilen Browser und dem App Store allein zu lassen, werden auf dem mobilen Gerät die Dienste als App installiert, die wirklich genutzt werden sollen: E-Mail, ein Kartendienst, die Fahrplanauskunft und auch WhatsApp. Der Rest wird so einfach gehalten wie möglich.

Das kann dann ein einfaches Seniorenhandy sein, das um einen Internetzugang ergänzt wurde. Früher hätte man dazu Featurephone gesagt. Aber auch ein Smartphone, das mit einer seniorenfreundlichen Oberfläche ausgestattet wurde. Wir haben uns einige Geräte angeschaut und vom einfachsten zum umfangreichsten sortiert.

Emporia Talksmart

Das Emporia Talksmart ist eigentlich ein normales Handy. Es misst 12,3 x 5,1 x 1,5 cm und wiegt 102 Gramm, womit es sehr handlich ist. Unter dem 2,4 Zoll großen Display befindet sich eine einfache Zifferntastatur. Auf der Rückseite gibt es eine Kamera (5 MP), eine Taschenlampe, aber kein Notrufknopf, wie ihn andere Seniorenhandys haben.

Das Senioren-Smartphone Emporia Talksmart läuft bereits unter Android (Bild: Emporia)

Das Senioren-Smartphone Emporia Talksmart läuft bereits unter Android (Bild: Emporia)

Die Besonderheit des Emporia Talksmart ist das vorinstallierte WhatsApp, worüber viele Familien Verabredungen treffen und Fotos austauschen. Dieses Tastenhandy ist das einfachste Gerät, um an der Kommunikation mit Kindern und Enkelkindern teilzunehmen.

Ein Problem ist nur, dass sich andere Internetdienste nicht nachinstallieren lassen. Es ist sogar fraglich, ob WhatsApp immer auf den aktuellen Stand gebracht wird. Ein anderes ist die Texteingabe. Diese muss über die Zifferntastatur und das Steuerrad vorgenommen werden. Einen Touchscreen mit Tastatur gibt es nicht. Der Internetzugang über LTE scheint daher ziemlich überdimensioniert.

Bea-fon SL820

Im Bea-fon SL820 schlummert die Technik eines Smartphones, genutzt wird es aber wie ein Featurephone. Unter dem Bildschirm befindet sich beispielsweise eine normale Zifferntastatur. Auf dem Touchscreen erscheinen Symbole, die sich mit dem Finger auswählen lassen – darunter auch einige Internetdienste.

Das Senioren-Smartphone Bea-fon SL820 bringt zwar das Internet aufs Gerät, ist aber noch nicht ganz smart (Bild: Peter Giesecke)

Das Senioren-Smartphone Bea-fon SL820 bringt zwar das Internet aufs Gerät, ist aber noch nicht ganz smart (Bild: Peter Giesecke)

Unter der von Bea-fon entwickelten Oberfläche arbeitet das Betriebssystem Android. Sie sieht aber nicht so aus, sondern erscheint altersgerecht mit großen Schriften. Es lassen sich auch keine Apps aus dem Google Play Store installieren, nur aus dem hauseigenen Appstore. Der Internetzugang erfolgt unterwegs über HSPA+, zuhause auch über WLAN b/g/n.

Der Vorteil des Bea-fon SL820 ist sein Format: Mit den Maßen von 13,5 x 5,4 x 1,2 cm und einem Gewicht von 107 Gramm erscheint es wie ein klassisches Handy, nicht wie ein überdimensioniertes Smartphone. Der Bildschirm ist mit einer Diagonalen von 2,8 Zoll dennoch größer als bei vielen Seniorenhandys. Die Tasten darunter fallen ebenfalls groß aus. Auf der Rückseite befindet sich eine SOS-Taste.

Emporia Smart.2

Das Emporia Smart.2 ist schon ein richtiges Smartphone, nur veraltet, denn es läuft noch unter dem Betriebssystem Android 6.0 aus 2015. Zudem wurde der Zugang zum Google Play Store beschränkt, sodass sich nicht alle dort verfügbaren Anwendungen installieren lassen. Immerhin lässt sich diese Schranke umgehen.

Das Emporia Smart.2 ist ein richtiges Senioren-Smartphone, läuft aber noch unter Android 6.0 (Bild: Emporia)

Das Emporia Smart.2 ist ein richtiges Senioren-Smartphone, läuft aber noch unter Android 6.0 (Bild: Emporia)

Das Senioren-Smartphone misst 14,3 x 7,2 x 1,0 cm und bringt 173 Gramm auf die Waage. Das ist einfach zu schwer für viele ältere Menschen. Der Bildschirm misst 5 Zoll und zeigt 1280 x 720 Punkte an. Löblich: Es werden zwei Akkudeckel mitgeliefert – einer mit und einer ohne Notruftaste.

Emporia hat eine eigene Oberfläche vorinstalliert, die die Bedienung einfacher machen soll. Schriften und Symbole werden groß dargestellt. Dahinter verbergen sich dann auch etliche Internet-Anwendungen. Der Zugang erfolgt über LTE oder WLAN. Wenn eine App fehlt, kann sie nachinstalliert werden.

Die Technik im Emporia Smart.2 ist leider etwas schwach: Bei einem 1,3 GHz langsamen Prozessor und nur 2 GB Arbeitsspeicher könnte die eine oder andere App manchmal etwas haken. Der Nachfolger dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Doro 8040

Das Doro 8040 läuft unter dem zwei Jahre alten Android 7.1 Nougat und ist damit vergleichsweise aktuell. Doro hat lediglich eine eigene Oberfläche darüber gelegt, die altersgerecht gestaltet wurde. So befinden sich nur wenige Elemente auf dem Bildschirm, da nichts ablenken soll. Dennoch lassen sich alle Apps nachinstallieren, die auch die Kinder und Enkelkinder nutzen.

Das Senioren-Smartphone Doro 8040 in der Ladestation: Benachrichtigungen und die Uhrzeit auf einen Blick (Bild: Peter Giesecke)

Das Senioren-Smartphone Doro 8040 in der Ladestation: Benachrichtigungen und die Uhrzeit auf einen Blick (Bild: Peter Giesecke)

Das Doro 8040 misst 15 x 7 x 1 cm und wiegt 165 Gramm. Der Bildschirm weist in der Diagonalen 5 Zoll auf und zeigt 1.280 x 720 Pixel an. Darunter befinden sich noch physische Tasten für die Steuerung in Android. Der Touchscreen lässt sich auch mit einem besonderen Stift bedienen, der allerdings nicht mitgeliefert wird.

Der Internetzugang erfolgt über LTE oder WLAN. Darüber können Angehörige auch aus der Ferne Hilfestellung geben. Möglich macht dies der Doro Manager, der den Bildschirminhalt des Senioren-Smartphones auf einem x-beliebigen Computer anzeigt. Das richtige Passwort vorausgesetzt. Auf diese Weise lässt sich das Doro 8040 komplett konfigurieren.

Bea-fon M5

Das Bea-fon M5 ist keine Verbesserung des Bea-fon SL820, sondern ein neuer Ansatz. Dieses Senioren-Smartphone nutzt die vollen Möglichkeiten von Android 8.1. Der Nutzer kann jedoch neben der klassischen Oberfläche auch eine von Bea-fon entwickelte nutzen, die mit großen Schriften und Symbolen ausgestattet ist.

Das Bea-fon M5 ist ein echtes Smartphone. Die altersgerechte Oberfläche ist bloß optional (Bild: Bea-fon)

Das Bea-fon M5 ist ein echtes Smartphone. Die altersgerechte Oberfläche ist bloß optional (Bild: Bea-fon)

Das Gerät selbst unterscheidet sich kaum von anderen Smartphones. Es misst 15,4 x 7,6 x 0,9 cm, wiegt 164 Gramm und ist damit einiges schwerer als das SL820. Es verfügt über einen 5,5 Zoll großen Bildschirm mit 1.280 x 720 Bildpunkten. Darunter befinden sich drei Tasten für die in Android übliche Navigation. Auf der Rückseite gibt es noch eine Notruftaste.

Zum MediaTek-Prozessor mit vier Kernen und 1,5 GHz gesellen sich 2 GB Arbeitsspeicher sowie 16 GB Speicher zur Ablage von Daten und Apps. Der kann über eine Micro-SD-Speicherkarte noch erweitert werden. Der wechselbare Akku verfügt über eine Kapazität von 2.600 mAh. Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixel auf, die Zweitkamera vorne mit 8 Megapixel.

Apps

Wer auf einen Notrufknopf verzichten kann, sollte sich ein Android-Smartphone seiner Wahl aussuchen und dann eine alternative Oberfläche installieren. Diese sogenannten Launcher gibt es auch von den bekannten Seniorenhandy-Herstellern – zum Beispiel die Emporia-App. Eine Suche im Google Play Store nach „Senioren“ fördert aber noch mehr einfache Oberflächen zutage – zum Beispiel den Senior Homescreen.

Oberflächen für Senioren-Smartphones sind meist gleich aufgebaut: einfach und übersichtlich. Emporia-App (links) und Senior Homescreen (Bilder: Google Play Store)

Oberflächen für Senioren-Smartphones sind meist gleich aufgebaut: einfach und übersichtlich. Emporia-App (links) und Senior Homescreen (Bilder: Google Play Store)

Mit demselben Suchbegriff lassen sich auch einzelne Anwendungen finden, die die Bedienung für ältere Menschen erleichtern soll. Andere Apps listen die Kontakte in einem besonders großen Format mit Bild auf.

Fazit

Ob es nun ein Seniorenhandy mit Internetzugang oder sogar ein Senioren-Smartphone werden soll, die erste Frage sollte immer lauten: Welche Anwendungen möchte man nutzen? Worüber kommuniziert die Familie? Dazu sollte dann das passende Gerät gesucht werden.

Bei einfachen Featurephones gilt es zu bedenken, dass sich diese nicht groß erweitern lassen. Wenn die Familie also die App wechselt, wäre man wieder von der Kommunikation ausgeschlossen. Bei einem Smartphone kann das nicht so leicht passieren.

Bei einem Senioren-Smartphone gilt es nur, ein passendes Gerät und eine geeignete Oberfläche zu finden. Das Smartphone sollte gut in der Hand liegen, die Oberfläche nicht überfordern. Letztere lässt sich glücklicherweise auch nachträglich umkonfigurieren oder sogar austauschen.

Beitragsbild: Emporia

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