Etwas unglücklich: Intel benennt Core m-Prozessoren in Core i-Chips um

In seiner neuen, siebten Laptop-Prozessoren-Generation „Core“ lässt Chiphersteller Intel die langsameren Core m-Prozessoren verschwinden und benennt sie in die bekannteren, schnelleren Core i-Modelle um. Der Trick ist umstritten, denn er dürfte Verbraucher verwirren.

Für den Endverbraucher war der Vergleich ohnehin nie ganz einfach, aber an einer Sache konnte er sich entlang hangeln: Ein Rechner mit einem Intel Core i7-Chip gilt als leistungsfähiger als ein Core i5 oder Core i3. Nicht einmal das ist komplett richtig, aber als Faustregel galt dieses Prinzip. Und dann gibt es noch Intels Core m-Serie: energiesparende Prozessoren mit geringerer Hitzeentwicklung – ideal für komptakte 2-in-1-Notebooks, die ohne Lüfter auskommen sollten.

Intel ist das miese Image der Core m-Prozessoren Leid

Es gab dabei nur ein Problem: Die Core m-Prozessoren waren deutlich weniger leistungsfähig als Core i-Prozessoren. Mit der jüngsten Generation holten sie zwar auf, aber reichen natürlich aufgrund geringerer Watt-Leistung noch immer nicht an die Core i-Prozessoren heran. Dass die Core m-Prozessoren einen schlechten Ruf haben, blieb natürlich auch Intel nicht verborgen und so sollen die Core m-Prozessoren langfristig so gut wie verschwinden. Zumindest ihr Name.

Und das ist das Problem. Denn künftig sollen Core m-Prozessoren schlicht in Core i-Prozessoren umbenannt werden. Aus einem Core m5 wird dann etwa ein Core i5, aus einem Core m3 ein Core i3. Gleichzeitig behält Intel natürlich die als leistungsfähiger bekannten Core i-Prozessoren und nennt sie weiterhin Core i3, i5 und i7. Es laufen also beide Typen künftig unter dem gleichen Namen.

Hat Core m wirklich eher verwirrt?

Intel argumentiert damit, dass die Core m-Reihe die Nutzer verwirrt habe. Aber das Gegenteil dürfte der Fall sein. Nun hat ein Verbraucher zumindest auf den ersten Blick keine Möglichkeit mehr, einen schnellen „echten“ Core i-Prozessor von einem langsamen, ehemaligen Core m-Prozessor zu unterscheiden. In der Fachpresse ist umstritten, ob der Schritt nun glücklich ist oder nicht. Digital Trends argumentiert, dass dadurch auch nicht mehr Vergleichsarbeit notwendig sei als bisher bei einem Laptop-Kauf, und dass die Core m-Chips über die Zeit deutlich aufgeholt hätten. Laptop-Mag nennt die gleiche Typenbezeichnung schlicht „falsch“ und „verwirrend“. Zumal in Laptop-Angeboten nicht immer die genaue Typenbezeichnung auftauche, sondern gerne mal mit „einem schnellen Core i7-Prozessor“ geworben werde.

Ein Y für ein U

Wie unterscheidet man künftig also einen leistungsfähigen Core-Prozessor von einem weniger starken, ehemaligen m-Prozessor? Mit Hilfe der Typenbezeichnung. Ehemalige Core m-Prozessoren tragen, wie schon in der alten Bezeichnung, auch künftig ein Y in der Typenbezeichungn, also etwa:

Core i7-7Y75 oder i5-7Y54

Leistungsfähigere Core-Prozessoren tragen ein U am Ende der Bezeichung, also etwa:

i5-7200U oder i7-7500U

Die „7“ in der Nummer steht für die neue, siebte Core-Generation. Die lässt sich weiterhin mit früheren Generationen vergleichen. Ein Core i5-6200U etwa entstammt noch der 6. Generation und ist folglich älter als ein Core i5-7200U.

Generell verwirrend

Mit diesem Wissen an der Hand fällt ein Vergleich nun etwas leichter. Dennoch stimme ich in den Kanon der Kritiker mit ein: Für Verbraucher, die bei einem Laptop-Kauf zwischen dutzenden Details vergleichen müssen, ist es nun noch verwirrender als ohnehin schon, wenn verschiedene Chiptypen die gleiche Bezeichnung tragen. Es geht hier nicht um PC-Profis, die sich mit jedem Details gut auskennen, sondern um technisch weniger versierte Menschen, denen ein Vergleich nun noch etwas schwerer fallen wird. Intel hat dem Endverbraucher hiermit keinen Gefallen getan.

Beitragsbild: Intel

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*