Retro-Kopfhörer mit ANC: Master & Dynamic MW65 ausprobiert

Die Master & Dynamic MW65 sind Retro-Kopfhörer mit ANC und einer Preisempfehlung von 499 Euro. Für Menschen mit großen Köpfen und besonders feinen Ohren, findet Frank Müller.

Der erste Eindruck: Retro-Kopfhörer

Als Retro-Kopfhörer präsentieren sich die Master & Dynamic MW65 in drei von vier Farbversionen. Silbriges, graues oder schwarzes Metall und schwarzes oder graues Leder unterstützen diesen Eindruck. Die weiße Version mit orangefarbenen Akzenten sowie roten und blauen Bedienelementen wirkt dagegen merkwürdigerweise eher etwas futuristisch. Auf jeden Fall macht der Kopfhörer schon vor dem ersten Einschalten einen sehr hochwertigen Eindruck.

Ich habe die Version Gunmetal / Black Leather erhalten. Das Leder der Kopfhörerbügel und Ohrpolster ist schwarz, die Elemente aus Metall und metallisch eingefärbtem Kunststoff grau. Die Bedienung am rechten Kopfhörer erfolgt über Knöpfchen aus Metall. Diese haben einen fühlbaren Druckpunkt und klicken auch hörbar, wenn ihr sie drückt.

Retro-Kopfhörer, gut verpackt

Am linken Kopfhörer schaltet ihr die Master & Dynamic MW65 ein. Hier findet ihr auch die Buchse für das mitgelieferte Kabel mit dem 3,5-mm-Klinkenstecker. An einem weiteren Knopf könnt ihr die Geräuschreduzierung in zwei Stufen ein- und ausschalten. Am rechten Kopfhörer sind die Knöpfchen für Play/Pause und Lautstärkeregelung sowie die USB-C-Buchse zum Laden.

Der Sitz der Retro-Kopfhörer

Die Master & Dynamic MW65 sind für mich leider etwas zu groß. Ich habe einen ziemlich kleinen Kopf – Hutgröße 56 – und kenne das schon von einigen anderen Kopfhörern. Selbst in der kleinsten Einstellung bleibt noch etwas Platz zwischen Kopfbügel und Glatze. Der Kopfhörer liegt nicht richtig auf und sitzt dadurch etwas locker. Beziehungsweise drückt er die Ohren etwas nach unten. Die Polster sind lang und schmal geschnitten, meine ebenfalls kleinen Ohren passen genau hinein.

Retro-Kopfhörer mit aktiver Geräuschreduzierung

Der Master & Dynamic MW65 ist ein Kopfhörer mit Active Noise Cancelling (ANC). Mit einem Druck auf den flachen Knopf am linken Ohrhörer schaltet Ihr zwischen drei Modi um: ANC hoch, niedrig und aus. Die letzten beiden Modi sind meiner Meinung nach nur sinnvoll, um mehr Zeit aus dem Akku herauszuholen. Ansonsten würde ich euch empfehlen, auf der Stellung „ANC hoch“ zu hören. Es sei denn, ihr wollt Spaziergänge im Freien bei windigem Wetter unternehmen.

Die Kopfhörer versuchen, den Wind auszublenden, der an den Mikrofonen vorbeipfeift, und das verursacht Störgeräusche. An diesen Bedingungen scheitern die meisten Kopfhörer mit ANC. Da ist es in der Regel besser, ihr schaltet eine Stufe runter auf „ANC niedrig“. Oder ihr verzichtet ganz auf aktive Geräuschunterdrückung. Die Polster halten auch so schon einiges an Außengeräuschen ab.

Der Klang der Kopfhörer: Gar nicht retro

Der Klang der Master & Dynamic MW65 überzeugt mich auf ganzer Linie. Schön differenziert, mit druckvollen, klaren Bässen und sauberen Höhen. Ein großer Pluspunkt dieser Kopfhörer.

Die Ausstattung des Master & Dynamic MW65

Retro-Kopfhörer bis zum textilummantelten Kabel
Textilummanteltes Retro-Kabel für Retro-Kopfhörer

Ihr könnt die Master & Dynamic MW65 nicht nur über Bluetooth mit einer Audioquelle verbinden. Es liegt auch ein hochwertiges textilummanteltes Audiokabel in der Packung. Der Hersteller hat hier mitgedacht und verwendet an beiden Enden ganz normale 3,5-mm-Klinkenstecker. Ein Adapter für das Flugzeug gehört ebenso zur Lieferung wie ein USB-C-Kabel zum Aufladen. Master & Dynamic hat auch daran gedacht, einen Adapter auf USB-A beizulegen. Für den Transport gibt es allerdings kein Hartschalen-Case, sondern nur einen weichen Stoffbeutel.

Retro-Kopfhörer: Echte Knöpfe statt Touch-Bedienung

Retro-Kopfhörer mit echten Knöpfen

Die Knöpfe und Schalter an den Master & Dynamic MW65 sind gut tastbar und haben einen klaren Druckpunkt. Der mittlere Knopf der drei am rechten Ohrhörer steht etwas weiter hervor, so dass ihr euch nicht leicht vertippt. Und der linke Schiebeschalter am linken Ohrhörer dient zum Ein- und Ausschalten sowie zur Koppelung über Bluetooth.

Das ist gut gelöst, allerdings habe ich mich inzwischen an eine andere Art des Ein- und Ausschaltens gewöhnt, die die Master & Dynamic MW65 leider nicht beherrschen. Dabei schaltet sich ein Kopfhörer automatisch ein und aus, wenn ich ihn entfalte oder wieder zusammenklappe. So funktioniert das zum Beispiel beim Sennheiser PXC 550 Wireless oder beim ANC-Kopfhörer Jabra Elite 85h. Beim Master & Dynamic MW65 dagegen muss ich den Kopfhörer manuell ausschalten. Für mich nicht die günstigste Lösung. Ein- oder zweimal musste ich den Kopfhörer erst wieder laden, bevor ich hören konnte. Weil ich vergessen hatte, den Hörer auszuschalten, hatte sich der Akku inzwischen geleert.

AirPods Pro: Apples klangvolle Kehrtwende

Ein paar Zahlen und Fakten

Bis der Akku leer ist, vergeht allerdings einige Zeit. Eine volle Akkuladung reicht für ca. 24 Stunden Hören aus. Master & Dynamic hat in seinen MW65 die Bluetooth-Version 4.2 mit aptX verwendet. Schade, bei dem Preis hätte es auch gerne Bluetooth-Version 5.0 und zusätzliche Unterstützung für AAC sein dürfen. Denn Apple setzt bei seinen Geräten auf AAC statt auf aptX. In der Praxis klingen aber die Master & Dynamic MW65 auch mit einem iPhone als Audioquelle sehr gut. Möglich, dass mit einer aptX-Audioquelle und besonders feinen Ohren ein Unterschied zu hören ist. Ich traue mir das mit meinen 57-jährigen Ohren nicht zu.

Fazit zum Master & Dynamic MW65


Ein solider Kopfhörer im ansprechenden Retro-Look mit sehr gutem Klang. Der Metallbügel ist mit Leder gepolstert, für kleine Köpfe wie meinen jedoch etwas zu groß. Die Geräuschunterdrückung funktioniert gut, ist aber auch nicht besser als die anderer, deutlich günstigerer Kopfhörer.

Die größte Stärke der Retro-Kopfhörer ist neben dem Look ihr ausgezeichneter Klang. Ob der allerdings den Preis wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Meiner Erfahrung nach hört ihr die Unterschiede nur bei wirklich konzentriertem Hören und hochwertigen Aufnahmen und Audioquellen. Und auch das meist nur im direkten Vergleich zwischen verschiedenen Kopfhörern.

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