Kameramodul im Apple iPhone X: Steht vor und lässt das Gerät nicht eben aufliegen.

iPhone X: Diese 11 Dinge muss Apple in der Neuauflage besser machen

Apple hat beim iPhone X wenig Wünsche offen gelassen. Einige Dinge haben wir dennoch gefunden, die man bei einer Neuauflage des 1.000-Euro-Geräts kommende Woche besser machen kann und muss.

Mehr als 1.000 Euro für ein Smartphone. Noch vor einem Jahr zur Premiere des Apple iPhone X klang das verrückt oder zumindest gewagt. Ein Jahr später zeigt sich: Die Idee hat sich durchgesetzt. Das iPhone X verkauft sich Beobachtern zufolge gut, der bis heute kaum gesunkene Straßenpreis deutet ebenfalls auf einen Erfolg hin und auch die Konkurrenz scheut keine derart hohen Preise mehr.

Derzeit teste ich das iPhone X mit ein wenig Verspätung, bin aber durchaus angetan davon. Das kann ich für den Preis von UVP ab 1.149 Euro aber auch erwarten. Apple wird kommende Woche wohl die zweite Generation des iPhone X vorstellen. Dann sollte man für das perfekte Smartphone einige Dinge verbessert haben:

1. Kameralinse zentrieren und einbetten

Kameramodul im Apple iPhone X: Steht vor und lässt das Gerät nicht eben aufliegen.

Kameramodul im Apple iPhone X: Steht vor und lässt das Gerät nicht eben aufliegen.

Das Kameramodul im iPhone X ragt auf der Rückseite deutlich heraus und ist unästhetisch links am Gehäuserand untergebracht. Ich nehme an, dass das technisch auf diese Art und Weise für Apple (und auch Huawei, wo man es im P20 Pro genauso gemacht hat) einfacher zu lösen war. Und obwohl ich die Kamera gut finde, gefällt mir Samsungs Lösung im Galaxy S9 Plus (unser Erfahrungsbericht) besser: das Modul befindet sich in der Gehäusemitte und ragt kaum merklich heraus. Ich hoffe, auch Apple wählt für das neue iPhone X eine zentrierte Kamera oder zumindest eine, die nicht aus dem Gehäuse heraus ragt.

2. Die beste Kamera bitte!

Eins der besten Nachtfotos, die ich je geschossen haben – allerdings mit dem Huawei P20 Pro, nicht dem iPhone X.

Eins der besten Nachtfotos, die ich je geschossen haben – allerdings mit dem Huawei P20 Pro, nicht dem iPhone X.

Die Konkurrenz schläft nicht. Im Gegenteil: Für meinen Geschmack hat Huawei das iPhone X mit der Kamera im P20 Pro sogar überholt: ein deutlich größerer Kamerasensor, ein dreifacher, optischer Zoom und als Schmankerl einen vortrefflichen, durch künstliche Intelligenz verstärkten Nachtmodus. Apple strebt stets an, die beste Smartphone-Kamera zu haben. Soll das der Fall bleiben, muss man Huaweis Vorstoß kontern und sogar überbieten.

3. Fingerabdrucksensor im Display

Der chinesische Hersteller Vivo hat es im Vivo Nex vorgemacht: Der Fingerabdrucksensor lässt sich auch ganz praktisch im Display selbst unterbringen. Das Gerät einfach entsperren, indem man den Bildschirm nach oben wischt und sich sonst um nichts mehr Gedanken macht: ein cleveres Prinzip, das sich durchsetzen wird. Im iPhone X hat Apple den Fingerabdrucksensor durch eine Gesichtsentsperrung ersetzt. In meinen Augen sollte das neue iPhone X beide Möglichkeiten beherrschen.

4. Gesichtsentsperrung verbessern

Apple Face ID

Apple Face ID

Eine Gesichtsentsperrung ist natürlich ebenfalls komfortabel. Apple nennt sie im iPhone X „Face ID“ und realisiert sie mit einer Tiefenfrontkamera. Künstliche Intelligenz soll dem Telefon eigentlich dabei helfen, das veränderte Aussehen des Trägers über die Zeit zu registrieren. Nur in der Praxis funktioniert das nicht reibungslos. Das Motiv von mir nahm ich einmalig ohne Brille und Mütze auf. Mit dem Ergebnis, dass das iPhone X ins Schwimmen kommt, immer wenn ich eins von beiden oder gar beides gleichzeitig trage. Hier ist noch deutlich Luft nach oben, etwa durch mehrere Aufnahmen mit verschiedenem Kopfschmuck. Ich hoffe, Apple nutzt sie in den neuen iPhone-X-Modellen.

5. Kleinere Notch

"Display, wohin das Auge sieht", sagt Apple. Aber schon hier fällt die Notch auf.

„Display, wohin das Auge sieht“, sagt Apple. Aber schon hier fällt die Notch auf.

Der Trend geht unverkennbar zum randlosen Display und das ist hübsch. Mit irgendeinem blöden Kompromiss kommt der Wunsch aber immer daher. Sei es, dass das Display eben doch noch kleine Ränder hat (wie im Samsung Galaxy S9 oder dem Sony Xperia XZ3) oder dass notwendige Elemente wie eine Frontkamera ausgefahren werden müssen (Vivo Nex oder Oppo Find X).

Oder eben einer Notch (Einkerbung oben). Im Apple iPhone X fällt diese riesig aus und wurde heftig diskutiert, im Huawei P20 Pro fand ich die Notch gar nicht mal so hässlich. Und im Oppo R17 Pro etwa oder dem Essential Phone fällt sie kaum noch auf. Apple sollte jetzt zum randlosen Display stehen. Die Notch sollte aber im neuen iPhone X deutlich kleiner ausfallen.

6. Jetzt auch noch weg mit den letzten Tasten!

Der Homebutton ist weg, aber einige Tasten sind dem iPhone X geblieben.

Der Homebutton ist weg, aber einige Tasten sind dem iPhone X geblieben.

Apple bewirbt im iPhone X eine neuartige Gestensteuerung. Der berühmte Home-Button wurde eingespart. Mechanische Tasten gibt es aber unstimmigerweise trotzdem noch. Volume-Tasten und Töne-an-aus links am Gehäuserand, sowie eine Ein-Aus-Taste rechts. Konsequent, wenn auch für den Nutzer sehr ungewohnt, wäre es, wenn Apple auch diese Tasten weglassen würde. Funktionen, die man für die mechanische Nutzung erhalten möchte, könnte man so umsetzen wie HTC im HTC U12+: Hier sind die Steuerungen Vibrationsdruckpunkte, also keine echten Tasten mehr.

7. Andere Größen, gleiche Ausstattung

Die Gerüchteküche geht für kommende Woche von gleich drei neuen iPhone-X-Modellen in verschiedenen Größen aus. Es läuft wohl auf ein „normales“ iPhone X heraus, das ähnlich groß wird wie das aktuelle Modell. Zusätzlich wird es wohl ein größeres Plus-Modell geben und eventuell noch ein kleineres als Neuauflage des iPhone SE.

Verschiedene Größen gehen für mich in Ordnung, so unterschiedlich sind die Ansprüche inzwischen. Was ich dabei nicht mag und vor Zeiten bereits kritisiert habe: Dass die Hersteller sich genötigt sehen, nur das jeweils größten Modell mit der besten Technik auszustatten. Ich würde mir wünschen, Apple stattet alle kommenden iPhone-X-Modelle gleichermaßen aus. Wirklich rechne ich aber nicht damit.

8. Speicher satt

64 GB Speicher hat die „Einsteigervariante“ des ersten iPhone X. Das ist mir für ein Premium-Smartphone im Jahr 2018 mittlerweile zu wenig. Apps verlangen immer mehr Speicherplatz und ein Smartphone wird immer mehr zur Sammelstelle für hochwertige Fotos und Videos. Die alle in der iCloud abzulegen, ist nur der zweitbeste Weg. Lieber: mehr Speicher. 128 GB sollten es im neuen iPhone X mindestens sein.

9. Ein echter Schnelllademodus

Der Akku des iPhone X hat sich bei mir im Test als erstaunlich ausdauernd erwiesen. Am Nachmittag steht eine Fotosafari an, der Akku nur noch halb voll und erst abends die Möglichkeit zum Aufladen wieder da? Da musste ich mir beim iPhone X wenig Sorgen machen. Auf den Akku war eigentlich immer Verlass. Was dafür recht lange dauert: ihn wieder aufzuladen. Apple spricht zwar davon, dass das mitgelieferte Ladegerät den Akku innerhalb einer halben Stunde zu 50 Prozent wieder auflädt. In der Praxis dauerte aber sehr lange, den Akku wieder ganz aufzuladen. Länger als bei der führenden Android-Konkurrenz.

10. Bitte endlich die AirPower-Ladematte!

Apple AirPower: Ein Jahr nach der Ankündigung bald endlich erhältlich?

Apple AirPower: Ein Jahr nach der Ankündigung bald endlich erhältlich?

Vor einem Jahr bereits hatte Apple die schicke AirPower-Ladematte angekündigt. Das iPhone X sollte man darauf kabellos laden können und nebenbei gleichzeitig noch seine AirPods und eine Apple Watch. Schöne Idee – es gibt sie aber bis heute nicht zu kaufen. Apple verweist bei kabellosen Ladematten auf Drittanbieter-Lösungen, etwa Belkin Boost Up (Shoplink). Das eine Jahr Wartezeit ist schon lange genug. Zumindest zur Neuauflage des iPhone X hat Apple die AirPower hoffentlich endlich fertig.

11. Runter mit dem Preis!

Gleich vorweg: Ich glaube nicht, dass das passiert. Dafür war das erste iPhone X für 1.149 Euro UVP zu erfolgreich und ein Jahr nach dem Vorstoß kommt einem das schon gar nicht mehr so furchtbar teuer vor… Warum sollte man billiger machen, was gut läuft? Eine schöne Geste wäre es trotzdem. Das jeweils beste neue iPhone hatte vor dem iPhone X nie mehr als 900 Euro gekostet, Apple war kürzlich zu einer trillion dollar company aufgestiegen. Nötig hat man diesen hohen Verkaufspreis also wahrlich nicht. Zumindest ein iPhone X für unter 1.000 Euro wäre für die Kunden schön.

Und sonst? Sonst eigentlich nichts

Ihr seht es vielleicht schon an unserer Aufzählung. Das meiste sind Luxusprobleme. Grundsätzlich falsch hat Apple im iPhone X eigentlich nichts gemacht. Die neuen Gesten sind stimmig, die Kamera ist toll, auch Selfies mit Bühnenlicht sehen im neuen iOS 12 (getestet in der Beta-Version) deutlich besser aus. Das Gerät ist zumindest nach IP67 wasserfest. Und ganz nebenbei finde ich das Smartphone nicht zu groß und angenehm in der Hand zu halten.

1.000 Euro und mehr sind eine Menge für ein Smartphone. Aber wenn dann wirklich alles stimmt – vielleicht wäre dann sogar ich bereit, den Preis zu zahlen. Dann muss aber auch alles stimmen.

Wie seht ihr das? Was wünscht ihr euch für die neuen iPhone-X-Modelle? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Bilder: Apple

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2 Kommentare zu “iPhone X: Diese 11 Dinge muss Apple in der Neuauflage besser machen
  1. „Kameralinse zentrieren“ – Warum? Für all die Hochkant-Filmer und -Fotografen dieser Welt? Für alle anderen ist die vorhandene Positionierung deutlich besser – weil man so das Gerät quer viel besser zum filmen und fotografieren halten kann.

    „einbetten“ kann ich nachvollziehen, wäre schon schön…

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