ARD schaltet SD über Satellit ab: Das musst du wissen

Bald beenden ARD und ZDF die Ausstrahlung ihrer Sender in SD-Qualität über Satellit. Rund eine Million Haushalte sind betroffen. Wir zeigen die Lösungen auf.

ARD schaltet SD über Satellit ab: Das musst du wissen
Auzfmacher SD Satellit

Weit verbreitet hierzulande ist TV-Empfang über Astra. Der Kommunikationssatellit verbreitet in unseren Breitengraden das TV-Signal von über 1200 Sender. Darunter sind die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten von ARD und ZDF und auch viele Privatsender und Pay-TV-Anbieter. Das Satellitensignal erreicht hierzulande 16,7 Millionen Haushalte. Der TV-Empfang über Satellit ist als solcher nicht gefährdet, Astra soll auch weiterhin senden. Nur schalten einige Sendeanstalten wie ARD und ZDF das SD-Signal ab.

Inhalt:

Was sind SD und HD?

SD steht für Standard Definition und bietet eine viel geringere Auflösung als das gängige HD- oder UHD-Bild. Es ist ein Überbleibsel analoger TV-Tage, die eigentlich obsolet sind. HD hingegen heißt High Definition, also hohe Auflösung.

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Die verschiedenen Auflösungen im Vergleich. Je mehr Bildpunkte, desto besser die Bildqualität. (Eigenes Bild)

Nahezu alle Programme sind auf FullHD-Auflösung oder 4K-Ausspielung hin produziert – und in SD entgehen Zuschauern auch sehr viele Details, ganz generell wirkt das Bild matschig.

Was passiert nach der SD-Abschaltung der ARD?

Nur: Wenn dein Receiver oder Empfangsgerät nur SD-Auflösung beherrscht, guckst du alsbald in die Röhre. Denn die SD-Abschaltung bedeutet, dass das in Standardauflösung gesendete Bild einem Bildrauschen weicht.

Also kein Tatort, keine Fußball-EM, keine Tagesschau.

Das kannst du tun: Receiver upgraden oder auf Internet-TV umschwenken

Um weiterhin die TV-Programme der ARD sehen zu können, kannst du bereits jetzt einige Vorkehrungen treffen. Die einfachste: Satellitenreceiver upgraden, wenn du Programme noch in SD schaust. Liegen dir nur Programme von ARD und ZDF am Herzen, kostet ein Umstieg einmalig gut 39,99 Euro.

Für dieses Geld bekommst du von Telestar einen HD-Satellitenreceiver, der schlank ist und das Programm der Öffentlich-Rechtlichen auch in HD empfängt.

Möchtest du dir den Empfang der privaten Sender in High Definition offen halten, musst du nach einem HD+-kompatiblen Receiver Ausschau halten. Vom selben Hersteller gibt es als Einstiegsvariante den Startsat HD+, der die Abokarten für HD+ aufnehmen kann. Kostenpunkt eines solchen Geräts: zwischen 65 Euro und 70 Euro.

Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, das TV-Bild in HD und vergleichsweise kostenlos auf den Bildschirm zu bekommen: Streaming. Faktisch alle TV-Sender und Sendeanstalten bieten von sich aus einen Stream via Internet an.

Die Mediatheken von ARD und ZDF mit Live-Teil sind bereits über die Rundfunkgebühren abgedeckt. Die RTL-Gruppe und der Mutterkonzern von Sat.1 und ProSieben bieten ebenfalls eigene Streaming-Apps an. Diese sind – analog zum Satellitenempfang – nur gratis, wenn du in SD schaust. HD gibt es auch hier gegen einen Aufpreis.

ZDF hält sich bei der SD-Abschaltung bedeckt

Von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten hat also die ARD bekannt gegeben, dass Anfang 2025 keines der Programme mehr in SD via Astra zu empfangen sein wird.

Statt Tatort zeigt die ARD ab 2025 nur noch Schneegestöber in SD. (Foto: Talha Dursun Marko / Pexels)
Statt Tatort zeigt die ARD ab 2025 nur noch Schneegestöber in SD. (Foto: Talha Dursun Marko / Pexels)

Die sogenannte Parallelbestrahlung in SD und HD lohne sich wirtschaftlich nicht. Betroffen davon sind Das Erste und alle regionalen Sender, vom NDR über den MDR bis hin zu SWR und BR. Bereits 2022 stoppten die Verantwortlichen die SD-Ausspielung von One, tagesschau24, Arte und Phoenix.

Das ZDF hält sich bedeckt mit Plänen zur SD-Abschaltung. Die Verantwortlichen vom Mainzer Lerchenberg wollen zunächst an der SD-Ausstrahlung über Satellit festhalten. Ob sich die Meinung nach dem ARD-Ausstieg ändert, bleibt abzuwarten.

Perspektivisch dürften aber alle öffentlich-rechtlichen Sender in wenigen Jahren nur noch in FullHD oder einer höheren Auflösung senden.

Private Sender weiter in SD empfangbar

Einen anderen Weg gehen die privaten Sender wie RTL, Sat.1 oder ProSieben. Sie strahlen ihr Programm via Satellit unverschlüsselt in SD aus. Willst du HD- oder 4K-Bildqualität via Satellit, musst du dafür zahlen.

Für hochauflösende TV-Bilder zu zahlen, sind aber viele Zuschauer schlicht und ergreifend nicht bereit. Von 16,7 Millionen Haushalten mit Satellitenempfang sind nur 3 Millionen Anschlussinhaber bereit, für das HD+ genannte kostenpflichtige Abo für die privaten Sender zu zahlen. Die Öffentlich-Rechtlichen können sie aber frei empfangen.

Hier sollte ein nicht ganz so lustiger Witz zu "Bauer sucht Frau" stehen. Stattdessen die Frage: Ist dieses Foto nicht so zuckersüß, dass es Augenkaries auslöst? (Foto: Elina Sazonova)
Hier sollte ein nicht ganz so lustiger Witz zu „Bauer sucht Frau“ stehen. Stattdessen die Frage: Ist dieses Foto nicht so zuckersüß, dass es Augenkaries auslöst? (Foto: Elina Sazonova)

Die anderen 13,7 Millionen Haushalte würden bei einer SD-Abschaltung als Zuschauerschaft wegfallen. Das bedeutete eine geringere Verbreitung der Werbung und sinkende Einnahmen. Und deshalb senden die Privaten weiterhin auch in SD.

Magenta TV. Giga TV und Co.

Lineares Fernsehen via Internet haben zudem alle großen Internetprovider im Sortiment. Die Telekom mit Magenta TV, Vodafone mit GigaTV und PŸUR mit einem eigenen Service über Kabel und Netz. Die Angebote rangieren häufig im einstelligen Eurobereich pro Monat, wenn du bereits einen Netzanschluss gebucht hast.

Um das Programm übers Netz zu empfangen, brauchst du einen Smart-TV oder einen Zuspieler wie Google Chromecast oder die Nvidia Shield.

Nur eine Alternative gibt es nicht: Die Rückkehr zu SD. Das ist aber gelinde gesagt kein allzu großer Verlust. In HD ist das Fernsehbild schärfer, kontrastreicher und macht dadurch mehr Spaß. Ob nun über Satellit oder das Internet, ist dabei egal.

(Aufmacher: Pixabay)

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