Mit einer Festplatte wird die Fritzbox zum Mediaserver (Bild: AVM)

So richtet ihr eure Fritzbox als Mediaserver ein

Mit einer Fritzbox könnt ihr euren Router als Mediaserver verwenden und Fotos und Filme auf alle Geräte in eurer Wohnung streamen. Wir zeigen euch wie.

Wenn das Singleleben vorbei ist, stellt sich mit der wachsenden Zahl an gemeinsamen Fotos und Videos die Frage, wie beide Zugriff darauf erhalten. Das Problem löst eine Medienzentrale. Der Clou: Die meisten von euch müssen sich nicht einmal neue Hardware anschaffen. Wenn euer WLAN-Router eine aktuelle Fritzbox von AVM ist, habt ihr bereits einen Mediaserver in der Wohnung.

Einrichtung nicht kompliziert

Ihr müsst eure Fritzbox nur richtig konfigurieren und mit euren Inhalten füttern. Dazu gehören nicht nur Bilder, Videos und Musik, sondern auch ein Zugang zu Internetradio und Podcasts. Und so geht’s:

Zuerst müsst ihr in der Fritzbox den USB-Fernanschluss für USB-Speicher wieder deaktivieren, falls dieser zuvor eingerichtet wurde. Dieser lässt euch einen Drucker, einen USB-Speicher oder einen Scanner so nutzen, als wenn dieser direkt am Computer angeschlossen wäre. Dies macht ihr über die Benutzeroberfläche der Fritzbox, die ihr am besten durch Eingabe von fritz.box oder 192.168.178.1 in die Adresszeile eures Browsers öffnet.

  • Öffnet die Benutzeroberfläche der Fritzbox.
  • Klickt auf den Punkt Heimnetz.
  • Klickt auf den Unterpunkt USB-Geräte.
  • Klickt auf den Tab USB-Fernanschluss.
  • Deaktiviert die Option USB-Speicher.
  • Klickt auf Übernehmen, um die Änderung zu speichern.

Nur den richtigen USB-Stick freigeben

Jetzt werden eure Medien ins Heimnetz eingespeist. Dafür befüllt ihr am besten einen USB-Speicher mit eurer Mediensammlung und steckt diesen an die Fritzbox an. Wer es dezent mag, nimmt dafür einen Mini-USB-Stick, der kaum zu sehen ist. Wer möglichst viel Platz zur Verfügung haben möchte, kann aber auch eine externe Festplatte anschließen. Das Speichermedium muss mit dem Dateisystem NTFS, FAT/FAT32 oder ext2/ext3/ext4 formatiert sein, damit die Fritzbox es erkennen kann. Bei einer normalen Formatierung unter Windows sollte also alles problemlos funktionieren.

So richtet ihr einen Mediaserver in eurer Fritzbox ein (Screenshot: Peter Giesecke)

So richtet ihr einen Mediaserver in eurer Fritzbox ein (Screenshot: Peter Giesecke)

Schließlich müsst ihr noch den Mediaserver aktivieren, damit die Fritzbox auf den USB-Stick zugreifen kann. Diese Funktion ist in der Standardeinstellung deaktiviert, damit nicht jeder Gast, der sich für besonders witzig hält, schnell mal einen Stick bei euch anschließen kann und eure Kinder schreiend durch die Wohnung rennen, weil sie gerade Scream geschaut haben. Vorausgesetzt, ihr habt nicht gerade erst den Schritt vom Singlehaushalt zur ersten gemeinsamen Wohnung gemacht, sondern habt bereits Nachwuchs. Aber keine Sorge: Auch wenn ihr den Mediaserver aktiviert habt, könnt ihr nur die USB-Medien freigeben, die ihr selbst angeschlossen habt.

  • Ruft wieder die Benutzeroberfläche der Fritzbox auf.
  • Klickt auf den Punkt Heimnetz.
  • Klickt auf den Unterpunkt Mediaserver.
  • Aktiviert die Option Mediaserver aktiv.
  • Wählt im Abschnitt Medienquellen den USB-Speicher, den ihr freigeben wollt (alle anderen werden ignoriert).
  • Klickt auf Übernehmen, um die Änderung zu speichern.

Ein Inhaltsverzeichnis aller Medien erstellen

Natürlich ist es dann immer noch möglich, den USB-Stick abzuziehen, mit unerwünschten Inhalten zu bespielen und dann wieder anzustecken. Und falls ihr Kinder habt: Sie werden sich bestimmt irgendwann einen Spaß daraus machen, euch zu zeigen, wie das geht. Es sind also nicht die Gäste, die ihr fürchten solltet. Das neue Material taucht dann im Inhaltsverzeichnis auf, das ihr bei der Einrichtung aber einmalig anlegen müsst. Dafür wird für die auf dem Stick gespeicherten Medien ein Index angelegt.

  • Öffnet die Benutzeroberfläche der Fritzbox.
  • Klickt auf den Punkt Heimnetz.
  • Klickt auf den Unterpunkt Speicher (NAS).
  • Klickt in der Tabelle Speicher an der FRITZ!Box jeden Speicher an, der Mediendateien enthält.
  • Klickt am Ende jeder aktivierten Zeile auf nicht erstellt, um einen Index zu erstellen.
  • Klickt auf Übernehmen, um die Änderung zu speichern.
So erstellt ihr einen Index für den Mediaserver der Fritzbox (Screenshot: Peter Giesecke)

So erstellt ihr einen Index für den Mediaserver der Fritzbox (Screenshot: Peter Giesecke)

Die Indexierung wird nun durchgeführt und ist abgeschlossen, wenn am Ende der Zeile ist erstellt erscheint. Danach wird der Index bzw. das Inhaltsverzeichnis jedesmal automatisch aktualisiert, wenn ihr Dateien per Webbrowser auf http://fritz.nas kopiert. Selbst aktualisieren müsst ihr den Index, wenn ihr neue Fotos oder ähnliches mit dem Windows-Explorer oder einem anderen Programm in den Speicher kopiert. Diese Aktualisierung macht ihr am besten über die Fritzapp Media oder aber über die Benutzeroberfläche der Fritzbox, das Fritzfon oder ein UPnP-fähiges Abspielgerät oder -programm.

Der Fritzbox erlauben, auf Cloudspeicher zuzugreifen

Die Medien müssen aber nicht nur vom angesteckten Speicherstick kommen. Die Fritzbox greift auch auf Onlinespeicher im Internet zu – zum Beispiel auf die Magentacloud der Deutschen Telekom. So haben mehrere Generationen die Möglichkeit, auf die Fotos der letzten Familienfeier zuzugreifen. Privates bleibt aber auf dem Stick an der Fritzbox und somit von außen unerreichbar.

  • Öffnet die Benutzeroberfläche der Fritzbox
  • Klickt auf Heimnetz.
  • Klickt im Menü Heimnetz auf Mediaserver.
  • Aktiviert im Abschnitt Medienquellen im Internet den Clouddienst.
  • Klickt zum Speichern der Einstellungen auf Übernehmen.
  • Tragt die Zugangsdaten in das Popup-Fenster ein.

Internetradio-Stationen einrichten

Vielleicht möchtet ihr den Medienserver in der Fritzbox einrichten, weil ihr eure persönlichen Fotos und eure umfangreiche Filmsammlung nicht gerne in der Cloud liegen habt – aus Gründen der Privatsphäre oder weil der Internetzugang nicht der beste ist. Beim Hören von Internetradio ist das jedoch nicht möglich. Hierfür bietet AVM die Möglichkeit, Radiosender als Medienquelle im Internet einzurichten. Ihr könnt dann über einen WLAN-Lautsprecher Radio in jedem Raum der Wohnung hören – aber auch am Smart-TV, am Rechner, auf dem Smartphone oder über eine UPnP-fähige Audioanlage.

So richtet ihr im Mediaserver der Fritzbox Internetradio ein (Screenshot: Peter Giesecke)

So richtet ihr im Mediaserver der Fritzbox Internetradio ein (Screenshot: Peter Giesecke)

  • Öffnet die Benutzeroberfläche der Fritzbox.
  • Klickt auf den Punkt Heimnetz.
  • Klickt im Menü Heimnetz auf Mediaserver.
  • Klickt auf die Registerkarte Internetradio.
  • Wählt in der Ausklappliste eine vorbelegte Station aus.
  • Alternativ: Wählt den Eintrag Andere Internetradio-Station.

Podcasts einrichten

Auch Podcasts lassen sich über den Mediaserver der Fritzbox wiedergeben.

  • Öffnet die Benutzeroberfläche der Fritzbox.
  • Klickt auf Heimnetz.
  • Klickt im Menü Heimnetz auf Mediaserver.
  • Klickt auf die Registerkarte Podcast.
  • Wählt in der Ausklappliste einen Podcast aus.
  • Alternativ: Wählt den Eintrag Anderer Podcast.
  • Tragt unter Abrufintervall ein, wie oft der Podcast aktualisiert werden soll.

Wiedergabe auf UPnP-fähigen Geräten

Auch wenn die Medien per USB am WLAN-Router hängen, die Fritzbox ist lediglich eine Durchleitungsstation. Erst auf den Abspielgeräten werden die Inhalte gerendert bzw. weiterverarbeitet. Das können auch Programme wie der beliebte VLC Media Player sein. Wichtig ist jedoch, dass sie den UPnP-AV-Standard (Universal Plug and Play Audio/Video) unterstützen oder dessen Weiterentwicklung DLNA. Damit können viele Smart-TVs und smarte Lautsprecher mit der Fritzbox kommunizieren.

Mit der Fritzapp Media lassen sich alle Medien des Fritzbox-Mediaservers wiedergeben (Bild: Google Play Store)

Mit der Fritzapp Media lassen sich alle Medien des Fritzbox-Mediaservers auf kompatiblen Geräten wiedergeben (Bild: Google Play Store)

Auf dem Smartphone könnt ihr ebenfalls den VLC Media Player nutzen, aber auch andere UPnP-Programme, die bei der Wiedergabe dann als Fernbedienung fungieren. Diese Aufgabe kann auch die FritzApp Media übernehmen, die euch ebenfalls bei der Konfiguration eurer Fritzbox hilft und mit der ihr euer Inhaltsverzeichnis jederzeit aktualisieren könnt.

Falls ihr noch auf der Suche nach einer neuen Fritzbox seid: AVM hat im Juni 2017 vier neue Spitzenmodelle angekündigt, die Fritzbox 7590 und die Fritzbox 7582 für DSL-Anschlüsse sowie die Fritzbox 6591 Cable und die Fritzbox 6590 Cable für Kabelanschlüsse. Mehr dazu in unserem Beitrag:

Neue AVM-Fritzboxen auf Speed: DSL mit G.fast, Kabel mit Docsis 3.1.

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2 Kommentare zu “So richtet ihr eure Fritzbox als Mediaserver ein
  1. „Wenn das Singleleben vorbei ist, stellt sich mit der wachsenden Zahl an gemeinsamen Fotos und Videos die Frage, wie beide Zugriff darauf erhalten.“

    Ich bin Single, aber es braucht auch gar keine mehrere Leute – mehrere Rechner und Tablets reichen aus. Auch da besteht Bedarf, von allen Geräten darauf komfortabel & schnell zugreifen zu können.

    Und da ist eine Fritzbox (oder andere Router) eine günstige (ist ja eh schon da, nur die HDD müßte man zusätzlich), aber sicher nicht die beste Wahl. Ein „richtiges“ NAS kann so´ne externe Festplatte am Router nicht ersetzen, das sollte man ganz klar sagen.

    Kleiner Nachteil: das kostet natürlich (je nach NAS & HDD-Bestückung) deutlich mehr.

    • Richtig, die Fritzbox als Medienserver einzurichten, ist nicht unbedingt die beste Wahl, aber die naheliegende, wenn die Fritzbox eh schon im Haus ist. In diesem Artikel ging es vor allem darum, die Angst vor der Einrichtung zu nehmen.

      Welche Vorteile ein NAS bietet, insbesondere wenn es nicht nur um Fotos und Filme geht, sondern um persönliche Daten, das wäre das Thema für einen weiteren Artikel. Da würde dann die Datensicherheit im Vordergrund stehen. Und beim mobilen Zugriff auf Daten, ist manchmal auch ein Onlinespeicher die beste Lösung.

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