Eismaschine mit Kompressor vs. Eismaschine mit Akku: Wer macht das bessere Eis?

Eismaschinen mit Kompressor sind teuer, die Alternativen mit Kühlakku sehr günstig und simpel aufgebaut. Aber wer macht das bessere Eis? Ein Vergleich in der Praxis.

Meine Severin EZ 7407 mit Kompressor und einem Preis von rund 220 Euro gegen eine Noname-Eismaschine mit Kühlakku aus dem 50-Euro-Segment antreten zu lassen, klingt alles andere als fair. Doch ich wollte es wissen: Kann eine billige Lösung auch gutes Eis zubereiten und brauche ich womöglich gar keine Maschine mit Kompressor? Ich hab’s ausprobiert.

Der Unterschied zwischen Eismaschinen mit und ohne Kompressor

Wieso manche Eismaschinen 30 Euro kosten und andere 300 Euro – dafür muss es ja einen Grund geben. Und der ist schnell gefunden: Die Geräte ab einem Preis von um die 150 Euro verfügen in der Regel über einen Kompressor. Ähnlich wie bei einer Tiefkühltruhe kühlt die Eismaschine die zuvor eingefüllte Eismasse auf bis zu -35 Grad Celsius herunter und rührt den Inhalt dabei.

Eismaschinen für jeden Geschmack: Softeis, Kugeleis, Frozen Yoghurt, Slush und mehr

Die Eismaschinen ohne Kompressor funktionieren anders. Vor den Gebrauch sollte der Gefrierbehälter für bis zu 10 Stunden in euer Tiefkühlfach. Der Kühlakku, meist bestehend aus einer besonderen Flüssigkeit, gibt später die Kälte an die Eismasse ab. Auch hier rührt die Maschine kontinuierlich.

Hier im Bild: Der Eisbehälter kommt in dieser Form komplett ins Tiefkühlfach für bis zu 10 Stunden. Je länger, desto besser. Bei Eismaschinen mit Kompressor ist das nicht nötig. (Foto: Sven Wernicke)

Hier im Bild: Der Eisbehälter kommt in dieser Form komplett ins Tiefkühlfach für bis zu 10 Stunden. Je länger, desto besser. Bei Eismaschinen mit Kompressor ist das nicht nötig. (Foto: Sven Wernicke)

Das Resultat ist in beiden Fällen hoffentlich eine Eiscreme mit der perfekten Konsistenz, wie ihr es vom Eisgeschäft eures Vertrauens kennt.

Vor- und Nachteile von Eismaschinen mit Kompressor und ohne

Im eigentlichen Betrieb, also beim Herstellen des Eises, haben Eismaschinen ohne Kompressor einige Vorzüge: Sie verbrauchen deutlich weniger Energie. Ein Vertreter wie die Krups Venise hat eine Leistung von 30 Watt, eine Severin EZ 7407 kommt auf 135 Watt. Die Steba IC 180 sogar auf namensgebende 180 Watt. Für einen fairen Vergleich müsst ihr bei den preisgünstigen Modellen natürlich noch die Energie obendrauf rechnen, die das Einfrieren des Akkus verlangt.

Eine Eismaschine mit Kompressor (links) ist meist sehr viel größer und schwerer. (Foto: Sven Wernicke)

Eine Eismaschine mit Kompressor (links) ist meist sehr viel größer und schwerer. (Foto: Sven Wernicke)

Ein weiterer Vorzug gegenüber Modellen mit fest verbauter Tiefkühl-Einheit: Sie sind viel kleiner, kompakter und lassen sich einfacher im Küchenschrank verstauen. Eine Kompressor-Lösung wiegt gerne mal 10-15 Kilogramm, verbraucht viel Platz auf der Arbeitsfläche und ist auch während der Verwendung gerne mal etwas lauter.

Der entscheidende Aspekt, der euch bewusst sein sollte: Möchtet ihr Eis mit einer Maschine ohne Kompressor zubereiten, müsst ihr besagten Gefrierbehälter rechtzeitig ins hoffentlich leere Tiefkühlfach legen. Befinden sich dort einige TK-Pizzen, könnte es eng werden. Die teuren Eismaschinen wiederum sind sofort einsatzbereit, nach spätestens einer halben Stunde könnt ihr einen Frozen Yoghurt schlecken, nach einer Stunde ein Milcheis oder Sorbet. Diese Spontanität hat sozusagen ihren Preis.

Der Vergleich: Severin EZ 7407 gegen GlobalTronics GT-EM01

Für meinen Direktvergleich nutze ich einerseits meine Severin EZ 7407 mit Kompressor. Ihr gegenüber stelle ich eine angenehm kleine und fast schon handliche Kühlakku-Alternative von GlobalTronics. Die GT-EM01 ist sicherlich kein Produkt einer bekannten Marke, funktioniert aber im Grunde wie nahezu alle Eismaschinen im niedrigeren Preissegment. Das heißt auch hier: Den Kühlakku muss ich vor Verwendung erst einmal einfrieren. Außerdem empfiehlt es sich, die Zutaten stets gekühlt zu verarbeiten bzw. vor der Eiszubereitung noch eine Weile in den Kühlschrank zu stellen. Solch einen Aufwand habt ihr bei einer Kompressor-Maschine nicht.

Im Rahmen meines Tests stelle ich zwei Eissorten her: Ein Quark-Bananen-Eis mit Sahne sowie ein Fruchtsorbet basierend auf meinem Rezept, das ich in meinem Eismaschinen-für-Einsteiger-Artikel bereits vorgestellt habe.

Sahneeis und Eismaschinen mit/ohne Kompressor

Während ich meine Eismaschine mit Kompressor nur anschalten muss, um sie in Betrieb zu nehmen, lege ich den Kühlakku der GT-EM01 bereits am Vorabend ins Eisfach. Bei meinem Quark-Bananen-Rezept mische ich identische Zutaten zusammen, befülle die Maschinen und lasse beide eine Stunde laufen.

Schon hier gut zu erkennen: Sehr viel Eis klebt am Rand des Eisbehälters fest. (Foto: Sven Wernicke)

Schon hier gut zu erkennen: Sehr viel Eis klebt am Rand des Eisbehälters fest. (Foto: Sven Wernicke)

Oder anders gesagt: Ich möchte sie 60 Minuten rotieren lassen. Denn bereits nach weniger als 15 Minuten ist mein Eis fertig. Überraschung: Die GT-EM01 liefert mir zuerst ein cremiges Dessert, während die EZ 7407 gerade noch dabei ist, ihre Tiefsttemperatur zu erreichen. Doch ein gravierender Nachteil offenbart sich beim Herausnehmen des Eises aus der GT-EM01: Am inneren Rand des Eisbehälters klebt die gefrorene Masse fest, entfernen kann ich sie kaum bis gar nicht. Kein Wunder, denn der Kühlakku lässt sich nicht einfach abstellen, sondern gibt kontinuierlich Kälte ab. Das heißt: Ihr verschwendet doch einen nicht unwesentlichen Teil eurer Leckerei, die ihr erst beim Putzen entfernen könnt.

Es ist kaum möglich, das Eis zu entfernen. Ärgerlich. (Foto: Sven Wernicke)

Es ist kaum möglich, das Eis zu entfernen. Ärgerlich. (Foto: Sven Wernicke)

Die EZ 7407 ist nach zirka 40 Minuten fertig und präsentiert mir ein weitgehend identisches Ergebnis. Gefühlt ist das Eis etwas fluffiger, es lässt sich auch besser aus dem Eisbehälter rausnehmen. Kein Wunder: Dieser ist getrennt von der Kühleinheit, sodass er relativ schnell antaut, was euch die Entnahme gravierend erleichtert.

Sorbet aus der günstigen und teuren Eismaschine

Und wie sieht es beim Sorbet aus? Ähnlich. Auch hier ist die „Billigmaschine“ sehr viel schneller, sie frostet das pürierte Obst nach zirka 15 Minuten. Meine EZ 7407 braucht fast 50 Minuten. Wie schon beim Sahne-Quark-Eis klebt eine ganze Menge am Eisbehälter der GT-EM01 fest, die teure Severin schafft eine dezent bessere Konsistenz. Aber: In beiden Fällen bin ich mit den Resultaten soweit zufrieden. Das ist ein Eis, das ihr auch Gästen anbieten könnt.

Fazit: Welche Eismaschine eignet sich für wen?

Ich muss zugeben, dass mich mein Test etwas erstaunt hat. Die billige Eismaschine ohne Kompressor funktioniert besser als gedacht und bringt euch für recht wenig Geld ein solides System in die Küche. Möchtet ihr sparen, müsst ihr die Nachteile akzeptieren. Ihr verzichtet auf spontanen Eisgenuss, da ihr den Akku erst einmal fast einen halben Tag in ein ausreichend großes Tiefkühlfach legen müsst. Dem System geschuldet ist auch die Tatsache, dass ihr einen recht hohen Eisverlust habt, da sehr viel am Eisbehälter anfriert und sich nicht so einfach herausschaben lässt. Auf der Habenseite ist eine Kompressor-lose Lösung gerade bei etwas geringeren Eismengen verdammt schnell, sobald sie einsatzbereit ist.

Vorteil bei der Eismaschine mit Kompressor: Ihr könnt den Eisbehälter aus dem Gerät entfernen und somit nach etwas Antauen das Eis gut auskratzen. (Foto: Sven Wernicke)

Vorteil bei der Eismaschine mit Kompressor: Ihr könnt den Eisbehälter aus dem Gerät entfernen und somit nach etwas Antauen das Eis gut auskratzen. (Foto: Sven Wernicke)

Eine Eismaschine mit Kompressor wie meine Severin EZ 7407 punktet bei spontanen Anwendern, die nicht ewig lange warten wollen, bis der Kühlakku nach 10 Stunden bereit ist. Auch gefällt mir bei den Geräten mit Tiefkühl-Einheit, dass ich den Eisbehälter herausnehmen kann. Dadurch bekomme ich nach etwas Antauen das gesamte Eis heraus. Eismasse rein, einschalten, etwas gedulden, fertig – das ist letztlich schneller und weniger aufwändig.

Am Ende erhaltet ihr immer leckeres, gutes Eis – egal, ob ihr viel oder wenig Geld in eine gute Eismaschine investiert. Allein diese Erkenntnis hat mich überrascht. Auch mit einer Eismaschine für deutlich unter 100 Euro tätigt ihr keinen Fehlkauf, ihr müsst euch nur über die Eigenheiten im Klaren sein. Stören euch diese nicht, freut ihr euch über einen günstigen Anschaffungspreis.

Wirklich gutes Sorbet können beide Eismaschinen produzieren. (Foto: Sven Wernicke)

Wirklich gutes Sorbet können beide Eismaschinen produzieren. (Foto: Sven Wernicke)

Ich persönlich bleibe bei meiner „Teuren“, denn sie kann dann doch etwas mehr. Die Tatsache, dass ich jederzeit innerhalb einer Stunde Eis essen kann, ist schon im wahrsten Sinne des Wortes cool. Aber meine EZ 7407 ist, wie viele Eismaschinen mit Kompressor auch, außerdem in der Lage, zum Beispiel Joghurt zuzubereiten…

Bei Euronics sind zahlreiche Eismaschinen mit und ohne Kompressor erhältlich.

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