Bluetooth Mesh (Bild: SIG)

Bluetooth Mesh: Endlich fürs Smart Home geeignet

Der nächste Bluetooth-Standard kann bis zu 32.000 Geräte zu einem einzigen Mesh-Netz verbinden. Auch die Reichweite erhöht sich dadurch enorm.

Drei Wochen ist es erst her, dass ich erklärt habe, das Funkprotokoll Bluetooth sei völlig ungeeignet für das Smart Home. Mein wichtigstes Argument war die geringe Reichweite. Nur wenige Meter kann Bluetooth üblicherweise in einer Wohnung überbrücken. Andere Funkstandards verbinden die einzelnen Sensoren und Aktoren immerhin zu einem Meshnetz. Dabei kontaktieren alle Geräte nicht mehr ausschließlich eine zentralen Steuerungseinheit, sondern kommunizieren direkt miteinander. Die Daten hüpfen dann von einem Netzknoten zum nächsten, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Diese Mesh-Fähigkeit wird jetzt auch in Bluetooth LE integriert.

Sicherheit im Mesh-Netz

Bluetooth wurde ursprünglich für Point-to-Point-Verbindungen geschaffen, also um zwei Geräte miteinander zu verbinden. Das sollte zum Beispiel den Datenaustausch zwischen Mobiltelefon und PC erleichtern. Meist wird jedoch darüber ein Headset mit dem Smartphone gekoppelt. Und auch beim Bluetooth-Tracker Tile wird Bluetooth intelligent genutzt. Mit der Einführung von Bluetooth Low Energy (Bluetooth LE, Bluetooth Smart) wurden dann auch Broadcast-Verbindungen möglich. Viele Smartphones können gleichzeitig Daten von einem zentralen Sender empfangen (zum Beispiel in einem Einkaufszentrum), um Schnäppchenangebote zu erhalten oder sich lokalisieren zu lassen. Auch als Beacon-Technik bekannt.

Dass sich Bluetoothgeräte auch vermaschen können sollen, kündigte die Bluetooth Special Interest Group (SIG) Anfang 2015 an. Damals war noch vom Smart Home die Rede, doch jetzt soll Bluetooth Mesh vor allem für die Industrie interessant sein. Zwei entscheidende Vorteile hat der neue Standard gegenüber anderen Meshtechniken: Bis zu 32.000 Geräte sollen sich in einem Many-to-Many-Netz zusammenschalten lassen. Bislang war das nicht möglich. Zudem sollen diese zuverlässig und sicher miteinander kommunizieren. Man-in-the-Middle-, Replay- und Brute-Force-Attacken sollen ausgeschlossen sein. Damit würde Bluetooth Mesh bereits von Beginn an den Anforderungen der Industrie genügen.

Komplette Wohnung mit Bluetooth ausleuchten

Solche großflächigen Netze könnten in weitläufigen Lagerhallen entstehen, wo die einzelnen meshfähigen Bluetooth-Empfänger sowohl einen festen Ort haben (Regale, aber auch die eingelagerte Ware) als auch sich bewegen (Personen, Fahrzeuge). Gerade in dieser Kombination müssen die Daten ihre Wege immer wieder neu suchen und finden. Bluetooth Mesh wäre damit eine Alternative zu RFID-gestützten Verfahren.

Der Einsatz im Smart Home oder anderen Internet-of-Things-Umgebungen ist damit aber nicht ausgeschlossen. Gerade die höhere Sicherheit könnte ein Vorteil gegenüber Z-Wave und ZigBee sowie anderen Smart-Home-Funkstandards sein. Vernetze Leuchtmittel könnten in jedem Zimmer einen verlässlichen Zugangspunkt bieten und auf diese Weise die gesamte Wohnung abdecken. Einen Ersatz für das WLAN-Netz wird Bluetooth Mesh allerdings nicht bieten. Bluetooth Mesh ist lediglich eine Erweiterung von Bluetooth LE und bietet daher nur einen geringen Datendurchsatz. Mit dem Smartphone ließe sich das Smart Home dann aber auch ohne WLAN und Bridge steuern.

Das Nachrüsten von Bluetooth Mesh bei Geräten, die bereits jetzt Bluetooth LE 4.0 beherrschen, soll theoretisch möglich sein. Jedoch müssen die Hersteller dafür ein Update zur Verfügung stellen.

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