ZTE Project CSX: Von Community entworfenes Smartphone scheitert an mangelndem Interesse

Die Idee war gut, doch die Welt offenbar noch nicht bereit. ZTE wollte von seinen Kunden und Tech-Enthusiasten ein Smartphone oder Wearable entwickeln lassen. Project CSX scheiterte allerdings – bei Kickstarter.

Im August 2016 rief Hersteller ZTE seine Community dazu auf, eigene Ideen für Smartphones und Wearables wie Smartwatches einzusenden. Aus der besten Erfindung sollte letztlich ein Produkt werden, das ZTE auch in den Handel bringen wollte. Aus Project CSX wurde tatsächlich ein Mobiltelefon, genauer das ZTE Hawkeye. Und dieses sollte bei Kickstarter finanziert werden. 500.000 US-Dollar wollte das Unternehmen via Crowdfunding einnehmen, doch noch vor Ablauf der Kampagne wurde das Projekt abgebrochen. Ein Grund: Nicht einmal 10% der gewünschten Summe konnten eingenommen werden.

ZTE Project CSX ist auch nur ein Smartphone

Vielleicht war es ja doch nicht die allerbeste Idee, auf die Community zu hören? Denn das ZTE Hawkeye sollte eine Steuerung mit den Augen bieten, mit denen man sich durch die Menüs hätte hangeln dürfen. Zugleich versprach man eine Rückseite, durch die man das Smartphone zum Beispiel an glatten Wänden oder Spiegeln anbringen kann. Wozu? Um während des Schminkens im Bad ohne Touch-Eingaben zum Beispiel etwas lesen zu können.

Technisch handelte es sich sonst um ein recht alltägliches Mittelklasse-Gerät mit Octacore-Prozessor (Qualcomm Snapdragon 625), 5,5 Zoll großem Full-HD-Bildschirm, 3GB Arbeitsspeicher, 3000 mAh Akku und Android-Betriebssystem. Auch sollte eine Dual-Lens-Kamera mit einem optischen Zoom verbaut werden. Sicher attraktiv: Preislich wäre es ab 200 US-Dollar losgegangen. Und trotzdem blieb der Hype aus. ZTE beendete daraufhin besagte Kampagne, das Gerät wird in dieser Form nicht realisiert.

https://www.kickstarter.com/projects/856508640/zte-project-csx-phone-hands-free-eye-tracking-devi/description

Wo sind die guten Ideen?

Zugegeben – die Alleinstellungsmerkmale sind jetzt für mich nicht weltbewegend. Ich brauche keine Eye-Tracking-Mechanismen. Und das dürften sich wohl auch viele andere Menschen gedacht haben, die nicht so recht motiviert wurden, 200 US-Dollar (oder mehr) für die Herstellung vorzuschießen. Sogar ZTE gibt sich dezent selbstkritisch. So wollte man etwas Neues versuchen, aber der Kunde hatte daran kein Interesse. Jetzt soll das Hawkeye bessere Hardware erhalten und später erscheinen. Ob ZTE das Telefon wirklich fortführt? Das werden die kommenden Monate zeigen.

Ein Alleinstellungsmerkmal? (Foto: ZTE)

Ein Alleinstellungsmerkmal? (Foto: ZTE)

Es ist eigentlich sehr schade, dass Project CSX gescheitert ist. Denn wie ich schon vor einigen Monaten sagte, begrüße ich es sehr, wenn Firmen verstärkt auf Konsumenten hören und Wünsche berücksichtigen. Mir ist es andererseits ein Rätsel, wie dann so etwas wie Hawkeye herauskommen konnte. Wünscht sich niemand bessere Akkus, kreativere Designs, wirklich gute, innovative, mutige Ideen? Ein Durchschnitts-Smartphone, das am Spiegel klebt – öhm…wieso?

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