Disney+

Disney+: Die Simpsons wären ein Grund für mich zu wechseln

In einigen Ländern ist Disney+ bereits gestartet. Deutschland hat noch fast ein halbes Jahr Zeit, um sich einen Wechsel zu überlegen. Die Simpsons sind für Trendblog-Redaktionsleiter Jürgen Vielmeier bisher der einzige Grund, aber ein gravierender.

Ich habe nichts übrig für Mickey-Mäuse, und für Superhelden eigentlich auch nicht. Komisches Kitsch-Zeug zum einen, immer die gleiche Art von Geschichte zum anderen. Beim Dienst Disney+, der in dieser Woche in den ersten Ländern gestartet ist, würde ich also vom Gefühl her zunächst abwinken. Aber Disney ist schon längst nicht mehr nur das. Und auch Disney+ ist viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Ein Blick auf die bisherige Filmauswahl verdeutlicht das…

Hocus Pocus
A Nightmare before Christmas
Avengers: Endgame
Captain Marvel
Guardians of the Galaxy
Captain America
Star Wars (verschiedene Episoden)
Ten Things I hate about you
Toy Story
Avatar
Antman + the Wasp
The Sound of Music
The Incredibles 2

Hier mischt sich also alles vom Action-Blockbuster über beliebte Animationsfilme bis hin zu Filmklassikern. Eine stattliche Auswahl durchaus. Die Serienauswahl kommt kleiner daher:

Die Simpsons
Duck Tales
The Clone Wars
Star Wars Rebels
Agent Carter
The Runaways
The Muppets
Hannah Montana Forever
Doug
Lilo & Stitch
The World According to Jeff Goldblum
Transitions

Hier sehe ich sehr wenige Real-Serien, sehr viele Cartoons, viele Kinderserien und eben auch „Die Simpsons“ als Zugpferd. 30 Staffeln der „ewigen Cartoonserie“ wird es für den Anfang bei Disney+ geben, zum ersten Mal legal zum Streamen also. Das ist ein Pfund, und ja, manchmal sind es einzelne Inhalte, die NutzerInnen zu einem Dienst ziehen.

Netflix‘ Quasi-Monopol ist vorbei

Damit zeigt sich aber auch: Die Zeiten sind mittlerweile vorbei, in denen ein Dienst fast den ganzen Markt für sich beanspruchen kann. Das war in den vergangenen Jahren zweifellos Netflix. Der ehemalige DVD-Postversand hatte so früh so mutig in teure Eigenproduktionen investiert, dass der Service fast fünf Jahre lang nahezu alternativlos blieb. Selbst Amazon schaffte es nur eine Zeitlang dagegen zu halten. Während Netflix kräftig auf die Tube drückte und es selbst schaffte, regionale Serienformate wie „Haus des Geldes“, „3%“ oder das deutsche „Dark“ zu internationalen Erfolgstiteln zu machen.

Disney-Plus-Serien: Für den Anfang viel Kinderkram

Disney-Plus-Serien: Für den Anfang viel Kinderkram

Kein Geschäft, das brummt, bleibt lange ohne Wettbewerb. Die Leute wollen die besten Inhalte? Sie finden sie künftig nicht mehr nur auf Netflix oder Amazon Prime, sondern eben auch auf Disney+, auf Apple TV+, international auf HBO Max und in Deutschland auf Sky Ticket.

Letztgenanntes nutzte ich im vergangenen Mai, um als einer der ersten beim Finale von „Game of Thrones“ mitzufiebern. Vor allem aber, um nicht gespoilert zu werden. Kürzlich habe ich ein Sky-Angebot genutzt und den Dienst reaktiviert, weil sich mit „Euphoria“ und „Chernobyl“ zwei Serien angesammelt hatten, die ich gerne sehen wollte. Nach dem Monat zum halben Preis werde ich Sky Ticket wieder kündigen.

Monatsweise Loyalität

Und auch bei Netflix ist das für mich nicht undenkbar. Seit dem Start des Dienstes bis ich begeisterter Kunde, der Monat für Monat brav zahlt und auch immer wieder etwas zum Gucken findet. Vielleicht liegt es am Überfluss an Serienmaterial, vielleicht auch daran, dass ich mittlerweile lieber mehr lese oder generell andere Dinge tue, statt Abend für Abend stumpf auf der Couch zu binge-watchen. Aber längst könnte ich mir vorstellen, Netflix mal für einige Monate zu pausieren, bis sich wieder etwas angesammelt hat, was mich wirklich interessiert.

Ich denke, es wird nicht nur mir so gehen, es wird ein Trend für die kommende Zeit sein. Man geht turnusmäßig von einem zum anderen Dienst, kündigt zwischendurch die anderen und zahlt nicht mehr als unbedingt nötig. Für Netflix finde ich das fast ein bisschen schade. Denn der Dienst war bislang so etwas wie ein leuchtendes Vorbild. Hochqualitativ, äußerst kundenfreundlich und dazu noch sehr entspannt, was Phänomene wie Account-Sharing angeht. Das wird vermutlich nicht mehr lange gut gehen, weil auch Netflix angesichts der Konkurrenz genauer auf die Zahlen schauen wird.

Deutschland muss kann in Ruhe abwarten

Zurück zu Disney+ und den Simpsons. Wenn es, wie geplant, am 31. März 2020 damit in Deutschland losgeht, dann werden die ersten Kinderkrankheiten, die der Dienst jetzt wohl noch hat, sicherlich auskuriert sein. Auch das Videoangebot wird bis dahin eher wachsen als schrumpfen. Von daher lohnt sich das Warten. Ich werde wohl dabei sein und mir die alten Folgen noch einmal genüsslich zu Gemüte führen. Das reicht mir nämlich auch schon. Ich war großer Fan der ersten zehn Simpsons-Staffeln; was danach aus der Serie geworden ist, lässt mich mittlerweile ratlos zurück. Aber allein für die ersten zehn Staffeln wäre ich bereit, Disney+ zu abonnieren.

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Zumindest für die Zeit, die es dauert, die alten Folgen noch einmal zu schauen. Ein Monat, vielleicht zwei. Und dann müsste mich Disney+ schon mit besonderen Inhalten zu halten versuchen. Und das wird nicht leicht, denn längst locken auch Apple und Sky; und wer weiß, vielleicht bis dahin noch ein Dienst? Selbst Joyn hat einige interessante Eigenproduktionen. Netflix wird wieder versuchen, mich zurückzugewinnen. Statt mehrere Abos abzuschließen (wer hat so viel Geld übrig?), werde ich dahin gehen, wo gerade die besten Inhalte sind. Was auch sonst?

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