Übergekochte Milch auf dem Glaskeramikfeld (Bild: Pixabay/Myriams-Fotos )

Ceranfeld: Praktische Tipps für die Reinigung der Glaskeramik

Schillernde Ränder auf dem Ceranfeld? Zitrone hilft. Und gegen Übergekochtes ein guter Reiniger. Nur bei Zucker muss schnell reagiert werden.

Es gibt Kochfelder, die so aussehen, als ob nie darauf gekocht worden wäre: keine Macke, nicht einmal ein Fleck. Mit der richtigen Pflege könnt auch ihr eine blitzeblank saubere Glaskeramik behalten. Manche Flecken lassen sich vermeiden, die meisten auch beheben.

Was ist diese Glaskeramik eigentlich?

Die Glaskeramik ist die oberste Schicht auf einem Kochfeld – unabhängig davon, was darunter liegt. Das können Wärmestrahler sein, aber auch Induktionsspulen. Es handelt sich dabei nicht um echte Keramik, sondern um Glas, das bei der Herstellung teilweise in einen keramischen Zustand gebracht wurde.

Durch diesen Prozess wird das Glas besonders hart und kratzfest. Es dehnt sich bei Erwärmung so gut wie gar nicht aus und zieht sich beim Abkühlen auch nicht wieder zusammen. Das sind genau die Eigenschaften, die man auf einem Kochfeld haben möchte.

Glaskeramik-Kochfelder gibt es mit Wärmestrahlung (hier) oder mit Induktion (Bild: Pixabay/congerdesign)

Glaskeramik-Kochfelder gibt es mit Wärmestrahlung (hier) oder mit Induktion (Bild: Pixabay/congerdesign)

Ceran ist übrigens kein anderes Wort für Glaskeramik, sondern eine eingetragene Marke der Firma Schott. Neben Schott gibt es weitere Anbieter, die hochwertige Glaskeramiken produzieren – nur unter anderem Namen. Leider gibt es auch qualitativ weniger gute Ware von No-Name-Anbietern.

Beläge, die in Regenbogenfarben schimmern

Zwei unterschiedlichen Arten von Verschmutzungen finden sich auf einem Glaskeramikfeld: richtige Krusten oder bunt schillernde Beläge. Letztere entstehen, wenn Salz­wasser immer wieder über­kocht. Die Beläge bestehen aus mehreren Schichten, die das Licht in den Regenbogen­farben reflektieren.

Sie lassen sich am besten mit sauren Reinigungsmitteln entfernen, die einen pH-Wert zwischen 2,6 und 3,7 aufweisen. Das kann eine frisch gepresste Zitrone sein, aber auch ein spezielles Glaskeramikputzmittel. Dort solltet ihr allerdings auf die Verpackung schauen: Alka­lische Mittel mit einem pH-Wert größer 9 werden nicht wirken.

So wird ein Ceranfeld am besten gereinigt

Wenn Reiswasser überkocht oder Milch, bildet sich dagegen eine Kruste auf dem Glas. Das liegt an der Stärke bzw. dem Eiweiß. Hier sollte das Kochfeld erst erkalten, bevor ein Reiniger draufgegeben und verteilt wird. Dann sollte es einige Zeit einwirken, um es danach mit einem feuchtem Tuch ab- und anschließend trocken nachzuwischen.

Ceranfeld-Reinigung mit Hausmitteln: etwas Zitronensaft tut es meist auch (Bild: Pixabay/varintorn)

Ceranfeld-Reinigung mit Hausmitteln: etwas Zitronensaft tut es meist auch (Bild: Pixabay/varintorn)

Ein Stück Papier von der Küchenrolle ist dabei einem Fasertuch vorzuziehen, da auf diese Weise ökologisch bedenkliche Stoffe nicht ins Abwasser gelangen. Das gilt nicht nur für die Chemikalien in dem Reinigungsmittel, manchmal ist dort auch Mikroplastik enthalten. Die Papiertücher kommen stattdessen in den Hausmüll, wo sie dann mit hoher Wahrscheinlichkeit verbrannt werden.

Spezial­schwämme sind nicht notwendig, sie erhöhen nicht die Reinigungsleistung. Ihr solltet jedoch aufpassen, dass keine säurehaltigen Flüssigkeiten zwischen Glaskeramik und Küchenarbeitsplatte laufen und an die Dichtung gelangen. Diese könnte sich auflösen.

Professionelle Reiniger oder Hausmittel?

Die Frage lautet nun: Hausmittel oder ab in die Drogerie? Dort gibt es flüssige Reinigsmittel, Pasten, Scheuermilch und den sogenannten Putzstein, bei dem es sich allerdings nicht um einen Stein handelt. (Zur Erinnerung: auf einen pH-Wert zwischen 2,6 und 3,7 achten.)

Für einfache Verschmutzungen reicht auch ein feuchtes Tuch mit etwas Geschirrspülmittel oder ein herkömmlicher Glasreiniger.

Um Verkrustungen aufzuweichen und rückstandslos zu entfernen, kann eine Paste aus Backpulver angerührt werden (2 TL auf 100 ml lauwarmes Wasser). Alternativ lässt sich auch ein Viertel eines Spülmaschinen-Tabs nehmen. Je nach Verschmutzung muss das Ganze dann einige Minuten bis zu einer Stunde einwirken, um es dann mit einem feuchten Tuch abzuwischen.

Die Glaskeramik­reiniger aus dem Handel enthalten neben fett­lösenden Tensiden auch Abrasiv­stoffe, also feine Scheuer­partikel. Das kann Mikroplastik sein, muss es aber nicht. Ein Blick auf die Verpackung sollte darüber aufklären.

Alternativ gibt es Mittel mit kleinen Partikeln auf Basis von Mineralien (Ton­erde oder Kiesel­erde). Sie sollten nicht zu hart sein, aber auch nicht zu weich. Schließlich sollen sie die Verkrustungen von der Glaskeramik abrubbeln, diese aber nicht zerkratzen.

Das Problem mit dem Zucker

Eine besondere Herausforderung ist heißer Zucker, der auf dem heißen Ceranfeld extrem gut klebt. Beim Abkühlen dieser Verbindung zieht sich der Zucker zusammen, die Glaskeramik aber nicht. Die dadurch entstehende Spannung kann so groß werden, dass die mit dem Zucker verbackenen Teile der Glaskeramik beim Reinigungsversuch aus der Platte brechen.

Wenn sich die Verkrustung auf dem Ceranfeld nicht lösen lässt, einfach mit einem Glaskermikschaber nachhelfen. Bei flüssigem Zucker bitte sofort (Bild: XavaX)

Wenn sich die Verkrustung auf dem Ceranfeld nicht lösen lässt, einfach mit einem Glaskermikschaber nachhelfen. Bei flüssigem Zucker bitte sofort (Bild: XavaX)

Die sogenannte Ausmuschelungen schränken die Funktion des Kochfelds jedoch nicht ein. Um derartige Schäden zu vermeiden, muss jedoch schnell reagiert werden, wenn eine stark zuckrige Masse aus Topf oder Pfanne auf das Kochfeld tropft. Ihr solltet den Zucker sofort, also vor dem Abkühlen, so gut wie möglich entfernen.

Am besten nehmt ihr dafür einen Glaskeramik-Schaber (Shop), der wie eine Rasierklinge mit Griff aussieht. Ich persönlich nutze einen Glasschaber. Wichtig ist, dass die Klinge sauber ist. Angesetzt wird sie in einem Winkel von etwa 45 Grad. Bei starken Verschmutzungen sollte das Werkzeug etwas steiler gehalten werden, bei leichten etwas flacher.

Kochfelder mit Induktion besser zu reinigen

Induktionskochfelder übertragen die Energie per Magnetfeld. Sie wärmen also nicht die Glaskeramik auf, sondern den Topf direkt. Der gibt zwar etwas Wärme an das Ceranfeld ab, doch bei Wärmekoch­feldern wird dieses von unten direkt erhitzt und darüber erst der Topf. Dadurch brennt Übergekochtes auf einem Wärmekochfeld eher ein als auf einem Induktionskochfeld.

Wenn mit geschmolzenem Zucker hantiert wird, lässt sich auf einem Induktionskochfeld auch ein hitzebeständiges Tuch zwischen Glaskeramik und Topf legen. Die Energie wird ja per Magnetfeld übertragen. Wer also Wert auf ein dauerhaft sauberes und schönes Ceranfeld legt, sollte sich die Anschaffung eines Induktionskochfelds überlegen.

Was lässt sich gegen Kratzer auf dem Ceranfeld machen?

Auch wenn ein Glaskeramik sehr hart ist, Kratzer lassen sich nicht immer vermeiden. Ein zu flach gehaltener Glasschaber kann die Ursache sein, wenn nicht nur die Klinge das Glas berührt, sondern auch deren Halterung darüberschrappt. In den meisten Fällen werden es aber Sandkörner sein, die zwischen Glasfläche und Topfboden geraten sind. Das Metall der Töpfe ist in der Regel kein Problem. Aluminium ist viel weicher als die Glaskeramik.

Kratzer können auch nicht mehr entfernt werden. Jedoch lassen sich deren Kanten mit einer Politur etwas abrunden. Danach bricht das Licht dann anders. Die Kratzer fallen nicht mehr so auf.

Vor allem solltet ihr schon beim Kauf des Kochfelds auf eine hochwertige Glaskeramik achten: Ceran von Schott ist in den meisten Fällen besser als ein No-Name-Produkt aus Asien.

In seiner Funktionsweise ist ein Kochfeld durch Kratzer jedenfalls nicht eingeschränkt. Erst wenn große Risse entstanden sind, muss es ausgewechselt werden, da sonst Flüssigkeiten in die Elektronik laufen könnten.

Wie ihr ein Ceranfeld austauscht, hat euch Frank hier im Trendblog bereits gezeigt. Mein Rat ist jedoch: Lasst es am besten von einem Fachmann machen, der dieses dann auch richtig abdichtet und die Gewährleistung für seine Arbeit übernimmt. Viele Euronics-Märkte bieten euch an, euer Ceranfeld anzuschließen und einzubauen.

Beitragsbild: Pixabay/Myriams-Fotos

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2 Kommentare zu “Ceranfeld: Praktische Tipps für die Reinigung der Glaskeramik
  1. „Auch wenn ein Glaskeramik sehr hart ist, Kratzer lassen sich nicht immer vermeiden. Ein zu flach gehaltener Glasschaber kann die Ursache sein. “

    Ein zu flach gehaltener Glasschaber?

    • Ja. Vielleicht ist es nicht auf Anhieb verständlich, wenn es einem noch nicht passiert ist.

      Manche Glasschaber, insbesondere die günstigen, haben eine sehr klobige Halterung. Auf meinem Modell von TCM gibt es zum Beispiel eine große Schraube. Wer dann bei der Reinigung etwas zu hektisch vorgeht, mit zu viel Kraft und mit dem falschen Winkel, kann durchaus einen Kratzer mit dem Glasschaber produzieren.

      Vielen Dank für den Hinweis! Ich habe versucht, es im Artikel etwas deutlicher auszudrücken.

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