Apple iPhone XS und XS Max

Apple stellt iPhone XS (Max) und XR vor: Alle Augen auf den schnellen Chip

Apple macht Ernst: Das neue iPhone XS, das iPhone XS Max und das etwas preiswertere iPhone XR setzen allesamt auf die neue Gestensteuerung. Highlight ist der neue Prozessor A12 Bionic. Während iPhone 7 und iPhone 8 aber in Apples Sortiment bleiben, verschwindet die 1. Generation des iPhone X.

Drei neue iPhones und eine verbesserte Apple Watch. Das sind die Neuheiten des Apple Special Events heute Abend. Das Vorjahreshighlight iPhone X wird mit drei neuen Geräten der Linie beerbt: iPhone XS, iPhone XS Max und das etwas preisgünstigere iPhone XR.

Während sich die Verbesserungen im Vergleich zum iPhone X im Rahmen halten, legt Apple viel Wert auf den neuen Chip A12 Bionic, der auch für deutlich bessere Fotos sorgen soll. Nebenbei gab es die vierte Generation der Apple Watch zu sehen, die nun mehr Display mitbringt und als besonderes Schmankerl ein EKG durchführen kann.

Apple iPhone XS

Die Katze war schnell aus dem Sack und die Gerüchte der vergangenen Tage haben sich bewahrheitet: Auf das iPhone X im vergangenen Jahr folgt das verbesserte iPhone XS. Während das Aussehen beider Geräte nahezu identisch ist – auch die umstrittene Notch bleibt in gleicher Größe erhalten – hat sich beim Gehäuse und unter der Haube etwas getan.

Apple iPhone XS

Apple iPhone XS

Herzstück des neuen iPhone XS ist Apples nächste Prozessorgeneration A12 Bionic. Die besteht eigentlich aus mehreren Prozessoren gleichzeitig: Eine 6-Kern-CPU, die bei gleichzeitig mehr Leistung weniger Energie verschlingen soll als der Vorgänger A11. Daneben eine 4-Kern-Grafikengine und eine verbesserte neuronale Maschine mit 8 eigenen Kernen. Ein Smart Compute System soll bei jedem Rechenprozess entscheiden, auf welchem der drei Maschinen (CPU, GPU oder Neuronal-Chip) es die Berechnung durchführt.

Schnellerer Chip für bessere Fotos

Dass Apple den A12-Bionic-Chip im fortschrittlichen 7-Nanometer-Verfahren gefertigt hat, dürfte Experten mehr interessieren als Anwender. Letztere dürften sich davon überzeugen lassen, dass Apps mit der neuen Technik deutlich schneller starten sollen, AR-Anwendungen noch flüssiger laufen sollen und vor allem die Kamera mit schnelleren Rechenprozessen unterstützt wird.

Apple iPhone XS soll bessere Bokeh-Fotos ermöglichen.

Apple iPhone XS soll bessere Bokeh-Fotos ermöglichen.

Damit sollen 1 Billion Rechenoperationen pro Bild durchgeführt werden können. Der Fotograf mit einem iPhone XS hat davon eine höhere Detailausbeute pro Foto. Die Kamera nimmt von jedem Motiv eine ganze Reihe von Fotos auf, die mit dem A12-Chip in Sekundenbruchteilen zusammengesetzt werden sollen (Smart HDR). Dadurch sollen auch Effekte wie Porträtmodus und Hintergrundunschärfe verbessert werden.

Weil die Kamera in Zusammenarbeit mit dem Prozessor auch verschiedene Blendenöffnungen durchspielt, lässt sich die Hintergrundunschärfe (Bokeh) nachträglich noch anpassen (Tiefen-Kontrolle). Der Kamerasensor soll nun vergrößert worden sein, was ebenfalls mehr Details einfangen könnte und die Lichtempfindlichkeit nachts erhöhen würde.

Technisch gesehen bleibt das Dualkamera-System im iPhone XS nahezu unverändert im Vergleich zum iPhone X. Es sind die Software und der schnellere Chip, die den Unterschied machen sollen.

iPhone XS verträgt auch Salzwasser und Bier

Auch sonst hat sich beim iPhone XS verhältnismäßig wenig im Vergleich zum iPhone X getan. Statt IP67 ist das iPhone XS nun nach IP68 wirklich staub- und wasserdicht. Erfolgreich getestet hat Apple das nach eigenen Angaben auch mit Salzwasser und Bier. Na dann! Statt Einfach-Sim beherrscht die neue Version nun Dual-Sim. Die Gesichtsentsperrung Face ID soll nun schneller sein (was wünschenswert wäre), das Edelstahlgehäuse bekommt auf Wunsch ein Gold-Finish.

Die neuen iPhone XS (hier das XS Max) sind wasserdicht nach IP68. Selbst Selbstwasser und Bier sollen ihnen nichts anhaben können.

Die neuen iPhone XS (hier das XS Max) sind wasserdicht nach IP68. Selbst Selbstwasser und Bier sollen ihnen nichts anhaben können.

Das OLED-Display hat die gleiche Diagonale (5,8 Zoll) und Auflösung (2436 x 1125px). Auch HDR und Dolby Vision im Display beherrschte der Vorgänger schon. Der Akku soll nun immerhin eine halbe Stunde länger durchhalten (dabei war die Akkulaufzeit des iPhone X keinesfalls enttäuschend) und zumindest kabellos soll sich der Akku nun schneller wieder aufladen lassen. Die neuen Speichergrößen des iPhone Xs sind 64, 128 und 512 GB. Die Preise sind UVP 1.149, 1.319 und 1.549 Euro.

iPhone XS Max

Dem iPhone XS hat Apple nunmehr auch eine größere Version zur Seite gestellt. Das iPhone XS Max hat ein Display mit 6,5 Zoll und entsprechend größeren Maßen. Die Auflösung beträgt 2688 x 1242px. Auch das iPhone XS Max kommt in Speichergrößen von 64, 128 und 512 GB daher. Preise: 1.249, 1.419 und 1.649 Euro.

iPhone XS und iPhone XS Max

iPhone XS und iPhone XS Max

Technisch unterscheidet sich das iPhone XS Max ansonsten nicht von seinem kleineren Bruder. Und das ist lobenswert! Apple durchbricht damit den unsäglichen Trend, dass nur das jeweils größere Modell die bessere Technik bekommt und die kleinere Version etwas schlechter ausgestattet ist. Das war im iPhone 8 im Vergleich zum iPhone 8 Plus etwa noch der Fall.

iPhone XR

Auch das dritte neue iPhone im Bunde ist im Stile des iPhone X gehalten, also mit einem Vollbilddisplay ohne Homebutton. Das iPhone XR hat allerdings im Vergleich zu den beiden XS-Modellen kein OLED-, sondern nur ein LCD-Display spendiert bekommen – Apple nennt es Liquid Retina. Der Bildschirm misst 6,1 Zoll. Verfügbare Speichergrößen sind 64, 128 und 256 GB. Preise: 849, 909 und 1.019 Euro.

Zwar erinnert das iPhone XR mit seinen grellen Farboptionen und der etwas schlechteren Ausstattung auf den ersten Blick an das umstrittene „Billig-iPhone“ iPhone 5C vor vier Jahren. Beim iPhone XR hat Apple sich allerdings Mühe gegeben, diese mögliche Kritik direkt im Keim zu ersticken. Denn das Gerät hat zwar nur eine Einfach-Kamera mit Weitwinkellinse spendiert bekommen. Die soll aber die gleichen Funktionen mitbringen wie die des iPhone XS, einschließlich Porträtmodus, Smart HDR und dem verbesserten Bokeh-Effekt. Aufgrund der einen Linse fehlt allerdings beim XR ein optischer Zoom.

iPhone XR

iPhone XR

Auch dem iPhone XR spendiert Apple den neuen A12-Bionic-Chip. Die Gesichtsentsperrung Face ID ist drin, der Akku lässt sich kabellos laden. Abstriche macht Apple beim Staub- und Wasserschutz. Beim iPhone XR ist es nur IP67 statt IP68, und während die iPhone XS Gigabit-LTE-fähig sind, ist es beim XR nur LTE Advanced.

Die Auflösung des Displays beträgt 1792 x 828px. Das ist noch nicht einmal Full HD (1920 x 1080). Und weil man das heute bei einem 6,1-Zoll-Display eigentlich erwarten kann, ist das für mich der einzige echte Kritikpunkt am iPhone XR.

Apple Watch Series 4

Mit der mittlerweile 4. Generation der Apple Watch (Series 4) unterstreicht Apple einmal mehr den Fokus der Smartwatch auf ein Gesundheitsprodukt. So soll die Uhr Abweichungen am normalen Herzrhythmus und auch am Blutdruck erkennen können. Sogar ein EKG kann die Apple Watch 4 erstellen; die US-Gesundheitsbehörde hat das Verfahren bereits zertifiziert.

Apple Watch Series 4

Apple Watch Series 4

Auch nicht schlecht: Die Apple Watch Series 4 soll Stürze des Trägers erkennen können (Fall Detection). Dafür sollen ein deutlich empfindlicheres Gyroskop und ein ebenso feiner eingestellter Beschleunigungssensor sorgen. Registriert die Watch einen Sturz, erkundigt sie sich beim Träger, ob alles in Ordnung ist. Registriert sie keine Reaktion, kann sie den Notdienst informieren. Damit könnte sie auch eine interessante Alternative zu gängigen Seniorenhandys werden.

Ganz nebenbei hat Apple in der Apple Watch Series 4 die Display-Größe um über 30 Prozent im Vergleich zum Vorgänger vergrößert – bei nahezu unveränderten Maßen. Der Lautsprecher soll um 50 Prozent lauter sein, was für eine bessere Gesprächsqualität bei Telefonaten sorgen soll. Das Einstellrad soll nun haptisches Feedback liefern. Der neue S4-Chip mit einem Dualcore-Prozessor soll eine fast doppelte Geschwindigkeit im Vergleich zur Series 3 bieten.

Fazit

Ein großes Update haben wir heute nicht gesehen. Apple hat das iPhone XS im Vergleich zum iPhone X kaum verändert – abgesehen vom Prozessor. Und das dürfte die Crux des Ganzen sein. Denn der A12 Bionic-Chip klingt nach einem Meilenstein im Vergleich zum ohnehin schon schnellen A11. 7nm-Verfahren, noch weit mehr Rechenoptionen pro Sekunde, was vor allem der Kamera zu Gute kommen soll, flüssigeres AR. All das wird sich definitiv lohnen. Und von meinen 11 Wünschen an ein neues iPhone habe ich immerhin 6 bekommen. Geht doch.

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Ein Vergleich erübrigt sich ohnehin, denn Apple stellt die 1. Generation iPhone X damit ein. Clever, denn sonst wären viele Kunden ins Grübeln gekommen, es erst einmal noch mit dem weiterhin durchschlagkräftigen Vorgänger zu versuchen. Die Kollegen von Mobiflip haben es gestern auf den Punkt gebracht: Der größte Konkurrent eines jeden neuen Smartphones ist mittlerweile das Vorjahresmodell. Allerdings nicht, wenn man dies, wie Apple, einfach aus dem Regal nimmt…

Derweil bleiben das iPhone 7 und 8 verfügbar, auch in ihren Plus-Versionen. Ansonsten geht Apple den Schritt konsequent, bei Neugeräten ganz auf ein Edge-to-Edge-Display, Gesichtsentsperrung und die neue Gestensteuerung zu setzen und den Homebutton einzusparen. Dass man nun mit dem iPhone XR ein immer noch potentes aber verhältnismäßig günstiges iPhone X ins Sortiment aufgenommen hat, kommt den Kunden entgegen. Die neuen iPhones dürften sich wieder gut verkaufen.

Bilder: Apple

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