ZX Spectrum Next: Uralt-Rechner bekommt ein Update

Verrückt! Innerhalb von weniger als zwei Tagen sammeln ein paar Tüftler über 250.000 britische Pfund ein, um einen neuen, alten Retro-Computer herzustellen – den ZX Spectrum Next.

ZX Spectrum Next: Uralt-Rechner bekommt ein Update
Das Design ist nocht nicht ganz final. (Foto: ZX Spectrum Next)

Der Sinclair ZX Spectrum besitzt gerade in Großbritannien noch immer eine sehr große Bekanntheit – ähnlich wie hierzulande der C64 oder Amiga von Commodore. Der Heimcomputer der 1980er Jahre ist heutzutage vor allem für seine zahllosen 8bit-Spiele bekannt, die Nostalgiker in Verzückung geraten lassen. Und vielleicht ist es deswegen gar nicht mal so verwunderlich, dass die Neuauflage des Kults vom nicht mehr existierenden Hersteller Sinclair so gut ankommt. Nicht einmal 48 Stunden waren nötig, um für antiquierte Technik über 250.000 Britische Pfund bei Kickstarter einzusammeln. Aber wieso eigentlich?

Komplett neue Platine mit alten Chips. (Foto: ZX Spectrum Next)
Komplett neue Platine mit alten Chips. (Foto: ZX Spectrum Next)

Der ZX Spectrum Next ist nicht nur für Nostalgiker

Interessant am ZX Spectrum Next, wie er von Victor Trucco und Fabio Belavenutos sowie ihren Mitstreitern genannt wird, ist zweifelsohne das Konzept. Denn der Computer ist vollständig und zu 100 Prozent kompatibel zum Original – bezogen auf die Software (Anwendungen, Spiele, Demos etc.) und das Zubehör früherer Tage. Zugleich aber besitzt der Rechner allerlei Verbesserungen, die genutzt werden können und sollen. So kann der vorhandene Z80-Prozessor mit 3,5MHz und 7MHz takten, standardmäßig kommen 512Kb RAM zum Einsatz. Neue Grafikmodi, Video-Ausgänge für VGA und HDMI, SD-Speicherkartenslot, Stereo-Audio-Chip, PS/2-Port, Erweiterungs-Slot und sogar ein Steckplatz zum Beschleunigen des ZX Spectrum Next auf 1GHz und 512MB RAM sind vorhanden. Optional lässt sich auch ein WIFI-Modul nachrüsten. Das Design ist eine Mischung aus Retro und Moderne, sieht in dieser Form aber auch sehr ansprechend und verlockend aus.

Das Design ist nocht nicht ganz final. (Foto: ZX Spectrum Next)
Das Design ist nocht nicht ganz final. (Foto: ZX Spectrum Next)

Relativ hoher Preis

Der ZX Spectrum Next ist laut Aussagen der Schöpfer vor allem für Retro-Spieler gedacht, die keinen Software-Emulator für ihre Lieblingsgames wünschen. Sie können so beispielsweise auf einem großen Monitor die originalen Klassiker erleben, sogar ein Kassettenlaufwerk darf angeschlossen werden. Zugleich aber besitzt die Plattform Potential für Entwickler, neue Spiele und Software zu entwerfen, die die gestiegene Leistungsfähigkeit ausnutzen.

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Trotzdem: Bei einem Preis von 175 britischen Pfund (knapp 200 Euro) zeigt sich schon deutlich, dass der ZX Spectrum Next nicht gerade für Laien oder „Spontankäufer“ ausgelegt ist, sondern Kenner ansprechen möchte. Bastler können sich für zirka 130 Euro nur die Platine sichern, um diese in ein echtes Sinclair ZX Spectrum-Gehäuse einzubauen – also wer tüfteln und experimentieren möchte, der spart Geld.

Ich bin sehr erstaunt über den großen Erfolg bei Kickstarter, auch weil via Crowdfunding in der Vergangenheit schon einiges in der Richtung finanziert wurde. Ich denke da nur an die mobile Lösung für Smartphones und den ZX Spectrum Vega mit offizieller Sinclair-Lizenz. Zuletzt war sogar eine Handheld-Konsole mit 1000 originalen Spielen ein Hit bei Indiegogo, aber die wurde bisher nicht ausgeliefert und verärgert gerade einige Unterstützer.  Etwas besser sieht es meiner Meinung nach bei dem Next aus, der vermutlich bis zum Ende der Kickstarter-Kampagne die Millionengrenze knacken könnte. Und das für an sich uralte Hardware. Kurios, oder? Jetzt hätte ich gerne einen C64 Next und einen Amiga Next. Danke!

Weitere Details erhaltet ihr bei Kickstarter. Dort könnt ihr Geld zur Realisierung des Rechners vorschießen.

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