Mit einem mürrischen Euronics-Blogger auf der IFA: Mein Lob an diese Telekom-Mitarbeiterin!

Wie muss das sein, jemanden über einen Messestand zu führen, der für den Aussteller nicht viel übrig hat? Eine Telekom-Mitarbeiterin leistete die Aufgabe mit Bravour!

Mit einem mürrischen Euronics-Blogger auf der IFA: Mein Lob an diese Telekom-Mitarbeiterin!

Muss man sich so vorstellen: Da reist ihr meilenweit zur IFA an, steht den ganzen Tag am Stand und erklärt Besuchern immer wieder dasselbe. Und dann müsst ihr plötzlich jemanden bespaßen, der schlicht nicht zu begeistern ist. Dieser jemand war ich.

Als ich am Freitag, vom Euronics-Stand kommend, über die IFA schlendere, führt mein Weg über den Telekom-Stand. Na gut, ich muss da ja eh vorbei, denke ich. Eine Telekom-Mitarbeiterin fängt mich ab und fragt, ob sie mir die Neuheiten auf dem Stand zeigen solle.

Ich: „Na gut, wenn es sein muss.“
Telekom-Mitarbeiterin: „Das klingt ja nicht so begeistert.“
Ich: „Ich bin nicht gerade ein Telekom-Fan.“
Sie: „Och, da wären Sie nicht der Erste.“
Ich: „Geht nicht gegen Sie. Aber die Telekom schafft es selten, mich zu begeistern.“
Sie: „Auch nicht mit dem besten Netz? Wir sind gerade wieder Testsieger geworden.“
Ich: „In Deutschland vielleicht. Aber waren Sie in letzter Zeit mal im Ausland? Da sähe das Telekom-Netz in vielen Ländern ganz schön alt aus.“

So eine Sache mit dem besten Netz

Immerhin: Sie blockt nicht ab oder reicht mich an einen Kollegen weiter, sondern sie kontert, hält das Gespräch im Gange. Wir schlendern daraufhin gemeinsam über den Stand; ich höre mir alles an und versuche, meine Kritik schonend anzubringen. Eine Frauengruppe in mittelalterlichen Kostümen marschiert an uns vorbei.

Ich: „Was ist das denn?“
Telekom-Mitarbeiterin: „Das ist für eine neue Serie, die die Telekom nun exklusiv über T-Entertain anbietet. Das wäre vielleicht etwas für Sie.“
Ich: „Brauche ich eher nicht. Ich habe schon Netflix.“
Sie: „Netflix ist in dem Paket auch mit drin. Ohne Mehrkosten für Kunden.“
Ich: „Also noch etwas, was die Netzneutralität untergräbt.“

Wir ziehen vorbei an Einzelständen für Mangenta Eins, Telekom Smart Home, Congstar…

Telekom-Mitarbeiterin: „Kennen Sie schon Congstars neue Geburtstagsaktion? 10 GB für 25 Euro?“
Ich: „Das hätten die mal vor zwei Jahren anbieten sollen, als ich da noch Kunde war und es zu halbwegs vernünftigen Preisen nur 500 MB gab.“
Sie: „Na ja, nun wurde das Volumen deutlich erhöht. Vielleicht wollen Sie zurückwechseln?“
Ich: „Unwahrscheinlich. Congstar bietet ja nicht einmal die volle LTE-Geschwindigkeit.“
Sie: „42 MBit/s immerhin.“
Ich: „Ist nicht gerade LTE-Geschwindigkeit, oder?“

Wobei ich zugeben muss, dass mir das reichen würde. Schneller sind die anderen effektiv auch nicht. Aber Congstar lief der Konkurrenz lange meilenweit hinterher und verließ sich zu sehr auf dieses angeblich beste Netz.

Bestes Netz? In Deutschland vielleicht. In vielen anderen EU-Ländern wäre das löchrige Telekom-Netz weit weg von der Spitze.
Bestes Netz? In Deutschland vielleicht. In vielen anderen EU-Ländern wäre das löchrige Telekom-Netz weit weg von der Spitze.

Ich würde mir selbst auf den Geist gehen, in diesem Moment, aber was soll ich machen? Die Telekom macht in meinen Augen so vieles falsch. Ich kann ja jetzt nicht anfangen, alles toll zu finden.

Telekom-Mitarbeiterin: „Hier haben wir noch den neuen Tarif Magenta ZuhauseSurf. Damit können junge Leute nun einen entkoppelten DSL-Anschluss für Zuhause bekommen.“
Ich: „Verstehe ich nicht. Was ist daran neu?“
Sie: „Das ist der reine Internetanschluss, ohne dass man eine Telefonoption dazu benötigt.“
Ich: „Das gibt es bei anderen Anbietern doch schon seit Jahren!“

An einem Mikro-Stand über NB-IOT komme ich mit einem Kollegen der Telekom-Mitarbeiterin ins Gespräch. Mit dem Standard sollen unter anderem Parkplätze vernetzt werden. Freie Parkplätze würden einem Kunden dann per App angezeigt und er per Auto direkt dorthin gelotst. Ich: „Das klingt für mich nach sehr viel Aufwand und nicht nach einem offenen Standard.“ Aber interessant, das muss ich zugeben, finde ich die Möglichkeit an sich schon.

CarConnect: Doch, das klingt nicht schlecht!

Und dann kommt tatsächlich noch etwas, was ich in Ordnung finde: CarConnect. Das ist ein Adapter für Autos ab etwa dem Baujahr 2006. CarConnect verbindet ein Smartphone über diesen Adapter mit der Bordkonsole des Autos und macht es damit smart. Zusätzlich ist in CarConnect ein mobiler Hotspot für das Auto untergebracht, der einen bestehenden MagentaMobil-Tarif um 10 GB pro Monat erweitert. Smartphones, Tablets oder Laptops im Auto können darauf zugreifen. Solche Technik hätte ich auf meiner Mobile-Office-Reise durch Nordeuropa neulich gerne dabei gehabt!

„Wir haben unseren Service verbessert“, sagt die Telekom-Mitarbeiterin zum Abschluss. „Statt dass Sie ewig in der Warteschlange hängen, ruft Sie der Service-Mitarbeiter einfach zurück.“
Ich: „Also das wäre wirklich eine Verbesserung!“
Sie: „Sehen Sie, was wir haben, ist manchmal gar nicht so schlecht.“
Ich: „Manchmal, manchmal.“

Telekom Car Connect-Adapter
Telekom Car Connect-Adapter

Nein, ich glaube, die Telekom und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Aber ich werde weiter differenzieren: Wenn ihr etwas verbockt, werde ich das sagen. Und wenn ihr dann doch mal etwas richtig macht, dann habe ich auch keine Probleme damit, das so aufzuschreiben. Wie das mit der Mitarbeiterin an eurem Stand. Die hat ihre Sache, mit einem mürrischen Euronics-Blogger zu diskutieren und dabei nicht die Nerven zu verlieren, mal richtig gut gemacht!

close

Neue Beiträge abonnieren!

Täglich frisch um 17 Uhr im Postfach

Themenauswahl

Änderungen jederzeit über die Abo-Verwaltung möglich – weitere Themen verfügbar

Jetzt kommentieren!

2 Kommentare zu “Mit einem mürrischen Euronics-Blogger auf der IFA: Mein Lob an diese Telekom-Mitarbeiterin!

  1. Moin! Ich muss sagen ich war jetzt seit ca. 11 Jahren kein Telekom-Kunde/Freund mehr. Im letzten Jahr bin ich mit dem Home-Office-Anschluss zurück zu „Magenta“, aus Preisgründen zunächst. Was mich gewaltig überrascht hat, war der Wechselvorgang, es gab eine (in Worten EINE) Mitarbeiterin die für mich zuständig war, IMMER, ich musste mich nicht mit Callcenter-Kollegen abkämpfen, wurde nicht weiter gereicht, nein, man wusste sogar was man beim letzten Gespräch vereinbart hat. Die Geschichte mit dem Rückruf klappte auch damals schon hervorragend. Wenn man jetzt denkt, „weshalb ist der so begeistert?“, dann muss man sagen dass all die Jahre der Service überall (nach und nach: Alice, Arcor, Vodafone, O²) immer schlechter und unpersönlicher wurde, da kommt einem der „Rückschritt“ bei dem „Rosa-Riesen“ doch unglaublich vor, oder? Ich werde im Oktober mit dem privaten Anschluss auch wechseln, die Kollegin von der Telekom hat sich dazu auch schon zurück gemeldet (es ist die gleiche wie bei dem letzten Wechsel!!!). Wenn ich nun von der Engelsgeduld des Standpersonals lese, nun ja, da passiert schon etwas, das muss man sagen.

  2. Sehr interessant geschrieben und nett zu lesen. Ich muss gestehen ich bin an beuden Tagen ganz schnell durch den Stand durch. Ich fand die Farben einfach vuel zu doll dieses jahr. Das war echt anstrengend anzusehen 😉

Schreibe einen Kommentar

*
*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.