Grillthermometer: Fleisch auf den Punkt

Analog oder digital? Mit Kabel oder ohne? Gar mit Bluetooth oder WLAN? Wir erklären die Unterschiede der Grillthermometer und ihre Anwendung.

Grillthermometer: Fleisch auf den Punkt

Nur drei Dinge müsst ihr beachten, damit das Fleisch beim Grillen gelingt:

  • das Fleisch (seid nicht geizig, kauft gutes)
  • die Hitze (die macht der Grill, lest nach wie)
  • und Zeit (nicht aufs Bauchgefühl verlassen, sonst wird’s zäh)

Viele geben zu viel Geld für den Grill aus, zu wenig fürs Fleisch und haben keine Ahnung, wie lange das Steak auf dem Grill liegen muss.

Es gibt auch keine verlässlichen Grillzeiten, die ihr in Muttis Kochbuch nachlesen könnt oder auf einem der vielen Grillmeister-Blogs (auch wenn die euch genau das einreden wollen). Denn jedes Stück Fleisch ist anders.

Von außen seht ihr eurem Steak nicht an, wie gut es innen ist. Das kann nur ein Grill-Thermometer. Und die Information, die euch das liefert, die Kerntemperatur des Fleisches, ist auch die einzige Information, die ihr braucht, um das Steak auf den Punkt hinzubekommen – rare, medium oder well done.

Oder anders ausgedrückt: Ihr müsst das Fleisch nicht mehr anschneiden, um zu schauen, ob es gut ist. Und dann eventuell wieder zurücklegen, sodass Bratensaft in die Glut tropft. Das kann nicht gut sein.

Mehr Infos zum Thema Grillen?

Dieser Beitrag ist nicht der einzige, den wir dazu geschrieben haben. Mehr Texte über das Grillen findet ihr auf unserer Themenseite Grillen.

Wie muss das Grillthermometer ins Fleisch gesteckt werden?

Das Grillthermometer soll die Kerntemperatur messen und keinen Fantasiewert. Dafür muss die Spitze (auch Messfühler, Dorn oder Sonde genannt) ziemlich genau in der Mitte des Fleisches sitzen – also mit dem größten Abstand nach außen.

Bei einem flachen Steak ist das die dickste Stelle. Am besten stecht ihr den Messfühler von der Seite ein, damit er gut hält und beim Grillen auch dort bleiben kann. Denn wenn ihr euer Fleisch immer wieder anstecht, würde aus den Öffnungen Bratensaft herauslaufen.

Steak mit Grillthermometer auf Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT
Die Spitze des Grillthermometers muss mittig sitzen. Am besten von der Seite einstechen (Bild: Peter Giesecke)

Wenn ihr ein großes Stück Fleisch grillt, eine Lammkeule zum Beispiel, dann passt auf, dass die Spitze nicht am Knochen liegt. Das würde den Messwert verfälschen, da der Knochen meist wärmer ist als das Fleisch drumherum.

In der Mitte zu messen ist wichtig, da die Hitze von außen kommt und sich im Inneren nur langsam erhöht. Kleine Fleischstücke dürfen nicht zu lange auf dem Grill liegen, damit sie nicht zu trocken werden.

Langsames Grillen bei niedrigen Temperaturen („slow and low“) dagegen verleitet dazu, das Fleisch zu schnell vom Grill zu nehmen. Pulled Pork oder Beef Brisket zum Beispiel. Dann hat es innen noch nicht die gewünschte Temperatur und Konsistenz.

Was ihr auch grillt, es kommt darauf an, den optimalen Zeitpunkt zu erwischen. Dann ist auch das Fleisch innen auf den Punkt.

Empfohlene Temperaturen beim Grillen

Die empfohlenen Temperaturen unterscheiden sich von Fleischsorte zu Fleischsorte – und von Land zu Land. In Frankreich gilt ein Steak bei einer geringeren Kerntemperatur als medium als in den USA.

Das solltet ihr auch beachten, wenn ihr ein Grillthermometer aus einem anderen Land kauft. Es sollte die Temperatur anzeigen und nicht Symbole wie Schwein oder Rind. Die könnten für eine andere Gradzahl stehen.

Schweinenacken auf Elektrogrill Severin PG 8106 SEVO GT
Auch bei einem Braten oder einem anderen großen Stück Fleisch muss das Grillthermometer mittig sitzen (Bild: Peter Giesecke)

Folgende Temperaturangaben findet ihr immer wieder. Verbindlich sind sie aber nicht. Es gibt auch Tabellen mit anderen Angaben. Richtet euch am besten nach dem Rezept und notiert eure Erfahrungen und Vorlieben fürs nächste Mal.

  • Rinderbraten: medium bei 70°, durch bei 80°
  • Roastbeef: zart rosa bei 53°, medium bei 58°
  • Schweinesteak/-filet: medium bei 65°, durch bei 75°C
  • Hähnchen/Geflügel: durch bei 85°
  • Lachs/Fisch: durch bei 60°C

Diese Tabellen erhalten noch weitere Fleischsorten, zum Beispiel Lamm, Wild und Rippchen. Schaut einfach, was für euch am besten passt.

Unterschied von Kern- und Gartemperatur

Die Kerntemperatur wird auf jeden Fall im Fleisch gemessen. Die Gartemperatur verstehe ich dagegen als Temperatur im Garraum. Insbesondere dann, wenn der Grill einen Deckel oder eine Haube hat. Viele Kugelgrills messen sie mit einem Thermometer im Deckel.

Steak auf dem Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT gegrillt
Ein Grillthermometer erkennt, ob ein Steak medium ist, ohne Anschneiden – anhand der Kerntemperatur des Fleisches (Bild: Peter Giesecke)

Wenn ihr den Deckel anhebt, um nach dem Fleisch zu schauen, entweicht Hitze. Die Garzeit verlängert sich dadurch bei einem großen Stück um zehn Minuten. Jedesmal. Wenn ihr dagegen die Kerntemperatur messt und das Kabel des Grillthermometers nach außen führt, könnt ihr perfekt auf den Punkt grillen, ohne den Deckel öffnen zu müssen.

Passt auf, dass ihr mit den Begriffen nicht durcheinander geratet: Der Gartemperaturmesser bezeichnet meist das Thermometer im Deckel. Fleischthermometer, Kerntemperaturmesser, Bratenthermometer und Einstechthermometer dagegen stehen für das Thermometer, das die Temperatur im Fleisch misst.

Analoge Grillthermometer

Ein analoges Grillthermometer ist nichts anderes als ein Bratenthermometer, das auch höhere Temperaturen anzeigen kann. Der Zeiger bewegt sich über eine Skala, doch so ganz genau ist das nicht. Ihr müsst mit größeren Abweichungen rechnen.

Beim analogen Grillthermometer ist kein Kabel im Weg, ihr könnt es auch einfach reinigen. Allerdings braucht ihr für mehrere Fleischstücke auf dem Grill auch mehrere Geräte.

Digitale Grillthermometer

Ein digitales Grillthermometer verfügt über ein kleines Display, das die Temperatur anzeigt. Es benötigt deshalb Batterien, die ihr beim Grillen immer auf Vorrat haben solltet. Es bietet auch Funktionen wie einen Alarm bei Erreichen der Zieltemperatur oder einen Timer.

Zwei Bauformen gibt es: Technik und Display können im Griff sitzen oder in einer kleinen Box, die per Kabel mit dem Messfühler verbunden ist.

Fleisch und der Weber Connect Smart Grilling Hub
Das Grillthermometer Weber Connect Smart Grilling Hub hat mehrere Messfühler (Bild: Weber)

Dabei ist die kompaktere Variante nur selten die bessere. Wenn ihr diese von oben in einen Braten stecht, könnte der Deckel nicht mehr zugehen. Wenn ihr seitlich einstecht, könnte die Hitze mit der Zeit den Griff und die Technik beschädigen. Immer wieder anstechen, wenn ihr nachschaut, ließe Bratensaft in die Glut tropfen.

Die kleine Boxen haben zwar den Nachteil, dass ihr Kabel über den Rost am Grillgut vorbei nach außen führen müsst. Doch die Kabel sind hitzebeständig und die meisten Boxen haben Anschlüsse für mehrere Messfühler. Lediglich der Aufwand fürs Reinigen wird etwas größer.

Funk-Grillthermometer

Das Funk-Grillthermometer ist eine Variante des digitalen Grillthermometers. Es verbindet sich zusätzlich mit eurem Smartphone, das ihr als weiteres Display nutzt, um die Temperatur zu überprüfen. Dort ertönen auch alle Alarme.

Ob das wirklich so komfortabel ist, wie es sich im ersten Moment anhört, hängt von zwei Faktoren ab: der Funkverbindung und der App.

Weber Connect App
Funk-Grillthermometer benötigen eine App auf dem Smartphone wie die Weber Connect App hier (Bild: Weber)

Einfache Funk-Grillthermometer verfügen lediglich über eine Anbindung per Bluetooth. In der Regel ermöglicht dies eine stabile Funkverbindung über zehn Meter. Doch der heiße Grill aus Metall, eine etwas weiter entfernte Sitzgruppe oder ein kurzer Gang ins Haus können die Verbindung beeinträchtigen und sogar abbrechen lassen.

Funkverbindungen über WLAN sind stabiler und funktionieren über eine größere Distanz – wenn sie denn funktionieren. Das hängt ganz entscheidend vom Standort des WLAN-Routers ab. Was die beste Funklösung für euren Garten ist, müsst ihr vor Ort entscheiden.

Die App für Smartphone und Tablet gibt es vom Hersteller für iOS und Android. Diese preisen meist Zusatzfunktionen wie Rezeptsuche und ähnliches an. Ihr solltet jedoch davon ausgehen, dass ihr das mobile Gerät dann doch nur als Zweit-Display nutzen werdet, um nicht ständig aufstehen und zum Grill gehen zu müssen.

Grillthermometer neu kaufen oder nachrüsten?

Es gibt auch schon Grills, die das Thermometer bereits eingebaut haben. Und damit meine ich nicht einen Kugelgrill mit analogem Garraumthermometer. Die Technik, die bei einem separatem Grillthermometer in der Box steckt, steckt hier im Grillgehäuse, also die Anzeige und die Steuerung. Von dort führen dann die Drähte zum Grillrost oder in den Garraum, wenn es einen Deckel gibt.

Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT mit 500 Grad
Beim Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT ist das Grillthermometer schon eingebaut (Bild: Peter Giesecke)

Ein solches Modell haben wir für euch mit dem Elektrogrill Severin PG 8106 Sevo GT getestet. Der Severin PG 8106 Sevo hat noch einen weiteren Vorteil: Unter der Haube kann er 500 Grad heiß werden und somit auch prima Pulled Pork zubereiten. Zumindest in unserem Test ist das hervorragend gelungen.

Ihr könnt allerdings auch euren vorhandenen Grill nachrüsten. Nicht durch einen Umbau, sondern indem ihr einfach ein Grillthermometer als Zubehör kauft. Den Weber Connect Smart Grilling Hub haben wir euch bereits auf dem Trendblog vorgestellt.

Fazit: Nur noch mit Grillthermometer

Ein Grillthermometer hilft euch, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, wenn das Fleisch zum Beispiel medium sein soll.

Beim Anschneiden würdet ihr es auch an Farbe und Konsistenz erkennen, doch eigentlich ist die Temperatur entscheidend – und dafür müsst ihr es nicht anschneiden. Ein Grillthermometer reicht.

Das gibt es in verschiedenen Formen. Ein digitales Grillthermometer, an das ihr per Kabel mehrere Messfühler anstecken könnt, ist günstig und praktisch, und auf jeden Fall der analogen Variante überlegen.

Eine Funk-Grillthermometer ist aus meiner Sicht nicht notwendig, kann sich für euch im Einzelfall aber durchaus als praktisch erweisen.

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