Tretroller Lenkstange (Bild: Pexels/@markusspiske)

Auf dem E-Scooter kommt die nächste Revolution

Immer dabei wie das Smartphone. Wenn Uber und S-Bahn nicht weiterkommen, überbrückt der elektronische Tretroller die restliche Strecke. E-Mobilität wird unser Leben verändern.

Das Internet hat bereits unser Leben grundlegend verändert. Dann noch einmal das Smartphone. Jetzt fragen sich alle: Was kommt danach? Die Smartwatch? Alexa, Siri und Co? Das faltbare Smartphone? Allesamt nette Spielereien. Doch nichts, was schon bald das Leben aller ein weiteres Mal umkrempeln wird. Mein Tipp: Es wird der E-Tretroller sein.

Online haben wir bereits eine Standleitung zum Rest der Welt: Wissen und Bildung; mit jedem Menschen auf der Welt in Kontakt stehen; einkaufen und schicken lassen; Netflix und Spotify, jetzt auch Spiele streamen – alles in Echtzeit. Über die Datenleitung können wir auch auf dem Land vieles erleben, was vorher nur der Stadt vorbehalten war.

Was sich in den letzten zwanzig Jahren jedoch nicht geändert hat: der Busfahrplan auf dem Dorf und das U-Bahn-Netz in der Stadt. Es ist immer noch ein Problem, schnell und verlässlich von A nach B zu kommen.

Was Uber kann …

Okay, es gibt Uber. Das Unternehmen ist angetreten, das zu ändern. Im ersten Schritt ruft ihr per App ein Uber-Taxi. Der nächste Wagen kommt zu euch und fährt anschließend zum nächsten Wartenden. Alles auf der kürzesten Route, alles von einer digitalen Plattform berechnet, so dass alle Resourcen optimal genutzt werden und schließlich der Preis sinkt.

Per Uber-App werden jetzt Autos gerufen, bald aber auch E-Scooter zum Ausleihen gefunden (Bild: Uber)

Per Uber-App werden jetzt Autos gerufen, bald aber auch E-Scooter zum Ausleihen gefunden (Bild: Uber)

Im zweiten Schritt soll es selbstfahrende Autos geben. Ein menschlicher Fahrer ist dann nicht mehr notwendig, was die Fahrt dann noch günstiger macht. Und zu Silvester können so viele Wagen fahren, wie vorhanden sind. Ganz ohne Komplikationen wie Dienstplan oder Sonderzulagen.

Im dritten Schritt werden alle Ubers einen Elektroantrieb haben und mit 100 Prozent Ökostrom fahren. Komplett umweltneutral ist das dann allerdings nicht, weil in jedem Auto immer noch eine Menge Schwermetall steckt.

Die letzten beiden Schritte können auch vertauscht werden oder (was wahrscheinlicher ist) ineinander verwoben. Die Vision ist jedenfalls:

Jeder kann jederzeit überall hinfahren.

… und was nicht

Doch warum tauchen dann immer mehr Mietfahrräder in den Städten auf? Warum stehen Leute mit einem zusammengeklappten Tretroller in der U-Bahn? Warum investiert Uber in das Unternehmen Jump, das E-Scooter in den Städten verteilt, die dann per App gemietet werden können? (Leider noch nicht in Deutschland.)

Mobilität ist mehr als Uber, Lyft, myTaxi oder Moia. Sie werden nicht das eigene Auto komplett ersetzen. Auch nicht den Bus, die Bahn oder das klassische Taxi. Ein Problem, das keines dieser Verkehrsmittel löst, ist der Übergang. Es fehlt ein Gerät, das ihr jederzeit dabei haben könnt. Diese Lücke füllt der E-Scooter.

Das Smartphone kann das Warten auf den Bus überbrücken, aber auch den Weg zum nächsten Leih-E-Scooter zeigen (Bild: Pexels/mentatdgt)

Das Smartphone kann das Warten auf den Bus überbrücken, aber auch den Weg zum nächsten Leih-E-Scooter zeigen (Bild: Pexels/mentatdgt)

Eigentlich hätte das das Fahrrad sein können oder sogar sollen. Täglich acht Kilometer zur Arbeit fahren? Kein Problem. Mit dem E-Bike sind auch Strecken von zwanzig Kilometer möglich, ohne dabei groß ins Schwitzen zu kommen.

E-Bikes und E-Scooter für den Übergang

In den Zügen gibt es mittlerweile mehr Stellplätze für Zweiräder. Und dennoch sehe ich immer wieder, wie in Stoßzeiten die Räder nicht in die Bahn gelassen werden. Vor allem im Nahverkehr. Einen Tretroller könnt ihr einfach zusammenklappen und in der Bahn mitnehmen. Auch wenn es voll ist.

Er ist kleiner als ein Gepäckstück. Sogar mit Elektromotor. Der macht ihn vielleicht etwas schwerer. Aber ich könnte den E-Scooter ohne Probleme die zwei Stockwerke hinauf in meine Wohnung tragen, um ihn über Nacht aufzuladen und ihn davor zu schützen, draußen von Idioten beschmiert oder sogar zerstört zu werden.

Den E-Scooter Metz Moover gibt es in drei Farben (Bild: Metz)

Den E-Scooter Metz Moover gibt es in drei Farben (Bild: Metz)

Mit einem E-Bike würde ich das nicht machen. Das würde ich acht Stufen hoch schieben und wieder acht Stufen hinunter, um es im Hinterhof sicher abzustellen. Doch einen Stromanschluss gibt es dort nicht.

Der E-Scooter Metz Moover Zum Beispiel erfüllt diese Ansprüche. Jürgen hat ihn euch kürzlich in einem anderen Beitrag vorgestellt. Und er darf bereits auf öffentlichen Wegen gefahren werden.

Die nächste technische Revolution

Wird nun in Zukunft jeder einen E-Scooter fahren? So wie zumindests eine Zeitlang fast jeder Haushalt mindestens ein Auto besaß? So wie fast jeder zumindest in jungen Jahren regelmäßig Fahrrad gefahren ist? Nein, das sicherlich nicht.

Es geht nicht um Besitz. Es geht um Nutzung. Daher wird es in großen Städten Leihsysteme geben. Ihr werdet E-Scooter über die Stadt verteilt per App ausleihen und wieder abstellen können. Es spricht aber auch nichts dagegen, diesen Beschleuniger im Stadtverkehr selbst zu besitzen. Die Zulassung der E-Scooter auf deutschen Verkehrswegen hat der Gesetzgeber gerade auf den Weg gebracht.

Dieser Scooter von Hiboy lässt sich einfach zusammenklappen und mit in die Bahn nehmen – auch wenn diese überfüllt ist (Bild: Hiboy)

Dieser Scooter von Hiboy lässt sich einfach zusammenklappen und mit in die Bahn nehmen – auch wenn diese überfüllt ist (Bild: Hiboy)

Die Internetnutzung hat es schließlich auch vom Internetcafé über das heimische Arbeitszimmer bis in unsere Hosentasche geschafft. Und meine betagten Eltern, die selbst keine Smartphones besitzen, sondern nur zwei Seniorenhandys, profitieren regelmäßig davon – wenn mein Neffe ihnen auf seinem Smartphone Bilder aus meinen Leben zeigt. Und ich ihnen aus seinem.

Per Smartphone verabreden. Per E-Scooter zum Treffpunkt

Der E-Scooter wird unser Leben verändern – zumindest in den Städten. Er wird Menschen näher zusammenbringen. Und davon profitieren auch die, die den Besuch erhalten. Ich schätze, dass viele einen solchen elektrischen Tretroller ihr Eigen nennen wollen und nicht einen leihen, der an der Straßenecke steht.

In der Stadt werden sie ihn mitnehmen, wenn sie das Haus verlassen. Und auf dem Land, wo es ohne Auto nicht geht, liegt er vielleicht im Kofferraum, um damit im Anschluss die kurzen Wege zurückzulegen.

Auch nach dem Smartphone wird noch etwas kommen. Und das besteht sicherlich nicht darin, dass das Display größer wird und die Kamera eine weitere Linse erhält und mehr Megapixel. Was auch immer das sein wird, es wird dauern. Die nächste technische Revolution wird unsere Mobilität verändern.

Wir verabreden uns per Smartphone, müssen aber intelligenter zum Treffpunkt kommen. Der E-Scooter mag noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber er ist zusammen mit Uber und Moia definitiv der nächste Schritt. Und zwar lange bevor die Autos lernen, ohne menschliche Hilfe zu fahren.

Beitragsbild: Pexels/@markusspiske

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3 Kommentare zu “Auf dem E-Scooter kommt die nächste Revolution
  1. Avatar

    Ihr wisst schon, dass E-Scooter bzw. E-Bike nicht Klima & Umwelt schützen, sondern sie bedrohen (aufgrund des Lithiums in den Akkus, was man lieber in E-Autos stecken sollte) und klima- & umweltfreundliche Alternativen wie Scooter/Roller bzw. Fahrrad oder auch Skate-/Longboard oder Öffis (wenn sie mit Ökostrom fahren) oder einfach das Zufußgehen verdrängen?

    Also sie als klima- & umweltfreundlich zu verkaufen, obwohl der Großteil des Stroms in Deutschland schmutzig ist und das Lithium in den Akkus umweltschädlich aus der Erde geholt wird, ist einfach nur ekelhaft & verlogen!!!

    • Sonderbare Argumentation, dass du Lithium eine Bedrohung für Klima und Umwelt nennst und im gleichen Satz dazu rätst, es in E-Autos zu stecken. Auch du folgst der sonderbaren Argumentation, dass jemand, der einen E-Scooter benutzt, deswegen nicht zu Fuß geht oder kein muskelgetriebenes Gefährt wie Fahrrad oder Longboard (ernsthaft?) benutzt. Als hätte er das auf jeden Fall sonst getan. Öffentliche Busse mit Ökostrom machen aktuell genau wie viel Prozent der eingesetzten Busse im deutschen Nahverkehr aus? Aber UNSERE Argumentation ist ekelhaft und verlogen?

      Nebenbei haben wir hier dargelegt, warum die Ökobilanz von E-Scootern nicht schlecht ist: https://trendblog.euronics.de/e-mobility/wie-umweltfreundlich-sind-e-scooter-72570/

    • Lieber Seid ihr wo ang’rennt?,

      du gehst gar nicht auf meine Argumentation ein. Das ist schade.

      Du selbst bietest leider nur ein einziges an: Die Akkus sind ökologisch problematisch. Das teile ich sogar. Es ändert nur nichts an dem, was ich im Artikel oben geschrieben habe: E-Scooter und E-Bikes werden viel verändern – unabhängig davon, was du oder ich davon halten.

      Der erste Grund ist: Die Dinger werden bereits wie Hölle genutzt. Über 50 Prozent der verkauften Fahrräder, habe ich gelesen, haben bereits einen Elektromotor. Und wenn ich vor die Haustür trete, muss ich aufpassen, dass ich nicht von einem E-Scooter überfahren werde.

      Der zweite Grund ist: Meine Argumentation bezieht sich auf den Motor, nicht auf die Antriebsart. E-Motoren sind das, was momentan in die Geräte eingebaut werden. Beim Auto wird fleißig an der Brennstoffzelle geforscht. Ökologisch scheint das sinnvoller zu sein, aber die Technik ist einfach noch nicht soweit. Wir sind gerade in einer Übergangszeit. Die wird noch ein paar Jahre dauern. Warten wir das doch erst einmal ab.

      Deinem Argument stimme ich voll und ganz zu: Lithium-Akkus belasten die Umwellt. Wir sollten so wenig wie möglich davon einsetzen. Du bringst dann leider einiges durcheinander, wie Jürgen richtig angemerkt hat. Lithium-Akkus in Autos oder Bussen sind nicht zwangsläufig umweltfreundlicher.

      Meinen Artikel oben habe ich bereits im April geschrieben. Das war der Zeitpunkt, kurz bevor die ersten Leihdienste ihre E-Scooter in den Städten aufgestellt haben. Wenn du schon ökologisch argumentierst, hättest du vielleicht darauf verweisen können, dass die Geräte nicht so genutzt werden, wie sich viele ursprünglich erhofft haben: Sie werden eben nicht auf dem Weg zur Arbeit genutzt, um den etwas langen Fußweg zur S-Bahn zu überbrücken, um dafür dann das Auto stehen zu lassen. Das wäre ökologisch sinnvoll gewesen. Stattdessen sind die meisten E-Scouter-Fahrten zusätzlich. Das jedoch ist ökologisch schädlich.

      Und zum Schluss noch eine Bemerkung: Der Ton macht die Musik. „Seid ihr wo ang’rennt?“, „ekelhaft“ und „verlogen“ gehört einfach in keine sachliche Diskussion. Darauf bestehen wir allerdings. Wir wollen höflich und respektvoll miteinander umgehen.

      Viele Grüße

      Peter Giesecke

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