Zahnbürste Oral-B PRO 600 CrossAction (Bild: Oral-B)

Darum putzt eine elektrische Zahnbürste besser

Der Zahnbelag muss weg – und zwar täglich. Eine gute Zahnbürste hilft, aber auch die richtige Technik. Beides verbindet eine elektrische Zahnbürste.

Meine Angst vor dem Zahnarzt besteht weniger darin, dass er bohrt. Das kann ich erstaunlich gut ab. Vielmehr fürchte ich, darauf angesprochen zu werden, meine Zähne nicht gut genug zu putzen. Würde ich das gewissenhaft machen und zwar jeden Tag, müsste er schließlich auch nicht bohren.

Gesunde Zähne bewahren nicht nur vor Schmerzen, sie schonen auch den Geldbeutel. Denn Zahnersatz ist teuer. Die Krankenkassen zahlen gerne den jährlichen Kontrollbesuch, nicht aber das Implantat.

Ich habe Freunde, die beim Zahnarzt so viel gelassen haben wie beim Kauf eines Kleinwagens. Und es war bestimmt nicht ihr letzter Besuch.

Wie könnt ihr vorbeugen?

Die meisten ignorieren das, denn die Kosten fallen schließlich erst in der Zukunft an. Dabei solltet ihr euch um die Erhaltung eurer Zähne bereits jetzt kümmern – jeden Tag! Am besten zweimal. Oder dreimal? Putzt eine elektrische Zahnbürste wirklich besser? Kann es nicht auch eine günstige Zahncreme sein? Lohnt es sich, Zahnseide zu benutzen?

Elektrische Zahnbürste im Einsatz: Der Zahnbelag muss weg (Bild: Oral-B)

Elektrische Zahnbürste im Einsatz: Der Zahnbelag muss weg (Bild: Oral-B)

Wichtig ist allein das Ergebnis: Der Plaque muss weg. Das ist der Belag auf euren Zähnen, der aus Kohlenhydraten, Eiweißen und Phosphaten besteht. Und aus Mikroorganismen. Er gilt als Ursache für Karies und Parodontitis – und schließlich auch für die Rechnung, die euch euer Zahnarzt in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren stellen wird.

Lohnt sich eine elektrische Zahnbürste?

In meinem Bekanntenkreis wurde vor einiger Zeit noch Zahnseide als das nächste Upgrade in der persönlichen Zahnpflege empfohlen, dann Interdentalbürsten. Gerade sind es antiseptische Mundspülungen, aber auch ein Klassiker: die elektrische Zahnbürste. Geschätzt jeder Zweite lässt seine Zähne bereits vom Akku bürsten.

Elektrische Bürsten haben einen Vorteil gegenüber Handzahnbürsten: Mit den Bewegungen des Bürstenkopfs geben sie bereits eine Putztechnik vor. Und die Chance ist hoch, dass diese besser ist als euer Vor-und-zurück-bin-schon-fertig. Elektrische Bürsten schaffen auch schlicht mehr Bewegungen pro Minute, als ihr mit einer Handzahnbürste schaffen würdet. Damit putzen elektrische Bürsten gründlicher.

Oder anders ausgedrückt: Wer keine gute Putztechnik hat, sollte sich die Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste überlegen.

Effektiv reinigen ohne zu viel Druck

Manch einer schrubbt sich im Schnellverfahren per Hand zusätzlich zu den Belägen auch noch den Zahnschmelz herunter. Eine gute elektrische Zahnbürste macht das nicht, denn sie passt den Druck automatisch an. Sie reinigt damit nicht nur effektiv, sondern auch schonend.

Die meisten elektrischen Zahnbürsten verfügen über mehrere Programme, um den Druck optimal einzustellen. (Bild: Philips)

Die meisten elektrischen Zahnbürsten verfügen über mehrere Programme, um den Druck optimal einzustellen. (Bild: Philips)

Klar, auch bei der elektrischen gibt es noch einiges zu beachten. Ihr solltet die Zahnbürste über die Zähne führen, ohne selbst allzu großen Druck auszuüben. Ihr könnt das selbst überprüfen: Drückt mit dem Bürstenkopf auf eine Küchenwaage. Bei 150 Gramm ist Schluss. Stärker sollte es nicht sein.

Es hängt natürlich auch vom Zustand der Zähne ab, wie stark der Abrieb sein darf. Eine gute elektrische Zahnbürste wird jedoch von sich aus keinen Druck ausüben, der zu stark ist.

Oszillierende Bürstenköpfe

Auch wenn alle elektrischen Zahnbürsten sich ähnlich sehen: Es gibt technische Unterschiede.

In der einfachen Ausführung rotiert ein runder Bürstenkopf über die Zahnfläche. Dabei schwingen die einzelnen Bürsten seitlich in einen Winkel von 50 bis 70 Grad – und das mehrere tausend Mal pro Minute. Durch die Form dieser Bewegung werden sie auch oszillierende Zahnbüsten genannt. Einige pulsieren auch noch zusätzlich.

Die Borsten der runden Bürstenköpfe stehen leicht schräg und oszillieren (Bild: Oral-B)

Die Borsten der runden Bürstenköpfe stehen leicht schräg und oszillieren (Bild: Oral-B)

Elektrische Zahnbürsten nehmen einem das Putzen selbst ab, dennoch müsst ihr den Bürstenkopf über jeden Zahn führen. Dieser wird dabei einfach nur parallel zum Zahnfleischrand bewegt, die oszillierende Bewegung übernimmt den Rest.

Ihr müsst lediglich darauf achten, dass auch Zahnzwischenräume gereinigt werden. Aber bitte nicht die Bürsten in die Zwischenräume drücken. Ihr würdet das Zahnfleisch verletzen. Am besten verändert ihr zwischendurch mal den Winkel, wenn ihr von einem Zahn zum nächsten übergeht.

Oszillierende Zahnbürsten erkennt ihr daran, dass sie runde Bürstenköpfe haben.

Schallzahnbürsten

Dann gibt es noch die Schallzahnbürsten, die (anders als der Name vermuten lässt) nicht mit Schalldruck arbeiten. Sie arbeiten jedoch ohne einen klassischen Elektromotor. Der Bürstenkopf wird vielmehr über einen elektrischen Schallwandler zum Vibrieren gebracht. Es sind also auch Borsten, die den Belag von euren Zähnen entfernen.

Die Bürstenköpfe von Schallzahnbürsten sind meist länglich und decken mehr Zahnfläche ab (Bild: Philips)

Die Bürstenköpfe von Schallzahnbürsten sind meist länglich und decken mehr Zahnfläche ab (Bild: Philips)

Mit 13.000 bis 62.000 Schwingungen pro Minute ist die Frequenz höher als bei den oszillierenden. Ein weiterer Vorteil: Sie sind nicht so laut wie rotierende Zahnbürsten. Die Bürstenköpfe der schallaktiven haben meist eine längliche Form wie bei einer Handzahnbürste. Sie decken dadurch gleichzeitig mehrere Zähne ab.

Ultraschallzahnbürsten

Der Name ist ähnlich, doch die Funktionsweise eine andere: Die meisten Ultraschallzahnbürsten bringen kleine Schaumblasen im Mund zum Platzen. Notwendig ist dann allerdings eine spezielle Zahncreme in Verbindung mit Wasser, das in Schwingungen versetzt wird. Diese Mini-Explosionen entfernen dann den Belag. Die Zähne werden nicht mit einer Bürste bearbeitet, um den bakteriellen Belag zu lösen. Einige Modelle arbeiten jedoch mit direktem Ultraschall.

Viele Ultraschallzahnbürsten verfügen dennoch über einen Borstenkopf, um den gelösten Belag vom Zahn zu entfernen. Es würde aber auch ein Tupfer oder Schwamm reichen, der über die Zähne geführt wird. Ultraschallzahnbürsten arbeiten mit bis zu 1.800.000 Schwingungen pro Minute. Eine so hohe Frequenz werdet ihr weder hören, noch im Mundraum spüren.

Weit verbreitet sind Ultraschallzahnbürsten allerdings noch nicht. Philips oder Oral-B bieten aktuell noch keine Ultraschallzahnbürste an. Emmi-dent ist beispielsweise ein Hersteller, die auf die neue Technik setzt.

Die passende elektrische Zahnbürste auswählen

Man kann sagen: Fast alle elektrische Zahnbürsten machen einen guten Job – trotz teils erheblicher Preisunterschiede. Doch auch die sind meist gerechtfertigt, denn ihr erkauft euch dadurch Komfort. Auch die Schallzahnbürsten kosten etwas mehr, da sie mit einer anderen Technik arbeiten.

Erst einmal das Material: Fühlt es sich gut an? Ist die Zahnbürste ergonomisch geformt? Liegt sie gut in der Hand? Auch wenn diese nass ist? Wie groß ist das Gerät? Oder besser: wie klein? Kann es auf Reisen bequem mitgenommen werden? Wird ein Reiseetui mitgeliefert?

Ergonomisch geformt oder nicht – eine elektrische Zahnbürste muss gut in der Hand liegen. Hier die Philips Sonicare Diamond clean smart (Bild: Philips)

Ergonomisch geformt oder nicht – eine elektrische Zahnbürste muss gut in der Hand liegen. Hier die Philips Sonicare Diamond clean smart mit Aufsatz für die Zungenreinigung (Bild: Philips)

Schaut euch auch noch an, wie viele Bürstenköpfe mitgeliefert werden. Und wie teuer diese sind, wenn ihr sie nachkaufen müsst. Ein Kopf kann zwischen 1,50 und 20 Euro kosten. Am besten ihr wechselt ihn alle drei Monate.

Ist das Gehäuse wasserdicht? Oder nur gegen Spritzwasser geschützt? Was fürs tägliche Zähneputzen am Waschbecken durchaus reichen sollte. Oder kann sie sogar unter die Dusche mitgenommen werden?

Wie laut ist die elektrische Zahnbürste? Weckt ihr damit die ganze Familie und vielleicht sogar die Nachbarn, wenn ihr morgens als erstes aufstehen und ins Bad müsst?

Wichtig ist auch die Akku-Frage: Wie lange läuft die elektrische Zahnbürste mit einer Aufladung? Wie verändert sich dies über die gesamte Lebenszeit? Wird der Ladestand in mehreren Stufen angezeigt?

Intelligenz in der Zahnbürste

Eine weitere Komfortfunktion ist, wenn angezeigt wird, ob die Putzzeit schon um ist. Lässt sich eine Vorgabe individuell einstellen? Wie wird diese am Ende angezeigt? Gibt es einen Intervalltimer?

Dann gibt es noch Extras, die kein Zahn braucht, die aber dennoch nice to have sind: Zur Philips Sonicare Diamond Clean Smart gibt es zum Beispiel eine Smartphone-App, die euch anzeigt, ob ihr alle Abschnitte im Mund gleichermaßen putzt. Diese App geht von sechs Abschnitten aus, was für mein persönliches Putzverhalten jedoch eher untypisch ist.

Die Philips Sonicare Diamond Clean Smart schickt ihre Daten an das Smartphone – um das Putzverhalten zu verbessern (Bild: Philips)

Die Philips Sonicare Diamond Clean Smart schickt ihre Daten an das Smartphone – um das Putzverhalten zu verbessern (Bild: Philips)

Zahnbürste und Smartphone werden per Bluetooth miteinander verbunden. Das Smartphone müsst ihr gut sichtbar auf die Ablage stellen oder per Saugnapf am Spiegel befestigen, um alle Instruktionen auf dem Smartphone-Display gut sehen zu können.

Ihr erhaltet nicht nur ein Feedback, ob ihr ausreichend geputzt habt, es läuft dort auf Wunsch auch ein Lernprogramm, mit dem ihr per individuellem Coaching euer Putzverhalten langfristig verbessern könnt. Die Ziele könnt ihr selbst festlegen. Unklar ist jedoch, ob diese Technik immer so gut funktioniert. Zumindest motiviert sie. Das allein würde schon vielen helfen.

Nicht ohne Routine

Zweimal am Tag die Zähne zu putzen wäre gut, dreimal sogar besser. Ich habe jedoch von einem Zahnarzt gehört, der sich nur einmal am Tag die Zähne putzen soll, dann aber mit einem extrem intensiven Reinigungsprogramm.

Schließlich geht es auch nicht darum, die Brotkrümel zwischen den Zähnen zu entfernen. Das schafft auch eure Zunge – oder ein Zahnstocher. Schädlich ist es, wenn Substanzen über lange Zeit im Mund bleiben, die euren Zahnschmelz angreifen.

Immer im Blick, welcher Bereich noch geputzt werden muss. Besser noch: Saugnapf besorgen und Smarthphone am Spiegel befestigen (Bild: Philips)

Immer im Blick, welcher Bereich noch geputzt werden muss. Besser noch: Saugnapf besorgen und Smarthphone am Spiegel befestigen (Bild: Philips)

Ich achte zum Beispiel darauf, wenn ich tagsüber am Schreibtisch sitze, nur ungezuckerte Getränke zu mir zu nehmen. Und dass ich abends nach dem Zähneputzen nichts mehr esse oder trinke.

Es ist wohl auch fast egal, ob ihr euch vor und nach dem Frühstück die Zähnen putzt – solange ihr dann die Beläge vollständig entfernt. Es hilft, dabei immer nach der gleichen Methode vorzugehen. Erst ein wenig rütteln, damit sich der Belag löst. Und dann vom Zahnfleisch weg zur Krone streichen.

Eine elektrische Zahnbürste übernimmt das Rütteln für euch. Wie oben beschrieben, müsst ihr eine oszillierende und eine Schallzahnbürste dabei etwas anders halten und bewegen. Sie macht das aber in der Regel besser, als wenn ihr zur Handzahnbürste greift – insbesondere an den Stellen, die schlecht zugänglich sind.

Die Philips Diamond Clean Smart lässt sich über das Reiseetui am USB-Port eines Laptops laden (Bild: Philips)

Die Schallzahnbürste Philips Diamond Clean Smart lässt sich über das Reiseetui am USB-Port eines Laptops laden (Bild: Philips)

Und zur professionellen Zahnreinigung solltet ihr auch regelmäßig gehen – am besten zweimal im Jahr. Dort werden dann auch die Beläge entfernt, die sich mittlerweile verhärtet haben und von einer Zahnbürste nicht mehr zu entfernen sind.

Fazit: Auf euch kommt es an

Was ist am wichtigsten beim Zähneputzen? Ihr seid es, denn ohne euch geht es nicht. Da hilft auch nicht die Anschaffung einer teuren elektrischen Zahnbürste – womöglich sogar mit zahlreichen Extrafunktionen. Auch der Kauf des Testsiegers bei Zahnpasta und Zahnseide hilft nicht allein. Ihr müsst euch aufraffen.

Wenn ihr dieses Problem aber erst einmal im Griff habt, dann kann eine elektrische Zahnbürste durchaus bei der Mundhygiene helfen – vor allem wenn eure Putztechnik nicht die beste ist.

Und auf lange Sicht habt ihr auch etwas davon: Zähneputzen ist nicht nur für die Gesundheit wichtig, es spart auch Zeit und Geld, wenn ihr in zehn oder zwanzig Jahren keinen Zahnersatz benötigt.

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2 Kommentare zu “Darum putzt eine elektrische Zahnbürste besser
    • Ich glaube nicht, dass einer der beiden Hersteller grundsätzlich bessere oder schlechtere elektrische Zahnbürsten produziert.

      Wenn sich die Frage darauf bezog, ob ich eine oszilierende oder eine Schallzahnbürste empfehle, dann ist auch das nur schwer allgemein zu beurteilen. Oszillierende Bürstenköpfe sind schon mal keine schlechte Wahl, weil sie noch nah am herkömmlichen Putzen mit einer Handzahnbürste sind und eigentlich jeder damit zurechtkommen sollte.

      Bei Schallzahnbüsten hängt es vor allem davon ab, ob der Einzelne damit zurechtkommt. Einige schwören darauf. Andere können sich nicht daran gewöhnen oder haben zumindest beim Umstieg Probleme. Vielleicht würde es da helfen, einen Freund mit Schallzahnbürste zu bitten, ihm einen neuen Kopf zum Testen zu spendieren.

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