Elektroauto mit Gleichstrom oder Wechselstrom laden

Die Ladegeschwindigkeit beim E-Auto hängt stark von der Stromart ab. Wir erklären dir, was du über Gleichstrom und Wechselstrom wissen musst.

Elektroauto mit Gleichstrom oder Wechselstrom laden

Beim Laden deines Elektroautos bestimmt der Unterschied zwischen Gleichstrom und Wechselstrom maßgeblich die Ladegeschwindigkeit. Wir haben dir alles Wichtige zum Thema zusammengefasst. 

Was ist der Unterschied zwischen Gleichstrom und Wechselstrom beim Elektroauto?

CCS2-Stecker- Elektroauto
Mit Gleichstrom lädst du das E-Auto schneller. Quelle: Adobe Stock

Ein Elektroauto kannst du mit Gleichstrom (DC) oder auch mit Wechselstrom (AC) laden. Der größte Unterschied zwischen den beiden Stromarten für dich als E-Auto-Besitzer ist dabei die Geschwindigkeit. Gleichstrom bekommst du an den sogenannten Schnellladesäulen, an langsamen Ladern wirst du in der Regel mit Wechselstrom versorgt. Wie schnell du damit jeweils laden kannst und wovon das abhängt, erklären wir dir weiter unten im Artikel. 

Warum lädt mein Auto mit Gleichstrom schneller?

Elektroautos wie das von Euronics vertriebene Aiways U5: Sauberer als ein Benziner
E-Autos haben in der Regel eine Batterie, die mit Gleichstrom arbeitet.

E-Autos mit Gleichstrom laden schneller, da die Batterien der Autos ebenfalls Gleichstrom liefern. Wenn du dein Elektroauto mit Wechselstrom lädst, muss das Auto diesen mithilfe eines sogenannten Boardloaders erst in Gleichstrom umwandeln. Das dauert dann länger.

Wechselstrom bekommst du an allen langsamen Ladesäulen, viele bieten auch beide Arten, also AC und DC an. In dem Fall kannst du dich an der Säule entscheiden. Wenn du dein Auto zu Hause an einer Wallbox oder mit einem Schuko-Kabel an der Steckdose lädst, lädst du ebenfalls Wechselstrom – also langsamer.

Wie sehe ich, ob die Ladesäule mit Gleichstrom oder Wechselstrom lädt? 

E-Autos laden, stecker
Der CCS-Stecker (vorne im Bild) liefert Gleichstrom. Der Typ-2-Stecker (im Hintergrund) liefert Wechselstrom. Quelle: Adobe Stock

Wo du Gleichstrom, Wechselstrom oder sogar beides laden kannst, siehst du oft in der App des Anbieters. Viele Apps für elektrisches Laden bieten auch eine Übersicht über Ladestationen von allen Anbietern. In der Regel siehst du hier auch, um welche Art von Ladesäule es sich handelt. 

Kannst du hier mit 50 kW oder schneller laden, handelt es sich meist um eine Schnellladesäule mit Gleichstrom. Denn Wechselstrom kannst du momentan nur mit maximal 42 kW laden. 

Neben der Geschwindigkeit sagt auch die Art des Steckers oder Anschlusses, welcher Strom herauskommt. Für den schnellen Gleichstrom nutzt du in Europa einen CCS-Stecker. Das CCS steht für Combined Charging System und erlaubt dir das Laden mit Gleichstrom. 

Für langsames oder Wechselstrom-Laden nutzt du einen Typ-2-Stecker. Sind an der Ladesäule beide Steckerarten verfügbar, kannst du hier auch beide Stromarten nutzen. 

Eine weitere Möglichkeit gibt es noch: CHAdeMO. Das ist eine Stecker- und Anschlussart, die du hauptsächlich bei älteren japanischen Elektroautos findest. Damit lädst du Gleichstrom in dein Auto. Diese Steckerart ist aber eher selten in Europa und wird wahrscheinlich langsam aussterben, da neuere Modelle hierzulande auf Typ-2 bzw. CCS setzen. 

An der Säule selbst siehst du dann natürlich auch, ob diese über ein Kabel mit CCS-Stecker verfügt oder ob du dein Typ-2-Kabel anschließen kannst. Einige Säulen haben auch ein Typ-2-Kabel fest verbaut. 

Kann mein Auto mit Gleichstrom laden? 

Dacia Spring
Für einen CCS-Anschluss beim Dacia Spring, zahlst du extra.

Die meisten Elektroautos können mit Gleichstrom laden, also Schnellladesäulen nutzen. Das gilt aber nicht für alle Stromer. Abhängig ist das von den vorhandenen Anschlüssen. Bei City-E-Autos kannst du den CCS-Anschluss oft nur als zusätzliches Extra bekommen, wie zum Beispiel beim Dacia Spring

Hier solltest beim Kauf darauf achten, dass du den CCS-Anschluss fürs Schnellladen mit Gleichstrom mitnimmst, denn du wirst ihn früher oder später brauchen. Hat das Auto nur einen Typ-2-Anschluss, ist lediglich langsames Laden mit Wechselstrom möglich. 

Wovon hängt die maximale Geschwindigkeit ab?

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Wenn das Auto langsam lädt, kannst du zum Beispiel shoppen gehen. Quelle: Adobe Stock

Wie schnell du dein Elektroauto maximal laden kannst, hängt von zwei Faktoren ab: deinem Auto und der Ladesäule. Die Autos selbst haben eine Geschwindigkeitsgrenze, mit der sie laden können. Diese ist unterschiedlich für Gleichstrom und Wechselstrom. Der Aiways U5 zum Beispiel lädt Wechselstrom mit maximal 6,6 kW, während er beim Gleichstrom 92 kW schafft. 

Die Ladesäulen haben ebenfalls eine maximale Geschwindigkeit. Schnellladesäulen können mit bis zu 350 kW und mehr aufladen. Beim langsamen Wechselstrom liegt die Grenze bei 43 kW. 

Dabei lädt das Auto aber nicht immer mit der maximal möglichen Ladegeschwindigkeit, auch wenn die Säule dies zulassen würde. Ist die Batterie relativ leer, lädt das Auto schneller. Umso voller die Batterie wird, desto langsamer die Geschwindigkeit. Das gilt als Faustregel. Wie schnell diese abfällt, ist dabei von Modell zu Modell unterschiedlich. 

Ist Schnellladen teurer als langsames Laden?

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Schnellladen ist in der Regel etwas teurer. Quelle: Adobe Stock

Ja, in der Regel ist Schnellladen teurer als langsames Laden. Allerdings hängen die Preise dabei immer vom Anbieter ab. Es kann also durchaus sein, dass du Gleichstrom für den gleichen Preis wie Wechselstrom bekommst. Am günstigsten lädst du normalerweise zu Hause an der eigenen Wallbox. Am besten geht das mit Nachtstrom, wenn dein Vertrag mit dem Energieanbieter das vorsieht. 

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