Amazon Kindle Paperwhite 2018 (Bild: Peter Giesecke)

Praxistest bestanden: Amazon Kindle Paperwhite (2018)

Vorbildlich: Der E-Book-Reader Kindle Paperwhite spielt jetzt Hörbücher ab. Er setzt sogar an der Stelle ein, an der aufgehört wurde, das E-Book zu lesen.

Amazon hat eine neue Version seines E-Book-Readers Kindle Paperwhite vorgestellt – mit einigen Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahresmodell. Für diese lohnt sich bereits ein Upgrade.

Praktisch: Der Amazon Kindle Paperwhite (2018) ist nun wasserdicht. Schön: Zwischen Display und Rahmen gibt es keine Kante mehr. Und wirklich genial: Der E-Reader spielt nicht nur Hörbücher ab. Sie starten auch dort, wo ihr aufgehört habt, das E-Book zu lesen.

In meinem Test spielte das jedoch keine Rolle. Ich habe E-Books bisher nur auf dem Smartphone oder auf dem Desktop-Rechner gelesen. Ich wollte keinen E-Reader einstecken, wenn ich das Haus verlasse. Dennoch gibt es gute Gründe, genau das zu tun.

Sehr helles E-Ink-Display

Der Amazon Kindle Paperwhite (2018) bietet ein E-Ink-Carta-Display, das einen höheren Kontrast liefert als andere E-Reader. Daraus leitet sich auch der Name Paperwhite ab. Es zeigt wie beim Vorgängermodell 1.080 × 1.440 Bildpunkte auf einer Diagonalen von 6 Zoll an. Das entspricht einer Punktdichte von 300 ppi.

Futter für den Amazon Kindle Paperwhite 2018: ein E-Book wurde aus meiner Amazon-Bibliothek geladen, eines war schnell gekauft (Bild: Peter Giesecke)

Futter für den Amazon Kindle Paperwhite 2018: ein E-Book wurde aus meiner Amazon-Bibliothek geladen, eines war schnell gekauft (Bild: Peter Giesecke)

Jedoch werden für die Hintergrundbeleuchtung nun fünf statt vier LEDs eingesetzt. Meiner Frau war die Grundeinstellung zu hell. Sie wurde geblendet und stellte das Gerät merklich dunkler. Ich wählte einen Wert dazwischen. Einen Blaufilter gibt es allerdings nicht, sodass es in den Abendstunden sinnvoll sein kann, ohne Hintergrundlicht zu lesen, sondern unter einer Leselampe.

Die Schriftgröße und andere Einstellungen könnt ihr den eigenen Bedürfnissen anpassen. Neu ist, dass sich verschiedene Profile definieren und einfach aufrufen lassen. Amazon nennt sie „Themen“. Wer es zum Beispiel nicht mag, wenn in der S-Bahn der Sitznachbar mitliest, kann eine kleine Schrift wählen. Während diese auf dem Gerät im Fitnessstudio durchaus etwas größer ausfallen kann.

Das E-Ink-Display benötigt grundsätzlich wenig Energie und ermöglicht somit eine Akkulaufzeit von mehreren Wochen. Der genaue Wert hängt selbstverständlich von euren persönlichen Lesegewohnheiten ab und vom Einsatz der Hintergrundbeleuchtung. Nachgemessen haben wir die Laufzeit im Test allerdings nicht. Viel lesende Pendler sollten dennoch auf mehrere Tage kommen.

Ein perfektes Gerät

Meine Frau fand, dass der Kindle Paperwhite (2018) angenehm leicht ist und sich auch über längere Zeit gut halten lässt. Sie würde ihn durchaus jeden Tag mit in den Zug nehmen, weil sich supergut darauf lesen lässt. Bislang hat sie ausschließlich auf dem Smartphone gelesen und zwar auf sehr kleinen (Samsung SIII mini, iPhone SE). Gerne auch ein Buch pro Woche.

Tatsächlich ist der neue Kindle Paperwhite leichter geworden. Er wiegt nur noch 182 Gramm. Der Bildschirm schließt nun bündig mit dem Rest des Gehäuses ab. Die Rückseite des E-Readers fühlt sich angehm an – wie eine leichte Gummierung. Diese nimmt aber auch gerne fettige Fingerabdrücke an. Also besser keine Butterstulle essen, während ihr lest, oder eine Schutzhülle nutzen.

Die Rückseite des Amazon Kindle Paperwhite 2018 fühlt sich gut an, sieht aber auch schnell aus wie auf dem Bild, wenn keine Schutzhülle genutzt wird (Bild: Peter Giesecke)

Die Rückseite des Amazon Kindle Paperwhite 2018 fühlt sich gut an, sieht aber auch schnell aus wie auf dem Bild, wenn keine Schutzhülle genutzt wird (Bild: Peter Giesecke)

Der Kindle Paperwhite (2018) ist erstmals wasserdicht gemäß Schutzklasse IPX8. Salzwasser sollte aber dennoch gemieden werden. Beim Badewasser hängt es wohl davon ab, welche Substanzen noch zugegeben wurden.

Einrichtung mit und ohne Problemen

Die Einrichtung ging sehr schnell, wenn auch nicht ohne Probleme. Der Akku des Kindle Paperwhite ist bereits etwas geladen, sodass ich sofort loslegen konnte. WLAN-Passwort eingeben, das neue Gerät beim Amazon-Konto anmelden, schon erschien ein E-Book, das ich bereits früher bei Amazon gekauft hatte. Auch der Kauf eines neuen Buches ging ganz fix.

Zwei kleine Hürden ergaben sich dennoch: Da ich auf dem Smartphone nur mit Wischbewegungen schreibe (Swype) und nicht tippe, tat ich mich mit Amazons Bildschirm-Tastatur schwer. Infolgedessen wurde beim ersten Versuch das Passwort nicht angenommen, aber nur die recht unspezifische Fehlermeldung ausgegeben: Benutzername oder Passwort falsch.

Also loggte ich mich auf dem Laptop bei Amazon ein. Dort erschien dann die nächste Fehlermeldung. Ich hätte versucht, mich mit einem neuen Gerät anzumelden. Daher würde jetzt ein zweistufiges Verfahren zur Anwendung kommen.

Darf es dazu noch ein Abo sein?

Ich musste zuerst einen Code am Rechner eingeben, den ich per Mail erhielt, und dann noch ein Einmal-Passwort auf dem Kindle. Jedoch hatte ich dort zuvor keinen Hinweis gesehen, dass mir dieses per Mail zugestellt würde und ich ins Postfach schauen müsse. Gute Absicht, aber nicht ideal umgesetzt.

Um den Kindle Paperwhite bei Amazon anzumelden, muss noch ein Einmalpasswort eingegeben werden, das per Mail verschickt wird (Screenshot)

Um den Kindle Paperwhite bei Amazon anzumelden, muss noch ein Einmalpasswort eingegeben werden, das per Mail verschickt wird (Screenshot)

Es folgten dann noch die üblichen Versuche, mich dazu zu überreden, eine Kindle-App auf meinem Smartphone zu installieren oder ein Abo abzuschließen – wahlweise für die E-Book-Flatrate Kindle Unlimited oder den Hörbuch-Verleih Audible. Von Seite zu Seite wurde die Schrift kleiner, nur der Bestellbutton blieb gleich groß.

Das ist aber mittlerweile branchenüblich. Leider. Amazon ist da nicht besser oder schlechter als andere. Immerhin lässt Amazon seinen Kunden die Wahl, den Kindle Paperwhite (2018) mit oder ohne Werbeeinblendungen zu kaufen. Der Preisunterschied beträgt 20 Euro. Das finde ich fair.

Hörbuch hören und E-Book lesen im Wechsel

Der Kindle Paperwhite (2018) gibt erstmals Hörbücher wieder, doch es existiert weder ein Lautsprecher im Gerät, noch ein Kopfhörerausgang. Ihr müsst einen Bluetooth-Kopfhörer nutzen. Es gibt auch keine Tasten, um die Lautstärke zu regeln. Am besten wird diese am Kindle über den Touchscreen hoch- und direkt am Kopfhörer auf eine angenehme Lautstärke runtergeregelt.

Hörbücher gibt es auf dem Amazon Kindle Paperwhite 2018 im Audible-Shop (Bild: Peter Giesecke)

Hörbücher gibt es auf dem Amazon Kindle Paperwhite 2018 im Audible-Shop (Bild: Peter Giesecke)

Die Hörbücher stammen natürlich von der Amazon-Tochter Audible. Dafür kann ein Audible-Abo abgeschlossen werden. Aber auch die E-Book-Flatrate Kindle Unlimited umfasst Hörbücher. Der eigentliche Clou jedoch ist, dass ein direkter Wechsel zwischen E-Book und Hörbuch möglich ist. Das Hörbuch setzt dann dort ein, wo ihr beim E-Book aufgehört habt zu lesen. Und umgekehrt.

Der hörbuchtaugliche Kindle Paperwhite hat deshalb von Amazon mehr Speicher spendiert bekommen. Das Basismodell mit 8 GB soll etwa 35 Hörbücher fassen, das Premiummodell mit 32 GB etwa 160.

Fazit: Es lohnt sich

Zurück zur Ausgangsfrage, ob sich der Umstieg lohnt: Ein klares Ja, wenn es um die neuen Funktionen geht. Ein effektiver Schutz vor Wasser ist ein klarer Gewinn, wenn ihr gerne in der Badewanne lest oder am Strand. Genauso das Abspielen von Hörbüchern, wenn eure Augen schnell müde werden oder ihr gerne erotische Literatur konsumiert.

Die Hauptfrage in diesem Test war aber, ob sich der Umstieg vom Smartphone lohnt. Klar, auf einem E-Book-Reader lässt sich mehr Text sehen als auf einem Smartphone. Doch das war nie ein Problem für uns.

Meine Frau brachte es schließlich auf den Punkt: Auf dem Smartphone ist sie schnell abgelenkt, denn die Nachrichten auf Spiegel Online sind nur einen Klick entfernt. Auf dem Amazon Kindle Paperwhite (2018) fiel es ihr leichter, Zusammenhänge zu verstehen und sich im Text zu verlieren.

Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis es in unserem Haushalt einen E-Reader gibt – nicht nur als Testgerät. Vielleicht wird es auch der Amazon Kindle Oasis, den Kollege Jürgen Vielmeier kürzlich für das Trendblog gestestet hat.

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